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Datenbank zum Diskurs Palästina - Israel - Deutschland - Arabische Welt - Islam. Seit 2001.
Database on the discourse Palestine - Israel - Germany - Arab World - Islam. Since 2001.

Aktuelle Einträge:

FreeGaza.org, 04.04.09, Shooting and Crying - Nothing New Since 1948 ... Or is it? / Schießen und Weinen: Nichts Neues seit 1948 ... Oder doch?



Anis Online, 05.02.09, Essay: The Second Case / Der zweite Fall
www.anis-online.de/1/essays/23.htm


13.1.2009 Süddeutsche Zeitung, „Parlamentswahl –Israel schließt arabische Parteien aus“
Dazu ein Kommentar von Fritz Edlinger (www.saar.at): Die "einzige Demokratie" im Nahen Osten eliminiert Opposition - Manche Beobachter haben bereits zu Beginn des Überfalles Israels auf den Gazastreifen als eines der Motive den derzeit in Israel laufenden Wahlkampf zum Parlament angenommen. Es haben bereits des Öfteren israelische Politiker (man erinnere z.B. an das von dem kurz darauf mit "Bomben und Granaten" abgewählten Shimon Peres befohlene Bombardement des UN-Stützpunktes im südlibanesischen Qana im April 1996, dem mehr als 100 Flüchtlinge zum Opfer fielen) versucht, durch eine "Demonstration militärischer Stärke" ihre eigenen Wahlchancen zu verbessern. Es ist daher nicht auszuschließen, dass vor allem der noch vor wenigen Wochen chancenlos abgeschlagene Spitzenkandidat der Arbeitspartei Verteidigungsminister Ehud Barak durch einen Militärschlag gegen Gaza seine Wahlchancen verbessern wollte. Und die Umfragen scheinen ihm Recht zu geben.
Israel stellt sich in seiner Propaganda sehr gerne als die "einzige wahre Demokratie" im Nahen Osten dar. Dies wird auch in den westlichen Medien sehr oft aufgenommen und den autoritären Strukturen in den arabischen Staaten entgegen gestellt. Abgesehen davon, dass gerade aus diesem Grunde der Vernichtungsfeldzug gegen die Hamas, welche vom palästinensischen Volk in den zweifellos freiesten Wahlen im gesamten Nahen Osten mit überwiegender Mehrheit gewählt worden ist, merkwürdig und widersprüchlich erscheint, unterlässt man zumeist die Frage, wer denn die meisten dieser arabischen Regime unterstützt, mitunter sogar am Leben erhält: Die USA, jene Macht, ohne deren bedingungslose Unterstützung Israel längst ein absoluter outcast der internationalen Staatenwelt wäre und höchstwahrscheinlich sogar bereits veranlasst worden wäre, die legitimen völkerrechtlichen Interessen des Palästinensischen Volkes zu berücksichtigen.
Israel hat bereits des Öfteren Krisensituationen für die rücksichtlose Durchsetzung seiner eigenen Interessen genutzt. Dass man es dabei mit Menschenrechten, Freiheit und Demokratie nicht besonders ernst genommen hat, ist eine Binsenweisheit. Diesmal scheint es wieder einmal so zu sein: Wie man dem folgenden Bericht der "Süddeutschen" entnehmen kann, sollen die arabischen Listen von der Knessetwahl ausgeschlossen werden und damit den arabischen Staatsbürgern Israels, immerhin mehr als 20% der Gesamtbevölkerung, ihre politische Vertretung nehmen. Wie gesagt, die "einzige wahre Demokratie im Nahen Osten!".....


