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Dr. Halima Alaiyan:
Eine palästinensische Ärztin in Deutschland


Dr. Halima Alaiyan:
A Palestinian Physician in Germany




Deutsch
1: Einleitung
2: Stiftung
3: Autobiografie
4: Projekt-Infos 08/2005
English
1: Introduction
2: Foundation
3: Autobiography
 

(Deutsch)

1. Einleitung von Anis: Frau Halima Alaiyan lernte ich bei einer Lesung im Schleswig-Holsteinischen Landtag am 28.09.04 kennen, die von der Friedrich-Naumann-Stiftung ausgerichtet wurde. Sie las aus ihrer Autobiografie "Vertreibung aus dem Paradies" (siehe unten) und es hat mich sehr beeindruckt, was Frau Alaiyan zu berichten hat und wie sie es tut. Die Erfahrungen ihres Lebens haben sie zu einer engagierten, emanzipierten und mitfühlenden Persönlichkeit gemacht. Kooperationen und gemeinschaftliche Initiativen sind ihr in ihrer humanitären und humanistischen Arbeit wichtig, auch über Ländergrenzen hinweg. Im folgenden gebe ich einige Informationen von der Website www.talat-alaiyan.de wieder.



2. Talat Alaiyan-Stiftung und Förderverein e.V.

Talat Alaiyan-Stiftung und Förderverein e.V. für israelische, palästinensische und deutsche Kinder. Begegnung, Aufklärung, Versöhnung, Freundschaft. Für ein Leben in Freiheit und Würde, ohne ständige Angst.

Förderverein Talat Alaiyan-Stiftung e.V., Kobenhüttenweg 53, D-66123 Saarbrücken (Tel/Fax siehe Website)
stiftung (at) talat-alaiyan.de

Ziel der Stiftung und ihres Fördervereins ist:
Aktive Friedensarbeit durch Förderung von Aufklärung, Begegnung, Versöhnung und Freundschaft zwischen Kindern aus Palästina, Israel und Deutschland in Form eines Schüleraustausches. Humanitäre, soziale und medizinische Hilfe.

Stiftung und Förderverein sind als gemeinnützig anerkannt. Vorstand und Mitglieder arbeiten ehrenamtlich. Satzungen von Stiftung und Förderverein können im Impressum als Pdf heruntergeladen werden. Sie können diese Ziele durch Mitgliedschaft und/oder Spenden an den Förderverein sowie an die Stiftung unterstützen. Sie können sich auch als Gastfamilie bei einem Schüleraustausch zur Verfügung stellen. Aus den Erträgen der Stiftung bzw. aus den Mitgliedsbeiträgen und Spenden des Fördervereins sollen jeweils zwei Kinder - eins aus Palästina, eins aus Israel - gleich welcher Religion, gleichzeitig für einige Wochen nach Deutschland eingeladen werden, um sich auf neutralem Boden, ohne Angst vor Krieg und Terror zu begegnen.

So soll ein Grundstein gelegt werden für gegenseitiges Verständnis, für Respekt voreinander und für die Bearbeitung von Konflikten, möglicherweise sogar für eine Freundschaft. Die Kinder bekommen hier auch bei Bedarf medizinische und psychologische Hilfe und sollen nach ihrer Rückkehr in die Heimat weiter betreut werden.

Projekte, die in Israel oder in den palästinensischen Flüchtlingslagern das gegenseitige Kennen Lernen ermöglichen - z.B. in Form eines Schüleraustauschs - sollen finanziell gefördert werden. In Deutschland und vor Ort wollen wir mit anderen Organisationen zusammen arbeiten.



3. Die Autobiografie

Halima Alaiyan: "Vertreibung aus dem Paradies. Meine lange Flucht aus Palästina" (Marion von Schröder Verlag 2003)

Dr. Halima Alaiyan schreibt: "Im Krieg 1948 bei der Staatsgründung Israels wurde ich als kleines Kind mit meiner Familie aus Palästina vertrieben. Wir fanden als Fremde Aufnahme in Ägypten. Nach meiner frühen Heirat lebte ich in Saudi-Arabien und später mit meinen drei Kindern bei der Familie meines Mannes im Flüchtlingslager in Gaza. 1966 folgte ich meinem Mann nach Deutschland, musste aber meine Kinder zurück lassen. Kurze Zeit danach brach in Gaza der "6-Tage-Krieg" aus. Jahre kämpfte ich darum, meine Kinder aus dem Kriegsgebiet nach Deutschland zu holen. Als mir dies endlich gelang, war ich glücklich - endlich Frieden und Freiheit, endlich eine Zukunft für meine Kinder.

