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Datenbank zum Diskurs Palästina/Israel/Deutschland/Arabische Welt/Islam. Seit 2001 - Database on the discourse Palestine/Israel/Germany/Arab World/Islam. Since 2001
08.08.2006
Weiter 09.08.06

Gesehen 08.08.06, http://maarav.org.il/draftedart, a trilingual site + exhibition by artists against the war
Darin: "As Israeli citizens we are responsible for our government's actions. It is our duty to do all that we can to stop the war crimes committed by our country in our name."

08.08.06, Bildblog.de, "Die Opfer, die 'Bild' bringt" von lupo
www.bildblog.de/?p=1621 Darin: "Am Montag kamen am Vormittag bei Angriffen der israelischen Armee auf den Süden Libanons nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP 'mindestens 33 Libanesen' ums Leben. Weitere Tote wurden am Abend bei einem Luftangriff auf einen Vorort der libanesischen Hauptstadt Beirut gemeldet. In der 'Bild'-Zeitung ist am folgenden Tag von libanesischen Toten oder Verletzten wieder nicht die Rede. Sie berichtet stattdessen erneut ausschließlich über israelische Opfer." - Mit weiteren Details. Besprechung mehrerer Nahost-Artikel der Bildzeitung der letzten Tage. Sehr brauchbar.

08.08.06, FR, "Eine 'neue goldene Gelegenheit' für Libanon. Der israelische Reservegeneral Kuperwasser gewährt im Außenministerium einige Innenansichten zum Stand des Krieges." von Inge Günther
Dass solchen Leuten so viel Raum gegeben wird... Goldene Gelegenheit für den Libanon. Dass die sich nicht schämen, solche zynischen Bemerkungen als besondere Innenansichten zu verkaufen....

08.08.06, FR, "Helfer werden behindert. 'Verzweifelte Lage' im Libanon" von Inge Günther
Beginnt mit: "Caritas international befürchtet im Libanon eine humanitäre Katastrophe. Falls die Blockade des Landes fortgesetzt werde, bestehe die Gefahr, dass die gesamte Wirtschaft zusammenbreche, sagte der Leiter des katholischen Hilfswerks, Martin Salm, am Montag im SWR. Bereits jetzt gebe es kaum noch Verkehr und Handel. Nach den Worten Salms ist die Lage der Zivilbevölkerung 'wirklich verzweifelt'."

08.08.06, junge Welt, Titel, S.1, "Mehr als 1000 Tote" von Werner Pirker
www.jungewelt.de/2006/08-08/011.php Darin: "Seit Beginn der israelischen Aggression sind bereits mehr als 1000 Libanesen getötet worden. 928 davon waren Zivilisten, darunter etwa 280 Kinder unter zwölf Jahren. Die libanesische Armee beklagt nach Regierungsangaben 30 getötete Soldaten. Die Opferbilanz der Hisbollah-Miliz soll sich auf 51 Tote belaufen."

08.08.06, junge Welt, Inland , S.2, "'Wobei hätten wir der Motor sein können?' Kritik an mangelnden Aktivitäten gegen den Libanon-Krieg. Ein Gespräch mit Sevim Dagdelen" Interview: Wera Richter
www.jungewelt.de/2006/08-08/001.php Darin Richter: "Der Angriffskrieg wird ja nicht von der israelischen Bevölkerung geführt, sondern von der Regierung, und ich protestiere gegen diese Regierungspolitik. Das tue ich auch aufgrund der jüngsten Vergangenheit Deutschlands. Wegen dieser Verantwortung müssen wir alles Erdenkliche tun, um einer Politik, die den Antisemitismus fördert, und das tut die Politik der israelischen Regierung in meinen Augen momentan, entgegenzutreten." - Eine bewundernswerte Politikerin. Die Linkspartei hat hier eine gute Haltung: "Wir verurteilen die Handlungen der Hisbollah als einen Akt der Aggression und den Angriffskrieg der israelischen Regierung." Sevim Dagdelen ist Bundestagsabgeordnete der Fraktion Die Linke und Sprecherin für Migrations- und Integrationspolitik. Wichtiges Interview.

