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Pressezeit (3): Die Blumendebatte
Eine Online-Kritik von Anis Hamadeh, 2006
Kapitel 3
English

Kapitel 3: "Blumen aus Galiläa" - Vorwort (S.10-14) - Warum ich die Rückkehr der Palästinenser unterstütze (S.15-16) - Fixe Idee (S.17-34) - Der grüne Regen von Yassouf (S.35-49) - Ode an Faris oder die Rückkehr des Ritters (S.50-56) - Unsere Schmerzensmutter (S.57-60)



- "Blumen aus Galiläa" -

Israel Shamir: "Blumen aus Galiläa. Schriften gegen die Zerstörung des Heiligen Landes" (ProMedia Verlag, Wien 2005) ist die überarbeitete, ergänzte und gekürzte Übersetzung des Buches: "Flowers of Galilee. The Collected Essays of Israel Shamir". Die deutsche Version enthält 25 Essays, ein Vorwort und ein Vorwort des Herausgebers, ingesamt sind es 214 Seiten. Die englische Ausgabe (2004, ISBN 1-893302-78-4) enthält 57 Essays auf etwa
16 320 Seiten. Bei der deutschen und der englischen Version handelt es sich also nicht um das gleiche Buch.

Die vorliegende Studie geht von der deutschen Ausgabe aus. Im folgenden werden die einzelnen Stücke der Reihe nach besprochen, wobei Shamir und seine Aussagen aus dem Text heraus charakterisiert werden. Die Länge der einzelnen Stücke variiert zwischen 2 und 29 Seiten. Die Titel lauten: Vorwort, Warum ich die Rückkehr der Palästinenser unterstütze, Fixe Idee, Der grüne Regen von Yassouf, Ode an Faris oder Die Rückkehr des Ritters, Unsere Schmerzensmutter, Die Oliven von Aboud, Zu Besuch bei Joseph, Die Mondstadt, Die Stadt der Verehrten, Die Invasion, Die letzten Action-Helden, Die Hügel von Judäa, Die Mauer, Blumen aus Galiläa, Die Zisterne von Mamilla, April ist der grausamste Monat, Ist die Intifada vorbei?, Die Fiesta von St. Fermin, Eine jiddische Medina, Der große Aufbruch, Das Phantom des Terrors, Halloween auf Bali, Der Schatten von Zog, Der weise Rabe ist tot, Sumud und Flux (Der letztgenannte Essay ist nicht im englischen Original, ebenso wie "Ist die Intifada vorbei?"). Da die drei Seiten des Vorworts vom Herausgeber Fritz Edlinger nicht mehr aktuell sind, wird auf eine Besprechung verzichtet, siehe das Interview im ersten Kapitel der Blumendebatte.



- Vorwort (S.10-14) -

Das fünfseitige Vorwort für die deutsche Ausgabe schrieb Israel Adam Shamir in Jaffa im Januar 2005. Er thematisiert darin die Beziehung zwischen Deutschen, Juden und dem Land Palästina durch die Geschichte. Dabei fallen drei Motive auf: das Pochen auf Gleichberechtigung zwischen Juden und Nichtjuden, die Anklage von Rassismus und der Zerstörung des Landes und die Beschreibung von Ethnien, die zum Teil romantisch ausfallen. So leitet Shamir seine Rede ein, indem er die vorliegende Ausgabe eine "Liebeserklärung an meine deutschsprachigen Leser aus dem Heiligen Land Palästina" nennt. Er verwendet auch "deutschsprachig" synonym mit "deutsch". Sich selbst - Sohn eines österreichischen Juden - sieht er als einen Eindringling, der vom Land Palästina adoptiert wurde (S.10). Er erwähnt die grimmigen germanischen Krieger unter den Römern, die azurblauen Augen tapferer Ritter, Barbarossa, die deutsche Liebe zur Arbeit. Solche Zuweisungen sind ungewohnt und zum Teil verwirrend für den deutschen Leser, der anhand von Beispielen aus der Presse mit der widersprüchlichen Beziehung zwischen Deutschen und Zionisten in Gegenwart und Vergangenheit konfrontiert wird. Shamir geht davon aus, dass es keine ererbte Schuld gibt und keine legitime ererbte Opferrolle. Er führt an, dass Zionisten in verschiedener Weise Deutsche angreifen und angegriffen haben. Dabei vermisst man den Rekurs auf die Nazigräuel, die nirgends in dem Vorwort vorkommen, die das Bild jedoch vollständiger erscheinen ließen. So klingt es fast, als hätten Juden keinen Grund, um auf Deutsche wütend zu sein. Dies meint Shamir aber nicht, wie später deutlich wird.