Durch Nachtdienste im Krankenhaus und später als medizinisch technische Assistentin im Labor sorgte ich für das Einkommen meiner Familie. Nach dem erfolgreichen Medizinstudium meines Mannes trennten wir uns. Ich begann selbst Medizin zu studieren und sorgte weiterhin für meinen Lebensunterhalt und den meiner drei Kinder. Mein Sohn litt seit seinem 2. Lebensjahr an einer schweren Bluterkrankung (Thalassemia major), die täglicher Therapie in der Kinderklinik bedurfte. Von 1986 bis 1993 arbeitete ich als Oberärztin in der Orthopädischen Universitätsklinik des Saarlandes und später in eigener Praxis. Als mein Sohn Talat im Januar 1989 an den Folgen seiner langjährigen schweren Bluterkrankung starb, fasste ich den Entschluss, meine Autobiographie zu schreiben.

Im März 2003 nahm diese Idee mit meinem Buch "Vertreibung aus dem Paradies. Meine lange Flucht aus Palästina" Gestalt an. In Erinnerung an meinen Sohn gründete ich die Talat Alaiyan-Stiftung und deren Förderverein. Der Verkaufserlös des Buches fließt in die Stiftung zu Gunsten israelischer und palästinensischer Kinder, ein winziger Schritt, dem Frieden im "Heiligen Land" näher zu kommen.

Bitte helfen Sie mit, verhärtete Fronten in Palästina und Israel abzubauen, Versöhnung, Freundschaft und Frieden durch Begegnung und Aufklärung zu schaffen."



4. Projekt-Infos 08/2005

Pressemitteilung
Treffen israelischer, palästinensischer, deutscher und luxemburgischer Jugendlicher in Saarbrücken und Luxemburg vom 3.-13. August 2005
unter dem Motto: "Together with our differences"

Die Talat-Alaiyan-Stiftung (www.talat-alaiyan.de) hat sich zum Ziel gesetzt, einen Beitrag dazu zu leisten, dass Kindern aus Israel und Palästina - gleich welcher Herkunft und Religion - eine gemeinsame Zukunft in ihrem Heimatland zu vermitteln. Die Stiftungsgründerin, Dr. Halima Alaiyan, wurde selbst in Palästina geboren und musste zusammen mit ihren Eltern und Geschwistern als Kleinkind die Vertreibung aus Palästina erleben. Die nach dem allzu früh an einer unheilbaren Krankheit verstorbenen Sohn der Gründerin Talat benannte Stiftung will helfen, Fronten abzubauen und Versöhnung und Frieden zu schaffen. Zum zweiten Mal lädt die Stiftung daher Jugendliche aus Israel und Palästina ins Saarland ein, um im Grenzgebiet zwischen Deutschland, Frankreich und Luxemburg gemeinsam mit deutschen und luxemburgischen Jugendlichen zu erleben, wie aus Feinden des 1. und 2. Weltkriegs heute Freunde wurden. In diesem Jahr findet das Treffen in enger Kooperation mit dem Roten Kreuz in Luxemburg statt. Wie im Vorjahr konnte der Ministerpräsident des Saarlands, Peter Müller, als Schirmherr gewonnen werden. Die Jugendlichen werden von geschulten Betreuern unter der Leitung des Gestalttherapeuten Benny Birnbaum, der über umfangreiche Erfahrungen im Konfliktmanagement gerade zwischen Juden und Arabern verfügt, begleitet. Die Jugendlichen lernen sich in Workshops, bei Ausflügen u.a. Spaziergang über die Grenze zu Frankreich, Fahrt nach Verdun und bei Sport- und Freizeitaktivitäten gegenseitig kennen und entwickeln Verständnis für unterschiedliches kulturelles Erbe, die verschiedenen Religionen und die zum Teil gemeinsame Geschichte. Am Beispiel der deutsch-französischen Beziehung wird deutlich gemacht, was aus einer Erbfeindschaft in einer Generation an positiver Gemeinsamkeit wachsen kann. Wir laden Sie gerne ein, unser Projekt am Begrüßungsabend am 4. August 2005 ab 19.30 Uhr in der Jugendherberge Saarbrücken, Meerwiesertalweg 31, 66123 Saarbrücken oder am Abschlussabend am 12. August 2005 ab 19.00 Uhr in der Jugendbegegnungsstätte des Roten Kreuzes in Berg- Luxemburg kennen zu lernen und mit den Jugendlichen, den Betreuern und Veranstaltern zu diskutieren.

