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SABINE'S ROOM
Ozzy 70.2:
Sibylle J. : "Ist es notwendig, ‚durch die Hölle zu gehen', um glücklich zu werden? Muss man erst Leid erfahren haben, um sich selbst zu finden, um Glück erkennen zu können ...? Das sind weit verbreitete Auffassungen. Oft wird auch gesagt, dass Künstler leiden müssen, um daraus Kreativität zu gewinnen, und dass sie durch die Einsamkeit müssen.

Es spricht einiges für diese Thesen. Viele Künstler, seien es Musiker, Schriftsteller oder Maler, hatten schwere Zeiten. Ich merke bei mir selbst, dass einige meiner Werke aus unverarbeiteten, oft leidvollen Gefühlen heraus entstanden sind. Auch Ozzy hat viel gelitten. Und bei ihm scheint es mir so, dass er sich und seine Kunst durch die Ablehnung der anderen erst richtig verstanden hat und dadurch erst gemerkt hat, was für ein großes Potential in ihm steckt.

Ich mag an diese Behauptungen trotzdem nicht so recht glauben. Vor allem sträube ich mich dagegen, weil das bedeuten würde, dass Leid in der Gesellschaft notwendig und erwünscht ist. Außerdem ist mir zumindest ein Gegenbeispiel begegnet: Astrid Lindgren. An ihrem Todestag habe ich ein paar Radiobeiträge über sie gehört. Immer erwähnt wurde, dass sie eine sehr glückliche Kindheit hatte. Ich habe auch einen kurzen Ausschnitt aus einem Interview mit ihr gehört, in dem sie das selbst sagt. Aus ihren Büchern spricht viel Liebe und Freiheit. Und sie hat sehr viele Bücher geschrieben, bis ins hohe Alter. Das alles spricht dafür, dass sie ein glücklicher Mensch war.

Im Deutschlandfunk habe ich am 29.01. in der Sendung FAZIT (0 bis 1 Uhr) ein interessantes Interview mit einem deutschen Kinder- und Jugendbuchautor - Hans Christian Kirsch - gehört. Eine seiner zentralen Aussagen war, dass Pippi Langstrumpf subversiv ist. (Er sagte auch, dass es seiner Ansicht nach eine Aufgabe von Literatur ist, subversiv zu sein.) Auch Tarek hat darüber in der letzten Nachricht geschrieben, ich möchte seinen Ansatz hier ergänzen. Ich denke, das Subversive an Pippi ist, dass sie frei ist. Sie tut, was sie mag und ist auch noch fröhlich dabei. Die Leute müssen sie mögen, obwohl sie nicht der Norm entspricht. Kirsch bemerkte auch, dass Pippi Macht über die anderen Kinder hat, diese aber nicht ausnutzt. Man kann Pippi also vertrauen, sie ist eine positive Autorität. In einer Gesellschaft, in der die Autoritäten sich üblicherweise auf Gewalt stützen, ist das bereits subversiv.

Laut Kirsch war Astrid Lindgren die erste Kinderbuchautorin, die Kinder ernst genommen hat. Wahrscheinlich mögen deshalb auch so viele Erwachsene ihre Bücher. Wobei ich es schon paradox finde, dass Eltern ihren Kindern Pippi Langstrumpf zu lesen geben, es selbst vielleicht sogar mögen, es dann aber nicht schaffen, den Kindern die nötige Freiheit zu gewähren, damit diese sich entfalten können."


Hier ein Ausschnitt aus dem Forum von Jürgen W. Möllemann. Wer "m." ist, ist unbekannt.

Thema: Wir haben die Wahl, - Sabine - 27.04.2002 - 19:58
ob wir diejenigen groß machen, die Krieg wollen, oder diejenigen, die Frieden wollen. Ob wir immer weiter Tote und Unrecht gegeneinander aufrechnen oder die Situationen suchen, in denen Frieden möglich war / ist, um von ihnen ausgehend neue Situationen zu schaffen. Ob wir nur in die Vergangenheit blicken oder auch in die Zukunft. Gewalt und Ungerechtigkeiten aufzudecken, ist mit Sicherheit wichtig. So ist es schon für die Israelis selbst wichtig, dass die Geschehnisse in Jenin aufgeklärt werden. Damit sie sehen, wohin die Besatzung ihre eigene Gesellschaft führt. Genauso müssen die Palästinenser sehen, zu welchen Unmenschlichkeiten ihre Gesellschaft fähig ist, wenn ihre Mitglieder das Sterben unschuldiger Menschen durch Attentate in Kauf nehmen oder sogar befürworten. Doch bei der Aufdeckung der Gewalt darf es nicht bleiben. Es müssen die Alternativen geschaffen werden. Dabei können wir konstruktiv helfen. Die Friedensbewegungen beider Seiten müssen in die öffentlichkeit! Wir müssen über die Friedensdemonstrationen in Israel sprechen, über Leute wie Uri Avnery und die Friedensbewegung Gush Shalom. über Menschen in Palästina wie Saleh Abdel Jawad und Sumaya Farhat-Naser (beide von der Birzeit Universität), die sich für den Frieden engagieren und Kontakte zu Israelis haben. Diese Menschen brauchen unsere Solidarität und öffentlichkeit - nicht Ariel Sharon oder Yassir Arafat.