23.12.2008, Kölner Stadtanzeiger: "Vom Frieden weit entfernt. Israel und Hamas und die Waffenruhe" von Tobias Kaufmann.
Dazu ein Kommentar von Dr. Edith Lutz, Kall: Für Tobias Kaufmann ist die Sache klar: Hamas hat die Waffenruhe gebrochen. "Seit Anfang November sind rund 130 Raketen und etwa 100 Mörsergranaten auf Israel abgefeuert worden. (...) Der Raketensegen hörte nie wirklich auf: die Blockade wurde infolgedessen nicht etwa gelockert, sondern verschärft."
Den Menschen in Sederot und Umgebung, die täglich dem Nerventerror ausgesetzt sind, mag man verzeihen, wenn sie Ursachen und Folgen vertauschen. Aber selbst in Sederot gibt es Menschen und Gruppen wie "Kol Acher"(‚andere Stimme'), die erkannt haben, dass Mauern nicht dazu geeignet sind, die feindselige Haltung von Eingeschlossenen abzubauen. Sie fordern Gespräche. Und diese Forderung konnten auch die Leser der israelischen Tageszeitung "Haaretz" (21.12.) in einem letzten "verzweifelten Appell" von Gideon Levy an Israels Premier Olmert wahrnehmen. Die israelischen Politiker kennen die Wahrheit, schreibt Levy am Vorabend der israelischen Bombardierung mit über 200 Todesopfern, "es gibt keine militärische Lösung". Absurd erscheinen ihm daher politische Debatten über Art, Dauer und Ausmaß der militärischen Operation, "warum, um Himmels willen, nicht direkt Gespräche mit der Hamas?"
Aber Israel und die westliche Welt mögen die Hamas nicht. Es mag gute Gründe geben, sie nicht zu mögen, aber man sollte keine Falschmeldungen über sie verbreiten und eine einseitige Berichterstattung vermeiden. Die Waffenruhe wurde, anders als es Tobias Kaufmann darstellt, zuerst von Israel mit der militärischen Zerstörung eines unterirdischen Tunnels gebrochen. Menschen wurden getötet. Und dass die Tunnel (auch) der Einfuhr alltäglicher benötigter Güter in das belagerte, boykottierte Gaza dienen, wissen nur wenige Leser.
Den Raketenbeschuss auf Sederot stellt Kaufmann als die Ursache der verschärften Blockade dar. Er ist aber (auch) die Folge einer völkerrechtswidrigen Blockade, einer ungerechten menschenverachtenden Inhaftierung. Entgegen der Vereinbarung wurde die Blockade nur minimal gelockert, die lebenswichtige Strom- und Wasserversorgung der seit 40 Jahren von Israel zunehmend strangulierten Bevölkerung ständig unterbrochen.
Die Hamas "hat die Atempause nutzen wollen, um Waffen in den Küstenstreifen zu schmuggeln". Ein neutraler Berichterstatter würde fragen, wie sah es denn in der Zeit in Israel aus? Nicht nur Gideon Levy hätte diese Frage beantworten können. Hier lagen Pläne und Waffen bereit, die nur auf den richtigen Einsatztag warteten.
"Die Hasspropaganda" geht weiter. Herr Kaufmann meint die der Hamas. Die Israelhasser gibt es (und die Zahl dürfte nach dem jüngsten israelischen Schlag sprunghaft zunehmen). Es gibt (oder es gab) aber auch vernünftige, gemäßigte Kräfte. Israelis, die mit einem der "Freegaza"- Boote nach Gaza kamen, hatten, wie ich auch, die Gelegenheit mit Premier Hanije zu sprechen. Wir wissen aus seinem Mund, dass nicht Israel das Hauptproblem darstellt und schon gar nicht "die Juden", sondern die israelische Besatzung.
Darum sollten Freunde Israels auf ein Ende der Besatzung drängen, auf die Einhaltung der Menschenrechte und des Völkerrechts. Damit ist die zweite Frage Kaufmanns beantwortet. " Kann man mit der Hamas in Frieden leben? Und wenn ja, zu welchem Preis? Der Preis wird das Ende der Besatzung sein. Die erste Frage könnte Ehud Olmert mit einer Gegenfrage beantworten (auf seine Friedensausrichtung mit Syrien angesprochen), "Wie können wir es wissen, wenn wir es nicht versuchen?".
Nach zwei Tagen Bombardement (28.12.)wissen wir nicht, ob es für den Versuch zu spät ist. Dennoch sollten wir alle Kräfte aufbringen, ihn zu diesem Versuch zu bewegen und ihn bei diesem Versuch zu unterstützen. Auch das Kölner Verlagshaus könnte dazu beitragen.


