home   english   sitemap   galerie   artclub   orient online   jukebox   litbox   termine   shop   palestine   my journalism   medienschau
Datenbank zum Diskurs Palästina/Israel/Deutschland/Arabische Welt/Islam. Seit 2001 - Database on the discourse Palestine/Israel/Germany/Arab World/Islam. Since 2001
Briefe 2003 (2)
Inhalt
pax christi-Erklärung zum Israelischen Mauerbau (21.05.03)
Menschenfreunde International: Israels Übergriffe auf körperlich und geistig behinderte Palästinenser halten an. Dokumentation von 107 Übergriffen auf behinderte Palästinenser. (19.05.03)
Offener Brief von Günter Schenk: An das Büro der Europa-Abgeordneten Ilka Schröder (18.05.03)
IWPS Europe: Angriff der IOF (Israelische Besatzungsarmee) auf ISM (13.05.03)
Offener Brief von Claudia Karas an Minister Fischer wegen UNO-Resolution (05.05.03)
Brief von G . H . U . P . e.V. : Kriegsverbrechen Israels mit Billigung des Aussenministers? (09.04.03)
13.03.03 Brief von Claudia Karas an Minister Schily wegen Transfer/Mossad
Dr. Hassan Swelim, FAZ vom 12.03.2003, S.2, Aufruf der Azhar zum "Heiligen Krieg"
11.03.03,PALÄSTINENSISCHER NOTSTANDSAPPELL
04.03.03, Claudia Karas, OFFENER BRIEF AN DEN AUSSENMINISTER HERRN JOSCHKA FISCHER



----- Original Message -----
From: Karmel Springiersbach - Pater Rainer
Sent: Wednesday, May 21, 2003 1:17 PM
Subject: pax christi-Erklärung zum Israelischen Mauerbau

DIE MAUER IN DER WESTBANK SCHAFFT KEINE SICHERHEIT

pax christi kritisiert den israelischen Mauerbau und protestiert gegen Verdrängungspolitik

Erklärung des Geschäftsführenden Vorstands der deutschen Sektion von pax christi


Weitgehend unbeachtet von der Weltöffentlichkeit errichtet die israelische Regierung derzeit auf dem besetzten palästinensischen Westjordanland eine Mauer. Diese bis zu acht Meter hohe Betonwand mit Wachttürmen alle paar hundert Meter sowie einem Drahtzaun soll potenzielle Gewalttäter davon abhalten, von palästinensischem Gebiet nach Israel einzudringen.

pax christi kritisiert den Bau dieser Mauer. Er ist unverhältnismäßig, weil er ganze Familien und Dörfer in ihrer gesamten Existenz bedroht, um einzelne Extremisten abzuwehren. Die Mauer verstößt gegen das Völkerrecht und sie verstärkt die Vertreibung der Palästinenser, ohne das erklärte Ziel, nämlich Sicherheit, zu erreichen.

Für die Mauer, die nicht auf der Waffenstillstandslinie von 1949 (der "Green Line") verläuft, wird fortlaufend palästinensisches Gebiet faktisch annektiert. Fruchtbarstes Land, oft die einzige Einkommensquelle der palästinensischen Bevölkerung, wurde bereits enteignet, Grundwasserquellen wurden von palästinensischen Dörfern abgetrennt und Israel zugeschlagen, über 100 Gebäude und Wohnhäuser wurden zerstört.

Tausende Menschen werden so in der sog. "Sicherheitszone", einem Niemandsland zwischen Mauer und Green Line, von ihren Schulen, Arbeitsstätten, Krankenhäusern u.a.m. abgeschnitten. Besonders gravierend ist die Situation für manche palästinensischen Gemeinden und Wohnviertel, die nun wie in einer Flasche feststecken: Die Mauer verläuft schlangenartig, um möglichst viele jüdische Siedlungen und Militärposten zu umfassen und mit dem Kernland von Israel zu verbinden (z.B. in Bethlehem); deshalb gibt es zu manchen palästinensischen Siedlungen nur noch Zutritt durch einen schmalen Flaschenhals. Dies bedeutet eine Abtrennung von Palästinensern und Palästinenserinnen von wichtigen Einrichtungen für ihre wirtschaftliche und soziale Grundsicherung, Bildung und Gesundheit.

So verlieren viele palästinensische Familien ihre Lebensgrundlage und sehen sich zum Aufgeben und Verlassen ihres Landes gezwungen. Wenn sich die israelische Regierung glaubhaft von der Befürchtung distanzieren will, dass es ihr um Expansion und um einen "Transfer" der Palästinenser ins Ausland gehe, dann muss dieser Mauerbau gestoppt und rückgängig gemacht werden!

