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Datenbank zum Diskurs Palästina/Israel/Deutschland/Arabische Welt/Islam. Seit 2001 - Database on the discourse Palestine/Israel/Germany/Arab World/Islam. Since 2001
Briefe 2003 (7)
Inhalt
Günter Schenk, Offener Brief an den Botschafter Israels in Berlin, Herrn Shimon Stein (31.07.03)
Anis Hamadeh, zu DIE ZEIT, Yehuda Bauer "Der dritte Totalitarismus." (31.07.03)
Zu: NDR Info, Sendung "Echo der Welt", 27.7.2003, 13h 05, "Vom Terror getroffen - Besuch bei der jüdischen Familie Cohen im Gaza-Streifen" von Carsten Kühntopp
"ISRAELS FATA MORGANA SCHUTZWALL" von Hans Lebrecht, Kibbutz Beit-Oren (27.07.03)
Offener Brief von Günter Schenk zu: Informationen zur politischen Bildung, Nr. 278, 1. Quartal 2003: ISRAEL (25.07.03)
Summer Work Camp, sponsored by the Israeli Committee Against House Demolitions, FINAL CALL FOR INTERNATIONAL VOLUNTEERS, August 8th-22nd, East Jerusalem (20.07.03)
Offener Brief von Günter Schenk zu: FAZ 19.07.2003, "Europa und Israel - Partner für den Frieden. Mit fremden Federn" von Silvan Shalom, Außenminister Israels (25.07.03)
HautNahOst, Open-Air-Aktion: Performances und Lesungen an verschiedenen Orten mit in Palästina und Israel und in Deutschland lebenden Künstlerinnen und Künstlern. (16.07.03)





Günter Schenk, Offener Brief an den Botschafter Israels in Berlin, Herrn Shimon Stein. (31.07.03)

Sehr geehrter Herr Botschafter Stein,
mit Interesse, jedoch leider ohne jede Ueberraschung, habe ich Sie gestern morgen im DLF-Interview gehoert. Man haette dies, mit dem abgewandelten Titel eines großen deutschen Schriftstellers der 20er Jahre, ueberschreiben koennen: "Im Nahen Osten Nichts Neues".

Ja, auch im Nahen Osten handelt es sich offensichtlich um einen Stellungskrieg (wie bei Erich Maria Remarque). Die Stellungen werden ausgebaut, ein wenig verschoben und... es wird weiter gemordet. Gemordet ? Vorsicht, stimmen Sie mir bitte erst zu, wenn Sie meinen Zusatz gelesen haben:
- Gemordet, auch durch gezielte Toetungen durch staatliche israelische Death Squads der IDF.
- Getoetet, den langsamen Tod, durch Aushungern eines ganzen Volkes (siehe J. Ziegler, UNO-Beauftragter, Bericht)
- durch systematischen Wasserentzug,
- durch Toetung des intellektuellen Lebens (Schulen / Universitäten),
- durch Toetung mittels Entzugs medizinischer Versorgung (siehe Schikanen an den Kontrollposten.
- Morden durch Entzug des hoechsten Gutes eines Menschen, seiner Menschenwuerde..

Ja, von der (ich meine: Menschenwuerde) verstehen selbst Araber, selbst Palaestinenser etwas, denn sie ist ihnen mit der Geburt verliehen, auch wenn sie fuer fuehrende Politiker der Sharon-Koalition (nehmen Sie nur mal Ihren Tourismusminister Lieberman) nur Bewegungsmasse für Neusiedler sind, die man (er, Lieberman) "am liebsten im Toten Meer, an der tiefsten Stelle der Erde, ertraenken" würde (so kuerzlich im Staatsrundfunk KOL Israel - er sprach von den willkuerlich gefangen genommenen Palaestinensern.)

Sie sagten im Interview (peinlich berührt ? zynisch ? Verlegen ? ich konnte es nicht erkennen): Der Zaun (sie meinten sicherlich die Mauer) sei von Menschenhand geschaffen, Menschenhand könne ihn (sie) auch wieder entfernen... Eine Binsenweisheit, dies, wie die Geschichte der Berliner Mauer der Welt gezeigt hat. Nur: was soll mit dem gestohlenen Ackerland geschehen, auf dem sie, u.A. errichtet wurde ? Wer soll die Entschaedigung zahlen ? Vielleicht Europa ? Als Hilfestellung zu einem gerechten Frieden ?

Interessanter, ermutigender wäre es gewesen, von Ihnen zu erfahren, wo, in wem Sie die Menschen sehen, die dieses Schandmal abzureisen bereit waeren, überhaupt nicht zu errichten bereit waeren. Ich haette sie Ihnen nennen koennen. Jene GERECHTEN ! in Israel gibt es sie. In Israel gibt es jene, die sich von Ihnen, sehr geehrter Herr Botschafter ebenso wenig repraesentiert sehen, wie von Ihrem Arbeitgeber, der Regierung Sharon.