Vielmehr geht es um folgendes: "Die Deutschen haben die wichtigste Lektion des Weltkrieges nicht verinnerlicht: Juden und Nichtjuden - seien es nun Deutsche, Polen oder Palästinenser - sollten alle gleich behandelt werden." (S.13) In diesem Zusammenhang wird der "eigenartige deutsche 'Kampf gegen den Antisemitismus'" kritisiert und als Philosemitismus erkannt, ohne dass dieses Wort hier fällt. Zu diesem Kampf bemerkt Shamir spitz: "Es ist kein Kampf gegen antijüdische Diskriminierung, denn diese gibt es nicht; von Moskau über Paris bis New York sitzen auch Menschen jüdischen Glaubens an den Schalthebeln der Macht." (S.14) Unter "Diskriminierung" versteht Shamir hier also die offizielle Ausgrenzung von Gruppen. Es sei auch nicht die Verteidigung einer kleinen, verfolgten Nation, weil die Palästinenser sonst genauso verteidigt werden müssten. Ein Kampf gegen den Rassismus sei es ebenfalls nicht, "denn sie verteidigen das rassistische System der Apartheid in Palästina." Das Vorwort schließt mit dem Wunsch nach einem "Gegenmittel für dieses Gift, damit Juden und Nichtjuden wieder gleichberechtigt leben können - in Palästina und anderswo."



Warum ich die Rückkehr der Palästinenser unterstütze (S.15-16)

Die einzelnen Texte lassen sich auch einzeln lesen. Dieser ist gleichzeitig die Einleitung der englischen Originalausgabe. Auf zwei knappen, halb literarischen Seiten erklärt Shamir, dass die Palästinenser die Seele Palästinas sind: "Die Utopie eines rein jüdischen Staates ist mit der Wirklichkeit zusammengeprallt. Wir müssen diesen Wahnsinn beenden." (S.16) Dieser Punkt ist zentral in Shamirs Schriften, er sieht das Element des "jüdischen Charakters" des Landes als einen Irrweg. Fremde aus aller Welt würden ins Land gebracht, die sich auf jüdische Wurzeln berufen, aber keinerlei Beziehung zum Land haben, während "diejenigen, die wirklich die jüdische Tradition darstellen, im jüdischen Staat isoliert (sind) wie zum Beispiel der verstorbene Yeshayahu Leibovich oder eingesperrt wie der marokkanisch-jüdische Rabbi Arye Der'i." (S.16) Interessant, dass Shamir doch eine positive Einstellung gegenüber der/einer jüdischen Tradition hat und nicht alles Jüdische ablehnt, wie man bei polemischeren Texten denken mag.

Auf der ersten Seite des Textes werden die Palästinenser romantisch definiert, als Gegenstücke zu den Olivenbäumen, den Quellen, Canyons und Gedenkstätten: "Palästina und die Palästinenser sind untrennbar miteinander verbunden." Obwohl sich dieser Gedanke auch in der palästinensischen Folklore widerspiegelt - Shamir nennt den Dichter Mahmud Darwish -, ist er zunächst ein Postulat, ein Konstrukt. Der prototypische Palästinenser ist für Shamir der Landwirt. Die Palästinenser seien keine "obskuren, böswilligen Menschen", sondern haben den Stern von Ghassul geschaffen, die Bibel geschrieben, Tempel, Paläste, Moscheen, Häfen gebaut, "sind mit Jesus gewandelt, haben Napoleon geschlagen und tapfer in Karameh gekämpft. In ihren Adern fließt das Blut ägäischer Krieger, von König Davids Helden, das der ersten Apostel und der Gefolgsleute des Propheten, jenes arabischer Reiter, normannischer Kreuzritter sowie turkmenischer Kriegsherren und verbindet sich zu einer einzigartigen Mischung." (S.15) Er nennt auch "die Weisheit von Edward Said, das unnachahmliche Olivenöl, die inbrünstigen Gebete und den kühnen Mut der Intifada." Es handelt sich dabei zumindest teilweise um die Verklärung einer Gesellschaft oder eines Volkes, da das Bild einseitig bleibt und zum Beispiel das Patriarchat, die Korruption und die Rückständigkeit nicht bemerkt, die es ebenfalls in Palästina gibt. Viele moderne Palästinenser, zum Beispiel die Schriftstellerin Sahar Khalifa, haben mit Shamirs Bild wenig zu tun. Aber gut. Er mag also Palästinenser per se.

Aufgefangen wird die Liebeserklärung an die Palästinenser durch Shamirs Vorschlag des gleichberechtigten Zusammenlebens nach dem Vorbild Neuseelands oder Südafrikas oder der Karibik, wo die Kinder "zu einer wunderschönen neuen Rasse verschmolzen sind." (S.16) Das provozierende Wort "Rasse" verliert in dieser naiv-humanistischen Sequenz seinen Stachel. Er will aufbauen und Grenzen abschaffen, will, dass alle zusammenleben: die Kinder Palästinas, die Kinder der ersten Siedler, der Marokkaner und der Russen. Shamirs Welt scheint in einigem unmodern zu sein, doch spricht seine Leidenschaft glaubwürdig von Liebe, wie im Schlusssatz: "Zerreißen wir unsere Erklärungen falscher Unabhängigkeit und verfassen wir eine neue Erklärung gegenseitiger Abhängigkeit und Liebe."



