Rula Halawani:
"Ich habe zwei Mal mit israelischen Künstlern ausgestellt und werde diesen Sommer in Italien wieder ausstellen. Aber vielleicht ist das auch nicht genug Erfahrung, um mehr über sie zu sagen. Sie mögen meine Arbeit nicht immer. Letztes Jahr sollte ich mit einigen von ihnen in Japan ausstellen, aber als sie meine Arbeit sahen, entschieden sie, ich sollte etwas anderes ausstellen. Ich lehnte ab und das wars dann." 
Frage 4:
"Zur Westbank-Foto-Collection: Es muss schwierig gewesen sein, einige dieser Bilder aufzunehmen. Die Collection sieht aus wie eine Reise, wie ein Albtraum und tiefe Eindrücke. Ich weiß nicht, ob das eine gute Frage ist, aber wie ist die Beziehung zwischen Straßenrealität und künstlerischer Realität?"
Rula Halawani:
"Es war eine Reise von einem Monat durch die ganze Westbank, es war ein Albtraum. Man kann sagen, dass ich an den Frieden geglaubt habe. Ich habe mich geweigert, all meinen Glauben daran aufzugeben, dass der Frieden während unserer Lebenszeit passiert, bis zu diesen schweren Tagen des Vorstoßes. In jenen Tagen verbrannten sie das Land und den Himmel, sie töteten uns und zerstörten unsere Häuser und unsere Wirtschaft. Es war, als hätten sie zu uns gesagt: Ihr existiert nicht und wir wollen euer Land. Wenn du dir mal ansiehst, was der Friedensprozess von 1993 bis heute erreicht hat, dann findest du mehr und mehr Siedlungen, mehr Tötungen. Wenn ich vor Jahren von einem Selbstmordattentat gehört habe, sagte ich immer: NEIN, das ist falsch und muss aufhören. Wenn ich heute von einem höre, denke ich immer noch, dass es FALSCH ist, aber ich SEHE, WARUM DIESE PERSON DEN SELBSTMORDANSCHLAG VERÜBT HAT. Wie gesagt, wenn man einen MENSCHEN OHNE SEIN LAND LEBEN LÄSST, SEIN VOLK TÖTET, SEIN ZUHAUSE ZERSTÖRT UND NICHTS HINTERLÄSST ALS LEIDEN.... WENN ER SICH TÖTET, HAT ER NICHTS ZU VERLIEREN!!"

Frage 5: "Was sind Deine aktuellen Projekte? Siehst Du eine künstlerische Entwicklung in Deiner Arbeit?"
Rula Halawani:
"Ja, meine Arbeit geht immer mehr in Richtung Kunst, und derzeit arbeite ich an einem neuen Stück über Siedlungen in Palästina."