Wie schade, dass Sie die Gelegenheit eines DLF-Interviews von Herrn Meurer nicht wahrgenommen haben, dass Sie auch der Botschafter des "ANDEREN ISRAEL" (the other Israel) sind. Eine vertane Chance. (...) mit freundlichem Gruß
Guenter Schenk




DIE ZEIT 32/2003, 31.07.03, Essay, "Der dritte Totalitarismus. Radikale Islamisten kämpfen um die Weltherrschaft. Das haben sie mit Hitler und Stalin gemein" von Yehuda Bauer
http://zeus.zeit.de/text/2003/32/Essay_Bauer

Beginnt mit: "Im vergangenen Frühjahr strahlte die ägyptische Fernsehstation IQRAA, die mit saudischem Geld finanziert wird, eine für muslimische Frauen bestimmte Sendung aus. Die charmante Fernsehjournalistin Doua Amer fragte die dreijährige Basmallah: 'Weißt du, wer die Juden sind?' - 'Ja.' - 'Hast du sie gern?' - 'Nein.' - 'Warum?' - 'Weil sie Affen und Schweine sind. Und auch, weil sie die Frau unseres Propheten vergiften wollten."

Anis: Wann war das? Wie repräsentativ ist das, genug, um eine "Lehre" genannt zu werden, wie kurz darauf geschrieben steht? Sicher ist: Diese Einleitung setzt Araber und Muslime in ein schlechtes Licht. Der Titel weist schon darauf hin, dass es um Hitler und die Weltherrschaft geht. Den heutigen Feind (Hitler) erkennt Bauer hier: "Der radikale Islamismus aber ist etwas ganz anderes. Ihn schuf Hassan al-Banna in Ägypten, der 1928 die Muslim-Bruderschaft gründete."

Der wahre Hitler aber sei der Ideologe Sajjid Qutb. Bauer zeigt deutlich, wie das Nichts von Hitler und Qutb sich gleichen: "So wenig wie Hitler in Mein Kampf spricht Qutb deutlich aus, was mit ihnen zu geschehen habe. Aber die Schlussfolgerung ist klar - es gelte, die Juden zu vernichten, wo es eben geht."

Denn: "In seinen Schriften vom Anfang der fünfziger Jahre greift Qutb auch die Juden an."

Wurzel allen Übels, bis hin zu Bin Laden, liegt also in Ägypten, (wo Qutb 1966 hingerichtet wurde): "Der radikale Islamismus ist also ägyptischer Herkunft, und fast alle seine auf Qutb folgenden ideologischen Köpfe waren Ägypter - so auch Ajman al-Sawahiri, der Stellvertreter bin Ladens."

Der Autor zeigt dann, dass er nichts Grundsätzliches gegen den Islam hat, dass man Islam und Islamismus aber praktisch nicht trennen kann: "Der radikale Islamismus ist selbstverständlich nicht identisch mit dem Islam. Wie weit er sich in der islamischen Welt verbreitet hat, ist allerdings unmöglich festzustellen (...)"

Das heißt, wenn "'der' radikale Islamismus" bekämpft werden muss, dann wird man nicht so genau differenzieren können. Das weist bereits darauf hin, dass Unschuldige betroffen sein könnten. Wie soll man sonst zu einer Lösung kommen? Dann der Vorwurf: "Was will der radikale Islamismus? Erstens nichts weniger als die Weltherrschaft. (...) Zweitens fordert der Islamismus die Abschaffung des Staates und seiner gesetzlichen Normen. Gott ist für ihn der alleinige Gesetzgeber (...) Drittens will der radikale Islamismus die Vernichtung der Juden und an erster Stelle Israels."

Wer vertritt diese Einstellung? Das wird nicht gesagt. Hier wird nicht viel mehr als ein Feindbild gezeigt, von jemandem, der wenig vom Islam versteht, da er z.B. von "Priestern" spricht. Oft fragt man sich ja bei solchen Feindbildern, inwiefern es sich um eine versteckte Selbstkritik handelt. Immerhin beruft sich der Staat Israel definitorisch auf Gott. Die "Abschaffung gesetzlicher Normen" könnte die Nichtanerkennung von UNO-Resolutionen und Menschenrechten meinen, und die Weltherrschaft bezieht sich vielleicht auf den Traum von Eretz Israel zwischen den beiden Flüssen o.ä.. Sachlich und auf hohem Niveau geht es auch weiter: "Wir müssen uns keine Illusionen darüber machen, dass jede radikale, universelle, apokalyptische Utopie absolut mörderisch ist."

Hier wird offenbar dringend ein Feind benötigt: "(...)Schließlich der Massenmord, der im radikalen Islamismus bisher nur angestrebt ist, in den anderen Fällen aber verwirklicht wurde."

Doch es bleibt ein schwammiger Feind. Bei seiner Bekämpfung wird man breiter streuen müssen: "Anders als Nationalsozialismus und Kommunismus ist der radikale Islamismus keine zentral organisierte Bewegung. Er ist nicht mit einem bestimmten Land verbunden, und mit Ausnahme von bin Laden hat er auch keine charismatische Führerpersönlichkeit hervorgebracht. Er operiert in einer Vielzahl von Gruppen, die miteinander eng kooperieren, auf ideologischer Basis."

Immer wieder wird hervorgehoben: "Alle drei Ideologien wandten sich gegen die Juden".

Dann wird es interessant. Es wird selbstkritisch zugegeben, dass der Nahostkonflikt den Judenhass anheizt (!) und dass Israel kompromisslos ist. Das ist die einzige Stelle von Selbstkritik in dieser langwierigen Hetzschrift: "Gewiss heizt der Nahostkonflikt den radikalen Islamismus und seinen Judenhass an. Allerdings wurde die genozidal antisemitische Linie des Islamismus durch seinen Vordenker Qutb bereits 1950 festgelegt. (...) Wer glaubt, dass ein israelisch-palästinensischer Kompromiss den radikalen Islamismus zufrieden stellen würde, der irrt."

