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Datenbank zum Diskurs Palästina/Israel/Deutschland/Arabische Welt/Islam. Seit 2001 - Database on the discourse Palestine/Israel/Germany/Arab World/Islam. Since 2001
Oktober 2006
Weiter November 2006

23.10.06, DLF, "'Viele Juden schämen sich Israels'. Britischer Politologe wirft Israel Verbrechen vor" Moderation: Christoph Heinemann
Untertext: "Der anglikanische Friedensaktivist Paul Oesterreicher ist der Ansicht, dass es den Deutschen aus 'sehr verständlichen Gründen' schwer fällt, Israels Politik zu kritisieren. Man habe Angst vor dem Vorwurf des Antisemitismus. Der Antisemitismus heute werde jedoch 'gezeugt durch die Politik Israels'."


12.10.06, Tages-Anzeiger (Schweiz), Ausland S.9, "Im Land der freien Rede darf nicht jeder frei reden. Der bekannte Historiker Tony Judt wurde in New York daran gehindert, einen Vortrag über die pro-israelische Lobby zu halten. Von der pro-israelischen Lobby." von Claudia Kühner
Dazu schreibt Günter Schenk: "Wie sehr sich die Verhältnisse jenseits und dieseits des Atlantik inzwischen ähneln! Frau Kühner vom Tagesanzeiger verdient Dank für ihre Berichterstattung über einen ebenso bedauerlichen wie symptomatischen Fall des Verfalls angestammter und für westliche Kulturen vitaler Freiheitsrechte, des Rechts auf das Freie Wort. Mit den gleichen Worten wie Frau Kühner im Fall des Professor Judt brandmarkte erst kürzlich die - auch dies ist, wie im Fall Toni Judts in diesem Falle zu vermerken - deutsche Jüdin, Frau Evelyn Hecht-Galinski von den "Europäischen Juden für einen Gerechten Frieden" (EJJP) in einer großen deutschen Tageszeitung das Verhalten etablierter jüdischer Kreise in Deutschland. Was war der Grund für Frau Galinskis Vorwürfe? Die Jüdische Gemeinde Frankfurts hatte auf ganz ähnliche Weise, wie dies nun in New York geschah, eine Diskussion mit Lesung des Autors eines die Politik Israels kritisierenden Buches, "Ich will nicht mehr schweigen" des bekannten Gründers von Cap Anamour und jetzigen Vorsitzenden der "Grünhelme e.V.", Rupert Neudeck in Frankfurt am Main verhindert. Es scheint nun so zu sein, dass es sich keineswegs um lokale Einzelfälle der Behinderung des freien Wortes handelt, sondern um eine auf zahlreiche westliche Länder übergreifende Einflussnahme durch jüdische Lobby-Gruppen. Kritiker für dieses Verhalten aus den eigenen Reihen haben da gar nicht erst eine Chance - sie werden, weil unbequem - mit dem Bann des Ausschlusses (siehe den Fall des deutschen Professors Verleger) oder des Tot-Schweigens belegt, wie dies auch der Pariser Politologe Professor Grosser in einem Zeitschriftenbeitrag im französischen "LA CROIX" (vom 15.03.2006) bedauernd feststellte. Dies ist eine besonders bedauerliche Entwicklung, allzuleicht könnte die Mär vom "überhandnehmenden neuen Antisemitismus" als Folge sich "allmächtig gerierenden Lobbygruppen" zu einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung geraten. Achtsamkeit ist darum vonnöten - immer, wenn die Freiheit des Wortes in Gefahr gerät.