Fixe Idee (S.17-34)

Der Essay ist in sechs Teile geteilt und handelt von der fixen Idee eines jüdischen Staates. Wie in anderen Essays sind hier viele historische und zeitgeschichtliche Details eingearbeitet worden. Eine Prüfung dieser Details kann die vorliegende Rezension nicht leisten. Unser Schwerpunkt ist die Gesamteinschätzung des Buches und davon abgeleitet des Autors.

Shamir tritt in "Fixe Idee" als handelnde Person auf. Zum Teil ist dies ein Stilmittel, da er anhand seiner Reise- und Erfahrungseindrücke lebendig die Geschichte erzählen kann, die er erzählen möchte. Zum anderen Teil erfahren wir etwas über Shamirs persönliche Gedanken, Gefühle und über sein Verhalten. Im einleitenden Teil I. befindet sich der Ich-Erzähler im Wadi Keziv / Wadi Qura'in (er verwendet beide Begriffe) in West-Galiläa und genießt die Natur, während ihm historische Episoden der Gegend durch den Kopf gehen. Auf seinem Fußweg in Richtung Akko begegnet er einem Kibbuznik, der thailändische Arbeiter überwacht: "Ich setzte mich auf eine Zigarette und ein kaltes Glas Wasser zu ihm." Und obwohl sich in dem Gespräch der beiden herausstellt, dass sie im Grunde politische Gegner sind, schüttelt Shamir dem Mann am Schluss die Hand und grüßt. Es wäre falsch zu übersehen, dass Shamir hier große Toleranz zeigt. Ebenso in der Episode aus Teil II., als er mit einer Journalistin spricht, die sich damit brüstet, eine Million Russen ins Land geholt zu haben, als sie im Radiosender Moscow Echo ein Pogrom angekündigt hatte. Shamir wird nicht wütend, sondern lässt sie sein. Er denkt bei sich, dass die Aktion ohne Hilfe der "amerikanischen Freunde Israels" nicht funktioniert hätte.

In Teil III. reist Shamir über Nahariya nach Jaffa. Als er im Zug einen bewaffneten Israeli sieht, denkt er an seine eigene Militärzeit zurück: "Ein junger Fallschirmspringer, stolz auf meine roten Stiefel und meine Uzi-Maschinenpistole. Ich war nicht weit von hier in einem Trainingscamp untergebracht." (S.22) Er schreibt nichts über das Jahr, aber aus seiner Biografie geht hervor, dass Shamir 1969 nach Israel kam und bis mindestens 1973 in der Armee blieb. Er nahm als Kämpfer im Yom-Kippur-Krieg teil. Dies ist ein ganz wichtiges Detail: Shamir war existenziell Teil des Konflikts und spricht ganz wesentlich aus eigenen Erfahrungen. Hier erzählt er von einer Begegnung mit einem palästinensischen Bauern, mit dem er erst durch den Maschendrahtzaun, dann am Kaffeetisch kommuniziert. Wieder gibt es keine Berührungsängste, nur dass sich Shamir hier wohler fühlt als bei dem Kibbuznik, wie man zwischen den Zeilen lesen kann. Dabei erfährt man auch mehr über den Hintergrund Shamirs. Er beneidet den Bauern aus Sannur (S.23 f) wegen der kühlen Quelle, dem Weingarten und den Pfaden: "Warum bin ich in einem Stadtghetto 'nur für Juden' gefangen?"

Es ist der konkrete Hintergrund seiner Lebensumstände, der Shamir zum Nachdenken bringt. Wiederholt wird das Motiv zu Beginn von Teil V., als der reisende Ich-Erzähler Zuhause in Jaffa ankommt und von den Nachbarn berichtet. Einem Imam, eine marokkanische Familie, ein Armenier, ein russischer Maler. So ganz "nur für Juden" ist sein Stadtghetto also nicht. Dennoch bleibt der Vorwurf erhalten, denn eine Vermischung von Juden und Nichtjuden wird von den offiziellen Seiten objektiv zu verhindern versucht. Der Ich-Erzähler tritt in den analytischen Sequenzen weit in den Hintergrund und verschwindet auf den letzten Seiten ganz, wird aber abgelöst von einem sporadischen "Wir", mit dem er manchmal alle Bewohner des ganzen Landes meint und manchmal "Wir Kinder von Juden" (S.33).