Unmissverständlich ist pax christi immer für eine sichere Existenz des Staates Israel eingetreten. Wir verurteilen die Selbstmordattentate palästinensischer Extremisten und die Angriffe auf Zivilisten als Verbrechen und betonen: Auch für ein Volk, das sich im Widerstand gegen eine Besatzungsmacht befindet, darf nicht jedes Mittel recht sein. Ebenso muss sich aber eine demokratische Besatzungsmacht an internationale Vereinbarungen halten. Der Mauerbau stellt jedoch einen Verstoß gegen das Völkerrecht dar - ebenso wie Kollektivstrafen, Abriegelungen, Angriffe auf medizinische Einrichtungen, Schulen, Moscheen und Kirchen, illegale Festnahmen und außergerichtliche Tötungen der Vierten Genfer Konvention widersprechen. Alle diese Maßnahmen tragen zur Demütigung und Entrechtung des palästinensischen Volkes bei, ohne die israelische Zivilbevölkerung wirksam vor Terroranschlägen zu schützen. Sie vermehren Hass und Verzweiflung - ein Nährboden für Wut und Aggression. Der Mauerbau bietet keine Basis für mehr Sicherheit in Israel. Wer eine Mauer überwinden will, findet Mittel und Wege, dies zu tun.

Der Bau der Mauer ist Ausdruck der Ohnmacht der Sharon-Regierung, die Sicherheit der israelischen Gesellschaft auf politischem Wege gewinnen zu können. Sie begünstigt eine Politik der langsamen Vertreibung der palästinensischen Bevölkerung aus ihren angestammten Gebieten. Die Mauer kann einen gerechten Frieden nicht ersetzen; sie fördert vielmehr die Gewalt.

pax christi fordert die Bundesregierung auf, zusammen mit ihren europäischen Partnern Initiativen zu entwickeln und durchzuführen, um die israelische Regierung zu einem Stopp des Mauerbaus und zu einer anderen Sicherheitspolitik zu bewegen.
Alle Initiativen zur Vertrauensbildung und zur Überwindung von Feindbildern und Abgrenzungen verdienen gleichfalls Unterstützung.

Bad Vilbel, den 20. Mai 2003




----- Original Message -----
From: Menschenfreunde International menschenfreunde@epnet.at
To: Undisclosed-Recipient:;

Sent: Monday, May 19, 2003 7:21 AM
Subject: Behinderte Palaestinenser

FRIENDS OF HUMANITY INTERNATIONAL
HUMAN RIGHTS ORGANIZATION

MENSCHENFREUNDE INTERNATIONAL
GESELLSCHAFT FUR MENSCHENRECHTE

Jedlersdorferstrasse 99 / 26 / 17, 1210 Vienna, Austria
>>>>>>>>>>>>>>
Date: Mai 19. 2003, Rep. Nr: ME/P/069/03/ Deutsch


Israels Übergriffe auf körperlich und geistig behinderte Palästinenser halten an.
Die Dokumentation von 107 Übergriffen auf behinderte Palästinenser.


Tatsachen:

Seit Beginn der "Alaqsa Intifada" in Palästina am 28. September 2000 bekommt Menschenfreunde International erschreckende Berichte von Ubergriffen israelischer Soldaten auf behinderte Palästinenser im besetzten Westjordanland und im besetzten Gazastreifen.

Menschenfreunde International konnte 107 Ubergriffe auf behinderte Palästinenser bzw. auf die Institutionen, die diese behinderten Menschen betreuen, verzeichnen.

Das Ergebnis dieser Ubergriffe ist erschütternd: 48 Tote, 32 Verletzte, 27 Festnahmen sowie Verwüstung oder die Zerstörung von 6 Institutionen, die behinderte Menschen betreuen.

Einleitung:

Für Menschen, die an einer geistigen oder körperlichen Behinderung leiden, sei es Gehörlosigkeit, Blindheit oder eine andere Behinderung, ist es schwierig oder gar unmöglich, den Anweisungen der israelischen Soldaten zu folgen. Behinderte antworten oft in einer ungewohnten Weise auf solche Anweisungen. Dies veranlasst die israelischen Besatzungsarmeesoldaten häufig dazu, auf diese Menschen zu schießen, was oft zum Tod oder zur Verletzung der Behinderten führt.