07.10.06, taz, "Gesundes Volksempfinden 2006. Wer knickt ein vor dem Islam? Diese Frage eint Feuilleton, Bürger und Rechtsextreme. Die ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Islamismus bleibt dabei auf der Strecke" von Eberhard Seidel
www.taz.de/pt/2006/10/07/a0142.1/text Beginnt mit: "'Warum knicken wir vor dem Islam ein?' Das fragen die Bild-Zeitung, Sabine Christiansen und Poltergeist Henryk M. Broder. Und mit ihnen gemeinsam Hunderttausende im Land, die sich prinzipiell immer das fragen, was Bild, Sabine Christiansen und Henryk M. Broder vorfragen." - Ich denke, es ist Zeit, diesem "Poltergeist" Broder endlich das Handwerk zu legen. Er tingelt durch die Medienlandschaft mit seinem antidemokratischen, zur Gewalt aufrufenden Geschwätz und verunsichert die Bevölkerung. Darüber hinaus verklagt er alle möglichen Leute, die ihn kritisieren. Mich wollte er ja auch sofort verklagen. Ein unverbesserlicher, hetzerischer und unsympathischer Journalist, der in unserer Öffentlichkeit keinen Platz haben sollte. Das einzige, was er zu bieten hat, ist die Tatsache, dass er Jude ist. Andernfalls würde niemand bei uns so eine extreme gewaltorientierte Meinung tolerieren. Schön, dass ihn mal jemand wie Herr Seidel angreift. Seidel - wiewohl nicht gerade mein politischer Freund - hat meine volle Anerkennung für diesen Artikel. PS am 13.10.2006: Herr Seidel schrieb in einer Email an Erhard Arendt vom Palästinaportal unter anderem: "Im Gegensatz zu Ihnen hoffe ich, dass Henryk M. Broder sein Handwerk noch lange ausübt". - Anis: Gut, dass Herr Seidel klarmacht, dass seine Kritik an Broder nicht substanziell ist. Dass Broder antidemokratisches und gewaltorientiertes Zeug schreibt, scheint ihn dann letztlich doch nicht so zu stören. Tja, wenn man für Israel ist, kann man halt auch für Gewalt sein. Ist man hingegen für Palästina, dann ist jede Art von Gewalt oder Rechtfertigung von Gewalt Terrorismus. Zwei Maßstäbe. Gell, Herr Seidel? Verstehen Sie mich mal nicht falsch: Soll der Broder schreiben, bis ihm die Finger abfallen, meinetwegen: SEIN HANDWERK, GEWALT ZU RECHTFERTIGEN UND MENSCHENRECHTLER ZU DIFFAMIEREN, SOLLTE IHM ABER GELEGT WERDEN, WEIL ES ANTIDEMOKRATISCH IST. Ferner schreibt Herr Seidel an Erhard: "mit Verwunderung musste ich zur Kenntnis nehmen, dass Sie meinen Artikel 'Deutsches Volksempfinden 2006' (taz, 7/10/2006) auf Ihrer Seite verlinkt haben. Ich fordere Sie auf, ihn umgehend, d.h. sofort, von Ihren Schmuddelseiten zu nehmen. Sollte dies nicht geschehen, behalte ich mir rechtliche Schritte vor." - Anis: Erhard und Schmuddelseiten? Und seit wann kann man jemandem verbieten, einen Text zu verlinken? "Lassen Sie Ihre Pfoten von meinen Texten" schreibt er Erhard, also so ein Ton! Wie unsympathisch! Komisch, mir hat der Seidel nicht so geschrieben. Ich habe ihn ja auch verlinkt. An anderer Stelle habe ich Seidel auch mal in Schutz genommen, das hat die taz sogar als Leserbrief gedruckt. Seidel schreibt Feindbild-Sachen wie: "Der totalitäre Gehalt des Islamismus ist offenbar." (Im Untertitel des Artikels: "Die Blindheit der Europäer", taz 2.12.2003, wird von ihm heute noch gern zitiert) Was immer er auch mit "Islamismus" meint. Klar gibt es innerhalb islamistischer Strömungen totalitäre Tendenzen und klar sind die zu bekämpfen. Den totalitären Gehalt des weitaus besser zu fassenden Zionismus allerdings würde er nicht untersuchen. Auf diese Idee würde Herr Seidel gar nicht kommen.

Weiter September 2006
 
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