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Datenbank zum Diskurs Palästina/Israel/Deutschland/Arabische Welt/Islam. Seit 2001 - Database on the discourse Palestine/Israel/Germany/Arab World/Islam. Since 2001
07.08.2006
Weiter 08.08.06

07.08.06, FAZ, "Bush: Anfang eines Kampfes gegen 'islamischen Faschismus'" von mibo./gel./F.A.Z.
www.faz.net/s/Rub9854F8E42EB34E39... Darin wird George Bush zitiert: "Man stehe erst am Anfang eines Kampfes gegen einen 'islamischen Faschismus', den man 'an den Wurzeln' packen müsse." - Dieses Vokabular habe ich bislang nur von Journalisten, nicht von Politikern gelesen. Bush schreitet voran in seinem Endkampf zwischen Gut und Böse.

07.08.06, Frankfurter Rundschau, Kommentar Nahost, "Noch kein Durchbruch" von Richard Meng
Endet mit: "Entschieden ist noch nichts. Klar nur schon, dass es bei diesem UN-Engagement nun nicht mehr alleine um Libanons Zukunft geht. Nichts wäre für ganz Nahost enttäuschender als ein Akt der Alibi-Diplomatie, nach dem die Gewalt neu triumphiert." - Mehrdeutige Worte. Ich schätze, Meng meint die anderen arabischen Staaten. Oder meint er Israel? Kann ich mir eigentlich nicht vorstellen.

07.08.06, Frankfurter Rundschau, "Hisbollah fühlt sich düpiert. Libanon lehnt UN-Entwurf ab. Genugtuung in Israel, Enttäuschung im Libanon: Die Reaktionen der Betroffenen auf den UN-Resolutionsentwurf" von I. Günther/A. Frefel
Darin: "Kurzum: In dem Entwurf ist eine Menge von dem realisiert, was Premier Olmert als Kriegsziele definiert hat." - Deshalb fühlt sich nicht nur die Hisbollah düpiert, sondern die unterschiedlichsten Leute.

07.08.06, Frankfurter Rundschau, Feuilleton, "Die Tragik Beiruts. Auf dem Platz der Märtyrer" von Michael Lüders
Endet mit: "Beirut wird kein zweites Bagdad werden. Doch der Auftrieb der Hisbollah stärkt einmal mehr den längst überlebten politischen Islam, weil er allein die Emotionen in einer Welt zu bündeln versteht, die auch, wie sich jetzt wieder zeigt, wegen der Versäumnisse der internationalen Gemeinschaft nicht zur Ruhe kommt." - Guter Artikel.

07.08.06, junge Welt, Titel, S.1, "Israel-Sieg per Dekret?" von Rainer Rupp
www.jungewelt.de/2006/08-07/045.php Darin: "Allerdings haben sich die US-Amerikaner bei den Verhandlungen mir Frankreich über einen Resolutionsentwurf des UNO-Sicherheitsrats am Samstag weitgehend durchgesetzt. Dieser enthielt jedoch keinen Passus zum Abzug der israelischen Truppen von libanesischem Territorium. Dafür wird die bedingungslose Freilassung der zwei gefangenen israelischen Soldaten gefordert, während über die von Israel verschleppten Libanesen und Hisbollah-Kämpfer kein Wort verloren wird." - Die UNO braucht eine Reform, das ist bekannt. Die Öffentlichkeiten - also Medien, Politiker und NGOs - müssen das durch Proteste vorbereiten, anders geht es nicht.

07.08.06, junge Welt, S.8, "Untauglicher UN-Resolutionsentwurf. Freibrief für Krieg" von Jürgen Cain-Külbel
www.jungewelt.de/2006/08-07/030.php Darin am Schluss: "Tatsächlich ermöglicht diese Resolution Israel die ungestrafte Fortsetzung seiner Aggression. In einer Zeit, in der Bush, Blair, Rice, Bolton, Olmert die Welt in Kriege treiben, jene Art von Terrorismus erfanden, die ihnen das Einrücken ihrer Armeen in aller Herren Länder garantiert, um Ressourcen zu erobern, wirtschaftlich interessante Areale neu aufzuteilen und parallel einen Kreuzzug gegen den Islam zu führen, bleibt Staatsterrorismus internationale Politik. Die UNO scheint nur noch gebraucht zu werden, dafür die Legitimation zu liefern." - Es ist wichtig darauf hinzuweisen, dass diese Entwicklungen ohne die schweigenden Öffentlichkeiten nicht möglich wäre.

