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Datenbank zum Diskurs Palästina/Israel/Deutschland/Arabische Welt/Islam. Seit 2001 - Database on the discourse Palestine/Israel/Germany/Arab World/Islam. Since 2001
02.08.2006
Weiter 03.08.06

02.08.06, Freace.de, "Kriegslust. Israelis unterstützen Krieg" von Freace.de
www.freace.de/artikel/200608/020806a.html Darin: "Daß die Hizb Allah - wenn überhaupt - erst durch den Krieg Israels gegen den Libanon, bei dem das Land zunehmend in Schutt und Asche gelegt wird, zu einer Bedrohung für Israel geworden ist, zeigt eine vom israelischen Außenministerium veröffentlichten Liste der Angriffe der Hizb Allah auf Israel vor Beginn des Krieges. Für das ganze Jahr 2006 wird dort nur ein einziger Angriff auf Israel - genauer gesagt auf eine Basis der israelischen Armee - genannt. Im Jahr 2005 waren es insgesamt 5 Angriffe. Erst der Angriff Israels führte also zu dem völkerrechtswidrigen Beschuß israelischer Städte mit Raketen durch die Hizb Allah." - Besagte Liste unter www.israel.org/NR/exeres/9EE216D7-82EF-4274-B80D-6BBD1803E8A7,frameless.htm?NRMODE=Published. Im Artikel steht, dass mehr als 90% der jüdischen Israelis den Krieg befürworten.

02.08.06, junge Welt, Titel S.1, "Das Töten geht weiter" von Rainer Rupp
www.jungewelt.de/2006/08-02/045.php Darin: "Syrien hat seinerseits seine Bereitschaft zur Diskussion einer dauerhaften Lösung des Nahostkonflikts erklärt, wenn auch die Ursachen dieses Konflikts auf den Tisch kämen. Dazu gehörten der israelische Landraub, die illegale Besetzung weiter Teile Palästinas, der Golan-Höhen und von Teilen Südlibanons sowie die Repressionspolitik gegen die palästinensische Bevölkerung. Zugleich hat Berichten aus Syrien zufolge Damaskus mit der Einberufung von Reservisten begonnen, weil es offensichtlich die Ausweitung des Krieges durch Israel befürchtet." - Den syrischen Standpunkt kann ich nachvollziehen, er ist gut begründet.

02.08.06, junge Welt, S.10, "Alte Feinde, neue Feinde. Von einem drohenden Weltkrieg, runderneuertem Faschismus und den jüngsten Mutationen der sogenannten Antideutschen - und wie der Widerstand gegen all dies aufgebaut werden könnte" von Jürgen Elsässer
www.jungewelt.de/2006/08-02/003.php Darin: "Deswegen hat der Antiislamismus den Antisemitismus als wichtigste Haßideologie des Imperialismus abgelöst. Von der jüdischen Weltverschwörung reden nur noch rückständige Irre; im Mainstream von Politik und Medien hat sich statt dessen die islamistische Weltverschwörung als neue Wahnideologie etabliert. So wie Hitler und die Seinen kontrafaktisch die russischen Bolschewiken und die westlichen Plutokraten als Befehlsempfänger der 'Weisen von Zion' halluzinierten, so phantasieren die Neocons eine einheitliche Front von den sunnitischen Taliban und den schiitischen Persern, über die Baathisten im Irak und Syrien bis zu den Nasseristen im Libanon und den Kommunisten in der PLO, obwohl sich diese Kräfte in der Vergangenheit zum Teil bis aufs Messer bekämpft haben." - Wichtiger, langer Artikel.

02.08.06, Spiegel Online, "GAZA-STREIFEN: Die vergessenen Deutschen. Mehrere Tausend Deutsche wurden aus dem Libanon gerettet. Doch Bundesbürger, die im Gaza-Streifen festsitzen, fühlen sich in ihrer Not allein gelassen. Seit fünf Wochen versucht Assistenzarzt Sameh Hijazi, nach Nordrhein-Westfalen zurückzukehren. Bislang vergebens." von Christian Teevs
http://service.spiegel.de/digas/servlet/find/ON=spiegel-429536 Das Interessante an diesem recht langen Artikel ist, dass absolut nichts über die brutalen Militäraktion Israels geschrieben wird mit Dutzenden von toten Palästinensern. Gaza? Ach ja, da sitzen noch ein paar Leute aus Deutschland fest. War sonst noch was in Gaza?

