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SUPERMAN UND DER BLAUE PLANET
bambus # 237 - anis 12.10.04

eines tages - in einer zeit der schrecken und des organisierten verbrechens - kam zufällig ein kleiner junge - vom planeten krypton auf die erde - bei seinen gasteltern lernte er fliegen - und durch wände sehen - seine körperkraft war unvergleichlich - und er sah auch noch gut aus - lange lebte er zufrieden in metropolis - in einer zweizimmerwohnung mit room-service - er saß an seinem schreibtisch - und legte patiencen - bis die rote lampe leuchtete - dann zog er blitzschnell das kostüm an - und flog durch das fenster - zum ort des geschehens -- es war an einem dienstag morgen im herbst - als superman überraschend ins rathaus gerufen wurde - zwei sekunden später fand er sich vor dem büro des bürgermeisters ein - wie verabredet - doch war die tür verschlossen - durch die tür sah superman - wie sich der bürgermeister die krawatte umband - und die hosen wechselte - fünf minuten später kamen - einige ernst blickende beamte - mit halbmondbrillen - und aktenordern - den flur herauf - sie grüßten superman - und der bürgermeister öffnete von innen die bürotür - "es gibt da ein problem" - sagte die stadträtin - als alle am riesigen mahagoni-tisch platz genommen hatten - darauf folgte eine lange pause - superman blickte sie an - konnte aber ihre gedanken nicht sehen - er sah nur - dass sie opernkarten in der innentasche des anzugs hatte - "die sache ist die" - meinte dann der herr von der gesundheitsbehörde - "dass die bevölkerung - gefühle von minderwertigkeit bekommt - wegen deiner superkräfte" - "ja" - ergänzte die kultursenatorin - "diese kraft - diese anmut - und geschwindigkeit - du bist allen überlegen - das ist schwer erträglich" - "genau" - fuhr der bürgermeister fort - "deine teilnahme an den olympischen spielen - hat viele geärgert - auch die medien - haben keine lust mehr - auf heldengeschichten - personenkult nennen die das inzwischen" - superman war schockiert - das hatte er weder gewusst noch gewollt - "na ja" - es war lois lanes stimme von der anderen seite des tisches - "ehrlich gesagt finde ich auch das kostüm - etwas angeberisch - und infantil - weißt du - eigentlich brauche ich dieses ganze superman-zeug gar nicht - du musst mir auch nichts beweisen" - sie zündete sich eine zigarette an - da entschuldigte sich superman für einen moment - und flog zu seiner festung - im ewigen eis - er schlenderte durch das museum mit den trophäen - und betrachtete die exponate - manchmal lächelte er gedankenverloren - als er zurückkam - drückte seine ex-freundin die zigarette im aschenbecher aus - "und wie soll es nun weitergehen?" - fragte superman - "werde einfach wieder normal" - sagten alle zusammen im chor - "so wie wir" - aber das wollte superman nicht - er hatte lange trainiert und war jetzt nicht einverstanden - "denkst du nicht - dass du etwas egoistisch bist?" - fragte lois - "möchtest du denn - dass es uns schlecht geht wegen dir?" - nun war superman verunsichert - er ging in seine wohnung zurück - und dachte nach und dachte nach - vielleicht hatten die leute recht - er brach die rote lampe vom schreibtisch ab - legte seine patiencen - und alle lebten glücklich und zufrieden