Die bloße Anwesenheit behinderter Personen in der Nähe einer militärischen Schranke bzw. einer israelischen Siedlung, die sich auf besetztem Gebiet befindet, oder das ziellose Bewegen eines Behinderten, stellen noch keinen Grund dar, die die Ermordung oder Misshandlung dieses Behinderten rechtfertigen. Die Unterstützung behinderter Menschen und der sanfte Umgang mit ihnen ist seit langer Zeit eine verbreitete Tugend, gerade weil behinderte Menschen gewaltlos und nicht im Stande sind jemanden anzugreifen.

Menschenfreunde International konnte einige Ubergriffe der israelischen Soldaten auf palästinensische Behinderte aufzeichnen. Aufgrund der ständigen Besetzung palästinensischer Gebiete sowie der Nachrichtensperre seitens der israelischen Armee, konnten jedoch weitere Ubergriffe nicht aufgezeichnet werden.

Weiters ist anzumerken, dass der gesundheitliche Zustand vieler palästinensischer Behinderter sich immer mehr verschlechtert, da ihre Häuser zerstört werden und sie ohne Unterkunft leben müssen. Durch die ständige Besetzung und Sperre palästinensischer Gebiete ist es den Behinderten nicht möglich, ihre Behandlung in den Krankenhäusern wahrzunehmen, oder sie sind nicht im Stande, sich in Schulen oder speziellen Institutionen geistig weiterzuentwickeln.

Menschenfreunde International warnte Israel in Berichten vom 31. Mai 2001 und vom 1. Jänner 2002 vor der Fortsetzung solcher Handlungen. Aufgrund der folgenden Fälle kann man aber feststellen, dass Israel weiterhin solche Handlungen ausübt und diese auch weiterhin betreiben wird.

Menschenfreunde International verurteilt das gezielte Vorgehen der israelischen Regierung gegen die Zivilbevölkerung in den besetzten Gebieten, insbesondere das Vorgehen gegen behinderte Menschen. Dies verstößt nicht nur gegen das menschliche Grundrecht sondern auch gegen die anerkannten Sitten. Aus diesem Grund fordert Menschenfreunde International solche Handlungen künftig zu unterlassen.

Weiters fordert Menschenfreunde International die internationalen und regionalen Institutionen sowie Einrichtungen die geistig und körperlich behinderte Menschen betreuen, dazu auf, nicht tatenlos zuzusehen und die israelische Regierung dazu zu drängen, solche Handlungen sofort zu beenden.

Ubergriffe und Verbrechen Israels gegen behinderte Menschen:

1. Am 1 Mai 2003 sind israelische Streitkräfte in Alshujaiya in der Stadt Gaza eingedrungen und haben ein Wohnhaus angegriffen, um palästinensische Aktivisten zu liquidieren. Dabei wurden 13 Palästinenser getötet und 65 verletzt. Unter den Toten sind z.B, der geistig behinderte Baker Hussein Mohaisen (40 Jahre ), der Säugling Ameer Ahmmed Ayyad (2 Jahre) und der alte Mann Shihteh Mohammed Algharably (67 Jahre).

2. Am 10 März 2003 haben israelische Soldaten in Kafr Qadoom den gelähmten Anan Nabeeh Abdulfatah Lebbadeh festgenommen, nachdem sie sein Haus überfallen und verwüstet hatten. Im Gefängnis Hewara wurde er festgehalten, wo es kalt war, er kein Essen bekam und er auch die Notdurft nicht normal verrichten durfte. Während der ganzen Haftzeit hatte er seinen Rollstuhl nicht zur Verfügung.

3. Am 4. März 2003 drang um die Mittagszeit ein Panzer des israelischen Militärs in Tulkarem ein, um in der Nähe des Flüchtlingslager Tulkarem in Stellung zu gehen. Palästinensische Zivilisten begannen aus Protest den Panzer mit Steinen zu bewerfen. Daraufhin eröffneten die im Panzer verschanzten Soldaten das Feuer auf die Menge und ermordeten dabei den gehörlosen Basil Ali Hassan Abbas (26 Jahre), einen Bewohner des Flüchtlingslagers. Er war zufällig am Handlungsort vorbei gekommen und hatte an den Protestaktion der Palästinenser nicht teilgenommen.

4. Am 19. Februar 2003 wurden mehrere Palästinenser in Nablus durch Angriffe der israelischen Armee verletzt bzw. getötet. Der hörbehinderte Sameer Subhy Asmar (24 Jahre) wurde am Bein verletzt.

