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Datenbank zum Diskurs Palästina/Israel/Deutschland/Arabische Welt/Islam. Seit 2001 - Database on the discourse Palestine/Israel/Germany/Arab World/Islam. Since 2001
Dezember 2006
Weiter Januar 2007

Anis Online, 26.12.06, "Palästina: Die Palästinenser werden aus Hunger wählen" von Silvia Cattori, 20.12.2006
www.anis-online.de/1/rooms/silvia/2006-08.htm


21.12.06, Email von Henryk M. Broder Text: "anis, altes krokodil aus kiel, wo bleibt denn die 'satire', die sie schon im november bringen wollten? das jahr ist bald um, und versprechen soll man halten. und wieso sind sie noch nicht vom muslim-markt interviewt worden? die nehmen doch jeden. schana towa & hag sameach! b." - Anis: "Hallo B., die Satire ist doch schon lange geschrieben, schon wieder vergessen? www.anis-online.de/1/m/pz/004_index.htm Sie vermissen mich, was? Machen Sie doch zur Abwechslung mal etwas Nettes, so, dass man es mitbekommt. Das kann ganz neue Horizonte öffnen. Laila sa'iida, Anis." - 23.12.2006 Broder: "dassolleinesatiresein? sie hatten doch wsas zum arendt-prozess versprochen, das haben sie schon vergessen. und sie wollten mir das handwerk legen. was ist denn daraus geworden? mal wieder das kroko-maul zu voll genommen?" - Anis: "Mehr ist derzeit eben nicht über Sie zu sagen, Sie machen halt immer dasselbe und es ist nicht mal gut. Es tut mir ja auch leid. Außerdem ziehen Sie mich dann wieder öffentlich in Ihr Die-Welt-ist-schlecht-zu-den-Juden-Drama. Mann, Sie können vielleicht Stuss schreiben manchmal, das ist schon unglaublich. Aber dann ankommen und sagen: Ja, schreib eine Satire über mich, wie du mir das Handwerk legst etc., Mann, Sie haben vielleicht Nerven. Gruß, Anis" - Broder: "junge, hab sie doch nur an ein versprechen von ihnen erinnert. sie nehmen eben das maul etwas voll, wie die meisten bekloppten mainzer zur fastnacht. auf dem blog der (wegen Verunglimpfung Dritter gestrichen, der Red.) klangen sie noch anders." - Anis: Gähn...


Seen 19.12.06, Online Service "NewsTrust", California
http://beta.newstrust.net
I had posted a commentary here, because the self-descriptive image of "We are the long needed good journalists" provoked me. On the next day I did not like the commentary anymore and another day later I canceled it. (Anis)


Anis Online, 15.12.06, "Das Mantra des Existenzrechts Israels / The Mantra of Israel's Right of Existence", von Anis Hamadeh
www.anis-online.de/1/ton/36.htm