07.08.06, Neues Deutschland, "Offiziell führt Israel keinen Krieg gegen den Nachbarstaat, sondern 'nur' gegen die Hisbollah. In Libanon hat sich eine All-Parteien-Front gebildet. Religiöse, ethnische und ideologische Unterschiede treten zurück" von Alfred Hackensberger, Beirut
Darin: "Die mittlerweile 900 getöteten Zivilisten und die Zerstörung von Häusern, Brücken und Straßen durch die israelische Armee hat Libanon zu einer selten gekannten Einheit geführt." - Die meisten deutschen Zeitungen versuchen tendenziell, eine Uneinigkeit der Libanesen zu finden. Deshalb werden Leute wie Dschumblatt interviewt und zitiert. Aber selbst der: "Drusenführer Walid Jumblatt, der Vorsitzende der Progressiven Partei, hatte die Hisbollah mehrfach für die verantwortungslose Entführung der beiden israelischen Soldaten kritisiert und im Gespräch mit dem Autor erklärt hatte: 'Ein bedingungsloser Waffenstillstand führt zu gar nichts.' Jetzt sagte er, wie alle Libanesen würde er den Widerstand gegen die brutalen Angriffe der Israelis unterstützen: 'Sie kämpfen hervorragend wie eine Guerilla-Armee, haben keine Angst zu sterben und kopieren den Vietcong-Stil.' Der Drusenführer schränkte jedoch ein, Libanon sei unfreiwillig in diesen Krieg gezogen worden und kämpfe nun wider Willen auf der Seite Irans und Syriens."

07.08.06, Neues Deutschland, "Das Problem mit Olmert" von Detlef D. Pries
Darin: "Was Olmert sich tatsächlich vorstellt, ist eine 'Israel-Schutztruppe' (...). Also eine Truppe von Erfüllungsgehilfen israelischer Gewaltpolitik. Um Missverständnissen vorzubeugen: Israels Wunsch, in Frieden und sicheren Grenzen zu leben, ist absolut berechtigt. Leider aber glauben zu viele Israelis, diesen Frieden durch Krieg, Besatzung und Annexion sichern und die berechtigten Wünsche ihrer arabischen Nachbarn ignorieren zu können. Was sie damit schüren, sind Hass, Widerstand und Terror." - Genau! Es liegt auf der Hand und dies sollte deutsches Mainstream-Denken sein.

07.08.06, Süddeutsche Zeitung, "Diplomatischer Grabenkampf. Der Entwurf einer UN-Resolution ist ein Fortschritt - aber er stoppt die Gewalt im Libanon nicht und lässt vieles offen." Kommentar von Christiane Schlötzer
www.sueddeutsche.de/,tt1m3/ausland/artikel/219/82137/ Darin: "Ex-UN-Generalsekretär Butros Butros-Ghali hat den Grabenkrieg der Diplomaten als beschämend für die Weltgemeinschaft bezeichnet. Der Mann hat Recht."

07.08.06, Süddeutsche Zeitung, "Raketenbeschuss durch die Hisbollah. Mangel an Informationen. Israels Armee kommt im Libanon auch deshalb nicht voran, weil sie zu wenig über die Stellungen der Miliz weiß." von Thorsten Schmitz
Darin: "Die Luftwaffe hätte bereits in der ersten Woche der Kampfhandlungen eine deutliche Reduzierung des Raketenbeschusses erzielen können, wenn sie massiver mutmaßliche Hisbollah-Stellungen bombardiert hätte. Dies hätte aber noch höhere Zahlen an getöteten libanesischen Zivilisten zur Folge gehabt." - Ein Verlegenheitsartikel, der erklären soll, warum Israel nicht weiter kommt. Nicht so wichtig.