Warum heizt der Nahostkonflikt den Judenhass an? Was genau bedeutet: keine Kompromisse? Gegen Ende kommt Bauer mit seiner Botschaft: "Ein naiver Pazifismus eignet sich zur Durchsetzung eines solchen Entwicklungsprogramms nicht. Es muss klar sein: Wo Beweise vorliegen, ist die Anwendung militärischer Gewalt gegen Terroristen unausweichlich."

Die Botschaft lautet Gewalt. Diese Botschaft lässt durch die Worte "Es muss klar sein" keine Zweifel. Das Gefahrenszenario ist hier: "Der erste Schritt im Kampf gegen den radikalen Islamismus ist aber die Erkenntnis, dass die zivilisierte Welt in großer Gefahr schwebt - Globalisierungsfreunde wie Globalisierungsgegner, Linke wie Rechte, Sozialdemokraten, Liberale und Konservative sollten sich darin einig sein."

Die Zeit druckt einen langen Essay, der davon handelt, dass wir militärische Gewalt brauchen. Heute wird das Verständnis für die Motive der Israelis damit begründet, dass man es sich nicht mit dem Judentum verderben dürfe: "Heute wird das Verständnis für die Motive der Terroristen damit begründet, dass man es sich nicht mit dem Islam verderben dürfe."

Anis: Ein Spiegeltext. Die Dinge spiegeln etwas wider, das nicht genannt werden darf. Psychologisch interessanter Essay. Gruß an die Zeit-Redaktion.

Eine Medienkritik von Anis Hamadeh




NDR Info, Sendung "Echo der Welt", 27.07.03, 13h 05, "Vom Terror getroffen - Besuch bei der jüdischen Familie Cohen im Gaza-Streifen" von Carsten Kühntopp

Darin eine kurze Einleitung, die von Gewalt auf beiden Seiten spricht, danach wird durchgehend unreflektiert die Propaganda extremistischer Siedler kolportiert, nachdem die HörerInnen durch die Beschreibung der schweren Terror-Verletzungen eines Siedlerkindes emotional vorbereitet worden sind:

"Ofir ist Rabbi. Vor 13 Jahren, erzählt Ofir, sind sie nach Quadarom gezogen, eine Siedlung , die völlig isoliert mitten im Gazastreifen liegt." Der Rabbi sagt: "Quadarom ist Teil unseres Landes. Aus unserer Sicht gibt es keinen Unterschied zwischen Tel Aviv, Haifa, Jaffa oder Gaza. Dies ist das Heilige Land, das wir von Gott bekommen haben und wir sind aus der Diaspora zurückgekehrt. Die Menschen wohnen vor allem deswegen in Quadarom, weil sie an diesen Ort glauben und ihrer Ideologie folgen." (sic)

Dann wird erzählt, wie die Familie Cohen nach einem Terroranschlag auf einen Bus zunächst nach Tel Aviv ging, später jedoch zurückkehrten in die Siedlung in Gaza. Mutter Nuga (?) Cohen sagt:
"Ich liebe die Menschen hier. Es sind Menschen, die so an ihre Ideologie glauben, dass sie fähig sind, trotz aller Widrigkeiten weiterzumachen und weiterhin hier zu leben. Das hat uns die Kraft gegeben, zurückzukehren. Wenn es auch andere Leute gibt, die dies schaffen, dann schaffe ich es auch. Es sind besondere Leute und ein liebenswerter Ort und ich kann mir einfach nicht vorstellen, ihn zu verlassen. Das ist es, was mich hier hält, denn sonst kann man hier ja nichts tun, an diesem bedrohlichen Ort, wo du jeden Tag Angst hast, dass den Kindern noch einmal etwas passiert. Was soll ich da machen?"

Auf die Frage, ob man dieses Schicksal nicht hätte vermeiden können, indem man nicht in Gaza wohnt, sagt sie, dass es eigentlich überall "im Land" Anschläge gebe: "Es ist an jedem Ort des Landes schrecklich. Du weißt nie, wo es passieren wird. Sicherlich, hier gibt es eine hohe Wahrscheinlichkeit. Das Problem ist aber: Wenn wir nicht hier sind, wird kein Mensch hier sein. Dies ist eine Mission. Das Schicksal ereilt dich überall und du weißt, wenn es passieren soll, wird es passieren. Das ist unser Glaube. Alles ist von Gott geplant."

Nach diesen unerträglichen propagandistischen Äußerungen über Mission, Ideologie und Schicksal erwartet man einige Daten, die die politische Rahmen-Situation erläutern: Dass es sich um eine völkerrechtswidrige Siedlung handelt, zum Beispiel. Das wurde aber nicht erwähnt. Dass Gaza eine der höchsten Bevölkerungsdichten der Welt und eine große Armut hat, die mit der Besatzung in Zusammenhang steht. Wurde nicht erwähnt. Der gesamte Bericht bleibt auf der emotionalen Ebene und sämtliche Argumente sind einseitig emotional bzw. einseitig ideologisch-dogmatisch.