02.08.06, Süddeutsche Zeitung, "Außenansicht: Amerika als böses Vorbild. Mit dem Hinweis, einen Anti-Terror-Krieg la USA zu führen, rechtfertigt Israel seine Offensive. Doch was den USA im Irak nicht gelingt, nämlich einer terroristischen Gewalt den Garaus zu machen, ist für Israel ein hoffnungsloses Unterfangen." von Erhard Eppler
www.sueddeutsche.de/,tt1l1/ausland/artikel/869/81788/ Darin: "Es stimmt, dass sowohl am Rand des Gazastreifens als auch an der Nordgrenze Israels nichtstaatliche, gesetzlose Gewalt, getragen von fanatischen arabischen Muslimen, israelische Gegenschläge ausgelöst hat. Es handelt sich um jene entstaatlichte Gewalt, die überall zuschlagen kann und nirgends zu fassen ist, dieselbe Gewalt, mit der die Weltmacht USA im Irak nicht fertig wird. Diese moderne Form von violence dominiert heute überall, wo ein Staat zerfällt oder, wie im Irak, durch Krieg zerstört wird. Nicht der militärische Sieger hat im 21. Jahrhundert das letzte Wort, sondern die entstaatlichte Gewalt im Lande der Besiegten. Aus Sicht der Unterlegenen ist diese Form der Gewalt die einzig mögliche Antwort auf die unschlagbaren Armeen mit ihrer überlegenen Technik. Entsprechend ist sie organisiert. Daher sind moderne Armeen gegen diese Gewalt reichlich hilflos. Wo sie, aufs Äußerste gereizt, versuchen, dieser Gewalt den Garaus zu machen, leiden notwendig so viele Unschuldige, dass an die Stelle eines getöteten Terroristen fünf oder zehn neue Rekrutierte treten." - Ausgezeichneter Artikel. Er zeigt viele wesentliche Mechanismen auf. Wichtiger Artikel.

02.08.06, Süddeutsche Zeitung, "Nahost: Irans langer Arm. Die tiefen Wurzeln des jetzigen Konflikts reichen bis nach Teheran. Für die Israelis ist die Zerschlagung der strategischen Brücke von den libanesischen Schiiten über Syrien nach Iran das wichtigste Kriegsziel." von Rudolph Chimelli
www.sueddeutsche.de/,tt1l5/ausland/artikel/885/81804/ Kein Feindbild-Artikel. Für Herrn Chimelli nicht mal übel. Er ist jedenfalls nicht dem grassierenden Wahn verfallen. Bemerkenswert.

02.08.06, Süddeutsche Zeitung, "Verschwörungstheorie: Die Macht der Bilder. 'Hisbollywood': Blogger verdächtigen die Hisbollah, in Kana tote Kinder instrumentalisiert zu haben. Auch die Leichen von bereits Tage zuvor Verstorbenen sollen in die Stadt gebracht worden sein, um die Zahl der angeblich Getöteten zu erhöhen." von Michael Tibudd
www.sueddeutsche.de/,tt1m3/ausland/artikel/864/81783/ Schade, dass keine Quellen genannt werden, daher kann man es nicht überprüfen. Immerhin interessant, welche Art von Verschwörungstheorie in der Presse ausgewalzt wird. Normalerweise winkt die Presse bei so etwas ja gleich ab. Hier geht es also. Dennoch: Selbst wenn es stimmen würde, hat immer noch Israel das Massaker begangen. Das geht in dem Artikel ein wenig unter, weshalb man ihn einen tendenziösen Artikel nennen sollte.

02.08.06, Süddeutsche Zeitung, "Mel Gibson bereut: 'Ich bin kein Antisemit'. 'Juden sind verantwortlich für alle Kriege dieser Welt', hatte der betrunkene Schauspieler gesagt. Nun will er sich mit Vertretern jüdischer Organisationen treffen, um 'geeignete Wege für Heilung' zu finden." von sueddeutsche.de/AP/dpa/AFP
Darin: "Jüdische Organisationen erklärten, Gibson müsse ihnen vor einem gemeinsamen Treffen die Echtheit seiner Reue erst noch beweisen. Der Vorfall habe zumindest unterschwellige antisemitische Tendenzen aufgezeigt, sagte der nationale Direktor der Liga gegen Verleumdung, Abraham Foxman. Man wolle dem Schauspieler jedoch die Chance geben, diese zu überwinden." - Klingt ein wenig wie die Heilige Inquisition, finde ich. Stellen Sie sich einmal vor, er hätte das über Muslime gesagt oder Christen: Nix wäre passiert. Deshalb erinnert es mich an die Heilige Inquisition und die "Hexen"-Verfolgung.

02.08.06, taz , S.15, "'Diese Grauzone'. Der Historiker Peter Longerich belegt anhand bisher nicht ausgewerteter Quellen, dass das NS-Regime ab Ende 1941 immer wieder gezielte Hinweise auf die Vernichtung der Juden gab." Interview Stefan Reinecke und Christian Semler
www.taz.de/pt/2006/08/02/a0163.1/text Gutes Interview.