5. Am 17. Februar 2003 nahm die Besatzungsarmee Mohammed Khamees Mahmoud Brasch (24 Jahre), einen körperlich behinderten Palästinenser aus dem Flüchtlingslager Alamaari, fest. Man sperrte Brasch, der auf eine Beinprothese angewiesen ist und zudem an einer Augenverletzung leidet, in eine Einzelzelle im Gefängnis in Beit Iel.

6. Am 12. Februar 2003 nahm die Besatzungsarmee den körperlich behinderten Hamza Yaser Rasheed Odeh (24 Jahre) aus Betlehem fest und brachte ihn ebenfalls in eine Einzelzelle ins Gefängnis Kfar Atsiun. Aufgrund einer Amputation hat Odeh nur noch einen Arm.

7. Am 6. Februar 2003 haben israelische Streitkräfte mit Helikoptern, Panzern und Scharfschützen ein Wohngebäude gegenüber dem Alwafaa Spital in der Stadt Gaza in die Luft gesprengt. Dabei kam es zur Panik in Spital. Als die zwei Pfleger Abdulkareem Labad und Omar Hassan ein Krankenzimmer betraten, um die behinderten Patienten zu beruhigen, wurden sie von Scharfschützen durch die Fenster hindurch erschossen.

8. Am 5. Februar 2003 wurde Kamila Suleiman Said (65 Jahre) unter den Trümmern ihres Hauses, das von israelische Baggern zerstört worden war, getötet. Die Bagger drangen in den Ostteil des Flüchtlingslager Almaghazy im Gazastreifen ein, weil sie sich als Gemeinschaftsstrafe an den Verwandten jener Palästinenser rächen, die sich an bewaffneten Aktionen gegen die Besatzungsmacht beteiligt haben sollen.

Frau Said ist gehörlos und konnte daher die Warnungen der Besatzungsmacht vor der Zerstörung ihres Hauses nicht wahrnehmen.

9. Am 26. Jänner 2003 wurde der geistig behinderte Khaled Hassan Khaleel Nafe (38 Jahre) in der Siedlung Mudaim westlich von Ramallah von der israelischen Geheimpolizei misshandelt. Er wurde zu einem abgelegenen Gebiet in dieser Siedlung gebracht, wo ihn die Geheimpolizei bewusstlos auf dem Boden liegen ließ, nachdem sie ihn bis zur Bewusstlosigkeit verprügelt hatte.

10. Am 24. Jänner 2003 ermordete die israelische Armee den geistig behinderten Mohamed Saleem Almassdar (19 Jahre), während er auf dem Feld seiner Familie im Flüchtlingslager Almaghazy im Gazastreifen war. Da die Armee die palästinensischen Rettungswagen nicht durchließen, verblutete der junge Mann an der Unfallstelle.

11. Am 22. Jänner 2003 drangen israelische Truppen, mithilfe von Baggern in Beit Zareh südlich der Stadt Hebron ein, wo sie das Haus von Riyad Ahmmed Abdulhady Alsus umzingelten, einen körperlich Behinderten. Nachdem sie die Bewohner des Hauses aus dem Haus trieben, zerstörte der Bagger das Haus der Familie.

12. Am 15. Jänner 2003 tötete die israelische Armee Ribhy Hassan Zakarneh, der geistig behindert war. Er wohnte in Qabatia, wo die Armee eindrang und eine Ausgangssperre verhängte. Zakarneh, dessen Auftreten laut Augenzeuge auf seine Behinderung aufmerksam machte, befolgte die Anweisungen der Armee, stehen zu bleiben, nicht und wurde in der Nähe der Stadtmoschee erschossen. Weiters ließ es die Armee nicht zu, dass man ihn verarztete.

13. Im Jänner 2003 wurde der körperlich behinderte Abdulrahman Mohammed Hamed Alnajar (16 Jahre) getötet als zwei Helikopter der israelischen Armee drei Raketen abschossen, die auf einem Feld explodierten. Zwei von den drei Zivilisten, die in der Nähe des Feldes wohnten, wurden getötet. Die Helikopter hatten versucht zwei Palästinenser zu ermorden, die einer palästinensischen Gruppierung angehörten.

14. Am 18. Dezember 2002 starb der geistig behinderte Rushdy Hashash bekannt als Saber (45 Jahre), der im Flüchtlingslager in Balata wohnte. Er ertrank in einer Grube in der Nähe des Gefängnisses von Nablus. Die Grube war von der israelischen Armee in der Mittte der Hauptstrasse von Nablus gegraben worden und diente dem Zweck, die Bevölkerung von Nablus am Weiterkommen zu hindern. Augenzeugen berichteten, dass die israelische Armee Saber schlug und verfolgte und ihn in die Grube warf.

