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DIE JUNGS: DIE AUSSPRACHE
Staffel 2/4 - Anis 13.04.03

Heinz: Das kann ja wohl alles nicht dein Ernst sein!
Helmut: Jetzt reg dich bitte nicht so auf! Ich habe dieses Treffen nicht arrangiert, damit du mich sofort nieder machst.
Heinz: Und was hast du denn erwartet? Blumen?
Helmut: Ich mach mir nicht viel aus Blumen. Jetzt genieß doch erst mal die frische Meeresluft.
Heinz: Anstatt sich in der Stadt zu treffen! Aber nein, Mister Bond braucht eine Abenteuerkulisse. Wo sind eigentlich die Kameras?
Helmut: Da hinten auf dem Hügel.
Heinz: Das sollte nur ein Witz sein!
Helmut: Ja nee, das ist gar nicht so weit hergeholt. Siehst du die Antenne da hinten oben? Das sind die Dänen.
Heinz: Die Dänen??
Helmut: Ja, das wechselt. Letzte Woche waren es die Polen und nächste Woche die Engländer und danach die Niederländer. Wir haben Schleswig-Holstein in Sektoren aufgeteilt und hier sind heute die Dänen dran.
Heinz: Und was machen die da?
Helmut: Nix. Nur kucken. Da ist nichts dabei.
Heinz: Aha. Und die Amerikaner?
Helmut: Ach so, die Amerikaner selbst haben zu viel zu tun.
Heinz: Oh, die Amerikaner "selbst".
Helmut: Glaubst du, die würden sich für diese Einöde interessieren? Hier gibt es ja nicht mal Massenvernichtungswaffen.
Heinz: Ja, noch nicht.
Helmut: Genau!
Heinz: Was genau?
Helmut: Genau das habe ich auf der Bürgerwehrversammlung auch gesagt.
Heinz: Bürgerwehr??
Helmut: Ja, wir wollen darüber nachdenken wegen der Abschreckung.
Heinz: Bei mir hat die Abschreckung schon funktioniert. Ich gehe.
Helmut: Jetzt warte doch mal!
Heinz: Helmut, das ist nicht in Ordnung und gibt einen Riesenärger.
Helmut: Überhaupt nicht!
Heinz: Du hast aus unserer Wohnung ein Waffenlager gemacht.
Helmut: Jetzt übertreib nicht!
Heinz: Ach nein? 16 Schnellfeuergewehre!
Helmut: Die liegen da nur übergangsweise.
Heinz: 8 Kisten mit Granaten.
Helmut: Ja okay.
Heinz: Jede Menge Kleinkaliberwaffen.
Helmut: Das ist alles handelsübliche Ware.
Heinz: Und dann dieses Ding, das man erst zusammenbauen muss.
Helmut: Das ist ein Flugabwehrgeschütz.
Heinz: Und ich weiß nicht, was noch alles.
Helmut: Diese Kanister ...
Heinz: Was für Kanister?
Helmut: Ich weiß nicht, was da drin ist, aber ich soll damit vorsichtig sein.
Heinz: Oh Helmut, das fliegt alles auf, Mann.
Helmut: Wohin soll das denn auffliegen? Mann, da passiert nix. Das muss uns alles nicht mehr interessieren. Da sagt keiner was.
Heinz: Und wieso?
Helmut: Terrorismusbekämpfung plus amerikanische Freundschaft.
Heinz: Unglaublich ist das! Früher haben sie es wenigstens noch deutsch-amerikanische Freundschaft genannt, jetzt ist es nur noch amerikanische!
Helmut: Die Zeiten ändern sich. Aber ist doch egal. Hauptsache Freundschaft.
Heinz: Das Problem ist, dass ich nicht ewig bei Fiona wohnen kann.
Helmut: Probleme? Hee, es gibt so etwas wie Probleme nicht mehr, okay? Na los, komm wieder zurück in die Wohnung, Mann.
Heinz: Nee nee, alleine dieses Poster!
Helmut: Habe ich schon abgehängt. Du wirst nichts Auffälliges mehr bemerken.
Heinz: Ja, außer dem Auto.
Helmut: ... und ein zwei anderen Details vielleicht. Aber dafür gibt es auch Annehmlichkeiten.
Heinz: Oh Gott, Helmut, dein Vokabular!
Helmut: Also gut. Ich kann auch eine andere Wohnung für dich mieten. Ich will echt nicht, dass du jetzt auf der Straße landest.
Heinz: Jaha, das hättest du zu verantworten!
Helmut: Ja, ist ja gut. Und dann könntest du auch positiv auf mich einwirken und das alles.
Heinz: Kanister!
Helmut: Mein Gott! Es gibt nun mal sensible Posten. Irgendwo müssen die ja hin.
Heinz: Ja, in unsere Wohnung! Oh Mann.
Helmut: Na los.
Heinz: Was soll ich sonst auch machen? Ich muss ja irgendwo schlafen.
Helmut: Ich werde persönlich darüber wachen, dass du von Problemen jeglicher Art verschont bleibst.
Heinz: Wir werden es versuchen.
Helmut: Das wird ganz sicher klappen! Bis heut' Abend dann, ciao! (20.02.2008)