Programm Jugendgruppe 2005
Mittwoch, 3. August
12.00 - 13.00 Eintreffen der deutschen Jugendlichen in der Jugendherberge Meerwiesertalweg Saaarbrücken, Zimmerverteilung, Bettenbeziehen. Mittagessen für ca. 10 Teilnehmer bereits angemeldet
14.00 Ankunft des Busses mit den luxemburgischen Jugendlichen in der Jugend- herberge Saarbrücken, Zimmerverteilung, Kennenlernen beider Gruppen
16.30 Abfahrt des Busses mit den dt. und lux. Jugendlichen nach Frankfurt.
20.00 Ankunft der Gruppen aus dem Mittleren Osten in Ffm; gemeinsamer Transfer nach Saarbrücken; Vorstellen der einzelnen Gruppen - Teilnehmer und Betreuer, Vorstellen des Programms der kommenden Tage
ca. 23.00 Ankunft SB, Zimmerverteilung., gemeinsamer kleiner Begrüßungsmbiss

Donnerstag, 4. August
8.00 Frühstück
9.0 Workshop
11.30 Mittagessen, Presse Deutsche Radio
12.30 Abfahrt Richtung Merzig
14.00 - 16.00 Schifffahrt um die Saarschleife ca. 2 Stdn,
16.00 Rückfahrt mit Zwischenpause in Dillingen
16.30 Ausstellung Friedensreich Hundertwasser, Eisessen
17.30 Abfahrt Richtung Jugendherberge
19.30.1 Begrüßungsabend mit Gästen. Musik: Cigdem Kerber Geige mit Tochter, Zauberer Markus Lentzen

Freitag, 5. August
8.00 Frühstück
9.00 Workshop (u.U. Film "Route 181" in Ausschnitten), alternativ Besuch der Kathedrale, Metz,eventl Saargemünder Synagoge.
14.00 Stadtrundfahrt
18.00 Empfang durch die Oberbürgermeisterin SB Charlotte Britz im Rathaus Abendessen bei MC. Donald anschließend Besuch des "Saarspektakels".
21.30 Rückfahrt mit Bus zur Jugendherberge, Kofferpacken

Samstag, 6. August
8.00 Frühstück
9.00 Fahrt nach Verdun mit Halt an der dtsch.-frz. Grenze mit Spaziergang:
18.00 Ankunft in Berg/Luxemburg wo die gesamte Gruppe bis 13.08. verbleibt
19.00 Abendessen

Sonntag, 7. August
9.00-10.30 Workshop
11.00-13.00 Fortsetzung/ Mittagessen
15.00-16.30 Workshop
17.00-18.30 Fortsetzung/Abendessen
21.00 Freizeit in Echternach.

Montag, 8. August
9.30 Fahrt nach Medernach - Freizeit "Adventure Day"
13.00 Grillessen - Fortsetzung des "Adventure Day"
18.00 Rückfahrt nach Berg + Abendessen
21.00 Freizeit.

Dienstag, 9. August
Ablauf wie Sonntag
21.00 Freizeitprogramm: Internationaler Abend.

Mittwoch, 10. August
9.30 Freizeitprogramm - Besuch der Stadt Luxemburg
13.00 Picknick im Stadtpark im Petrustal
14.00 Stadtbummel
19.00 Abendessen im Restaurant "Drei Eechelen"
21.00 Heimfahrt nach Berg.

Donnerstag, 11. August
9.30 Freizeitprogramm ( zur Auswahl: Besuch eines Badesees, Shopping in Trier, Besuch der Burg Vianden )
18.30 Abendessen
21.00 Freizeit.

Freitag, 12. August
9.00 Abschlussworkshop ( mit Pause )
13.00 Mittagessen
14.00 Vorbereitung der Abschlussfeier
19.00 Abschlussfeier mit geladenen Gästen, Freunden und Eltern.

Samstag, 13. August
9.00 Gemeinsame Fahrt nach Frankfurt
12.30 Mittagessen, anschließend Besichtigung Frankfurt Innenstadt
15.30 Abfahrt zum Flughafen Ffm
16.30 Verabschiedung der Gruppen aus dem Mittleren Osten
17.00 Busfahrt nach Saarbrücken und Luxemburg.