07.08.06, Tagesspiegel, "Lage im Nahen Osten. Eigenartige Realitäten." von Christoph von Marschall
www.tagesspiegel.de/politik/archiv/07.08.2006/2700060.asp Beginnt mit: "In westeuropäischen Breiten ist das Sein in der Regel stärker als der Schein. Im Nahen Osten ist die Fiktion stärker als die Realität. Man sieht es an den Bildern, die sich die Konfliktparteien und Menschen vom Krieg im Libanon machen." - Schönes Beispiel für die Arroganz deutscher Journalisten. WIR blicken durch, die im Nahen Osten dagegen schnallen es nicht, was bei ihnen selbst passiert. Der ganze Kommentar ist besserwisserisch und belegt eher, dass der Autor selbst in eigenartigen Realitäten steckt. Der Artikel endet kryptisch: "Israels Sicherheit erkämpfen, das wollen die Europäer nicht. Doch eine eigene Fiktion von der Realität, die Wunden und Tote ausblendet, steht ihnen nicht offen. Für sie zählen Menschenleben."

07.08.06, Tagesspiegel, "Araber planen Großdemo in Berlin Route soll über Kurfürstendamm führen" von Ha
www.tagesspiegel.de/berlin/archiv/07.08.2006/2700062.asp Darin: "Arabische Verbände und linke deutsche Organisationen planen in Berlin eine Großdemonstration gegen den Krieg im Libanon. Der Vorsitzende des Dachverbandes arabischer Vereine, Nabil Rachid, sagte gestern dem Tagesspiegel, dass sie am heutigen Montag bei der Polizei angemeldet werden soll. 'Die Zivilisten auf beiden Seiten leiden, und besonders im Libanon wird die Infrastruktur zerstört', sagte Rachid." - Es sind arabische Vereine, die gegen den Krieg im Libanon demonstrieren. Selten werden sie von der Presse wahrgenommen, höchstens als latente "Israelfeinde", hier ist ein Gegenbeispiel. Von Anti-Kriegs-Demonstrationen jüdischer Mitmenschen habe ich noch nichts gelesen, außer den "Juden für einen Gerechten Frieden". Die meisten jüdischen Mitmenschen befürworten bekanntlich den Krieg. - Gruß an Nabil!

07.08.06, Tagesspiegel, Über die GRENZE. "Israels Stärke." Abbas Beydoun meldet sich aus Beirut. Abbas Beydoun schreibt abwechselnd mit Moshe Zimmermann aus Tel Aviv. Üb. aus dem Arabischen von Achmed Khammas.
www.tagesspiegel.de/kultur/archiv/07.08.2006/2699918.asp Darin: "Die meisten Araber haben Frieden mit Israel geschlossen. Israel aber kümmert die Chance einer friedlichen Lösung nicht. Lieber wird Syrien terrorisiert, als dass man die Golanhöhen aufgäbe. Lieber werden den Palästinensern Landstücke früherer Siedlungen zurückgegeben, wird eine Trennmauer gebaut und weiteres Land gestohlen, als dass man einen wirklichen Staat zuließe, der die Feindschaft endgültig beenden könnte. Israel glaubt an nichts als die eigene Stärke. Es verteidigt den Diebstahl von Land, das es letztlich doch nicht ewig halten kann. Man stelle sich einen Frieden mit Syrien vor - einem Land, das mit dieser Lösung jederzeit einverstanden wäre, einzig um den Preis der Rückgabe der Golanhöhen. Welch eine Zukunft könnte von diesem Punkt aus beginnen! Und welche Signalwirkung - auch für die israelisch-libanesische Grenzziehung! Wer würde danach noch an einen Krieg mit Israel denken? Der Friede ist längst bereit. Er wartet nur darauf, dass Israel kriegsmüde wird." - Schön, dass es auch solche Meinungen in der deutschen Presse gibt. Immerhin. Abbas Beydoun ist laut Tagesspiegel der bekannteste Schriftsteller des Libanon und Feuilletonchef der Zeitung "As-Safir".