Aber nicht genaug damit, dass diese Daten ausgeblendet wurden, es werden auch praktische Lösungsvorschläge gemacht, denn:
"Nugas Tochter Techila (?) hat noch immer Schmerzen, die Prothesen wollen einfach nicht passen. Wenn Techila sich etwas wünschen könnte, was wäre das?" Darauf die Kleine fröhlich: "Dass die Araber nicht da sind, sagt Techila, die Araber sollen nichts Böses tun, aber am Besten wäre es, wenn sie nicht da wären, meint sie."

Mit diesen Worten endet der Bericht. Carsten Kühntopp leitet seit April 2001 das ARD-Hörfunkstudio Tel Aviv. Er arbeitet für diverse öffentlich-rechtliche Radiosender. An dieser journalistisch katastrophalen Reportage kann man beispielhaft erkennen, wie die deutsche (und nicht nur die deutsche) Öffentlichkeit durch Philosemitismus zu neuem Rassismus gelangt: Der Fokus wird (wegen des Holocausts) auf das Leid der Juden gerichtet und dieses Leid wird (ohne Hinterfragen) zum Maßstab der Bewertung gemacht, wobei den Palästinensern dreifach Unrecht getan wird: deren Leiden ist dieser Öffentlichkeit egal, die israelisch-jüdischen Täter (Regierung, Armee etc.) kommen billig davon und: Sie dienen als Sündenbock, indem ihnen die stereotype Rolle des Juden-Schmerz-Zufügers zugeteilt wird. Das ist das regelmäßig in den deutschen Medien aufkommende klägliche Motiv der Wiedergutmachung durch kritiklose Gruppen-Solidarität auf Kosten von Dritten.

Wer jetzt sagt: Der NDR ist aber auch an den Osnabrücker Friedensgesprächen beteiligt, wo auch Palästinenser zu Wort kommen, oder wer auf den NDR-Info Flyer verweist, auf dem ein isr. Soldat und ein pal. Junge zu sehen sind, der soll nicht denken, dass es dadurch zu einem Gleichgewicht käme. Vielmehr zeigt der Beitrag von Carsten Kühntopp insbesondere im Kontext der anderen, sehr guten Berichte dieser Ausgabe von "Echo der Welt" (z.B. über Kuba und Brasilien), dass im Israel-Verständnis der öff.-rechtl. Medien eine rein emotionale und zudem verblüffend einseitige Argumentationsweise verwendet werden kann, ohne dass Herr Jobst Plog oder jemand anderes interveniert. (Eine Medienkritik von Anis Hamadeh)




"ISRAELS FATA MORGANA SCHUTZWALL" von Hans Lebrecht, Kibbutz Beit-Oren

Phone: (972-4) 8307 237 / FAX: (972-4) 823 25 24
E-Mail: hlebr@trendline.co.il
Vor 60 Jahren war unter den britischen Soldaten, auch bei denen, die bei uns in Palästina dienten, einer ihrer beliebten Schlagers der Song >>We shall hanging our Laundry on the Siegfried Ligne<< (Wir werden unsere Wäsche auf der Siegfried Leine - Linie zum Trocknen aufhängen).

Wieviele solche als uneinnehmbare und unbesiegbare Schutzwälle angepriesene umweltfeindliche Ungetüm Bauten wurden schon seit altersher errichtet. Fangen wir doch mit der chinesischen Mauer an, die heute noch als Touristenattraktion besichtigt werden kann. Noch zu Lebzeiten des Schreibers dieser Zeilen errichteten die Franzosen ihre Maginot Linie, Nazi Deutschland die Siegfried Linie und später den Nordatlantik Wall, Israel vor 1973 den befestigten Bar-Lev Wall entlang dem Ostufer des Suezkanals. Alle taugten nichts und hielten dem Ansturm angreifender Armeen nicht stand. Mindestens zwei dieser teuren und untauglichen Schutzwälle wurden nicht auf dem Gebiet des Landes errichtet, das sie angeblich beschützen sollten, sondern auf fremdem, militärisch besetzt gehaltenem Gebiet eines anderen Landes: der deutsche Nordatlantik Wall auf besetztem französischem Gebiet in der Normandie, der israellsche Bar-Lev Schutzwall auf besetztem ägyptischem Gebiet. Es ergab sich, dass diese als Schutzwälle angepriesenen Schandbauwerke mehr der Irreführung der öffentlichen Meinung dienten, um diese in Sicherheit zu wiegeln, als einer tatsächlichen Garantie für Verteidigung.

Die Einzigen, die von den untauglichen Schutzwällen profitierten waren immer nur die Bauherren, ihren Banktresoren und Aktionen bei der Börse, welche den Auftrag, diese umweltfeindlichen Ungetümer zu errichten ausführten und diejenigen Politiker und Generäle, welche Schmiergelder für diese Aufträge einstrichen. Ob dies auch für den antiken Bau der chinesischen Mauer gegolten hat, weiß ich nicht, aber für die zu meiner Lebzeit errichteten Wälle galt und gilt das auf jeden Fall.