Anis Online, 21.11.08, War Crimes in Gaza. Interview with Donna Wallach / Kriegsverbrechen in Gaza. Interview mit Donna Wallach
www.anis-online.de/1/ton/53.htm Anis Online, 22.08.08, Free Gaza Project Already Big Success - Israeli Responses / Free-Gaza-Projekt schon jetzt großer Erfolg - Israelische Reaktionen
www.anis-online.de/1/ton/51.htm Anis Online, 18.07.08, Is Gaza under occupation or not? Free Gaza boats about to find out more / Ist Gaza unter Besatzung oder nicht? Free-Gaza-Boote unterwegs
www.anis-online.de/1/ton/49.htm Anis Online, 01.06.08, "Before their Diaspora" - Palestine Drawings, 60 Years After/ "Before their Diaspora" - Palästina-Zeichnungen, 60 Jahre danach
www.anis-online.de/1/ton/48.htm


Anis Online, 12.05.08, Haifas Konferenz für das Rückkehrrecht und für den säkularen demokratischen Staat in Palästina. Haifa, 20./21. Juni 2008
Wortlaut: www.anis-online.de/mediendatenbank/2008/haifa.pdf


Anis Online, 10.05.08, Offener Brief an alle Fraktionen des baden-württembergischen Landtags und den Landtagspräsidenten Peter Straub von Manuela Kunkel, Palästinakomittee Stuttgart, Flüchtlingskinder im Libanon e. V., Arbeitskreis Palästina Tübingen, Verein arabischer Studenten und Akademiker Tübingen, Arabischer Kulturclub e. V., Palästinensische Gemeinde Deutschland e. V., Palästinensische Gemeinde in Stuttgart e. V., AK Nahost Pax Christi Diöezese Rottenburg-Stuttgart
www.anis-online.de/mediendatenbank/2008/briefe.htm


FAZ 09.05.2008, S. 1: "Israel läuft die Zeit davon" von Jörg Bremer
Darin Bremer über Israel: "Die Bürger- und Menschenrechte eines jeden sind garantiert. Das sieht man gerade daran, dass deren Verletzung in den besetzten Gebieten stets aufs Neue die Öffentlichkeit und die Gerichte beschäftigt." Die Menschenrechte sind also garantiert, weil sie gebrochen werden. Das ist eine interessante Logik. Tatsächlich beschäftigen die zahlreichen und zum Teil schweren Rechtsbrüche Öffentlichkeit und Gerichte, allerdings nicht mit dem Effekt, dass danach Gerechtigkeit eintreten würde.

"Israel steht im Krieg mit Islamisten und ihrem Terror" heißt es weiter, ohne dass der legitime Widerstand gegen die Besatzung und das Unrecht erwähnt werden, was die FAZ zu einer parteiischen Zeitung macht. Israel habe "keine international anerkannte Hauptstadt, keine sicheren und international verbürgten Grenzen." Das klingt so, als ob man Israel diese Dinge nicht gewähren würde. In Wirklichkeit hat Israel natürlich eine anerkannte Hauptstadt, Tel Aviv, und ist von sich aus seit Staatsgründung nicht bereit, international anerkannte Grenzen zu nennen. Angesichts der fortschreitenden Einverleibung palästinensischen Lands lässt sich daraus nur schließen, dass das israelische Staatsgebiet willentlich undefiniert bleibt, weil die Expansionswünsche noch nicht befriedigt sind. All dies verstößt gegen gültiges Recht und wird von Herrn Bremer so gedreht, als sei Israel das Opfer dieser Umstände, statt der Verursacher, wie es offensichtlich der Fall ist. Was gibt es leichtetes als zu sagen: Dies sind unsere Staatsgrenzen?