08.08.06, junge Welt, Schwerpunkt, S.3, "Kriegsjunkies in Tel Aviv. Ehud Olmert und Amir Peretz sind die größte Gefahr für Israel" von Uri Avnery, Üb. Ellen Rohlfs und Christoph Glanz
www.jungewelt.de/2006/08-08/008.php Darin: "Ehud Olmert hat offensichtlich jeglichen Kontakt mit der Realität verloren. Er lebt in einer selbstgeschaffenen Seifenblase. Seine Reden zeigen, daß er ein echtes Problem hat. Von allen Gefahren, denen Israel jetzt ausgesetzt ist, sind es diese, die man am ernstesten nehmen sollte. Denn dieser Mann entscheidet ganz einfach über das Schicksal von Millionen: wer sterben, wer Flüchtling, wessen Welt zerschmettert werden wird." - Uri Avnery kennt Olmert, seit dieser 20 war. Uri weiß, wovon er spricht. Noch schlechter kommt Peretz weg: "Aber Olmerts Problem mit dem Größenwahnsinn ist nichts im Vergleich zu dem, was mit Amir Peretz geschehen ist." - Wichtiger Insiderbericht.

08.08.06, junge Welt, Schwerpunkt, S.3, "Was waren Israels Kriegsziele? Welches sind die Ergebnisse?" von Uri Avnery, Üb. Ellen Rohlfs und Christoph Glanz
www.jungewelt.de/2006/08-08/010.php Uri Avnery beschreibt die offiziellen Kriegsziele der Israelis und kommt zu folgendem Schluss: "Einige trösten sich mit dem Gedanken, 'die Araber haben gesehen, daß wir wahnsinnig werden können'. Wir reagieren auf eine kleine lokale Provokation mit einer Mord- und Zerstörungsorgie, zerstören ganze Länder und laufen eine Art nationalen Amok. Aber Amoklaufen ist keine Politik. Es löst kein einziges Problem." - Ganz ähnlich Uris heutiger Kommentar in der taz unter dem Titel "Sechs Pleiten und ein Irrtum".

08.08.06, junge Welt, Schwerpunkt , S.3, "Brief aus Haifa. Israels Bomben und Hisbollahs Raketen" von Abna Al Balad (Haifa)
www.jungewelt.de/2006/08-08/009.php Auszüge aus einem Brief der Organisation Abna Al Balad (Kinder der Erde) in Haifa, die sich für die Rechte der arabischen Bevölkerung in Israel einsetzt.

08.08.06, junge Welt, Ansichten, S.8, "'Die USA wollen Syrien und den Iran schwächen'. Wie sich der Krieg beenden läßt. Ein Gespräch mit Rami George Khouri" von Andrea Bistrich
www.jungewelt.de/2006/08-08/032.php Darin der Chefredakteur des in Beirut erscheinenden Daily Star, Rami Khouri (www.ramikhouri.com) über den Begriff des Neuen Nahen Ostens: "Der Nahe Osten ist kein Pudding, den irgendwelche Leute in eine neue Form bringen können."

08.08.06, junge Welt, Thema , S.10, "Der Aufstieg der Hisbollah. Die Mitglieder der 'Partei Gottes' gelten als neue Helden in der arabischen Welt. Ein historischer Rückblick" von Rainer Matthias
www.jungewelt.de/2006/08-08/039.php Darin: "Seit Mai 2000 beschränkte sich die Hisbollah auf die Bekämpfung israelischer Militärstellungen im Gebiet der Schebaa-Farmen. Soweit dabei in wenigen Ausnahmefällen nordisraelisches Gebiet in Mitleidenschaft gezogen wurde, ergab es sich unmittelbar aus den Kampfhandlungen. Die Darstellung der israelischen Propaganda, die auch von Bundeskanzlerin Angela Merkel übernommen wurde, die Hisbollah habe schon seit Monaten Raketen auf die israelische Zivilbevölkerung geschossen, ist völlig falsch. Das ist erst eine Reaktion auf die israelischen Luftangriffe gegen zivile Ziele und gegen die Infrastruktur Libanons. Neue Umfrageergebnisse zeigen, daß die Hisbollah mit ihrem Widerstand gegen Israels Angriffe den Respekt aller Teile der libanesischen Bevölkerung gewonnen hat." - Wichtiger, langer Hintergrundbericht über die Entstehung der Hisbollah.

08.08.06, Neues Deutschland, "Kein Fahrplan am East River" Kommentar von Olaf Standke
Darin über die UNO-Resolution zum Libanonkrieg: "Ein solch fauler Kompromiss wird selbst mit ein wenig Kosmetik nicht besser. Und den Krieg stoppt er auch nicht."