taz, 12.12.06, S.12, "Jenseits der Konfrontationslogik. Die Linke muss sich im Nahostkonflikt uneingeschränkt zum Existenzrecht Israels bekennen. Es kann keine Solidarität mit reaktionär-islamischen Bewegungen geben" von Katja Kipping
http://www.taz.de/pt/2006/12/12/a0166.1/textdruck
Darin: "Die historische Verantwortung angesichts der Schoah ist und bleibt ein Grund, innerhalb globaler linker Diskurse für das bedingungslose Existenzrecht Israels einzutreten." - Der Begriff des bedingungslosen Existenzrechts Israels wird mehrfach in dem Artikel genannt, ohne dass auch nur ungefähr erklärt wird, was damit gemeint ist. Es handelt sich um ein Bekenntnis, auch wenn es wie eine Analyse daherkommt. Etwa in diesem Zitat über die israelische Geschichte: "Dass dabei Menschenrechtsverletzungen stattfanden und stattfinden, steht außer Zweifel und gehört kritisiert. Das ist aber kein Grund, sich auf die Seite derer zu stellen, die Israel und seine Bevölkerung vernichten wollen. Er rechtfertigt nicht, dass Existenzrecht Israels mit dem Verweis auf das Existenzrecht eines palästinensischen Staates zu relativieren." - Kurz gesagt: Israel hat ein Existenzrecht, Palästina nicht, wegen Auschwitz. Wenn man dem Argument des Existenzrechts auf den Grund geht, merkt man, dass reiner Egoismus dahintersteht. Oder hier: "Schon im Sinne der Bekämpfung rechtsradikaler Unterwanderungsversuche von sozialen Bewegungen hierzulande müssen sich bestimmte Grundsätze durchsetzen. Schließlich dürfte niemandem die verlogene Palästina-Solidarität, der plumpe Antiamerikanismus und die geheuchelte Friedensrhetorik der radikalen Rechten entgangen sein. Zu einem solchen Essential gehört die bedingungslose Anerkennung des Existenzrechts Israels. Selbst wenn man keine strikt pazifistische Grundhaltung einnimmt: Es gibt triftige Gründe dafür, dass Linke in der Frage, welche Mittel bei der Durchsetzung von linken Zielen angewendet werden sollten und welche nicht, klar Partei für die Gewaltfreiheit ergreifen." - Die israelische Politik ist nicht gewaltfrei. Hier liegt der große Widerspruch. Kipping schreibt: "Und es gibt auch keinen erkennbaren Grund, mit jenen zu sympathisieren, die ihren Widerstand auf menschenverachtende Weise gegen Zivilisten richten." - Die israelische Regierung hingegen darf sich offenbar in menschenverachtender Weise gegen Zivilisten richten... Die Argumentation ist nicht kohärent, es gelten zwei Maßstäbe. Zwar hat sich die Journalistin bemüht, diesen inneren Konflikt hinter hochgestochener und kaltherziger Rhetorik zu verbergen, aber unterm Strich bleibt nichts als Konfrontationslogik und ein Theoretisieren, das von der täglichen israelischen Gewalt ablenkt, die in keinem Verhältnis zu den Handlungen von Palästinensern, Arabern und Muslimen steht. Es ist eine Ideologie der Willkür, die von Katja Kipping geschützt wird.

Deutschlandradio Kultur, 12.12.06, Weisskirchen: Israel kämpft um sein Existenzrecht. SPD-Politiker zeigt Verständnis für möglichen Atomwaffenbesitz Israels
http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/interview/572757/
Darin: "Degenhardt: Heute kommt der israelische Ministerpräsident Olmert in die deutsche Hauptstadt. Der Konflikt im Nahen Osten strahlt natürlich auch in die deutsche Gesellschaft hinein. Es gibt Stimmen, die behaupten, Israel sei mit seiner Politik selbst Schuld daran, dass es insbesondere in türkischen und arabischen Kreisen eine derartige feindliche, antijüdische Stimmung gäbe. Was sagen Sie dazu? - Weisskirchen: Nein, das ist vollständig falsch, und wenn man sich anschaut - das macht man am besten, indem man Israel selbst besucht oder mit Menschen spricht, die aus Israel kommen -, wenn man sich anschaut, wie Israel gegenwärtig um sein Existenzrecht kämpfen muss, es wird ja bedroht, Hisbollah und Hamas haben sich ja ausdrücklich erklärt, oder wenn Sie den Iran nehmen oder auch in Syrien die Stimmung beobachten, die haben sich vorgenommen, Israel von der Landkarte auszuradieren. Also das Existenzrecht Israels steht auf dem Spiel, und dabei kann es für uns Deutsche nichts anderes geben, als dieses Existenzrecht zu verteidigen, an der Seite Israels zu stehen." - Typisch Politiker. Die müssen das sagen. Das Bekenntnis zum stets "in der Existenz bedrohten" Israel. Da gibt es immer die bösen Feinde, die die israelische Terrorpolitik rechtfertigen, ja die die Atombombe rechtfertigen. Gert Weisskirchen ist außenpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion und OSZE-Beauftragter zur "Bekämpfung des Antisemitismus". Er verurteilt die Besatzung Palästinas und die Vertreibungen nicht, weil er an der Seite Israels steht. Rechtliche Erwägungen der politischen Lage interessieren den nicht. Meiner Ansicht nach stellt Herr Weisskirchen eine Gefahr für unser Land dar, weil er zweifelhafte Loyalitäten über das Recht stellt.