07.08.06, taz, S.1, "Eine Resolution für Israel" Kommentar von Georg Baltissen
/www.taz.de/pt/2006/08/07/a0081.1/text Darin: "Wer die Quasikapitulation der Hisbollah wie bewerkstelligen soll, bleibt das Geheimnis dieser Resolution." Und: "Es hat den Anschein, als ob genau dies das implizite Ziel dieser Resolution ist. Besser Israel erledigt den Job, als dass am Ende doch noch UN- oder Nato-Truppen an die Front müssen. Nur funktionieren wird das nicht."

07.08.06, taz, S.2, "portrait. Westbank-Rantisi als Israels Faustpfand." von Susanne Knaul
www.taz.de/pt/2006/08/07/a0088.1/text Darin: "'Auge um Auge', argumentiert der Parlamentssprecher, der nun selbst als Faustpfand herhalten muss." - Man hat den Eindruck, Frau Knaul rechtfertigt die Festnahmen der palästinensischen Politiker. Naja, immerhin hat man Dweik nicht sofort erschossen.

07.08.06, taz, S.3, "Ohne Bunker, ohne Zuflucht. Es sind vor allem arabische Israelis, die im Norden unter dem Krieg leiden. Sie fühlen sich von Jerusalem vergessen" von Susanne Knaul (Nazareth)
www.taz.de/pt/2006/08/07/a0160.1/text Darin: "Gestern ist eine Gruppe von tausend 10- bis 13-Jährigen für ein paar Tage zum Zelten nach Tel Aviv fahren. Finanziert wird die Reise durch die Jewish Agency. Mohammed Darawshe, Chef der auf jüdisch-arabische Koexistenz ausgerichteten Abraham-Stiftung und Initiator des Sommerlagers, war überrascht, dass er 'kaum Überzeugungsarbeit' leisten musste. Es sei eine 'Sache von Sekunden' gewesen, bis die Jewish Agency der Finanzierung zugestimmt habe. Seine Erfahrung war aber seit Kriegsbeginn eine andere." - Ich kenne Mohammed Darawshe - habe ihn 2004 beim Barenboim-Event in Berlin gesehen und wir schreiben uns manchmal - und auch ich habe eine Email von ihm bekommen wegen der Kinder, die Urlaub vom Krieg brauchen. Dass die Jewish Agency das Projekt nun finanziert, ist schon eine seltsame Sache. Es handelt sich um eine zionistische Vereinigung, die den Arabern nicht viel Glück gebracht hat. Wenn ich ein arabisches Kind wäre und wüsste, dass die Jewish Agency es bezahlt, würde ich lieber zu Hause bleiben. Trotz allem.

07.08.06, taz, S.4, "Sozialarbeiter in Uniform. Die libanesische Armee wehrt sich weder gegen die israelischen Angriffe noch kann sie die Hisbollah entwaffnen. Aber kämpfen sollte sie auch noch nie." von Markus Bickel (Beirut)
www.taz.de/pt/2006/08/07/a0166.1/text Darin: "Spät, aber vielleicht nicht zu spät hat die US-amerikanische Regierung die Zeichen der Zeit erkannt: Angehörige der libanesischen Armee sollen von US-Militärs ausgebildet, die Einheit besser ausgestattet werden." - Zeichen der Zeit? Was für eine Ironie der Geschichte, wenn die Amerikaner die libanesische Armee ausbilden. Wer hat denn das gewünscht?