08.08.06, SZ, "Krise der UN. Stellvertreterkrieg am East River. Spitzenbeamte der Vereinten Nationen äußern inzwischen ganz offen Kritik an Amerika und England. Der Sicherheitsrat kann sich angesichts der Eskalation in Nahost - wenn überhaupt - nur auf den kleinsten gemeinsamen Nenner einigen." von Nicolas Richter
www.sueddeutsche.de/ausland/artikel/304/82222/ Darin über den US-amerikanischen Botschafter bei der UNO: "Bolton äußerte die Befürchtung, eine israelkritische Resolution könne von Verfechtern einer frühen Waffenruhe instrumentalisiert werden." - Mit was für Argumenten der kommt, es ist erstaunlich. Der Artikel von Nicolas Richter ist sehr gut, er passt nicht zu dem von Thorsten Schmitz in derselben Ausgabe.

08.08.06, SZ, "Kritik, die auf taube Ohren stößt. Israel gibt nicht viel auf Resolutionen, weil Jerusalem die Vereinten Nationen für voreingenommen und pro-arabisch hält." von Thorsten Schmitz
www.sueddeutsche.de/,tt1l3/ausland/artikel/303/82221/ Darin: "Israel empfindet die UN als voreingenommene Repräsentantin einer Generalversammlung, die von arabischen, islamischen und mit diesen verbündeten Dritt-Welt-Staaten dominiert ist. Als Beleg gelten den israelischen Regierungen die vielen Resolutionen, mit denen Israel seit Jahrzehnten gemaßregelt wird. Tatsächlich wird kein anderer Staat der Welt so oft mit Resolutionen konfrontiert wie Israel." - Der ganze Artikel erzählt davon, wie böse die UNO (aus Sicht Israels) ist, fast schon antisemitisch: "Im Prinzip gibt es aus Sicht Israels nur ein einziges erfreuliches Ereignis in den von Misstrauen und gegenseitigen Anschuldigungen geprägten Beziehungen zwischen Israel und UN: die Resolution mit der Nummer 181." - Ja, aber Israel hat nicht mal die 181 eingehalten, weil es einseitig und auf einem anderen als dem vorgegebenen Gebiet errichtet wurde, zudem mit Vertreibungen verbunden. Nachdem Schmitz nahegelegt hat, dass Israel ungerecht von der Welt behandelt wurde, beschließt er sein oeuvre mit der knappen Bemerkung: "Mit derselben Energie, mit der die UN Israel mit Resolutionen überziehen, ignoriert Israel diese allerdings - zum Beispiel die völkerrechtlich verbindlichen UN-Resolutionen 242 und 338. Sie fordern die Aufgabe sämtlicher von Israel seit 1967 besetzten Gebiete." - Ich frage mich, wie man gleichzeitig solch einen Artikel schreiben und sich selbst noch ernst nehmen kann. Gruß an Thorsten Schmitz!

08.08.06, taz, S.2, "Die Lage wird kritisch" von taz
www.taz.de/pt/2006/08/08/a0040.1/text Darin: "Nach fast vier Wochen Krieg wird die Lage für die libanesische Zivilbevölkerung immer kritischer. (...) Generell werfen Hilfsorganisationen Israel vor, ihnen den Zugang zu den Krisengebieten zu erschweren. Fast eine Million Menschen sind auf der Flucht und benötigen dringend Hilfe."

08.08.06, taz, S.2, "Hisbollah nicht tabu" von taz
www.taz.de/pt/2006/08/08/a0040.1/text Darin: "Sollten sich in Folge des Kriegs Hisbollah-Mitglieder radikalisieren, dürfe solch ein Verbot 'kein Tabu' sein, sagte er." - Genau so werden in unserer Gesellschaft Söhne und Töchter bestraft, die gegen ihre autoritären Eltern protestieren: Sollten sich die Kinder in Folge der Schläge ihrer Eltern radikalisieren, so werden wir über ein Verbot dieser Rebellen nachdenken müssen.

08.08.06, taz, S.2, "Experte des vergleichenden Fanatismus" von Susanne Knaul
www.taz.de/pt/2006/08/08/a0041.1/text Über den israelischen Schriftsteller Amos Oz. Darin: "Oz war selbst nie Pazifist (...). Krieg als Mittel zur Selbstverteidigung ist für ihn durchaus legitim. (...) Als Mittel zur Konfliktlösung eignet sich die militärische Auseinandersetzung seiner Meinung jedoch nicht." - Ich sehe hier einen Widerspruch. Er wird nur durch das schwammige Wort "Selbstverteidigung" überdeckt. Denn wer wirklich versteht, dass gewalttätige Auseinandersetzungen keine Konflikte lösen, der ist bereits Pazifist. Oder was sonst soll ein Pazifist sein?

