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mohammed ahmed's room   creation of bin laden

Mohammed Ahmed declares war to war:

MOAB
Mother of all Bombs

German Original


"A satirical bitter protest against 'US imperialism' is what the Iraqi artist Mohammed Ahmed, who is living in Aachen, had in mind when he constructed the 'Mother of all bombs' in front of the dome: 900 cola tins, piled upto a three meters high sculpture in the form of a bomb. Each can stood for one individual who died in the war. At the same time, the cans painted yellow were an allusion to the cluster bombs used in the war."

(From the article: "'Mother of all Bombs' in front of the dome square. An artist is reminding of the beginnings of the war on Iraq one year ago." in taz Cologne, March 22, 2004, p. 1, Oliver Minck)


(Text on the arrow on the picture to the right: "Interactive MOAB")


1 Description of the Event


Place: Cologne, dome square


Time: March 20, 2004, high noon


Description of the Object: The interactive "Mother of all Bombs" (MOAB) is a tin construction of about 3 meters hight. It is a fusion of the biggest non-nuclear bomb of the US army and the cluster bomb.


The Artist: The artist and engineer of the interactive MOAB, Mohammed Ahmed, was born in Baghdad in 1967 and lives in Germany since 22 years.


The Cause:

Translation follows

Zum einjährigen Jubiläum der Bombardierung seiner Heimat und seines ehemaligen Wohnblocks wird der deutsch-irakische Künstler Mohammed Ahmed (Aachen) vor dem Kölner Dom die Mutter aller Bomben präsentieren und lädt Sie herzlich dazu ein.


Bemerkung: Embedded journalists sind dabei so willkommen wie Friedensaktivisten, menschliche Schutzschilder und Katastrophentouristen. Für das leibliche Wohl wird nicht gesorgt. Stattdessen gibt es Coca-Cola. In daily humanitarian rations. Aus Dosen ohne Pfand.


Erlös: Der aus dem Verkauf der MOAB-Dosen geht als Spende an die Hilfsorganisation APN (www.apn-ev.org), die Projekte im Irak und anderen Kriegsgebieten organisiert.
2 Die Herstellung


Ort: Aachen


Zeit: Zuvor


Aktion: Mohammed Ahmed entwickelt und baut die MOAB mit verschiedenen Werkzeugen. Der Profi verwendet dabei einen Arbeitsanzug in modischer Farbe sowie Lärmschutzapplikaturen.


Dauer der Aktion: Lange. Jede einzelne Dose musste hergerichtet, der Bauplan entworfen und ausgeführt werden. Wie die Bilderleiste zur Rechten zeigt, bedurfte es zudem mehrerer Arbeitsstätten.


Leidensfaktor: Hoch, Zitat Mohammed Ahmed: "Wir mussten 900 Colas trinken. Anfangs war es noch in Ordnung, aber irgendwann beschwerten sich meine Familie und meine Freunde."


Der Sinn: Aus der Begleitbroschüre: "Die aus ca. 900 zu einer Rakete zusammenmontierten Coladosen spielen mit ihrer modifizierten Gestalt und gelben Farbe sowohl auf die Streubomben als auch auf die während des Afghanistankrieges abgeworfenen Nahrungsmittelrationen an. (Tragischerweise wurden diese oft von Kindern miteinander verwechselt.)"


Der Sinn II: Aus der Begleitbroschüre: "Jede dieser Dosen steht für einen im Krieg leidenden, verletzten oder verstorbenen Menschen und enthält ein Foto von ihm, symbolisch dafür, dass man in den Medien zwar die Bombe, aber nicht die Opfer sieht. Bei der Performance steigt ein Teil der Opferbilder in die Luft, als Darstellung der Befreiung ihrer Seelen."


Der Hintergrund: Aus der Begleitbroschüre: "Die Coladosen erhalten in diesem Zusammenhang eine ambivalente Bedeutung als Kultobjekt, Nahrung, Mutter, Sarg und Waffe und stehen als Metapher für unser Verfangensein in einem kapitalistischen System. Es stellt sich die Frage, ob dieses System aufrecht erhalten werden kann, ohne Kriege zu führen."


Anis Online Kommmentar: Mit diesen Faktoren sind die Erfordernisse einer vernünftigen Satire vorbildlich erfüllt, da kann man nix sagen.






3 Der Grundbaustoff

Der Grundbaustoff ist eine leere (pfandpflichtige) Dose der Marke Coca Cola™, durch Anstrich verfremdet. Vorderansicht siehe (a), originale Unteransicht siehe (b). In der Vergrößerung (c) wird deutlich: Verfallsdatum (Vergessdatum) der Opfer im November 2004, passend zur Präsidentschaftswahl in den USA. Dazu der Künstler: "Da die Hersteller der echten, kriegerischen MOAB sich meistens nicht die Mühe gegeben haben, ihre Opfer zu registrieren, habe ich sie an ihrer Stelle in Listen eingetragen. Jede Dose, jedes Opfer erhält darin eine Kollateralnummer, und es wird vermerkt, wann das Vergessdatum dieser Menschen sein wird und welcher Vernichtungsart sie anheim fielen. Manche der Bilder werden gestempelt und zum Trocknen an eine Leine gehängt, bevor sie durch die unterschiedliche Art und Weise ihres Verkaufs an Passanten symbolisch bestattet werden."
(a) (b) (c)
4 Vorläuferprojekt: Die Mutter aller Flaggen

Hintergrund: Das Vorläuferprojekt "Die Mutter aller Flaggen" enthielt bereits den Grundbaustoff der Coladose, siehe oben Nr.3 (a-c). Diese Flagge ist 4,1x2,6 m gross. Die blaue Seite besteht aus 50 Taschen aus Jeans mit Reißverschlüssen. In jeder Tasche befindet sich ein kleines Objekt, das auf ein Verbrechen der USA hinweist.

Aktualität: Das Projekt "Die Mutter aller Flaggen" war bereits abgeschlossen. Aufgrund der täglichen Ereignisse in der Welt werden die Objekte allerdings je nach US-amerikanischer Entwicklung aktualisiert. Das Projekt besteht also weiterhin.

Einige Namen der Objekte:

- Demokratiebanane
- Guantanamopuppe
- Rumsi-Burger
- Nuclear Sushi
- Spieß Bethlehem
- Agent Orange
- Bärchenfalle
- Peacewurst
- Freedom Fries
- L32-Tüten
- RAF Women
- UNO-Knochen
- Berlos-Merci


Optische Dokumentation: Auf den Bildern rechts sehen Sie einige dieser Exponate.

5 Einbürgerung
Bild: "Die Einbürgerung"
© Mohammed Ahmed 2004

Dieses aktuelle Bild ist für den Weltbürger Mohammed Ahmed eine Art Pass. Das gehört jetzt nicht unmittelbar zum Thema, aber mittelbar.

This page was created by Anis in April 2004.
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