Nicht anders verhält es sich mit dem so viel unstrittenen >>Sicherheitszaun<<, den Israel zur Zeit kreuz und quer durch das palästinensische besetzte Westjordan-Gebiet erbauen läßt. Ich bin kein Prophet, aber sollte Israel sich nicht aus den seit 1967 mit militärischer Gewalt und brutalen, staatsterroristischen und menschenrechtsverletzenden Unterdrückungsmethoden besetzten palästinensichen Gebieten zurückziehen, wird auch dieser angebliche Sicherheitszaun keinen Schutz vor dem legitimen Widerstand gegen die Besatzermacht gewähren. Da wird kein noch so mit Hochspannung geladener Hi-Tech-Zaun mit ausgedehnten elektronischen Warnsystemen helfen. Und in Wirklichkeit ist dieser Zaun ja nur Teil des Sicherheitswalles. Acht Meter hohe und viele Meter dicke Mauern, beiderseits von strategischen Straßen, Stacheldraht-Verhauen und befestigten Schutztürmen werden, wenn fertiggestellt, Kilometer breit sich hunderte von Kilometer lang kreuz und quer durch die palästinensischen Lande ziehen. Dieses Schandbauwerk, Symbol einer modernen Raubritter-Herrschaft wird quer durch palästinensische Dörfer, durch bebaute Felder, Oliven- und Zitrusplantagen verlaufen. Er wird zahlreichen Bauern den Zugang zu ihren seit altersher durch schwere landwirtschaftliche Arbeit ererbten Einnahmequellen verwehren (und tut das schon zum Teil), raubt vielen tausenden von Familien den erarbeiteten Lebensquell.

Aber nicht nur das. Die Scharon Regierung raubt ja auch mit dem vom Finanzminister Netanjahu erpressten Sozialabbau-Paket das Brot von den Lippen von weiteren hunderttausenden von israelischen Kindern, erpresst durch drastische Kürzungen der Arbeitslosen-, Rentner- und alleinerziehenden Eltern Unterstützungs-Zuschüsse, Sozialfürsorge-Gelder, um den viele Milliarden von Dollars, Euros und Schekel verschlingenden Festungswall, der letzendlich der Aufrechterhaltung der Knechtung des Palästinervolkes dienen soll, mit zu finanzieren.

Sogar der derzeitige Chef der großen Geldgeber-Zentrale für das israelische Besatzer-Unternehmen, US-Präsident Bush und seine Sicherheitsbeauftragte Condy Rice, warnten Scharon, Netanjahu und ihre Vasallen, dass die willkürlich vorgezeichnete Route des ausschließlich auf palästinensischen Gebieten verlaufenden, teilweise schon errichteten und noch zu errichtenden Sicherheitswall nicht zu dulden sei. So nicht. Die arrogante Antwort am Vorabend seines Washington Treffens mit Bush, gab Scharon gemeinsam mit seinem Kriegsminister Mofas: >>Wir bauen weiter wie geplant; wer und was die Gewährleistung der Sicherheit Israels bestimmt, sind immer noch wir, und wir alleine<<. Punkt, Period und Schluss. Ob der Großkotz Scharon diese Haltung angesichts der angedeuteten viele Milliarden Dollar Extra Spritzen für die Einhaltung des Roadmap-Fahrplans bei seinem Besuch im Weißen Haus aufrecht erhalten kann, ist noch fraglich.

Letztendlich muss sich sogar der Großgrundbesitzer Scharon an die Gesetze halten. Selbst er, der jetzt die Staatsgewalt in Israel ausübt, kann sein Landgut nicht mit einem Zaun, oder einer Mauer umgeben, der oder die auf den Ländereien seiner Nachbarn verläuft. Auch er kann eine solche Schutzwand nur auf seinem eigenen Grund und Boden errichten lassen. So erfordert es auch das israelische Gesetz. Hat er doch schon genug Sorgen mit dem Staatsanwalt, Gerichtswesen und der Polizei wegen der verdächtigten Millionen Schwindel Affairen seiner Familie. Weshalb also denkt er, man könne einen angeblichen, sowieso untauglichen Sicherheitswall, sei es ein Zaun oder eine Mauer, ungestraft auf fremden Ländereien errichten lassen?

Eines ist da auf jeden Fall, wie gehabt, gesichert: Die großen Millionen Profite für die das Ding errichtenden Bauherren, sowie die zweifellos freigebigen Schmiergelder für die verantwortlichen Auftraggeber in Staat und Generalität. Wer weiß, vielleicht sind diese letzteren nach Ansicht der Verantwortlichen in Washington allzusehr auf israelische Empfänger beschränkt zugeteilt, während ihre amerikanischen Kunden leer ausgehen sollen. Dagegen muss ja dann ein Bush protestieren.

ENDE des Textes. Mit besten Brudergrüßen,




Offener Brief von Günter Schenk zu: Informationen zur politischen Bildung, Nr. 278, 1. Quartal 2003: ISRAEL (25.07.03)

vor mir liegt das Heft "Informationen zur politischen Bildung, Nr. 278, 1. Quartal 2003: ISRAEL.

Erlauben Sie mir, nach eingehender Durchsicht, folgendes Urteil: aus einem Amalgam von "objektiven" Artikeln mit Artikeln, die genauso gut aus der Informationsabteilung der Regierung Israels stammen könnten, wird beim Leser der Eindruck erweckt, hier werde objektiv über eine der gefährlichsten Kriesenregionen dieser Welt berichtet.