Inhaltlich handelt es sich bei dem Essay um eine Kontrastierung israelischer Realitäten mit dem "Phantom" (S.25) des jüdischen Staates. Das Thema wird eingeleitet von der erwähnten Szene mit dem Kibbuznik. Beim Anblick der Szene rekonstruiert der Autor ihre historische Genese. Demnach fing die Geschichte damit an, dass jüdische Truppen vor dreißig Jahren im Gebiet von az-Ziv die ansässigen Bauern vertrieben und zunächst selbst das Land bestellten, bis es Thais für sie taten, bis heute. Überwacht werden sie zum Teil von Russen.

Von den russischen Einwanderern in Maalot handelt Teil II. Es wird die These aufgestellt, dass die unterschiedlichen Gruppen in Israel zum Teil sehr wenig mit dem Judentum zu tun haben. Anhand eines Details bringt Shamir es so auf den Punkt: "Nach der furchtbaren Explosion in der Diskothek 'Dolfi' wurde dies zum sichtbaren Problem: Die jüdisch-orthodoxen Totengräber weigerten sich, die toten russischen Mädchen auf einem jüdischen Friedhof zu begraben, im selben Zug, als die israelische Regierung die Palästinenser bombardierte, um 'jüdisches Blut' zu rächen." (S.19) Polemisch folgender Satz: "Man bringt den Russen eine Kurzversion des modernen jüdischen Glaubens und sein einziges Gebot bei: 'Du sollst Araber hassen.'" (S.21)

Teil III. ist die Begegnung mit dem Palästinenser und daran anschließend eine kritische Betrachtung des Judentums in Relation zum Los der Palästinenser. Der ursprüngliche emanzipatorische Leitgedanke sei die Überwindung des Ghettos gewesen, durch die "Aussperrung" (S.24) der Palästinenser hätten "wir" uns wieder dorthin zurückgebracht. Das Szenario, das Shamir hier im Kopf hat, vermittelt er mit Hilfe einer Allegorie zu Mel Brooks filmischer Frankenstein-Parodie. Er erklärt die Gründung des Staates Israel wie folgt: "Die Begründer wollten ein neues Leben beginnen und zu 'Israelis' werden, nur ein weiterer Stamm in Palästina. Sie gaben ihre jüdischen Namen, die jüdische Sprache, die Synagogen und den Talmud auf, begannen die Felder zu bestellen und Waffen zu benutzen. Danach kamen Menschen, die ohnehin niemals einen Bezug zu einer Synagoge gehabt hatten. Aber das jüdische Schicksal holte sie ein und brachte sie zurück ins Ghetto." (S.25) Ich gebe zu, dass ich diesen Teil nicht verstehe. Es war doch explizit die Judaisierung des Landes, die mit der Staatsgründung einherging und nicht das Aufgeben der jüdischen Namen, der Sprache etc. Auch die Betonung eines "jüdischen Schicksals" scheint mir die Argumentation zu verkomplizieren. Es wird nicht ganz deutlich, ob er damit ein Konstrukt meint, weil er es nicht als solches beschreibt. Er sagt, "wir" fingen dann an, uns dem jüdischen Schicksal gemäß zu benehmen und damit alle Erwartungen eines Antisemiten zu erfüllen. Er nennt als Beispiele Details der Unterdrückung der vor 1948 ansässigen Bewohner des Landes, spricht auch von Geldwäschen, Kooperation mit Diktatoren und hohen Zinssätzen. Hier wird Wut deutlich, Wut auf die eigene Gruppe. Insbesondere, so schließt der Teil, da es sich zu allem Überfluss um ein Phantom handele, dem mit diesem Verhalten nachgejagt würde, und nicht einer realistischen oder gar humanistischen Idee.

Teil IV. enthält die Kernargumentation hinsichtlich Idee und Wirklichkeit des "jüdischen Staates". Das zionistische Experiment sei praktisch kollabiert (S.27). Shamir fasst die Situation zusammen: Arbeitslosigkeit, massenhafte Einwanderung von Fremden, Einbruch der Tourismus-Industrie, Auswanderungswellen, Gewalt gegen Palästinenser, Zerstörung des Landes. Den größten Teil der Verantwortung sieht er bei den amerikanischen Juden. Er schreibt: "Der jüdische Staat Israel ist eine fixe Idee, die Projektion einer Idee der amerikanischen Juden." (S.27) Auf der Seite davor heißt es: "Um diese Illusion aufrecht zu erhalten, unterdrücken amerikanische Juden ihre Angestellten und Mitbürger, sie kürzen die Renten, (...) verlangen die Zerstörung ds Irak, segnen den Angriff auf afghanische Flüchtlinge ab, sorgen dafür, dass Afro-Amerikaner in ihren Ghettos bleiben, untergraben die amerikanische Gesellschaft, machen sich selbst und Amerika Feinde." Es ist zwar unbestritten, dass die USA den Staat Israel militärisch und ideell stärker unterstützen als irgendein anderes Land, dennoch stößt diese Passage auf. Es sind sicherlich nicht nur die jüdischen US-Amerikaner, die hier betroffen sind. Dass die jüdischen Amerikaner die Renten kürzen, um das Phantom eines Judenstaates aufrecht zu erhalten, scheint mir eine abwegige Verknüpfung von Thesen zu sein. Dass Juden die amerikanische Gesellschaft unterwandern, halte ich für keine konstruktive These. Hätte Shamir "Zionisten" geschrieben, könnte ich es nachvollziehen, denn der Zionismus ist eine Ideologie. Natürlich kann man auch das Judentum zu einer Ideologie umfunktionieren, so wie es im Islam, im Christentum und anderen schriftbezogenen Kulturen geschieht, aber Shamir spricht hier nur von "Juden". Behalten wir das im Hinterkopf und schauen wir, was er noch schreibt.

