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| Die ATTAC-Debatte über SLIME's Punk-Song "Yankees raus" English Version |
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TEXT DES SONGS: Yankees raus RUBBERSLIME 2003 - aktualisierter Text von Elf In Hiroshima fing alles an Die letzten Schranken fielen in Vietnam Ein Albtraum "Made in America" Das 4. Reich ist schon lange da Ref. U S A - Das Blut fließt durch sie jeden Tag U S A - Das Blut fließt durch sie seit dem Tag Seit dem es sie gibt Yankees raus, Yankees raus Wir sind Millionen und wir schreien es raus Yankees raus, Yankees raus Wir sind Millionen und wir schreien es raus Amis raus! Imperialisten, Kriegsriskierer Weltpolizei SA - SS Am Ende seid ihr die Verlierer Machthunger wird für euch zur Pest U S A - Blut fließt durch sie jeden Tag U S A - Blut fließt durch sie seit dem Tag Seit dem es sie gibt Yankees raus, Yankees raus Wir sind Millionen und wir schreien es raus Yankees raus, Yankees raus Wir sind Millionen und wir schreien es raus Amis raus! Solo U S A - Das Blut fließt durch sie jeden Tag U S A - Das Blut fließt durch sie seit dem Tag Seit dem es sie gibt Yankees raus, Yankees raus Wir sind Millionen und wir schreien es raus Yankees raus, Yankees raus Wir sind Millionen und wir schreien es raus Amis raus! Krieg in Afghanistan, Krieg im Irak Welches Land ist wohl als nächstes dran Hey George double U, hör mal zu Saddam ist auch nicht schlimmer als du Refrain Yankees raus! |
ORIGINALTEXT VON 1982: Yankees raus SLIME 1982 - Text & Musik von Stephan Mahler / Elf (Michael Mayer-Poes) Tausende von Menschen Maenner, Frauen und Kinder Zerfetzt von Napalm in Vietnam Tausende von Menschen Rote und Schwarze Gejagt und getoetet vom Ku-Klux-Klan USA - Das Blut fliesst durch sie jeden Tag USA - Das Blut fliesst durch sie seit dem Tag Seit dem es sie gibt Yankees raus, Yankees raus Wir sind Millionen und wir schreien es raus Yankees raus, Yankees raus Wir sind Millionen und wir schreien es raus Amis raus Imperialisten, Kriegsriskierer Friedenswille stoesst Euch vom Thron Zu viel Schrecken droht dem Verlierer Eure Gegner stellen eine Nation Ref. Ghettos in Frisco, Slums in L.A. Das ist der American Way Im Land der Freiheit sind alle gleich So gleich wie damals im dritten Reich Ref. |
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Dieter Bornschlegel / Initiator, VISION EUROPE - VISION PEACE: www.visioneurope.de Als Urheber der Peace Sampler Action möchte ich an dieser Stelle den eigentlichen Ursprung der Initiative VISION EUROPE VISION PEACE näher erläutern. Vor zwei Jahren begann ich angesichts der Dauerberieselung von Kriegspropaganda und Kriegshetze nach Musikern und Bands zu suchen, die ähnlich wie ich dieses nicht länger schweigend hinnehmen wollten. Anfangs noch unterstützt von einem Musikerkollegen der Band Creutzfälltjacob, hatten wir es uns zum Ziel gemacht, quasi eine weltweite musikalische Peacefront aufzubauen, und neben etablierten Künstlern, gleichzeitig auch weniger bekannten Musikern und Bands eine Chance zu geben, dabei sein zu können. Länderübergreifend, Spartenübergreifend. Punk sollte neben Klassik stehen können, Amateur neben Vollprofi. Amerikaner neben Palästinenser. Einzig der Wille, den Kriegstreibern dieser Welt Paroli zu bieten, sollte das entscheidende Kriterium sein. Ein einziger Text hat nun ausgereicht, dass von diesem Grundgedanken leider nicht mehr viel übrig ist. Ein kleiner Text hat dazu geführt, dass Punkrock und anderes heftigeres Liedgut aus Vorsorge vom "guten" Rest getrennt wurde. Eine wie ich finde unglückliche, wenn nicht sogar beunruhigende Entscheidung. Attac hat sich mit diesem Schritt irgendwie auch im Allgemeinen GEGEN Musikstile wie Punk und Punkrock ausgesprochen. Ich kann mir vorstellen, daß jede zweite Punkband einen ähnlichen Text wie diesen in ihrem Programm hat. Ein Übermass an Amerikanismus ruft eben auch eine Form von Antiamerikanismus hervor. Bei Musikstilen wie Heavy Metal, Death Metal, Brutal Metal, Grind, Hardcore, Darkwave wird sich Attac wohl in Zukunft ebenfalls schwertun, weil dort auch nicht gerade zimperlich getextet wird. DOCH EINE ANDERE WELT WIRD OHNE PUNK etc. NICHT MÖGLICH SEIN. Was mich betrifft, so werde ich auf beiden CDs aussen ein Klettverschluß anbringen, damit wieder zusammenkommt was zusammengehört. ps: kurz noch zu USA SA SS.........hat nicht ( neben Kohn Bendit ) auch Joschka 1968 eben genau solche Parolen skandiert und ist trotzdem Aussenminister geworden? Vielleicht steckt ja in einer der vielen Punkbands schon unser nächster Außenminister. 