Lassen Sie mich, stellvertretend für zahlreiche andere, nur 2 sofort auffallende Textstellen nennen: Gleich im Editorial sagt Herr Faulenbach: "...Der Ausbruch der Al-Aksa-Intifada im Semptember 2000 mit ihren Terroranschlägen und den darauf folgenden israelischen Reaktionen setzte dem (gemeint ist, durch den Osloer "Friedensprozess" eingeleitete Entspannung) vorerst ein Ende"

Hier beginnt das ganze Heft mit einer für die weitere Lagebeurteilung fatalen Verwechselung von Ursache und Wirkung. Dies ist keinesfalls eine Nebensächlichkeit. Schließlich basiert die gesamte staatlich-israelische Informationspolitik seit Sharons Tempelberg-Provokation auf dieser Reihenfolge von Gewalt und Gegengewalt.

Nirgends im Heft wird dann darauf hingewiesen, dass selbst während des laufenden Oslo-Prozesses (als ob er einzig und allein der Einschläferung des palästinensichen und Welt-Bewusstsein dienen sollte) der systematische Ausbau in großem Stil der nach dem Völkerrecht illegalen Siedlungen fortgeführt wurde, dass der sogenannte Oslo-Prozess, soweit erfüllt, die israelische Seite zu keinerlei Änderungen verpflichtete, jedoch der PA (palästinensische Autorität) als nahezu einziges Zeichen staatlicher Autorität die Pflicht auferlegte, gegen eigene pal. Freiheitsbewegungen und - organisationen durch brutale polizeiliche Massnahmen vorzugehen, eine Aufgabe, von der auf diese Weise die PA den Besatzer aus der sehr kostspieligen Pflicht der Ordnungsmacht entsetzte.

Hiermit war das israelische Ziel eine Art Quisling in Palästina zu installieren, erfüllt. Diese latente Frustration in der palästinensischen Bevölkerung, begleitet durch nur sehr geringfügige Verbesserung der täglichen Lebensumstände, wurde nun getoppt durch den zynischen Gang Sharons auf den Tempelberg (begleitet von einem ganzen Heer von Polizisten und Militärs).

Dies war, und das wissen auch die Autoren Ihres Heftes, der Beginn der 2. Intifada (Abschüttelung). Es flogen Steine gegen Panzer, ängstliche Blicke und Schrecken gegen Kampfhubschrauber etc... und endete mit Suizid-Attentaten (immer als direkte Antwort auf Gewalttätigkeiten von Tsahal, Häuserzerstörungen, gezielten Ermordungen durch Death Squads der Armee und des Inlandgeheimdienstes.

An keiner Stelle in Ihrem Heft finde ich eine mutige Erklärung, wie es dazu kommen konnte, dass gerade aus den Kinderschuhen entwachsene Jugendliche, junge Männer und...auch schon junge Frauen, keinen anderen Sinn in ihrem Leben zu finden glauben, als durch Selbstaufgabe und Umwandlung des eigenen jungen Körpers in eine gefährliche Terrorwaffe.

Dabei wäre es ein Leichtes gewesen, aus der umfangreichen Literatur, auch aus Israel, zu zitieren. Ich nenne hier (stellvertetend) Tanya Reinhart, Détruire la Palestine - ou comment terminer la guerre de 1948, Paris 2002, dt: Operation Dornenfeld, Bremen 2002. Oder Marcel Pott, Schuld und Sühne im Gelobten Land - Israels Sonderrolle im Schutz der westlichen Welt, Köln 2002 u.v.a.m.

Mir fällt auf, dass Ihr Heft, in dem es möglichst unterschiedliche, auch gegensätzliche Thesen vertritt, mehr zur Verunklarung in den Köpfen des meist jungen Lesers beträgt, als zur Klärung beiträgt. Das ist in der Tat geschickte Manipulation. Alle Richtungen sollen bedient, keiner Seite weh getan werden. Es gibt aber bei der offensichtlichen Disparität der Rechte und staatlichen sanktionierten Untaten auf der einen, der individuell erlebten Not auf der anderen Seite keine Gleichheit in Schuld !

Erlauben Sie mir, ganz kurz, die Nennung eines anderen schlimmen Fehlers, der darauf schließen lässt, dass dieses Heft nicht ohne mediale Unterstützung israelischer Regierungsstellen (Botschaft u.A.) zustande gekommen ist: Frau Angelika Timm, eine ausgewiesene Fachfrau zu Israel unterschreibt gleich die erste Abbildung auf S. 3 folgendermaßen: Das am Mittelmehr gelegene Tel Aviv - von 1948 bis 1950 israelische Hauptstadt - etc..." Unabhängig vom (wahrscheinlichen Druckfehler 1950 sic!) zitiere ich aus dem Großen Larousse, Ausgabe 1984 - ich übersetze ins Deutsche - : Israel..., Hauptstadt proklamiert durch die Knesset 1980 Jerusalem (Sitz der Regierung und der Kne(e)sset. (Quasi ALLE Botschaften befinden sich in der wichtigsten Stadt Tel Aviv-Jaffa, die (von ihnen) repräsentierten Staaten erkennen Jerusalem nicht als Hauptstadt des Staates Israel)..."

I.e.: bis heute wurde Jerusalem von der Völkergemeinschaft nicht als Hauptstadt Israels anerkannt. Es handelt sich um eine Autoproklamation ohne rechtliche Folgen. Das weiß auch Frau Timme. Auch, wenn Sharon und Silvan Shalom größte Mühe walten lassen, sich von höchsten US-Politikern in Jerusalem aufsuchen zu lassen. Die international anerkannte Hauptstadt Israels ist Tel Aviv.