07.08.06, taz, S.11, "Kultur der Niederlage. Um die erneute Eskalation der Gewalt im Nahen Osten verstehen zu können, sollte man nach den irrationalen Spuren in der Ideologie des islamistischen Terrorismus suchen." Kommentar von Martin Altmeyer
www.taz.de/pt/2006/08/07/a0178.1/text Darin: "Israel vernichten zu wollen, ist zwar eine Vorstellung, die im kollektiven Bewusstsein seiner arabischen Nachbarländer tief verwurzelt sein mag und im islamistischen Apokalypseprojekt einen zentralen Raum einnimmt. Aber sie bleibt eine obsessive Fantasie, die an der Wirklichkeit der Region immer wieder abprallt." - Auch heute wieder ein Wahn-Artikel in der taz. Ein Klischee reiht sich an das nächste: "Und wie gehen Hisbollah und Hamas mit ihrer neuen, demokratisch legitimierten Verantwortung um? Statt die historische Chance zu ergreifen und in ihren Ländern den zivilen Aufbau zu betreiben, verharren sie in den Traditionen der Kriegsgesellschaft, um in der Pose von Widerstandsgruppen Israel weiter das Existenzrecht zu bestreiten." - In der Pose von Widerstandsgruppen, so ein Unsinn. Selbstverständlich wird in Palästina Widerstand geleistet, alles andere wäre gar nicht logisch. Aber Altmeyer sieht die Antisemiten am Werk: "Die Hauptsache sei der emotionale Gewinn: 'It's whether you kill jews.'" - Der Autor spricht von einer "wirklichkeitsfremden Vernichtungsidee" und meint immer Muslime und Araber. In seinem Halbdunkel fragt er noch: "Aber gibt es nicht doch reale Gründe, den Konflikt mit Israel zu suchen, etwa die anhaltende Realität des israelischen Besatzungsregimes?" Jedoch vermag er es nicht, den Gedanken zu Ende zu denken und sieht stattdessen ein kollektives "Kalkül des fundamentalistischen Islamismus" mit seinem "projektiven Hass auf die Juden". Mit "Kultur der Niederlage" ist die arabisch-islamische gemeint. Ein primitiver, hetzerischer Artikel. Vielleicht will die taz damit beweisen, dass sie den philosemitischen Wahn respektiert.

07.08.06, taz, S.15, "Zum Schlachtfeld berufen. Einst war der Libanon ein Hafen der Seligen in einer brutalen Region - mit schönen Frauen, reich gefüllten Geldbörsen und parlamentarischer Demokratie. Doch der Schein trog. Das Land ist ein Ort für Kriege, die größer sind als es selbst." von Selim Nassib, üb. aus dem Frz. von Barbara Oertel
www.taz.de/pt/2006/08/07/a0204.1/text Darin: "In diesem Kontext entspricht der Schlag der Hisbollah, der zu der gegenwärtigen Krise geführt hat, keinerlei innerer libanesischer Logik. Vielmehr fügt er sich ein in die Strategien des Iran, einen militärischen Konflikt mit Israel zu beginnen, und in die Strategien Syriens, seinen verlorenen Einfluss zurückzugewinnen." - Die Iraner haben also Schuld, und die Syrer. Interessant auch die Annahme, der Schlag der Hisbollah hätte zu der gegenwärtigen Krise geführt. So etwas wird in den deutschen Medien gern aufgenommen, weil die schiefe Realitäts-Wahrnehmung des Mainstreams dadurch bestätigt wird. Mal wieder eine innerlich zerrissene taz heute, schizophren wie sonst in diesem Ausmaß nur der Spiegel und die Zeit.

07.08.06, Die Welt, "Nahost-Konflikt: Ehud Olmert - Der Kriegsherr. Mit einer diplomatischen Offensive wirbt Israels Premier Ehud Olmert für eine direkte deutsche Beteiligung an der möglichen Libanon-Schutztruppe. Doch die Bundesregierung will verhindern, dass Bundeswehr-Soldaten in die Schusslinie geraten." von Norbert Jessen
www.welt.de/data/2006/08/07/988762.html Darin: "Kurzum, Olmert sieht sich gegenwärtig der Kritik aus allen politischen Richtungen ausgesetzt. Vor allem schmerzt es sein Umfeld, dass ausgerechnet in diesem Krieg, dessen Legitimität so gut wie niemand in Israel bestreitet, Zweifel an der Richtigkeit der Olmertschen Entscheidungen aufkommen." - Über die deutsche Beteiligung steht nicht viel im Artikel, sondern über einen langsamen Wandel im politischen Mainstream Israels. Nicht so wichtig.