In Teil V. geht es inhaltlich um die Beschreibung der Stadt Jaffa in Geografie und Geschichte, als Beispiel für die Entwicklung des Landes. Nach einer literarisierten und deskriptiven Stadtbeschreibung erinnert Shamir an den Tag des UNO-Teilungsplanes von 1947. Shamir sagt, diese Teilung sei nicht nötig gewesen und von den allermeisten Beteiligten nicht gewollt. Wieder beharrt Shamir auf das Zusammenleben. Es ist anscheinend dieses Moment, das seine Wut auf amerikanische Juden erklärt, denn er schreibt: "Wir hätten als Brüder zusammenleben und eines Tages eine neue Nation gründen können, in der jüdische Leidenschaft und palästinensische Liebe zu diesem Land vereint sind. Doch amerikanisch-jüdische Organisationen unterstützten Ben Gurion und Golda Meir, beide Fürsprecher einer Trennung." (S.29) Wo bleiben die Schwestern? Behalten wir auch dies im Kopf. Die Bombardierung Jaffas und die radikale Dezimierung der einheimischen Bevölkerung von 100.000 auf 5.000 wird als Beispiel für die Folgen dieser Politik benannt. Diese Tragödie bedeutet für den Autor den Verlust des Paradieses: "Unser Jaffa ist eine ständige Erinnerung an ein einheitliches, unzerstückeltes Palästina, das verlorene Paradies." (S.29) Den Krieg von 1967 sieht Shamir, dies ist ungewöhnlich, als Chance an: "Als Palästina 1967 wieder vereint wurde, gab es gute Gelegenheit, das Problem zu lösen." Er betont, dass durch die Rückholung der Flüchtlinge die alten Streitpunkte hätten geregelt werden können: "Wir wären kein ausschließlich jüdischer Staat, aber wir wären glückliche und zufriedene Menschen." (S.30) So weit, so gut. Ist aber die Ursache des Ungleichgewichts im Land so richtig beschrieben: "Würden amerikanische Juden Israelis nicht auf einer breiten Basis bestechen, würden wir einfach die Diaspora vergessen und als einer der vielen Stämme mit dem restlichen Mittleren Osten verschmelzen." Geht es im Kern und monokausal um Bestechung? Ich glaube das nicht. Bestimmt gibt es eine Anzahl jüdischer US-Bürger, die mit unlauteren Mitteln die Illusion des jüdischen Zufluchtsorts aufrecht zu erhalten streben, doch es gibt viele weitere Mitspieler. Zudem ist nicht Geld ausschlaggebend für die Zustände im Land, wenn Geld auch eine wichtige Rolle spielt. Ich halte die gruppenbezogenen Zuweisungen an Stellen wie dieser für problematisch. So auch der Schluss des Teils, den Shamir mit den Worten einläutet: "Wir sind Meister der Illusion." (S.30) Wenn er schreiben würde: Wir jüdische Israelis haben palästinensische Olivenbäume entwurzelt, dann ist die Selbstkritik nachvollziehbar. "Wir sind Meister der Illusion" hingegen erzeugt eine Atmosphäre diffuser Zuweisungen mit provokativer Konnotation. Erzählt wird die Anekdote, in der Kibbuzbewohner 1946 für UNO-Besucher kurzfristig frische Blumen gepflanzt hatten, um vor den Gästen den Eindruck zu erwecken, sie könnten die Wüste zum Blühen bringen, ein Verfahren, das bereits vor Churchill in Tel Aviv funktioniert haben soll. Allerdings führt Shamir diese Handlungen als ursächlich mit der Teilung des Landes verbunden auf, er bleibt also auf der argumentativen Ebene. Der Teil endet mit der Erinnerung an die Vertreibung der einheimischen Bevölkerung.