02.08.06, taz , S.11, "Syrien muss in eine Lösung im Libanon eingebunden werden. Damaskus braucht positive Anreize" Kommentar von Margret Johannsen
www.taz.de/pt/2006/08/02/a0145.1/text Darin: "Jahrelang bediente Syrien sich der Hisbollah-Miliz im Libanon, um die israelische Nordgrenze ohne eigenes militärisches Risiko unsicher zu machen und so den Preis, den Israel für die Besetzung der syrischen Golanhöhen zu entrichten hat, in die Höhe zu treiben." - Israel hat also die Golanhöhen besetzt. Man könnte die Geschichte auch so herum erzählen. Dann: "Natürlich fragt sich: Kann man ein offenkundig menschenverachtendes Regime in eine Konfliktregelung einbinden? Die Antwort lautet: Man sollte es wenigstens versuchen." - Warum sind die Araber eigentlich immer die Bösen? Ich meine, die Politik Syriens ist bestimmt autoritär und wenn ich dort leben würde, gäbe es bestimmt schnell Ärger, aber warum wird so etwas nie über Israel geschrieben? Bei "offenkundig menschenverachtendes Regime" muss ich zuerst an Israel denken, das liegt an den offenkundig menschenverachtenden Handlungen dieses Staates. Ich habe genug davon, dass die deutsche Presse von links nach rechts dieses Feindbild pflegt. (Ausgenommen junge Welt, Freitag, teilweise ND).

02.08.06, Die Welt, "Kolumne: Frauen und Kinder als Schutzschilde der Gotteskrieger. Perfide Taktik der Hisbollah und es bleibt Israel überlassen, die schmutzige Arbeit für die 'internationale Gemeinschaft' zu tun", von Jeffrey Gedmin, Übersetzung Julian Knapp
www.welt.de/data/2006/08/02/982914.html Darin: "Jeder weiß, dass die Hisbollah eine islamisch-faschistische Militärorganisation ist, die vom Iran ins Leben gerufen und finanziert, von Syrien unterstützt wird und im Südlibanon ihre Basis hat." Und: "Joschka Fischer sieht die Dinge genau richtig." Und: "Israel wird unangemessene Härte vorgeworfen. Meiner Meinung nach ist das Gegenteil der Fall." Und: "Statt auf ein Ende der Militäroperationen zu drängen, sollte der Westen Israel helfen, die Hisbollah zu zerstören." Endet mit: "Es wäre wahnwitzig zu glauben, die Hisbollah sei nur Israels Problem. Leider kämpft Israel diesen Kampf aber allein." - Ein typischer Wahn-Artikel. Der Feind ist das absolut Böse, also müssen wir ihn vernichten. Reiner Propaganda-Artikel aus der Springerpresse.

02.08.06, Die Welt, "Essay: Erst die Nato, dann die EU. Der Libanon braucht nach einer Waffenruhe schnell eine Friedenstruppe, die kraftvoll zuschlagen kann und für dauerhafte Stabilität sorgt", von Klaus Naumann, früherer Generalinspekteur der Bundeswehr und Vorsitzender des Nato-Militärausschusses
www.welt.de/data/2006/08/02/982913.html Darin am Schluss: "Wer uns einredet, der Einsatz der Bundeswehr im Kongo sei im deutschen Interesse, der muss zugeben, dass die Sicherheit Israels, die Stärkung von Stabilität in Nahost und die Schwächung des antiwestlichen Fundamentalismus noch viel mehr in deutschem Interesse sind. Dem haben Einsätze der Bundeswehr zu dienen. Deutsches Interesse muss die Entscheidung bestimmen, nicht die Belastung der Bundeswehr." - Dass es solche Leute überhaupt noch gibt, wundert mich. Dinosaurier aus früheren Jahrhunderten. "Kraftvoll zuschlagen und für dauerhafte Stabilität sorgen", was für eine Idiotie.

02.08.06, Die Welt, "Nahost-Krise: Beckstein kritisiert Israel. Der CSU-Politiker nennt das Vorgehen im Libanon unverantwortlich. 'Man kann nicht einfach Zivilisten bombardieren und dann von Kollateralschäden reden'", von WELT.de
www.welt.de/data/2006/08/02/983853.html Nicht schlecht. Beckstein sagt aber auch: "Zugleich äußerte Beckstein Verständnis dafür, dass sich Israel gegen die Angriffe der schiitischen Hisbollah aus dem Libanon wehre. Es sei ein Skandal, dass die internationale Gemeinschaft bei diesen Angriffen jahrelang weggesehen habe." - Hier also wieder die "normale" verzerrte Sicht, als sei Israel ein harmloser ruhiger Staat, von dem keine Bedrohung ausgeht. Von Entführungen von Libanesen durch die Israelis hat Beckstein nicht gesprochen, auch nicht von Verletzungen des libanesischen Luftraums und Territoriums.

Weiter 01.08.06
 
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