home   english   sitemap   galerie   artclub   orient online   jukebox   litbox   termine   shop   bambus   1000 steine
musik literatur journalismus bilder
BARSACH

Hans Wehr: Scheidewand, Schranke; Zwischenraum, Trennung; Landenge, Isthmus; Meerenge

Hartmut Fähndrich im Nachwort der Übersetzung von Ibrahim al-Koni "Goldstaub. Roman aus Libyen" 1999."(...)Der mehrfach erwähnte Barsach, jener Zwischenbereich zwischen Leben und Tod, ist ein im Koran dreimal erwähnter Begriff. Er bezeichnet eine Schranke, die die Menschen hindert, ins Leben zurückzugehen und sie zwingt, auf den Jüngsten Tag zu warten. In "Goldstaub" ebenso wie in "Blutender Stein" bezeichnet das Wort einen Zustand, von dem aus die Rückkehr zum Leben möglich ist."

Koran: A - 23:100 (al-mu'minun) - B - 25:53 (al-furqan) - C- 55:20 (ar-rahman)

A: la lla a malu salihan fima taraktu kalla innaha kalimatun huwa qa'iluha wa-min wara'ihim barzahun ila yaumi yub atuna

Henning: Auf dass ich Gutes tue, was ich unterließ"- "Keineswegs!" Siehe, dies ist das Wort, das Er spricht. Und hinter ihnen ist eine Schranke bis zum Tag, da sie erweckt werden.

Paret: Vielleicht werde ich (dann bußfertig sein und) im Rahmen dessen, was ich (im Diesseits) hinterlassen habe (?), tun, was recht ist.' Nein! Das sind (nur leere) Worte von ihm (w. Das ist ein Wort, das er sagt). Hinter ihnen (d.h. den Verstorbenen) ist eine Schranke (die ihnen den Rückweg ins Leben verwehrt) bis zu dem Tag, da sie (allesamt vom Tod) erweckt werden

B: wa-huwa lladi maraga l-bahraini hada  adbun furatun wa-hada milhun ugagun wa-ga ala bainahuma barzahan wa-higran mahguran

Henning: Und Er ist's, der die beiden Wasser losgelassen hat, das eine süß und frisch, das andre salzig und bitter, und zwischen beide hat Er eine Scheidewand gemacht und eine verbotene Schranke.

Paret: Und Gott (w: er) ist es, der die beiden großen Wasser hat strömen lassen, - das eine, das süß ist und frisch schmeckt, und das andere, das salzig ist und (auf der Zunge) brennt, -und (der) zwischen beiden eine Schranke und ein 'verwehrt und verboten (?) gesetzt hat (so dass die Bereiche des Süß- und Saltwassers gegeneinander abgetrennt bleiben).

C: (19:) maraga l-bahraini yaltaqiyan (20:) bainahuma barzahun la yabgiyan

Henning: Losgelassen hat er die beiden Wasser (das süße und das salzige), die sich begegnen. (20) Zwischen beiden ist eine Schranke, die sie nicht überschreiten.

Paret: Er hat die beiden großen Wasser (d.h. das Süßwasser und das Salzwasser) strömen lassen, die (an der Mündung der Flüsse ins Meer) zusammentreffen, 20 zwischen denen aber eine Schranke liegt, sodass sie sich (gegenseitig) keine übergriffe erlauben

Sogyal Rinpoche (22.Aufl.1999): Das Tibetische Buch vom Leben und vom Sterben. Mit einem Vorwort des Dalai Lama (S.26): "Mit dem Wort "Bardo" wird gewöhnlich ein bestimmter Zwischenzustand bezeichnet, nämlich der Zeitraum, der zwischen Tod und Wiedergeburt liegt. In Wirklichkeit aber finden Bardos kontinuierlich sowohl im Leben als auch im Tod statt. Es sind Momente, in denen es eher als sonst möglich ist, zur Befreiung oder Erleuchtung zu gelangen."