DER FISCHER UND DAS LICHT
bambus # 199 - anis 28.12.01
es war einmal ein fischermann - der ging auf hohe see - er fuhr mit seinem fischerkahn - bei sonne und bei schnee - sein fang war meist bescheiden - er konnte grad vermeiden - am hungertuch zu nagen - doch liebte er die frische luft - und wollt sich nicht beklagen - nur seine frau war ausgebufft - das konnte man so sagen - die isabell so hieß sie nämlich - fühlte sich ganz arm und grämlich - wollte nicht zufrieden sein - und so fragte sie den mann - ob er nicht was ändern kann - die welt sei ihr zu klein - da grübelte der fischermann - und stieg in seinen fischerkahn - er wusste keinen rat - und wenn die isabell ihn noch - so innig darum bat - und doch - das schicksal will dass wir verstehen - wir uns nicht im kreise drehen - und es schickt uns zeichen - soll das unglück weitergehen - oder soll es weichen? - können wir das zeichen sehen? - wird der glaube reichen? - der fischer warf die netze aus - sein leib war voller fragen - die sache lag ihm schwer im magen - seine frau saß jetzt zuhaus - und musste sich so plagen - ach buttche buttche gibt es dich - dann zeig mir bitte dein gesicht - so sprach der fischer, mehr zu sich - und sowieso, der fisch kam nicht - stattdessen sah der mann ein licht - ein schimmern nur in einer flasche - dicht bei seinem kahn - er nahm die brille aus der tasche - na da sieh mal einer an! - und was kann das nur sein? - er zog die flasche aus dem meer - sie war auch nicht besonders schwer - und sah darin das licht - erklären konnte er - das phänomen - nach bestem wissen nicht - wie konnte das denn gehen - bei sauerstoffverzicht? - weil die neugier an ihm nagte - und er allgemein was wagte - machte er die flasche auf - schicksal geh nur deinen lauf - was wird nun geschehen? - lass es mich verstehen! - eine flamme stieg empor - ganz fein und herrlich warm - sodass er jede angst verlor - und jeden zorn und gram - er ging damit zu isabell - da wurde es im haus ganz hell - und alles leid verschwand - so wie von zauberhand - die isabell war fasziniert - als sie es erst verstand - sie tanzte wie elektrisiert - jugendlich elegant - sie seufzte vor zufriedenheit - und konnt es gar nicht fassen - dies kleine licht, du liebe zeit - wird uns doch nicht verlassen? - was denkst du wohl mein fischermann - wie lange wirds so sein? - da sah der mann die flamme an - und deren heller schein - war relativ geschrumpft - entzog sich der vernunft - die isabell begann zu schrein: - mein lichtlein fein - so bleib mir treu - damit ich mich an dir erfreu! - und schon wurds wieder groß - und leuchtete famos - verströmte kraft und segen - so wie ein guter regen - ein nie gekanntes glück - man wollte nie zurück - die fischerfrau sah in das licht - sie traute ihren sinnen nicht - spielt jemand mir hier einen streich? - ist es vielleicht ein wahn? - die flamme reagierte gleich - sie wurde klein und zahm - da fiel der mann ihr in den arm: - so glaub doch nur daran! - es schrumpft nur wenn du bangst - so höre nur auf deinen mann! - doch sie sie hatte angst - ach geh doch nicht - ach bleib doch nur - du schönes licht - aus der natur - aber das licht war schwach - trotz allem weh und ach - da weinte sie ganz herzerweichend - ihre sehnsucht nicht erreichend - so als hätt man sie verdroschen - da war dann das licht erloschen - nein! schrie noch der fischermann - wir waren schon so nahe dran - doch meiner frau der isabell - ging das alles viel zu schnell - und die moral von der geschicht - vom fischermann und seinem licht - ist hoch spirituell
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