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DIE MURÄNE MAGDALENE
bambus # 93 - anis 10.03.01 - die meerevolk-saga part 3

die muräne magdalene war ein böser fisch - wer sich zu ihr hin verirrte, kam auf ihren tisch - sie war lang wie eine schlange - machte allen angst und bange - hatte viele spitze zähne - saß im schaukelstuhl mit lehne - unten im korallenriff -- einmal kam ein handelsschiff - und sank in die tiefe - und die magdalene griff - sich sofort den fahrzeugbrief - und ne ladung diamanten - die ihre fünf boten fanden - sie erkannten - schnell den wert der beute - und die schiffsbesatzungsleute - hatten keinen lebensfunken - denn sie waren längst ertrunken - so ließen die boten - die toten - und rannten - mit den diamanten - an einen sicheren platz -- die muräne magdalene - sägte grade sägespäne - plötzlich hörte sie den satz: - die diamanten sind nun da - wir gründen eine mafia! -- und magda war - ganz außer sich - jetzt hab ich alles nur für mich - so dachte sie heimlich für sich - für andre bin ich widerlich - doch kümmert mich das wirklich nicht - dort hinten baue ich ein kino - drüben noch ein spielcasino - den meeresgott werd ich bestechen - die kleinen fische leicht zerbrechen - an den feinden mich dann rächen - das will ich hiermit versprechen - nichts ist doch so wunderbar - wie ne meeres-mafia! -- die muräne magdalene - schlängelte sich in die szene - kaufte sich coole klamotten - trieb sich rum in dunklen grotten - kaufte sich ein schießgewehr - damit schoss sie ungefähr - vierundsechzig mal - einmal traf sie max den lachs - und einmal karl den wal -- magda war ne qual - doch niemand haute auf den putz - selbst die konsumenten-enten vom küstenverbraucherschutz - verloren keine träne - über die art der muräne - und sagten: sie gab uns das kino - und auch noch das spielcasino - für die bekämpfung der kriminalität - ist es ohnehin zu spät - man hat sich schon daran gewöhnt - natürlich gilt es als verpönt -- derweil im casino - stand fino bambino - der scampi aus rom - in der blackjack-ecke unter strom - am roulette-tisch saß babette der ballettfisch - sie trank ein grünliches gemisch - aus algensherry mit seehund-harry - und puschel - der kuschligen muschel - die sagte: pass bloß auf, sonst fallen - wir alle in die korallen -- am einarmigen banditen - saß fiete, die flunder - und hielts für ein wunder - sie war eine niete - doch heute, da hatte sie glück - da war sie so platt wie entzückt - sie bestellte - für viel geld - schnittchen mit kaviar - und zwar gleich ein paar -- da kam die muräne magda - und sagte: okay, ist ganz klar - ich nehme dich mit in die mafia! - dein erstaunliches glück - hilft uns ein ganzes stück -- und so geriet die niete fiete - in die gebieterischen klauen - der bösesten aller meeresfrauen - die schuf sich ein imperium - und brachte viele fische um -- schiffbruch und matrosenbeine - magda und die edelsteine - sie war unbekannt verzogen - handelte mit aquadrogen - hat die halbe welt betrogen - und den meeresgott belogen - keine zeitung schrieb darüber - weil sie dachten, es sei klüger - (die muräne - hat spitze zähne) -- jeder erfuhr es dann haargenau - auch die kleine meerjungfrau - sie dachte: in unserem schönen meer - da wimmelt es doch allzu sehr - von lumpen und von dieben - von durchtriebenen schurken - und vermurksten seegurken - das ist gemein - und soll nicht sein -- das problem - mit dem system - ist das mit den großen fischen - selten hat jemand den mut - sie kräftig zu erwischen - und sie verstehen nur zur gut - sich pünktlich zu verzischen