DER PRINZ AUF DER MELONE
bambus # 190 - anis 13.11.01
es war einmal zur winterzeit - als ein prinz - in ein bergdorf kam - mit seinem kleinwagen - er war auf dem weg zum schloss - hinter den sieben bergen - doch war das schneetreiben so stark geworden - dass er nicht weiterkam - so ging er zum wirtshaus - und bestellte ein zimmer -- als er seinen namen - in das buch geschrieben hatte - fragte ihn der wirt - wohin sein weg denn führen würde - und der prinz sagte - er wolle zum schloss - um weihnachten dort mit seiner familie zu verbringen - aber der wirt glaubte ihm nicht - und so sagte er zu seiner frau: - "leg heute abend eine haselnuss - unter seine matratze - wenn er wirklich ein prinz ist - wird er sie sicher bemerken" -- als der prinz am nächsten morgen - zum frühstück kam - fragte man ihn - wie er geschlafen habe - und er antwortete - dass seine nacht ganz vorzüglich war - da kicherten der wirt und seine leute heimlich - "nun will ich etwas tun" - sagte er nach dem essen - und der wirt meinte - es gebe viel winterholz - im schuppen - und wenn der prinz lust habe - könne er es hacken -- der prinz überlegte und stimmte dann zu - denn er wollte nicht den ganzen tag herumsitzen - so ging er zum schuppen - und hackte holz - an der frischen luft - die diener sahen ihn durch die scheibe - und lachten: - "das soll ein prinz sein? - anstatt den anderen befehle zu geben - und sie für sich arbeiten zu lassen - macht er sich die hände schmutzig! - so etwas tut doch kein prinz!" - doch davon merkte der prinz nichts - denn er hackte gerne holz - er hörte little richard - aus seinem walkman - und genoss den tag -- müde ging er am abend ins bett - die wirtsfrau hatte dieses mal - einen apfel unter seine matratze gelegt - und als er zum frühstück kam - fragten sie ihn - ob er wieder gut geschlafen habe - "wie ein könig" - sagte der prinz - und alle grinsten - da nahm die tochter des wirts - ihn mit in den stall - um ihm die tiere zu zeigen - und der prinz staunte - über all die tiere - wie sie da standen - und streichelte sie - da fragte er die wirtstochter - ob sie einen kuss von ihm möchte - denn sie war von sehr schöner gestalt - aber die tochter meinte - ihr gehe es nicht so gut - weil sie gerade ihre tage habe - und ob er nicht lieber - für sie die tiere füttern - und den stall saubermachen wolle - weil sie plötzlich sehr schwach würde - da ließ er sich überreden -- am abend legte die wirtsfrau ihm - eine melone unter die matratze - doch der prinz war so müde - dass er nichts bemerkte - so schlief er selig ein -- am nächsten morgen - waren die straßen frei - und der prinz fuhr zum schloss - der könig hatte bereits - aus dem internet erfahren - dass sich das ganze land - über den prinzen auf der melone - lustig machte - und war sehr wütend - "ach vater - lass doch die leute - die haben doch nix" - sagte der prinz - aber der könig war richtig sauer - er schickte sofort - seine b-52-bomber in das kleine bergdorf - und ließ die bomben fallen - bis alles zerstört war - die menschen mussten fliehen - und barfuß durch den schnee laufen - auch der wirt mit seiner familie - sie waren gerade fast in sicherheit - als sie von einer streubombe getroffen wurden - nichts blieb von ihnen übrig -- der könig ging durch das schloss - und war zufrieden - der prinz aber war traurig - denn er hätte das kleine mädchen - gerne mit ins schloss genommen - und geheiratet - so wie in anderen märchen - war sie doch sehr anmutig und lieblich gewesen - aber der könig besorgte ihm eine bessere frau - aus einem anderen dorf - die war immer nett zu dem prinzen - und legte ihm auch nie - melonen unter die matratze
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