Möglich, dass Sie meine ausgewählten Einwände als nebensächlich bezeichnen. Durch die angekreidete Darstellung wird jedoch ein falsches Bild der Lage präjudiziert. Ich finde dies bedauerlich, wird doch die Veröffentlichung ausschließlich aus dt. Steuermitteln finanziert.

Da "das Kind nun mal im Wasser" ist, rege ich eine notwendige Korrektur an, indem Sie Sorge dafür tragen, dass in dieser spannungsreichen Zeit ein eigenes Heft in ihrer Reihe " Informationen" erscheint zu PALÄSTINA.

Hervorragende, anerkannte pal. und isr. Wissenschaftler und Publizisten bieten reichhaltige Quellen. Bei Bedarf bin ich gern bereit, ihnen eine Liste von renommierten Palästina-Kennern und -Beobachtern, auch Buchautoren, seien es israelische, palästinensische, US-amerikanische oder europäische, mitzuteilen.

Hochachtungsvoll

Günter Schenk
5, rue des cigognes
F-67930 Beinheim

PS: wie informativ und aufklärerisch ist, im Gegensatz zu Ihrem genannten Heft die Veröffentlichung in "STREITKULTUR", Magazin für Politik und Kultur in Europa, zeitgleich mit Ihren INFORMATIONEN erschienen. Thema: Suche nach Frieden: Palästina / Israel.




Summer Work Camp, sponsored by the Israeli Committee Against House Demolitions, FINAL CALL FOR INTERNATIONAL VOLUNTEERS, August 8th-22nd, East Jerusalem

We will build Beit Arabia (House of Arabia ­ House of Peace) on the site of a demolished house which was demolished four times for lack of a building permit. Almost no permits are available for Palestinians. The house is named for Arabia, whose trauma through the four demolitions is more than anyone should suffer.
Beit Arabia will be built in memory of Rachel Corrie and Nuha Sweiden. Rachel Corrie was killed by an Israeli Army bulldozer while trying to halt a house demolition in Rafah, Gaza.
Nuha Makadma Sweidan and her unborn child was killed in an Œaccidental¹ house demolition in Gaza less than two weeks before Rachel Corrie¹s death. Beit Arabia will house a permanent exhibit of the Corrie tragedy and the ongoing tragedy of house demolitions in Israel reflecting the continuing Occupation. The Center will also be used for educational and activist events relating to the Occupation and peace building among Palestinians and Israelis.
Overseas Volunteers, Palestinians and Israelis will be working together day by day to create a Peace Center in the village of Anata ­ replacing destruction by construction.
Volunteers from abroad are invited to participate in the building of Beit Arabia. In addition to participating in the actual construction, volunteers will help landscape the grounds and the memorial sculpture which was built and dedicated last April. Participants will also help create a mural with US artist Mike Alewitz, who has designed and created political murals in the USA, in Ireland, Nicaragua and Chernobyl.
Participants will receive a training on arrival to familiarise themselves with procedures to be implemented in the event that the work camp is interfered with by the Israeli authorities. Volunteers who identify themselves in advance as willing to be arrested will receive additional training in non-violent and passive resistance methods. We do not expect that the work camp will be closed by the authorities but will be ready for all contingencies.
Participants also receive briefings and have discussions with Palestinian and Israeli activists and human rights workers, and will go on 2 half-day tours and 2 full-day tours in Israel and the Occupied Territories. The tours will provide a critical analysis on the ground, and visit the Separation Wall, Palestinian villages, and Settlements.
A camp with at least two very large tents will be established at the building site with meals prepared on-site by Palestinian villagers, assisted by volunteers. Participants may bring their own tents. The itinerary is currently being refined and will be mailed to all pre-registered participants by Mid-July along with briefing materials, and detailed information about travelling to Israel, and conditions here.
For more information contact:
Info@icahd.org _________________ Thanks for your support.
ICAHD Staff & Board of Directors
http//:www.icahd.org




FAZ 19.07.2003, "Europa und Israel - Partner für den Frieden. Mit fremden Federn" von Silvan Shalom, Außenminister Israels
Offener Brief von Günter Schenk:

Sehr geehrter Damen und Herren, damit war zu rechnen, war uns doch kürzich aus Israel gemeldet worden, die israelische Regierung plane eine Charme-Offensive in europäischen Hauptstädten. Ziel sollte sein, Israelische Politik in Europa verständlich zu machen...ein gesonderter hoher Besuch zu diesem Zweck galt Außenminister Fischer.