Für den 4.8.2005 19:30 sind Sie gerne unsere Gast in der Jugendherberger Saarbrücken Meerwiesertalweg.
Bitte unterstützen Sie uns auf dem Weg zum Frieden,
Ihre
Dr. Halima Alaiyan
alaiyan (at) telemed.de


(English)

1. Introduction by Anis: Dr. Halima Alaiyan I met at a reading which was organized by the Friedrich Naumann Foundation in the provincial diet of Schleswig-Holstein on September 28, 2004. She read out of her autobiography "Forced out of Paradise" (see below) and it really impressed me what Ms. Alaiyan has to report and how she does it. The experiences of her life made her an engaged, emancipated and compassionate personality. Cooperations and shared initiatives are important to her in her humanitarian and humanist work, also on the international level. In the following I reproduce some information from the website www.talat-alaiyan.de.



2. Talat Alaiyan Foundation and Charity

Talat Alaiyan Foundation and Charity is a registered charity for Israeli, Palestinian and German children. Meeting, understanding, conciliation, friendship. For a life of freedom and dignity, free from constant fear.

Förderverein Talat Alaiyan-Stiftung e.V., Kobenhüttenweg 53, D-66123 Saarbrücken (Tel/Fax see Website)
Email: stiftung (at) talat-alaiyan.de

Objectives of the Foundation and Charity:
· To actively promote the freedom of Palestinian and Israeli children
· To facilitate exchange programs between children
· To provide medical and humanitarian aid

The organization is a registered charity. All our staff work voluntarily for the organization. Anyone interested in the organization chart, can download it from the website.

How can you help?
· By becoming a member
· By becoming a host family
· By giving a donation
· By volunteering to help
The money raised by the Foundation will be spent to bring children from Palestine and Israel to Germany for a 2-week vacation.



3. The Autobiography

Halima Alaiyan: "Forced out of Paradise. My long flight from Palestine" (Marion von Schröder Publishing House, Munich, 2003)

Dr. Halima Alaiyan writes: "During the 1948 war, when Israel was founded, my family and I were forced to leave our home in Palestine. We went to Egypt, where we were foreigners. I got married young and went with my husband to Saudi Arabia. Again, we were foreigners. My husband went to study medicine in Germany. He left the children and me with his parents in a refugee camp in Gaza. The United Nations set up this camp in 1948 for Palestinian refugees. Many former refugees still live there today.

In 1966, I joined my husband in Germany without our children. In 1967, war broke out in Gaza. Israel occupied Gaza and my children were caught in the middle of the war-torn region. Two years later I managed to save enough money to bring at least one of my children to Germany, my son Talat, who was already ill, terminally ill, at that time. My daughters, Tagrid and Gada, joined us later when I could afford it. I worked to earn money for my family and studied medicine at the same time. Later I specialized in orthopaedic surgery. My daughter got married and I started to work at the University of Saarland. In 1989, my son Talat died. In 2003, I wrote my biography and started the Talat Foundation and Charity.

During the 1948 war, when Israel was founded, my family and I were forced to leave our home in Palestine. We went to Egypt, where we were foreigners. I got married young and went with my husband to Saudi Arabia. Again, we were foreigners. My husband went to study medicine in Germany. He left the children and me with his parents in a refugee camp in Gaza. The United Nations set up this camp in 1948 for Palestinian refugees. Many former refugees still live there today.

In 1966, I joined my husband in Germany without our children. In 1967, war broke out in Gaza. Israel occupied Gaza and my children were caught in the middle of the war-torn region. Two years later I managed to save enough money to bring at least one of my children to Germany, my son Talat, who was already ill, terminally ill, at that time. My daughters, Tagrid and Gada, joined us later when I could afford it. I worked to earn money for my family and studied medicine at the same time. Later I specialized in orthopaedic surgery. My daughter got married and I started to work at the University of Saarland. In 1989, my son Talat died. In 2003, I wrote my biography and started the Talat Foundation and Charity.

Talat, my son, is no longer alive. Talat was a Palestinian boy. He and his two sisters grew up against the backdrop of war in Gaza, surrounded by fear, oppression, killing and rape. He never had a happy and safe childhood. I was fortunate enough to receive the opportunity to study medicine in Germany and prepare for a future worth living. I had to leave my children for a time. When I could afford to have them follow, I experienced the happiest time of my life.

In Germany, we finally found peace and freedom and a future for my children. But my son was very ill, incurably ill. At the University Hospital of Homburg-Saar, he was cared for over many years - a life of blood transfusions, infusions, hormones and operations. He spent countless days and nights in the hospital where he received not only medical care, but also emotional support. My son never lost his smile.

Please help destroy the border that perpetuates hatred and limits our humanity. With each small step, we will come closer to freedom. Children, wherever they are from, are our future.


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