Titel: Party Time - Anis - 28.04.2002 - 01:21
We are the new generation.

Titel: Wir haben die Wahl, - m. - 29.04.2002 - 10:30
traeum weiter! ich glaube es ist ziemlich unwahrscheinlich das die friedensbewegungen jemals soviel macht bekommen koennten! es steckt doch einfach viel mehr in diesem konflikt! hier stecken die amis drin, israel, die arabisschen laender und vieleicht sogar europa! es ist fast schon utopisch zu glauben, dass die friedensbewegungen fruchten werden. was mir aufgefallen ist, das von der studentischen seite! eigentlich kenne ich das so, das die ersten demos, die ersten veraenderungen, dder erste widerstand immer von den intellektuellen, von den unis gekommen ist! und? was ist> selbst in deutschland sind die unis tot! selbst in deutschland haben die unis nix mehr zu sagen! man hoert nix! wieso? ich glaube es sind ganz einfach die medien! solange die medien nicht kontrolliert senden,solange sie nicht frei berichten koennen, wird es keine veraenderung geben! wir sollten die macht der medien wirklich nicht unterschaetzen! wir sind so abhaengig von den medien, wie " ein kleinkind von seinen eltern" abhaengig ist! und wir glauben alles! wie das kind! ich finde aber es ist zeit aufzuhoeren kind zu sein, die ketten zu sprengen und endlich die wahrheit zu hoeren! vor allem, sollte das israelische voolk die wahrheit hoeren! sie sollten hoeren, wie auch die amerikaner, das die welt nicht nur um sie dreht, wie es in den meisten amerikanscihen filmen zu erkennen ist, sondern das da auch milliarden andere menschen sind!

Titel: Du widersprichst dir - Sabine - 29.04.2002 - 14:40
Hallo M., zuerst schreibst du, ich träume, wenn ich sage, dass wir selbst die Welt mitbestimmen können, und dann sagst du, dass wir aufhören sollen abhängig wie ein Kind zu sein. Was denn nun? Entweder es geht oder es geht nicht. Natürlich stecken da viele Leute und Interessen drin. Aber es langweilt mich, immer nur zu hören, das geht nicht und dies geht nicht, weil die bösen andern uns nicht lassen. Das führt nur dazu, dass es niemand versucht. Sicherlich, wenn wir nicht an Veränderungen glauben, passiert bestimmt nichts. Und die Unis, ja da ist nix los. Aber entweder sehe ich die Uni als mögliche Keimzelle und versuche, da was anzuzetteln, oder ich sehe sie nicht so und mache was anderes. Nur zu sagen, hier die andern müssten was unternehmen, was soll das? Das ist sehr bequem. Tu selber was, dann brauchst du auch nicht auf die anderen zeigen, sondern kannst sagen, hier ich tue was, macht mit. Das hört sich doch schon viel besser an. Ich habe keine Patentlösung, aber ich weiß, dass ich Veränderungen will und ich glaube daran, dass jeder und jede von uns dazu etwas beitragen kann. Und ich weiß, dass viele Leute Veränderungen wollen und Frieden, warum sollte es also nicht möglich sein? Und natürlich hat es Einfluss, wenn ich über Uri Avnery spreche, er ist ein engagierter Mensch und je mehr Leute ihn kennen, desto mehr Einfluss hat er. Wer daran nicht glaubt, glaubt nicht an Demokratie. Zum Thema Friedensbewegung in Israel / Palästina hier ein Link zu einem Bericht über eine gemeinsame Demo und Initiative von jüdischen und arabischen Israelis sowie Palästinensern : http://www.nahost-politik.de/friedensbewegung/koalition.htm

Titel: Chicken - Anis - 29.04.2002 - 16:15
We are the new media.