Scheinbar kritisch heißt es dann: "Auch wenn 'Juden und die Anderen' vor dem Recht gleich sind, stoßen diese arabischen Anderen überall auf Benachteiligungen, die meist nur ein Gericht aufheben kann." Mitnichten heben die Gerichte die Benachteiligungen auf. Das ist Wunschdenken von Herrn Bremer bzw. der FAZ. Arabische Israelis sind auch nicht vor dem Gesetz gleich, weil das israelische Gesetz an vielen Punkten zwischen Juden und Nichtjuden unterscheidet. Am deutlichsten wird das im Anspruch des "jüdischen Charakters" des Staates.

"Eine große Sehnsucht nach Sicherheit lähmt den Mut zum Frieden", diese Zwischenüberschrift bringt das deutsche Verständnis für Israels Gewaltpolitik auf den Punkt. "Sehnsucht nach Sicherheit", das klingt positiv, dahinter verbergen sich aber Gewalt und Rechtsbrüche, die ihrerseits oppositionelle Reaktionen auslösen.

Obwohl Bremers Kommentar an der Oberfläche Israel aufruft, mehr für den Frieden zu tun, rechtfertigen die genannten Zitate Israels Verhalten zu hundert Prozent. Man erkennt in Bremers Leitkommentar vor allem eine konsequente Weigerung, die Realität anzuerkennen, dass israelische Gewalt und israelischer Unilateralismus wesentliche Ursachen des dauernden Kriegszustands sind. - Eine Medienkritik von Anis Hamadeh


Anis Online, 09.05.08, بين الواقع والطموح ...!! المؤتمر الدولي الأول للمهندسين العرب المغتربين (On the first international summit of Arabic engineers in the West/Tunis)/ Über die erste Konferenz für die arabischen Ingenieure im Westen/Tunesien) von Jamal Karsli
www.anis-online.de/mediendatenbank/2008/briefe2.htm


Bundeszentrale für Politische Bildung, gesehen 04.05.08, Dossier Antisemitismus
http://www.bpb.de/themen/GX51KQ,0,0,Antisemitismus.html Das aus acht Antisemitismusartikeln zusammengestellte Dossier der Bundeszentrale für Politische Bildung trägt erheblich zur Unglaubwürdigkeit der Bundeszentrale bei, da der stark suggestive Begriff "Antisemitismus" auf Araber, Muslime, Menschenrechtler und andere angewendet wird. Diese werden damit in einen völlig unangemessenen Nazizusammenhang gebracht. Vor allem wird in den Artikeln ständig Judenhass mit Kritik an Israel verwechselt. Zwar scheinen radikale Autoren wie Henryk Broder inzwischen wieder aus dem Dossier entfernt worden zu sein (er wird allerdings im Vorwort zitiert), die dogmatisch-propagandistische Tendenz bleibt aber unübersehbar. Es handelt sich im Kern um ein pseudo-intellektuelles Verbreiten von unwissenschaftlichen Theorien eines angeblichen "Neuen" und eines "Sekundären" und eines "Islamischen" Antisemitismus, die so gut wie ausschließlich auf das Israel-Dogma gemünzt sind, nach dem der Judenstaat in seinem "Existenzrecht" zu töten berechtigt ist, wie er will. Diese falsch verstandene Art der Vergangenheitsbewältigung ist gefährlich antidemokratisch. Es ist nicht hinzunehmen, dass die Bundeszentrale für Politische Bildung ihre Aufgabe als neutrale Informations- und Bildungsquelle - gerade für Jugendliche ! - zugunsten von philosemitisch-zionistischen Ideologien neu definiert.