23.05.03 Sabine Yacoub: www.sabine-yacoub.de Ein wichtiger Aspekt in der Diskussion um Slime ist die Frage nach dem Sinn von Provokationen. Slime wollte durch den Nazi-Vergleich provozieren und es ist ihnen gelungen. Bringt eine solche Provokation weiter? Ich denke, die auf Anis Online abgehaltene Diskussion zeigt, dass eine Provokation an und für sich nicht ausreicht. Sie muss zu einem Gespräch führen, sonst ist ihre Wirkung nur negativ, weil sie dann niemanden zusammen bringt, sondern nur Leute trennt, die eigentlich vieles gemeinsam haben. Kommt die Diskussion zustande, dann hilft die Provokation den anderen und auch sich selbst besser zu verstehen, Tabus zu erkennen und zu beleuchten, evtl. in Frage zu stellen. Wir alle müssen üben, uns von Provokationen nicht sofort abschrecken zu lassen, sondern stattdessen das Gespräch zu suchen, sonst wird jeder Versuch, "eine andere Welt" zu schaffen, an Kommunikationsbarrieren scheitern. Die Diskussion auf dieser Homepage zeigt einen sinnvollen Umgang mit Provokationen. Ich verstehe die Bedenken von attac gegenüber der Veröffentlichung des Liedes "Yankees raus". Ich selbst würde einen solchen Text auch nicht schreiben. Zwar sagt Werner Rätz, dass der Ko-Kreis eigentlich nur sich selbst vertreten kann, aber für die Öffentlichkeit ist der Ko-Kreis attac. Und auch die Attacis möchten sich vom Ko-Kreis möglichst vertreten sehen. Attac ist sehr groß und sehr heterogen, deshalb muss der Ko-Kreis abwägen, was er unterstützt und was nicht. Werner Rätz sieht mit der Veröffentlichung des Songs die Gefahr, "dass das Nachdenken und Reden über Defizite innerhalb von attac schwerer wird". Meines Erachtens ist das Gegenteil der Fall: Für Attac hat sich hier eine Möglichkeit geboten, über die eigenen Werte und die Identität von attac zu diskutieren. Und Anis hat mit dem Interview von Slime und Werner Rätz aus dem Ko-Kreis und der Einrichtung einer Seite zu diesem Thema im Internet diese Gelegenheit genutzt. Ein weiterer Aspekt, der während der Diskussion zu Tage getreten ist, ist meines Erachtens die Notwendigkeit, über die Legitimität von Vergleichen mit Nazi-Deutschland zu sprechen. Ist es wirklich so, dass jeder Vergleich verharmlost? Ist es nicht auch so, dass die Betonung der Einmaligkeit von Nazi-Deutschland dazu benutzt werden kann, anderes Unrecht zu verharmlosen? 30.05.03 Heiko Wolz (Attac- und Kulturattacmitglied): Als Anmerkung zum Text des Liedes "Yankees raus!", der diese Diskussion in Gang gesetzt hat, möchte ich eines zu Beginn ganz deutlich sagen: Mir gefällt er nicht. Ich kann mich nicht mit dem Inhalt des Textes identifizieren, da er meine Ansichten und Einstellungen nicht widergibt. Meine Kritik bezüglich des von den USA und seinen willigen Unterstützern geführten Krieges richtet sich hauptsächlich gegen die Regierung Bush. Eine Regierung, die glaubt, wirtschaftliche Interessen mit militärischer Gewalt durchsetzen zu müssen, oder schlimmer noch, eine Regierung, die anscheinend wirklich glaubt, sich auf göttlicher Mission zu befinden. Verallgemeinerungen als Mittel, auf Missstände hinzuweisen, sind nicht generell auszuschließen. Hier allerdings kann die Verallgemeinerung, was die Aussage "Yankees raus" zweifellos ist, meines Erachtens nicht positiv zur Kritik am Krieg beitragen. Kunst darf provozieren, doch wie weit darf Provokation gehen? Provokation kann auch abschrecken: Nein, wirklich nicht! Ich möchte gar nichts über eure Ziele wissen. So etwas gehört sich nicht!! Ich verstehe also das Dilemma, in dem sich der Ko-Kreis befunden haben muss und denke, dass die Entscheidung nicht einfach gewesen ist. Ich möchte deshalb nicht nur Kritik an dieser Entscheidung, sondern auch meinen Respekt vor der Kraft, die diese Entscheidung gekostet haben muss, äußern. Und doch bin ich der Meinung, dass diese Hürde geschickter hätte übersprungen werden können: Ein einfacher Hinweis im Booklett hätte genügt. Solche Hinweise finden wir in jeder Zeitung. "Die Meinung des Verfassers spiegelt nicht (unbedingt) die Meinung der Redaktion wider." Das wäre ausreichend gewesen. Und