07.08.06, Die Welt, "Essay: Israels letzte Offensive. Kampfkraft und Vernetzung der Hisbollah wurden unterschätzt. Abschreckung oder Diplomatie gibt es bei diesem Gegner nicht. Der Krieg ist eine Warnung für den Westen." von Herbert Kremp
www.welt.de/data/2006/08/07/988593.html Darin: "Israel führt den Krieg präventiv in defensiver Absicht, da es im Norden, Süden und - man sollte sich nicht irren - auch im Osten, im Westjordanland, auf die Grundlinie seiner Gründung am 14. Mai 1948 schrumpft. Diese Grenzen markieren die Existenzbasis eines 20 700 Quadratkilometer großen Staatsgrundstücks (mit Rheinland-Pfalz vergleichbar), seit sich das Land im Jahr 2000 aus dem Libanon und 2005 aus Gaza zurückgezogen hat und die sogenannte Westbank als Kernstück des Palästinenserstaates vorgesehen ist. Das verbliebene 'Grundstück' ist das kleinste und infolge seiner Schmalstreckung gefährdetste in der von aggressiven Elementen durchsetzten Staatsnachbarschaft." - Israel schrumpft, was für eine Nachricht. Dabei hat es durch den Mauerbau wieder Land gestohlen. Das Gazastreifen ist ebenso wie der Libanon wieder besetzt worden. Eine geografische Definition Israel steht nach wie vor aus. Und da sagt Herbert Kremp, dass Israel schrumpft! Im Folgenden wird die Kolonial- und Hegemonialpolitik Israels gerechtfertigt: "Sollte es nicht gelingen, in der 'letzten Offensive' die Hisbollah entscheidend zu treffen und die 'Felddienstordnung' kriegserfahrener iranischer Berater (mitsamt der Logistik der Syrer) außer Kraft zu setzen, erleiden die israelischen Streitkräfte Schaden am Ruf ihrer 'Unbesiegbarkeit', der in dem doppelten 30-jährigen Krieg seit 1948 zum Garanten für die Existenz des Landes geworden ist." - Vor allem zum Garanten für Kriege...

07.08.06, Die Welt, "'Die UN muss die Hisbollah entwaffnen.' Der Konflikt im Nahe Osten offenbart die Schwäche der UN, sagt der ehemalige Direktor des israelischen Außenministeriums Shlomo Avineri. Doch gerade jetzt müssen die Vereinten Nationen Stärke beweisen." von Shlomo Avineri, üb. Wieland Freund
www.welt.de/data/2006/08/07/989521.html Shlomo Avineri, Professor der Politikwissenschaften an der Hebräischen Universität Jerusalem, schreibt zunächst über die "verkehrten Lösungen: zum Ruf nach einer Waffenruhe - ohne die politischen Voraussetzungen dafür zu schaffen, das Problem an der Wurzel zu packen: die Existenz einer bewaffneten Miliz - der Hisbollah -, die ein Drittel des Libanon gekidnappt und in ein Piratennest verwandelt hat." - Für ihn ist Gewalt ganz eindeutig der ausschlaggebende Faktor: "Für fromme Sprüche über Frieden und das Ende der Gewalt kann man sich an einen Kirchenprediger wenden. Was es braucht, ist nachhaltige Macht, um durchzusetzen, was jedermann für die moralisch und politisch richtige Entscheidung hält: die Hisbollah zu entwaffnen, dem Libanon dabei zu helfen, seine Souveränität wiederherzustellen, und dem illegitimen Staat im Staate ein Ende zu machen." - Ein Wahnartikel.

07.08.06, Die Welt, "Arabische Liga stellt sich hinter Libanon. Der libanesische Plan sieht einen unverzüglichen Waffenstillstand und den Abzug der israelischen Truppen aus dem Südlibanon vor." von WELT.de/dpa
www.welt.de/data/2006/08/07/990128.html Darin: "Der Rückzug Israels wäre ein zu einfacher Weg. 'Es ist Zeit, dass wir die Wurzeln des Problems angehen', sagte Bush." - Ich nehme an, dass die meisten Bürgerinnen und Bürger verstehen, dass das Wahnsinn ist. Bevor aber kein aktiver Protest entsteht, wird das nicht aufhören, sondern schlimmer werden. Man kann hier einwenden, dass wir ja nicht zu mündigen Bürgern ausgebildet wurden, sondern zu Kapitalisten, aber es nützt nichts.

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