"die jüdische" 24.04.2008, Anis Hamadeh und der "große Erich Fried" von Karl Pfeifer
www.juedische.at Rubrik: Karl Pfeifer Darin: "Es war richtig den Leserbrief von Anis Hamadeh zu veröffentlichen, trotzdem er, was sonst unüblich ist, für seine eigenen Texte wirbt. Anscheinend hat er es nötig. Ich möchte hier nicht zu seinem Angriff auf Dr. Clemens Heni Stellung nehmen, doch über Erich Fried, der von Anis Hamadeh als Kronzeuge genannt wird, habe ich in der Wiener Wochenpresse, bereits am 12. Dezember 1983 folgenden Artikel veröffentlicht, der bezüglich jüdischer Antizionisten leider noch immer aktuell ist:
Solche und solche. Thomas Bernhard hat "grund- und bodenlos dahergeschimpft wie der letzte Maulaufreißer", seine Aussage, Kreisky sei "kein großer Jude.....kein guter Jude“, qualifiziert Erich Fried als "Gequatsche" und "Gewäsch" (WOCHENPRESSE Nr. 50/83). Der in London lebende Fried möchte Bernhard verbieten, "Über Kreisky als Juden" zu urteilen, denn "in Österreich (gibt es) leider noch viel Antisemitismus". Dieser Antisemitismus muß aber während dem letzten Jahrzehnt unter Kreiskys Regierung entstanden sein, erklärte dieser doch 1973, nachdem ihn eine aufgebrachte Masse als "Saujud" beschimpft und bespuckt hatte: "Es gibt heute keinen Antisemitismus mehr in Österreich. Das wird den Leuten höchstens eingeredet. Ich habe nie irgendeinen Antisemitismus verspürt". Fazit: Wenn ein Jude sich bespucken läßt und keinen Antisemitismus spürt, so ist das für Fried ein guter Jude; wer sich zur Wehr setzt, der ist ein Zionist. Den Skandal um den Ex-SS-Obersturmführer [Friedrich Peter] und seinen Beschützer Kreisky hat Fried erfolgreich verdrängt... Was motiviert einen bekannten Dichter wie Erich Fried? Klein Moritz fragte: "Warum spielst du nicht mehr mit mir?" Ilse: "Weil ihr Jesus gekreuzigt habt". Klein Moritz empört: "Das waren doch nicht wir, sondern die Kohns von nebenan". Israel und "der Zionismus" sind Frieds "Kohns". Fried schämt sich nicht, die sowjetische Propaganda vom "Alleinvertretungsanspruch der Zionisten für alle Juden" zu wiederholen und den Zionisten Martin Buber, der sich nicht mehr wehren kann, als Zeugen dafür aufzurufen, daß "die Zionisten.... nur die Lehren Hitlers beherzigt haben...." Der Libanonkrieg (1982 , Anm. der Red) hat etwas Wesentliches deutlich gemacht. In Österreich und nicht nur hier, werden die jüdischen Israelis mit jenen NS-Tätern gleichgesetzt, denen hier einst zugejubelt wurde. Aber was bedeutet das, wenn vier Jahrzehnte nach diesen schrecklichen Ereignissen in Österreich ein Bedürfnis nach einer solchen geschichtlichen Entlastung besteht, wenn dieses Bedürfnis gerade gewissen Linken in der SPÖ und in der Alternativen Liste (ALW) nicht fremd ist? Die Wörter Genozid, Völkermord, Schoa haben ihre präzise Bedeutung. Wenn österreichische Linke (und seien sie auch "jüdischer Abstammung") diese Wörter in Verbindung mit Israel und den Zionismus bringen, muß man sich darüber Gedanken machen. Ich habe schon bei Diskussionen mit Linken zu hören bekommen, daß die zionistische Politik der nationalsozialistischen recht gab. Die National-Sozialisten, die in der UdSSR hinter der Maske von "sozialistischen Humanisten" Juden diskriminieren und eine rege "Stürmer"-Propaganda entfalten, freuen sich über Persönlichkeiten wie Erich Fried, die ihre Thesen unterstützen; schließlich haben sie ja auch den Hitlerschen Antisemitismus modernisiert: Juden, die bereit sind, als Kronzeugen mitzumachen, können auf materielle Privilegien hoffen. Thomas Bernhard wagte es, Kreisky zu kritisieren, und bekam von Fried Schelte. Der Jude Fried aber veröffentlicht seine antizionistischen Ergüsse in einem "volkseigenen" Verlag in der DDR.
Ob Anis Hamadeh im Sinne der Fairness diesen Text seinen Lesern zugänglich macht?" - Kommentar Anis: Sehr geehrter Herr Pfeifer, "Fairness", tjaja. Übrigens: Wenn ich auf etwas reagieren soll, dann darf ich Sie bitten, mir zumindest eine Mail zu senden. In diesem Fall hat es zufällig mein Geheimdienst entdeckt.