Herr Shalom's Artikel ist, für den informierten Bürger, eine Zumutung. Soviel Schuzpe muss erst einmal jemand haben:

da unterdrückt ein Staat ("die einzige Demokratie" im Nahen und Mittleren Osten) seit über einem halben Jahrhundert auf brutalste Weise ein ganzes Volk, enteignet frisch und fröhlich, vertreibt, mordet per Todesschwadronen, hungert aus, zerstört Infrastuktur (ganz besonders auch die von Staaten der Europäischen Union mit großen Mitteln aufgebaute), behindert massiv die Bildungs- und Erziehungsarbeit, erniedrigt, schließt willkürlich Universitäten, unterjocht, verstößt massiv gegen internationales Recht, missachtet zahlreiche Resolutionen des Weltsicherheitsrates, unterbindet wirksame Hilfeleistung auch humanitärer Organisationen, verweist Menschenrechtsgruppen außer Landes (ISM, wenn es Mitglieder derselben nicht ermorden lässt - siehe jüngst die junge US-Amerikanerin Rachel Corrie), besetzt und annektiert Teile Syriens (Golan), übt Terror nicht nur Menschen Palästinas, sondern auch palästinensische Bürger des eigenen Landes aus.

Und da wirbt dieser Herr, mit Unschuldsmine und, als Friedensengel verkleidet, für die angeblichen Friedensabsichten seiner Regierung, in der ein Ministerkollege erst in der vergangenen Woche mehrfach, u.A. im Staatsrundfund, gesagt hat, dass er palästinensische Gefangene am liebsten im Toten Meer ertränke..., einer Regierung, angeführt von einem Mann, wegen Mithilfe bei Kriegsverbrechen aus dem Ministeramt verbannt, nun Anführer einer Koalitionsregierung schlimmster rechsradikaler Minister...

Es ist gut, dass die FAZ der Meinungsvielfalt hohen Stellenwert beimisst. Aber, dieser Artikel des Herrn Shalom (woher hat dieser Mensch nur diesen schönen Namen ?) hat ganz sicher einen Platz in der seriösesten deutschen Tageszeitung nicht verdient.

Warum schreibt Herr Shalom nicht von der Schandmauer (bis zu 8 m hoch, schlimmer als die ehemalige in Berlin), auf fremden Boden erbaut, vom systematischen Weiterbau der illegalen Siedlungen in besetztem Land, über die unzähligen mutwilligen Verhaftungen von Palästinensern, von den täglichen Schikanen an den sogenannten Kontrollpunkten. von der von Ihrem Staat zu verantwortender Hungerkatastrophe (siehe Bericht des UN-Beauftragten Jean Ziegler von dieser Woche), von den Menschenrechten ! Dann sollte die Franfurter Allgemeinen Zeitung einen Ehrenplatz für Herrn Shalom bereithalten.




HautNahOst, Open-Air-Aktion mit Videoinstallation, Film und Performance am 16./17./18. und 19. Juli 2003 :

Performances und Lesungen an verschiedenen Orten mit in Palästina und Israel und in Deutschland lebenden Künstlerinnen und Künstlern.


http://www.portalglobal.de/kalender/event.php?showevent=1226&print=yes

Ausstellungeröffnung am 16. Juli 2003
um 20.30 Uhr im Atelier Rafi
Unterweg 12
60316 Frankfurt

mit Renate Harting-Schuler (inter.art Frankfurt)
Farid C. Majari (Goethe Institut Ramallah)

In der Reihe der Ausstellungen und Aktionen im Atelier Ahmad Rafi ist es nach mehr als einjähriger Vorbereitungszeit gelungen, die Idee der Begegnung von Künstlern aus Palästina und Israel mit Künstlern unterschiedlicher Sparten und unterschiedlicher Herkunft im Rhein-Main-Gebiet zu realisieren.

Ziel der Aktion ist es, den Künstlern zu ermöglichen, unvoreingenommen ihre Sichtweise zur Thematik HautNahOst zu veranschaulichen und zugleich mit den anderen Sichtweisen ebenso unvoreingenommen in einen Dialog oder Trialog zu treten. Basis sind künstlerische Qualität und Aktualität, die Voraussetzungen sind für eine offene Betrachtungsweise des immer wieder konflikthaften Geschehens.

An der Gestaltung der künstlerischen Auseinandersetzung beteiligen sich 9 in Palästina und Israel lebende KünstlerInnen sowie 25 in Deutschland lebende KünstlerInnen. Verschiedene Sparten der Kunst sind vertreten, vor allem Foto, Film, Video, Computerkunst, Performances, aber auch Sound-Installationen, Lesungen und kombinierte Performances. Voraussichtlich werden 6 der in Palästina und Israel lebenden KünstlerInnen persönlich anwesend sein können.

Die Aktionen werden an unterschiedlichen Orten stattfinden, teilweise gleichzeitig:
Atelier Ahmad Rafi: Performances, Filmvorführungen, Dia- und Videoinstallationen,
jeweils an den Abenden 16. bis 19. Juli 2003
Denkbar in der Schillerstraße 26: Performances und Lesungen am 16. und 18. Juli 2003
U-Bahn-Station Merianplatz Ebene D-ZugEnde (Linie U 4):
Dia-Videoinstallation in der Reihe Testbetrieb SIEBEN vom 16. Juli bis 11. August 2003

Die Aktion HautNahOst wird vom Atelier Ahmad Rafi in Kooperation inter.art, Frankfurt und Denkbar, Frankfurt durchgeführt.

Mit freundlicher Unterstützung durch das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst, den Verein der Freunde und Förderer des Goethe-Instituts Frankfurt am Main e.V., das Amt für Wissenschaft und Kunst, Frankfurt, Galerie Forum, Usingen sowie Gerüstbau Paul GmbH Frankfurt, Foto-Video Süd, Frankfurt, westend-druck GmbH, Frankfurt. http://www.inter-art.info/

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