Teil VI. ist eine Parallele zu Teil II: In Teil II. war die Rede von der Kultur der russischen Einwanderer am Beispiel von Maalot. Im ersten Sinnabschnitt des Schlussteils VI. geht es um die jüdischen Gemeinden Nordafrikas. In beiden Fällen ist es die Absicht des Autors aufzuzeigen, wie die Bevölkerung von vor 1948 durch andere Gruppen ausgetauscht wurde. Ferner wird die hierarchische Gesellschaftsstruktur in Israel an diesen Beispielen erläutert. Eine weitere Parallele findet sich in den Zuweisungen zu diesen Gruppen. Shamir schreibt: "Die nordafrikanischen Juden sind nette, aber gebrochene Menschen." (S.31) Sie seien vom Mossad überredet worden, nach Israel einzuwandern und nur wenige blieben in ihren Heimatländern: "Heute sind sie Minister und königliche Berater." Andere seien nach Frankreich ausgewandert und "schenkten der Welt Jacques Derrida und Albert Memmi." Die nach Israel Ausgewanderten hingegen stellten 75% der Gefängnisinsassen Israels dar. Es erinnert an biblische Gesellschafts-Konzepte. Ähnlich spricht er über die russischen Einwanderer: "Die Russen sind eine nette, hart arbeitende, aber konfuse Gemeinschaft." (S.21) Es ist, insbesondere durch die halb-literarische Form der meisten Essays, nicht leicht, solche Klischees zu beurteilen. Ein gewisses konservatives Elitedenken scheint da vorhanden zu sein. Die soziale Diskriminierung der nordafrikanischen Juden beschreibt er dann ausführlicher anhand von Beispielen. Ebenso sei die Kibbuzbewegung im Abwind. Dies alles, so Shamir, belege, dass der Versuch "Palästina so jüdisch zu machen, wie England englisch ist", gescheitert sei: "Palästina ist so jüdisch, wie Jamaika englisch ist." (S.33) Es folgt Shamirs Fazit des gesamten Essays: "Wir Kinder von Juden haben die Qual der Wahl." / "Jedes Individuum hat die Wahl." (S.33) Er meint damit die Wahl, sich zu der Lebensart und Gruppenidentität zu bekennen, die er will. Gewalt sei dafür nicht notwendig. In diesem Zusammenhang erfolgt eine weitere Attacke: "Wenn amerikanische Juden uns nur für zehn Jahre vergessen könnten, würden wir unsere Probleme selbst regeln und in Palästina wieder ein natürliches Gleichgewicht finden." (S.33) Sie können ja den Afroamerikanern finanziell helfen, wenn sie zu viel Geld haben, fügt er an. Noch deutlicher benennt er die seiner Ansicht nach Verantwortlichen für die Zerstörung des Landes ganz am Schluss: "Israelische Killer und deren amerikanische Verbündete." (S.34) Es sei eine Ironie, dass "die jüdischen Anführer" diese Verbrechen umsonst begangen haben, da ihr Ziel eines jüdischen Staates gescheitert sei.



Der grüne Regen von Yassouf (S.35-49)

Die ersten drei Seiten dieses Essays gehören zu dem stilistisch Gelungensten von dem, was Shamir geschrieben hat. Gleichzeitig begegnen wir im Schlussteil einer Kritik am Judentum, über deren Wirkung sich der Autor im Klaren ist: "'Doch wo bleiben die guten Juden?' fragt der Leser sich. 'Zum Ausgleich'." (S.48) - Äußerlich handelt es sich im Ganzen um den Erlebnisbericht einer Olivenernte in Yassouf in der Westbank. In der Eingangsszene beschreibt der Autor eine heile Welt: Bauernfamilien, die zusammen mit Internationalen ihre Oliven ernten. Alles Wissenswerte über Oliven, vor allem ihre Symbolik und Relevanz im Alltag, wird hier aus einer literarischen Perspektive beschrieben, zusammen mit einer Beschreibung der Landschaft und ihrer Geschichte. Seit 4.000 Jahren sei dieses Dorf in Samaria/Salfit ununterbrochen bewohnt. In seiner wechselvollen Geschichte stand es phasenweise auch unter jüdischer Verwaltung. Die meisten der Einheimischen hätten im Lauf der Zeit den christlichen Glauben angenommen. Die jetzigen arabischen Bewohner seien teilweise weit herumgekommen und viele hätten auch Erfahrungen mit israelischen Gefängnissen machen müssen, sodass sie hebräisch verstanden. (S.35-37)

Diese (fast) heile Welt wird nach einem Übergangsteil, in dem hauptsächlich von der Beschlagnahme und Übergabe von Yassoufs Land an jüdische Siedler berichtet wird, extrem kontrastiert durch den zweiten Erlebnisbericht, in dem der Angriff gewaltbereiter jüdischer Eiferer und Soldaten auf die Olivenerntegruppe beschrieben wird (S.40-45). Ein weiterer Teil schließt sich an, in dessen Rahmenhandlung die Erntegruppe weiterarbeitet und sich dabei unterhält. In die Unterhaltung eingewoben sind Hintergrundinformationen und eine Kritik an Israel und am Judentum (S.45-49).