"die jüdische" 21.04.2008, "'Hitler good - killed Jews'. Kai Wiedenhöfers palästinensische Freunde und die Diffamierung der Juden als die Nazis von heute" von Dr. Clemens Heni
www.juedische.at Dieser Artikel ist eine Fundgrube für die Erforschung des Antisemitismusvorwurfs. Herr Heni wirft mit derartigen Vorwürfen nur so um sich und gibt ideologische Definitionen wie: "Anti-Israelismus ist ein Teilbereich des Antisemitismus." oder: "Die Hetze gegen Israel als Apartheid-Staat ist typischer Ausdruck des neuen Antisemitismus." oder: "Israel so eindeutig mit Südafrika gleich zu setzen ist antisemitisch." Oder: "Es geht um Hass auf Israel." Am besten ist dies hier: "Der Antiisraelismus ist der Antisemitismus nach Auschwitz." Der große Erich Fried wird zum "antijüdischen Juden", weil er die Nazigräuel mit Palästina verglichen hat: "Das ist ein bekanntes antisemitisches Muster nach Auschwitz: Juden als Nazis, ein Kernbestandteil von sekundärem Antisemitismus und neuem Antisemitismus gleichermaßen."

Für Herrn Heni ist das Wissenschaft, wie er betont, und er beruft sich auf "weltweit bekannte und renommierte Anisemitismusforscher" wie Wistrich, Taguieff, Dershowitz, Adorno, auch Frau Wetzel vom Zentrum für Antisemitismusforschung an der TU Berlin. Grund für diesen verbissenen Wutausbruch sind im Wesentlichen zwei Zitate des Fotografen Kai Wiedenhöfer: "Die Arbeit ist ermüdend. Manchmal stehe ich zweifelnd morgens in meiner Wohnung, vier Stockwerke über der Omar Muchtar, der Hauptstraße im Zentrum Gazas. Mein Blick wandert über das betongraue Häusermeer: Kenne ich das alles nicht in- und auswendig? Muß ich mir jeden Tag den gleichen Unsinn antun? Zum x-tenmal höre ich 'Hitler good, killed Jews' , weil die eingepferchten Palästinenser nicht über den Zaun ihres Homelands Gaza schauen können." Und: "Fast alle Juden des Dorfes wurden im Holocaust ermordet, nur der Friedhof und eine Gedenktafel am Platz der Synagoge erinnern noch an sie. Hätte es den Massenmord nicht gegeben, würde Ofer vielleicht in diesen Morgenstunden im Hörsaal einer deutschen Universität sitzen, statt palästinensische Ausweise zu kontrollieren."

Dazu - vor allem zum ersten Zitat - meint Herr Heni allen Ernstes und völlig überdreht: "Für Wiedenhöfer sind also die Juden selbst schuld, dass sie heute mit Nazis verglichen werden und Hitler gelobt wird für den Holocaust. Er analysiert überhaupt nicht islamischen und arabischen, zumal palästinensischen Antisemitismus, wie es ein Forscher tun würde. Er nimmt ihn einfach so auf in seinen Alltag und projiziert die Schuld einzig und allein auf die Juden und Israeli." - Was Clemens Heni da alles hineininterpretiert! Und bekämpfen will. "Politischer Extremismus" sei das: "In schuldprojektiver, geradezu paradigmatischer Art und Weise werden bei Wiedenhöfer die Juden zu Tätern." Ich habe selten so etwas Verbissenes und Absurdes gelesen. "Der Fotograf und Texter generiert antiisraelische und antisemitische Ideologeme." Alles klar! Auch Ludwig Watzal wird in diesem Zusammenhang bezichtigt.

