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ROBERT
bambus # 25 - anis 30.09.99

robert war ne frohnatur - er sah das positive nur - im leben - da konnt es auch mal regen geben - für robert war das kein problem - sein ohrensessel war bequem - und seine heizung warm - im kessel wasser für den tee - es kam - nicht drauf an - wie das wetter war - der mann - fand es immer nur wunderbar -- sein vetter war - karl - dem war alles egal - er trug seinen schal - auch im sonnenschein - als robert mal lachte - da dachte - der karl: - das kann nicht für lange sein - bald wird ihm bange sein - ist nicht normal - er ist jeden tag heiter - so geht das nicht weiter - und während ich schwitze - macht er seine witze - was kann denn da bloß nur im gange sein? -- der robert ist weder ein held - noch sieht er gut aus - noch hat er viel geld - ich krieg's schon heraus - warum das leben - ihm gefällt - zu dumm, dass eben - mir das fehlt - das fröhliche gesumme - weil ich nur brumme - jeden tag - weil ich das leben nicht so mag - ich tobe und ich rase! -- da plötzlich befahl - eine stimme dem karl - nimm die vase - und wirf sie an die wand mit wut! - vielleicht ist's danach wieder gut - so tat er's dann -- in seinem wahn - zersprang das gute stück - scherben bringen glück! - doch war's noch nicht genug - mit dem zerbroch'nen krug - es wurde richtig derbe - denn kalle, der nichts lernte - nahm die scherbe - der zerstörten vase - und entfernte - sich damit die nase - das tat ziemlich weh - oh je, oh jemineh - es wurde nicht gut - er verlor sehr viel blut - man brachte ihn ins hospital - der arme vetter karl! -- als robert es in der zeitung las - erschrak er - und wurde leichenblass - da lag er - der karl - das war kein spaß -- sofort fuhr er los in die klinik - man merkte schon an seiner mimik - dass er betroffen war - der vetter hatte offenbar - ne schwere phase - er lag im bett - und war nicht nett - und hatte keine nase -- da sagte karl - nun höre mal - ist es gerecht - dass von uns beiden - nur der eine leiden - hat? - ist das nicht schlecht? - hier, sieh das resultat - und staune! - hast du jetzt trotzdem gute laune? -- der robert kratzte seinen bart - na, so ein ding! - ich ring - um fassung - lass uns - nicht argumentieren - und den kopf dabei verlieren! -- einigermaßen grienig - verließ er dann die klinik - und fühlte sich gefesselt - sogar im ohrensessel -- aus der gerüchteküche - drangen gerüche - wie flüche - zu ihm - wegen der vase und der nase - wegen des vetters und all des gezeters - robert hatte viel geduld - traf ihn doch wirklich keine schuld - so sehr er auch überlegte - was den karl bewegte - er fand nicht einen grund - das grübeln macht nur übellaunig - und ist ungesund -- so blieb er eine frohnatur - rund um die uhr - er spielte beatles-platten - und schlief auf bambus-matten - doch weil der karl so traurig war - sagten die leute: siehste mal - dem robert ist es ganz egal - der ist bestimmt nicht ganz normal -- sie brachten robert in bedrängnis - und schließlich sogar ins gefängnis - wo es ziemlich eng ist - bloß, wie auch immer das wetter war - der vetter fand es wunderbar - selbst im gefängnis kam er klar -- doch eins war kalle wohl geglückt: - man hielt den robert für verrückt - und legte ihn für alle fälle - in eine gummizelle -- dann nach zwei jahren - hat karl erfahren - dass robert noch immer nicht weiter war - dass, was man auch tat - er stets heiter war - und dass die buddhisten - ihn langsam vermissten - sie standen vor'm tor - mit nem leiterwagen - die würden sich sogar noch weiter wagen - um ihn zu befrein -- am ende sah karl es dann ein - er machte ne fratze - und schnitt sich ne glatze - und seufzte: so muss es wohl sein!