An folgender Stelle musste ich spontan lachen: "Palästinenser sind so freundlich, so offen und kommunikativ." (S.39) Shamir argumentiert, dass das Gute auf der Welt aus diesem Grund und anderen wie der "sagenhaften Gastfreundschaft" an die Palästinenser gegeben werden sollte. Lachen musste ich, weil mir mein eigenes Bild von Palästinensern vor Augen kam. Klar, auch ich habe bei meinen Besuchen eine gewisse Offenheit bemerkt und viel Freundlichkeit, aber das ist nicht das Gesamtbild. Es gehört schon zum Zusammenhang, dass Shamir aufgrund seiner Stellung unter den von ihm Besuchten als Freund und Hoffnungsträger gesehen wird, was sich am Verhalten ihmgegenüber widerspiegeln wird. Wie aber verhalten sich die sagenhaften Palästinenser in Konfliktsituationen innerhalb der eigenen Gruppe? Was ist mit Fällen wie diesen: Nördlich von Yassouf, keine 30 Kilometer entfernt, stritten sich palästinensische Geschwister um das Land-Erbe ihres verstorbenen Vaters. Ein mir unverständlicher Vorgang. Ich lese selbst gern Novalis, aber im journalistischen Zusammenhang können Shamirs Lobgesänge auf die Palästinenser wirklichkeitsfremd erscheinen und vergessen machen, dass es um Menschenrechte geht, nicht um Palästinenser.

Von brutalen Übergriffen jüdischer Siedler auf Olivenbauern und Zivilbevölkerung habe ich schon öfter Augenzeugenberichte gelesen, die ähnlich dem waren, was Shamir präsentiert. Soldaten mit Brooklyner Akzent erscheinen bei den Olivenpflückern und drangsalieren sie durch Steinwürfe und Bedrohungen, um die Ernte zu verhindern. Es folgen drei "junge Männer im jüdisch-rituellen Aufzug" (S.40) mit Schusswaffen, die die Gruppe vertreiben wollen. Shamir redet mit ihnen und bekommt zur Antwort, dass es sich um das Land der Juden handele und dass die Gojim, Nichtjuden, hier nichts zu suchen hätten. Auch der Antisemitismusvorwurf wird von den Bewaffneten geäußert. Diesen lehnt Shamir rundheraus ab und zählt berühmte Leute auf, die ebenfalls Antisemiten genannt wurden: "Heute bedeutet eher die Tatsache, nicht als Antisemit bezeichnet zu werden, dass man falsch liegt, von Scharon und Soros in den Schwitzkasten genommen." (S. 42) Den Antisemitismusvorwurf wertet Shamir demnach lediglich als Teil einer Ideologie.

Die ganze Szene erinnert Shamir an die Morlocks und die Eloi aus "Die Zeitmaschine" von H.G. Wells. Als die Erntegruppe mit Waffen bedroht wird, schreiten die Soldaten nicht ein, im Gegenteil, die drohen damit, die Erntegruppe zu verhaften. "Die Armee kümmert sich um die Palästinenser und die Polizei um die Siedler - dieser einfache Trick ist eine der besseren Erfindungen des jüdischen Genies." (S.42) Während die Ungerechtigkeit in dieser Situation nachvollzogen werden kann, ist der Hinweis auf das "jüdische Genie" irritierend. Ist das jüdisch? Was daran ist jüdisch? Sagt Shamir nicht selbst, dass es sich bei den Juden um eine sehr heterogene Gruppe handelt? Massive Ungerechtigkeiten MÜSSEN ja durch solche Tricks entstehen, ob in Palästina oder anderswo.

Während die Gruppe die Schuld an den Ereignissen in den jüdischen Siedlern sieht, sind es für Shamir Hintermänner, die die Verantwortung tragen: "An einem Ende der Kommandokette steht ein verrückter Siedler aus Brooklyn mit seinem M-16-Gewehr, am anderen Ende stehen Bronfman, Zuckerman, Sulzberger, Wolfowitz, Foxman und Friedman." (S.44) Er differenziert hier sehr genau, was im Kontrast zu allgemeinen Aussagen wie "das jüdische Genie" steht. Die Ernteszene wird aufgelöst, als die Gruppe die Erlaubnis bekommt, "weiter unten im Tal" weiterzuarbeiten. Die Szene endet mit einem für Shamir durchaus typischen Satz, der einen allgemeingültigen Humanismus belegt: "Wir sind alle unterschiedlich und das ist eine gute Sache, denn die Welt wird dadurch schöner und bunter - wenn wir dabei nicht die Menschlichkeit vergessen, die uns allen gemein ist." (S.45)