Heni: "Wer so argumentiert und solche palästinensischen Judenhasser, seien es Erwachsene, Alte, Kinder oder Teenager, nicht kommentiert und bekämpft, hat aus Treblinka und Babi Yar, Chelmo und Auschwitz nichts gelernt." Bekämpfen soll man die "palästinensischen Judenhasser", als seien sie Nazis. Sie sind aber nicht die Nazis. Hier werden zwei Geschichten zusammengeschoben, die miteinander nichts zu tun haben. Es sind Nazi-Ersatzkämpfe auf Kosten der Palästinenser und Menschenrechtler, und sie werden von den Medien wie "Die Jüdische" aus Österreich und in der Politik manchmal unterstützt. Das ist ein ebenso gefährliches wie nutzloses Unterfangen.

Heni über Wiedenhöfer: "Das wird auch dadurch deutlich, dass er eine Internetseite bei Anis online, Anis Hamadeh, einem bekannten deutsch-palästinensischen Antizionisten, eingerichtet hat http://www.anis-online.de/1/rooms/kai.htm". - Nun, ich habe diese Seite eingestellt, nicht Kai. Über mich schreibt Heni: "Anis online dagegen möchte demnach lieber ein Antisemit sein, wenn er 'Philosemit' so aggressiv negativ konnotiert." Ein schönes Outing dualistischen Denkens: Wenn du nicht Philosemit, dann du Antisemit. Ist Rassismus jetzt Pflicht, oder wie?

Herr Dr. Clemens Heni soll ja auch für "Die Welt" schreiben. Eine genauere Analyse seines Konglomerats scheint angebracht. In den nächsten Wochen werde ich dazu die Zeit nicht finden, aber ich komme darauf zurück. Auch "Die Jüdische" sollte ich mir mal genauer ansehen. Auf den ersten Blick scheint es ein reines Kampfblatt zu sein mit einem Anteil von etwa 79 % Antisemitismus-Artikeln der plumpesten Art. In der Selbstbeschreibung aber steht: "'die jüdische' ist der Versuch, jüdisches Leben und alles zu Israel im pluralistischen Kontext darzustellen." Vielleicht eine Art von Entführung. Herausgeber ist ein Herr Samuel Laster. Derweil möchte ich auf die aktuellen Texte "Frieden mit den arabischen Nachbarn machen. Rezension von 'Israels Irrweg. Eine jüdische Sicht.' von Rolf Verleger" sowie Pressezeit (6): Jüdische Zeitung hinweisen. Eines noch: Liebe Redakteure und Journalisten, wenn Sie Anis Online zitieren, schreiben Sie bitte "Anis Online" und nicht "Anis online" oder "Anis-online" oder dergleichen. Vielen Dank.

PS: Die Jüdische veröffentlichte diesen Leserbrief dankenswerterweise unter http://www.juedische.at/TCgi/_v2/TCgi.cgi?target=home&Param_Kat=49&Param_RB=54&Param_Red=9754


Tagesspiegel, 05.04.08: Antisemitismus: Juden protestieren bei Schäuble. von Frank Jansen
Siehe den Kommentar und den Link unten. Die Überschrift ist vom Tagesspiegel seit gestern geändert worden in: "Antisemitismus: Juden protestieren bei Schäuble". Das ist plakativer und eignet sich zur Stimmungsmache noch besser als "Jüdische Institutionen". Glückwunsch, Tagesspiegel! Auf der entsprechenden Website wurde der Kommentar unten offensichtlich abgelehnt, ich habe ihn dort gepostet. Ich dachte, dafür sei die Kommentarseite da.