es hätte ein Zeichen gesetzt für die Offenheit von attac. Für die Bereitschaft, offene Diskussionen führen zu wollen. Sicher muss attac sich das Recht vorbehalten, auf angemessene Weise auf Personen zu reagieren, die massiv gegen das Selbstverständnis von attac verstoßen. Gewalt, zum Beispiel, als Mittel, um unsere Forderungen durchzusetzen, kann keinen Platz bei uns haben. Einen solchen groben Verstoß sehe ich bei dem angesprochenen Stück allerdings nicht. Mir gefällt der Text nicht. Und doch hätte ich damit leben können, ihn auf einer von attac unterstützen CD zu finden. Es hätte mir niemand die Kompetenz absprechen können, meine eigene Meinung zu finden und ggf. eine Stellungnahme dazu abzugeben (denn das wäre jedem attacie nach Erscheinen der CD möglich gewesen). Aus diesem Grund hoffe ich, dass die jetzt - dank Anis - begonnene Diskussion für die Zukunft von attac und Kulturattac genutzt werden kann. 02.06.03 14.06.03, Siehe auch den Artikel "Wen darf man mit wem vergleichen?" von Hannsheinz Bauer. Hannsheinz Bauer (SPD) ist das einzige noch lebende Mitglied des Parlamentarischen Rates, der 1948/49 das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland auf den Weg gebracht hat. URL: http://www.sopos.org/aufsaetze/3ee9f8c72d31a/1.phtml Darin: "Wenn wir Deutsche, vor allem wir Alten, mit dem Finger auf die USA zeigen, setzen wir uns sofort dem Verdacht aus, von unserer eigenen geschichtlichen Verantwortung ablenken zu wollen. Doch gerade nach den deutschen Verbrechen der Nazizeit sind die allgemein gültigen Kriterien der Menschenrechte und des Völkerrechts formuliert worden, die in der UN-Charta stehen. An diesen Kriterien ist das Handeln heutiger Regierungen zu messen. Deswegen wehre ich mich dagegen, daß manche Zeitgenossen, auch Amtspersonen, jeden Vergleich als Majestätsbeleidigung und Staatsvergehen zurückweisen - wie im Fall der Justizministerin Herta Däubler-Gmelin, die kurzerhand aus dem Amt gejagt wurde. Mich kann keiner daran hindern, den gegenwärtigen US- und den einstigen NS-Führer zu vergleichen. Wer sich an die UN-Charta, an die Leitlinien des Völkerrechts, der Allgemeinen Menschenrechte und der Rechtsstaatlichkeit auch im demokratischen Innenleben der Staaten gebunden fühlt, kann auf die Handlungen des Präsidenten Bush nicht anders reagieren, als sie als Verstöße gegen elementare Normen anzuprangern und vor allem junge Menschen darauf hinzuweisen, wie solches autoritäres Gebaren den Weg in die Diktatur ebnen kann. Es gibt nicht nur Affinitäten, sondern Analogien zur Praxis Hitlers." Stephan Mahler, Drummer der Ex-Band SLIME und wesentlicher Mit-Urheber der Originalfassung von "Yankees raus" schreibt am 13.09.03: "Wogegen ich mich halt verwahre, ist wenn im Namen Slime Dinge öffentlich gemacht werden die ich nicht nur nicht mittragen kann sondern einfach inhaltlich grauenhaft finde: Diese ewige,wirklich abgedroschene Bezugsetzung zum Faschismus in Deutschland im Falle des US Imperialismus und dem Angriff auf den Irak, nur weil es so griffig ist und sich hart anhört, gefällt mir nicht, sie ist in Ihrer Einfallslosigkeit politisch schlicht falsch; mir kommt das so vor als wenn jemand halb überlegt und dann halt irgendetwas rausposaunt, unwissentlich über die Verantwortung gegenüber den Worten und der Öffentlichkeit. Meiner Ablehnung gegenüber dem US Imperialismus und seinen Kriegen kann ich heutzutage nicht mehr mit Plattheiten gerecht werden - Der umgeschriebene Text von Yankees raus ist aber nicht nur platt und z.T. albern (siehe letzte Strophe) sondern solche Textzeilen wie USA SA SS sind für mich aufgesetzt effekthascherisch, das ist die Sprache, die wir zum Teil vor zwanzig Jahren gewählt haben und die direkte Umsetzung unseres Schwarz/weiß Denkens war, es sollte auch nicht sonderlich reflektiert sein. Nun sind aber über zwanzig Jahre vergangen und die Dinge liegen sehr viel komplexer, denen wird man mit diesen Plattitüden wahrlich nicht gerecht. Es sei denn, man will das, aber das lehne ich ab, also bitte nicht (auch ) in meinem Namen.. Vielleicht hätte Elf das Alles lieber mit einer gänzlich neuen Band und einem Namen, der nicht im direkten Bezug zu Slime steht verfolgen sollen. Ansonsten unterstütze ich Eure Arbeit und deren Ziele absolut. Viele Grüsse, Stephan |
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