Im Schlussteil (S.45-49) geht das Gespräch zwischen Shamir und den Palästinensern weiter. Ein Beteiligter namens Hassan erzählt, wie er früher in Tel Aviv als Anstreicher für einen Juden gearbeitet hat: "Mein jemenitischer Arbeitgeber war ein anständiger Mann." (S.45) Das Arrangement, dass Palästinenser zeitweise in Israel Geld verdienten, nennt Shamir "grundlegend ungleich, aber doch tragbar." (S.45) Eine prinzipielle Ablehnung aller Juden gibt es bei Shamir also nicht. Es sind politische Entwicklungen, die er kritisiert: "Das Arrangement wurde aufgehoben, als die Juden mit ihrem Landklau begannen." (S.46) So auch in Yassouf. "Die Juden" bezeichnet hier nicht die Gesamtheit aller Juden, sondern die Juden im Gegensatz zu den Einheimischen.

Es folgt eine Kritik am Judentum, die mit der Bemerkung eines Reverends beginnt: "Christus sagte, jeder sei auserwählt. Die Juden antworteten: 'Tut uns Leid, aber nur wir sind auserwählt.' Jetzt sagen die Palästinenser: 'Lasst uns in diesem Land zusammenleben.' Und die Juden antworten: 'Tut uns Leid, aber es gehört nur uns allein.'" (S.46) Das Auserwähltheits-Argument, das in Israel teilweise wahnhafte Ausmaße hat, scheint mir ein legitimer Kritikpunkt am Judentum zu sein. Die These allerdings, dass "die Palästinenser" mit den Juden zusammenleben wollen, stimmt nicht für die Mehrheit der Palästinenser. Shamir erzählt dann in der Runde die talmudische Geschichte der zwei Männer, die sich um einen Schal streiten: Der eine beansprucht die Hälfte des Schals, der andere den ganzen Schal. Der Egoist bekommt schließlich drei Viertel zugesprochen: "Das ist also der jüdische Lösungsansatz." (S.46) Einer der Palästinenser erwähnt daraufhin die salomonische Geschichte mit den zwei Müttern und dem Kind. Shamir resümiert: "Die Palästinenser waren, genauso wie die wahre Mutter, mit der Teilung nicht einverstanden." (S.47) Während ich Shamir darin Recht gebe, dass man das Land nicht sinnvoll aufteilen kann, glaube ich nicht, dass man die Situation so schwarzweiß analysieren kann. Salomon ist aus dem Alten Testament, also auch jüdisch. Den Siedlern wirft Shamir vor, zu viel im babylonischen Talmud und zu wenig in der palästinensischen Bibel gelesen zu haben: "Sie waren bereit zu töten, nur um das Land zu bekommen." (S.47, ein Übersetzungsfehler: "They were ready to kill the land in order to possess it.") Shamir selbst ist zum Christentum konvertiert, dies sollte in diesem Kontext erwähnt werden.

Seine Kritik trifft dabei auch die liberalen Juden, nicht nur die Siedler/Chauvinisten: "Beiden Arten von Israelis ist die Zurückweisung Palästinas gemeinsam." (S.48) Die Eroberer hätten es versäumt, sich anzupassen. Den Grund für dieses Verhalten sieht Shamir allerdings im "Jüdischen", was auf der letzten Seite zum reinen Klischee wird: "Man nehme einen Juden und er wird ein Ghetto bauen." Der Palästinenser hingegen wird Olivenbäume pflanzen. Damit wird die Kolonialisierung Palästinas zu einem jüdischen Phänomen erklärt, was mir nicht einleuchtet, da es deutliche Parallelen zur Kolonial-Geschichte Amerikas, Australiens, Afrikas gibt, die auf allgemeine Mechanismen schließen lassen und nicht auf eine vermeintliche Essenz von Völkern bzw. Gesellschaften.

Welche Rollen haben Frauen in diesem Essay? Eine der Erntehelferinnen, die britische Jennifer, stellt sich den Siedlern mutig entgegen ("Fuck you!", S.42). Die palästinensischen Bauern gingen "mit ihren Frauen und Kindern" (S.42) zur Olivenernte. Die Frauen sind hier also ein Anhängsel, ähnlich wie in der traditionellen arabischen Sicht. Beim Mittagessen erscheint eine Frau, Umm Tarik, sie bringt Brot (S.45) und abends wird von schüchternen Töchtern süßer Pfefferminztee serviert (S.49). Alle anderen handelnden Personen sind Männer.



Ode an Faris oder die Rückkehr des Ritters (S.50-56)



(Update 14.08.2006, Fortsetzung folgt)



Unsere Schmerzensmutter (S.57-60)

folgt

Weiter zu Kapitel 4


Fußnoten:

16: Die englische Ausgabe des Buches liegt mir als Word-Dokument vor. (zurück)
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