08.08.06, taz, S.3, "Syrien ist nur der Juniorpartner. Politische Beobachter in Damaskus sind der Ansicht, dass Präsident Assad nicht stark genug sei, um Druck auf Hamas und Hisbollah auszuüben" von Kristin Helberg (Damaskus)
www.taz.de/pt/2006/08/08/a0117.1/text Endet mit: "Die Entscheidung über Krieg und Frieden liege allein bei Israel, meint Marwan Kabalan. Sollte Israel Syrien angreifen, bliebe Damaskus nichts anderes übrig, als zurückzuschlagen. Wäre Israel dagegen bereit, zu verhandeln, würde Syrien lieber heute als morgen an einer Lösung des Konflikts mitarbeiten. Hamas, Hisbollah und das syrische Regime sollten als Gesprächspartner akzeptiert werden, fordert der Politologe. Sie alle wollten reden - nur Israel nicht." - Israel ist auf einem Trip, der mit der deutschen Vergangenheit zusammenhängt. Das übertriebene Sich-Wehren-Müssen und die Existenzangst stammen aus Deutschland. Deshalb hat Deutschland eine Verantwortung für den Libanon und Palästina.

08.08.06, taz, S.4, "Sehr ausgewogen zum Krieg im Nahen Osten. Ohne größere Diskussion beschließt die Attac-Basis in Karlsruhe eine Erklärung zu den Kämpfen im Libanon" von Felix Lee
www.taz.de/pt/2006/08/08/a0124.1/text Darin: "'Die jahrelange Debatte scheint nun gefruchtet zu haben', sagt Thomas Seibert von Medico International, der zu den Verfassern der Erklärung gehört. 'Auf beiden Seiten.' Innerhalb des Attac-Netzwerks scheint es nur eine Gruppe zu geben, denen die Erklärung der Attac-Spitze 'zu schwammig' bleibt: die 'AG Globalisierung und Krieg'. Aktivistin Barbara Fuchs kritisierte, in der Erklärung werde zu wenig auf die Ursachen des Konflikts eingegangen." - Kein Wunder, dass es keine größeren Diskussionen gab, die führt Attac nicht mehr. Besagter Thomas Seibert, über dessen Intelligenz es unterschiedliche Ansichten gibt, hat es mit Werner Rätz zusammen geschafft, die philosemitische Linie vorzugeben. Ich kenne beide persönlich und habe sie in vielen Gesprächen analysiert. Das Hauptproblem war wie immer die schweigende Mehrheit. Ich bin wegen Rätz und Seibert letztlich ausgetreten, weil ich gegen das Klima nicht ankam, in dem sie agierten. Attac Deutschland ist schon lange tot.

08.08.06, taz, S.5, "Vertreter des Zentralrats kritisiert Israel. Bisher kamen vom Zentralrat der Juden nur Solidaritätsbekundungen mit Israel. Doch nun missbilligt mit Rolf Verleger erstmals ein Mitglied des Direktoriums die Militäraktionen. Auch für die Haltung der Zentralratschefs hat Verleger keinerlei Verständnis" von Philipp Gessler (Berlin)
www.taz.de/pt/2006/08/08/a0055.1/text Darin: "Verleger, 54, ist von Beruf Professor für Neurophysiologie am Lübecker Universitätsklinikum. Er vertritt die orthodox geprägten jüdischen Gemeinden Schleswig-Holsteins. Nach seiner Ansicht vervielfacht die Militäraktion Zorn, Wut und Gewalt in der Region. Die Präsidiumsmitglieder wüssten so gut wie er selbst, 'dass der Anlass für den Hisbollah-Terror gegen Israel der ungelöste Palästina-Konflikt ist'. Verleger erinnert an historische jüdische Autoritäten wie Rabbi Akiba. Der habe das wichtigste Gebot des Judentums in dem Spruch 'Liebe deinen Nächsten wie dich selbst' erkannt: 'Das glaubt mir doch heutzutage keiner mehr, dass dies das ,eigentliche' Judentum ist, in einer Zeit, in der der jüdische Staat andere Menschen diskriminiert, in Kollektivverantwortung bestraft, gezielte Tötungen ohne Gerichtsverfahren praktiziert, für jeden getöteten Landsmann zehn Libanesen umbringen lässt und ganze Stadtviertel in Schutt und Asche legt. Ich kann doch wohl vom Zentralrat der Juden in Deutschland erwarten, dass dies wenigstens als Problem gesehen wird.'" - Donnerwetter, ich bin beeindruckt.

Weiter 07.08.06
 
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