Tagesspiegel, 04.04.08: Antisemitismus: Schäuble soll gegen Nahostexperten vorgehen. Jüdische Institutionen aus Deutschland und Österreich fordern die Entlassung eines Redakteurs der Bundeszentrale für politische Bildung. Der Vorwurf: antisemitische Stimmungsmache. In ihrem Bemühen wenden sich die jüdischen Einrichtungen direkt an Innenminister Schäuble. von Frank Jansen
www.tagesspiegel.de/politik/deutschland/Antisemitismus;art122,2506906 Darin: "Der Vorwurf lautet, knapp zusammengefasst: antisemitisch eingefärbte Agitation gegen Israel. Es geht um Ludwig Watzal, der sich seit Jahren mit dem israelisch-palästinensischen Konflikt befasst, seit 1986 als Redakteur für die BPB-Zeitschrift 'Aus Politik und Zeitgeschichte' schreibt und zudem privat fleißig publiziert. (...) Watzal bediene 'allseits bekannte antisemitische Klischees', ärgert sich der Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, Stephan J. Kramer, in seinem Brief an Schäuble, dessen Ministerium die BPB zugeordnet ist." - Anis' Kommentar: Wieder einmal gehen Zionisten und Philosemiten gegen Menschenrechtler vor. Der Antisemitismusvorwurf machts möglich. Er dämonisiert Kritiker und ist in den Händen von parteiischen Gruppen und Einzelnen. Während die taz sich am 25.03. ("Jagt den Watzal") einer neutraleren Sichtweise verschrieb, gibt der Tagesspiegel den "jüdischen Institutionen" viel Gewicht, die mit ihrem Totschlagargument die deutsche Öffentlichkeit manipulieren und den Militärstaat Israel unterstützen. Ludwig Watzal ist ein gewissenhafter Journalist, den ich seit Jahren persönlich kenne. "Antisemitisch eingefärbte Agitation gegen Israel" ... Man sieht schon an der Sprache, welcher Geist hinter solchen Beschuldigungen steckt. Solange sich Israel prinzipiell dem Recht verweigert und es Menschenrechtsverletzungen im Namen der Juden ausführt, ist jeder Antisemitismusvorwurf hartnäckig zu prüfen ... und zwar nicht von befangenen Instanzen. Man bedenke auch, dass JEDER, der sich öffentlich für die Rechte der Palästinenser einsetzt, von jemand anderem "Antisemit" genannt wird. Es liegt weitgehend im Ermessen von Medien und Politikern, diese Vorwürfe aufzugreifen und so lange zu verbreiten, bis sie zum Diskursausschluss reichen. (Siehe dazu die Studie zum Antisemitismusvorwurf unter www.anis-online.de/1/essays/14.pdf) Wann erscheinen in der deutschen Presse die ersten Artikel über philosemitische Stimmungmache?

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Studie "Der Antisemitismus-Vorwurf in kritischer Betrachtung"

Die Medienschau Nahost ist 2001 aus den Statements hervorgegangen. Die Einträge der Medienschau betreffen meistens Zeitungsartikel von der tageszeitung (taz), der Süddeutschen Zeitung (SZ), der Frankfurter Rundschau (FR), Seiner Majestät dem SPIEGEL, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ), dem Tagesspiegel (Tsp), der Welt, der ZEIT, der Bild, der jungen Welt (jW), dem Freitag, dem Neuen Deutschland (ND), Haaretz und der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ). Außerdem führt die Medienschau Nahost alle Neuveröffentlichungen auf Anis Online auf, die zum Thema gehören. Beim Relaunch 2006 wurden tote Links entfernt, umgeleitete neu verlinkt und solche, die zu kostenpflichtigen Archiven leiten, wurden deaktiviert, aber zitiert. Auch zu anderen Zeitungen sowie zu Medien wie Onlineportalen, Radio- und TV-Sendungen gibt es hier Kommentare und Analysen. Die meisten Texte sind auf Deutsch, einige auf Englisch. Geschrieben und gesammelt sind sie von Anis Hamadeh, dazu kommen einige Gastbeiträge, die per Email hereinkommen. Im Rahmen eines Medienbüros ist es möglich, die Datenbank systematisch zu erweitern. Vielleicht ergibt sich das einmal. Die Medienschau Nahost ist so aufgebaut, dass frühere Jahre leicht nachträglich gefüllt werden können. Ziel ist es, zu Dokumentationszwecken eine umfassende Datensammlung vorwiegend aus der Tagespresse zu erstellen.
 
Redaktion: Anis Hamadeh in Mainz. Programmierung: Anis Hamadeh; Anis ist nicht verantwortlich für den Inhalt fremder Internet-Seiten.
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