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DIE JUNGS: DEMUT
Staffel 1/4 - Anis 22.10.01

Helmut: Du Heinz sag mal ...
Heinz: Was?
Helmut: Du kennst dich doch jetzt mit diesem Bahai-Glauben schon ganz gut aus, oder?
Heinz: Naja geht so. Ich bin ehrlich gesagt mit dem Persischen noch nicht viel weitergekommen.
Helmut: Wie ist das eigentlich bei den Bahais, wenn einer mal aus Versehen Scheiße gebaut hat?
Heinz: Ach so, ich verstehe, du meinst wegen ...
Helmut: Nee nee, ich frag bloß mal so allgemein. So interessehalber. Was sagt denn Bahaa-Ullah zu dem Thema?
Heinz: Tja also, er sagt, dass die Welt der Sterblichkeit eine Welt der Widersprüche und der Gegensätze ist.
Helmut: Aha aha, das klingt ja schon ganz gut. Und angenommen, jemand hätte in dieser Welt der Widersprüche und der Gegensätze einen Fehler gemacht. Wie gehts dann weiter?
Heinz: Du hast die alte Zickmeier totgefahren!
Helmut: Mann, halt doch dein blödes Maul, du Mistbock!
Heinz: Hast ein schlechtes Gewissen, was?
Helmut: Mann, was soll ich machen?
Heinz: Kannst nachts nicht richtig einschlafen, wie?
Helmut: Sag mir einfach, was ich jetzt tun soll.
Heinz: Oh ich denke, es war schon mal ein guter Anfang, mich einen Mistbock zu nennen.
Helmut: Ja, tut mir leid. Ist mir so rausgerutscht.
Heinz: Verstehst du, es ist deine ganze Einstellung zu den Dingen.
Helmut: Okay sag.
Heinz: Wie sag? Ich rede doch mit dir. Hörst du nicht zu, oder was?
Helmut: Doch doch, Schuldigung.
Heinz: Was dir fehlt, ist Demut.
Helmut: Demut?
Heinz: Ja natürlich.
Helmut: Was' das denn?
Heinz: Mensch, wenn man sich darüber klar ist, dass andere Leute auch ein Recht auf Leben haben, genau wie man selbst. Wenn man sich darüber bewusst ist, dass man nur ein ganz kleines Sandkörnchen auf Gottes Erden ist und gar nicht so wichtig, wie man normalerweise glaubt.
Helmut: Ja, das ist gut, das will ich. Kann man das irgendwo lernen?
Heinz: Du kannst ja mal in der Universität nachfragen.
Helmut: In der Universität, ja, das ist gut.
Heinz: Manchmal bieten die Theologen Kurse darüber an.
Helmut: Theologen, wow.
Heinz: Aber du kannst das auch im Alltag üben.
Helmut: Wo, hier meinst du? Einfach so?
Heinz: Natürlich. Du kennst doch den Spruch: "Seid nett zueinander", oder?
Helmut: Ja und?
Heinz: Ja, versuchs mal damit.
Helmut: Du meinst nett sein?
Heinz: Ja, ist doch mal eine interessante Abwechslung.
Helmut: Och ich weiß nicht, ob ich darauf jetzt grade Bock habe.
Heinz: Die Zickmeier hatte ja übrigens einen Sohn in Düsseldorf, wusstest du das eigentlich?
Helmut: Du Dämlack!
Heinz: Demut!
Helmut: Demut, ja klar. Ist schon okay.
Heinz: Na also. Oh es hat geklingelt, das wird Fiona sein. Kannst du schon mal Kaffeewasser aufsetzen?
Helmut: Wieso ich?
Heinz: Düs-sel-dorf.
Helmut: Ja ja, ich geh ja schon.
Heinz: Dass die schon wieder so früh ist! Na hallo, Fiona, mein Knusperstern. Kaffee ist gleich fertig. Hast du schon das neue Poster im Wohnzimmer gesehen? Ja, George Bush. Gibts jetzt bei Mac-Donalds. Setz dich doch.
Helmut: So, hier sind schon mal die Tassen.
Heinz: Weißt du, bei Fiona und mir herrscht ein sehr ausgeglichenes Verhältnis.
Helmut: Ja, weil du ein Weichei bist.
Heinz: Düs-sel-dorf.
Helmut: Äh okay, ich habs gemerkt.
Heinz: Wir haben das nämlich bei uns so geregelt: Ich bin der Boss und mein süßer Zuckerspatz hier trifft dafür alle Entscheidungen. Stimmts Fiona?
Helmut: Ja, das klingt sehr demütig.
Heinz: Ey, machst du dich jetzt lustig über unser Glück oder was?
Helmut: Nö, überhaupt nicht. Ich kann so was gar nicht. Und ihr seid also immer nett zueinander was?
Heinz: Ja klar.
Helmut: Mmh klar, weil sie die Pantoffeln anhat.
Heinz: Mistkerl!
Helmut: Demut.
Heinz: Was?
Helmut: Wir wollten doch demütig sein.
Heinz: Ach ja, nun hätte ich das fast selbst vergessen. Ach Mann, Fiona, das kitzelt. Hör doch mal auf damit. Ey!!!
Helmut: Du bist der Boss, was?
Heinz: Mensch Fiona, das nervt. Geh mir mit dem Wattestäbchen aus dem Ohr raus. Mann, das machst du immer!
Helmut: Jetzt seid endlich nett zueinander. Ihr Blödköpfe!