Berliner Zeitung, 11.12.06, "Bleib, Biller, bitte bleib! Der Schriftsteller Maxim Biller kündigte in 'Tempo' an, Deutschland zu verlassen. Rafael Seligmann schreibt einen offenen Brief an ihn, in dem er ihm erklärt, warum er in Deutschland gebraucht wird"
www.bz-berlin.de/aktuell/kultur/061211/biller.html
Darin Seligmann: "Theodor Herzls (1860-1904) Traum war, alle Juden in ihrer biblischen Heimat zu versammeln. Allerdings seine Vision, 'Der Judenstaat', wurde nicht am Schreibtisch verwirklicht, sondern, wie jeder andere Staat auch - auf dem Schlachtfeld." - Krieg ist für Herrn Seligmann demnach nicht nur eine Selbstverständlichkeit, sondern scheint auch noch eine staatliche Notwendigkeit zu sein! Deutlicher kann man sich kaum für Kriege und Gewalt aussprechen. Ist das Demokratie? Dann: "Zweitausend Jahre lang hatte sich die Welt an jüdische Opfer gewöhnt. Die Hebräer hatten gefälligst wie ihr jüdischer Glaubensbruder Jesus die andere Wange hinzuhalten, wenn man sie schlug. Nach dem Völkermord der Nazis wurde es selbst den langmütigen Juden zu viel. Sie begannen sich zu wehren." Das ist simplifizierter ideologischer Unsinn. Sich wehren gegen wen? Was nach dem Zweiten Weltkrieg in Palästina geschah, hat mit "sich wehren" wenig zu tun, mehr mit Kolonialismus und Vertreibung der einheimischen Bevölkerung. Daher werden von Seligmann die Araber auch nicht erwähnt. Es würde zu offensichtlich, dass die Rache an den Nazis und an der 2000-jährigen Geschichte auf ganz neue Gruppen übertragen wurde und wird. Seligmann fährt fort: "Als mein Professor, dessen Vater ein famoser Nazi war, die Israelis als SS-ler verunglimpfte, kündigte ich, statt ihn ordentlich zu verdreschen. Das ärgert mich bis heute." - Ein anscheinend von Gewalt durchdrungener Mensch. Erneut lässt sich der Journalist von Rachegedanken leiten und führt diese einem großen Publikum vor. Dass die BZ dies druckt, deutet an, dass unsere Öffentlichkeit Gewaltmenschen dieser Art ein Forum bieten möchte und dass der schleichende Völkermord an den Palästinensern von unserer Öffentlichkeit weiterhin mitgetragen wird. Die Palästinenser werden nirgends in dem Artikel genannt, aber sie werden täglich getötet und schikaniert, was relativ zum Ausmaß selten in der Zeitung steht, weil es Leuten wie Seligmann nicht gefallen würde zu lesen, was die Zionisten treiben. Intelligente Menschen verstehen diese Zusammenhänge, besonders wenn sie so deutlich zu Tage treten wie in diesem Artikel, den die Berliner Zeitung gedruckt hat. Lasst die Palästinenser, die Araber, die Muslime bluten für die jüdische Geschichte, so scheint das Motto zu lauten. Und Deutschland ist damit zufrieden, jedenfalls unsere Öffentlichkeiten. Als würde auf die Opfer des Genozids - übrigens überwiegend Nicht-Zionisten - noch gespuckt, so sehr gehen wir den Weg der Gewalt weiter und wiederholen ihn mit neuen Mitspielern. Nach Angaben von Wikipedia schreibt Rafael Seligmann seit 1978 für den Spiegel, BILD, Die Welt, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung und die taz. 1981/82 war er außenpolitischer Berater in der CDU-Bundesgeschäftsstelle in Bonn, 1985 bis 1991 Dozent für Internationale Beziehungen an der Universität zu München. 1985 gründete Seligmann die Jüdische Zeitung. Er lebt heute als freier Journalist, Talkshow-Moderator, Ghostwriter und Autor in Berlin. Mit einem Zitat hat Seligmann jedenfalls Recht: "Deutschland (...) braucht kritische Geister und zornige Schreiber." - Eine Medienkritik von Anis Hamadeh

Haaretz, 11.12.06, "Jimmy Carter: Israel's 'apartheid' policies worse than South Africa's", by Haaretz Service
www.haaretz.com/hasen/spages/799476.html
Quote: "Carter said his new book, 'Palestine: Peace Not Apartheid' was meant to spark U.S. discussion of Israeli policies. 'The hope is that my book will at least stimulate a debate, which has not existed in this country. There's never been any debate on this issue, of any significance.'"


Anis Online, 10.12.06, "Review of: Khaled Hroub, Hamas. A Beginnerīs Guide", by Ludwig Watzal
www.anis-online.de/1/ton/35.htm


Anis Online, 01.12.06, "Gastessay: Straße in den Krieg. Deutsche Soldaten demnächst auch in Südafghanistan", von Knut Mellenthin
www.anis-online.de/1/essays/gastessays/20.htm

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