15. Am 16. Dezember 2002 ermordeten israelische Soldaten den ebenfalls behinderten jungen Palästinenser Ied Asaad Abu Hilal (16 Jahre). Er hatte sich in der Nacht beim "Tor von Salah Adien " in der Nähe des Ubergangs von Rafah, der Palästina und Ägypten trennt, aufgehalten. Die Soldaten ließen ihn verbluten und verbaten jede ärztliche Hilfe, bis er starb.

16. Am 9. Dezember 2002 ermordeten israelische Soldaten den geistig behinderten Basil Mustafa Alkoa (28 Jahre) aus Beit Lied im besetzten Westjordanland. Alkoa war auf den an die Stadt angrenzenden Feldern unterwegs, als ihn israelische Soldaten verfolgten und töteten. Basil Mustafa Alkoa hatte wegen der kalten Jahreszeit ein Kopftuch getragen, woraus die israelischen Soldaten schlossen, dass er die Siedlung angreifen wollte.

17. Am 4. Dezember 2002 schossen israelische Soldaten, die sich auf dem Dach eines Gebäudes verschanzt hatten, das gehörlose Kind Shady Awny Manssour (15 Jahre) an, als er mit seinen Freunden im Freien spielte. Aufgrund der Folgen des Schusses ist der Junge aus Nablus seither vollkommen gelähmt.

18. Am 3. November 2002 ermordeten israelische Soldaten, die sich in der Nähe der Grenzregion Rafah aufhielten, den geistig behinderten Ismail Almassry (18 Jahre) aus Khan Yunus, der oft in dieser Grenzregion gesichtet wurde.

19-20. Am 28. Oktober 2002 stoppte ein israelischer Panzer einen palästinensischen Rettungswagen. Im Rettungswagen befanden sich der im Rollstuhl sitzender Bassam Adeeb Jarrar (42 Jahre) und der blinde Mohammed Ahmmed Abdulkareem Assaasa (46 Jahre), die vom Krankenhaus in Jenin, in ihr Heimatdorf Jabaa gebracht werden sollten. Die Soldaten nahmen beide fest und misshandelten sie ohne jede Rücksicht auf deren gesundheitliche Verfassung.

21. Am 20. Oktober 2002 wurde der geistig behinderte Maan Badran durch drei Kugeln am Schenkel verletzt, nachdem eine israelische Patrouille in Beit Awr Altahta im Bezirk Ramallah auf ihn geschossen hat. Die Einwohner des Dorfes sollen die Soldaten auf die Behinderung von Badran aufmerksam gemacht haben.

22. Am 11. Oktober 2002 griffen israelische Siedler aus Brakha palästinensische Landwirte an, die in Kafer Qallil in der Nähe der Stadt Nablus Oliven pflückten. Dabei misshandelten die Soldaten den gehörlosen Dawood Alqannah und zerstörten sein Hörgerät.

23. Am 8. Oktober 2002 schossen israelische Soldaten, die sich in ihrem Panzer verschanzt hatten, auf Kinder und Zivilisten in der Stadt Jenin und verletzten dabei sieben Personen. Einer der Verletzten war der geistig behinderte Said Mustafa (35 Jahre).

24. Am 19. September 2002 wurde der an Gedächtnisstörungen leidende Ahmmed Mahomoud Mohammed Labad (49 Jahre), aus Aldaraj in Gaza, getötet. Er war gerade an einer Fabrik in Gaza vorbeigegangen, die von israelischen Helikoptern, bombardiert wurde. Schwer verwundet ließ man ihn an der Unfallstelle verbluten.

25. Am 5 September 2002 konnten 11 taubstumme Schüler 3 Tage lang aus ihrer Schule ( Atfalona ) in Gaza nicht in ihren Heimatort Khan Yunus heimfahren, weil die israelische Streitkräfte eine Sperre im Gazastreifen gemacht hatten.

26. Am 14. August 2002 ermordeten israelische Truppen den 44jährigen Nasser Jarar aus Tubas. Er war durch eine Arm- sowie eine Beinamputation stark eingeschränkt. Er wurde getötet, als israelische Panzer sein Haus beschossen. Ebenso wurde Nidal Abu Muhsin getötet, als die israelische Armee ihn als menschliches Schutzschild benützten.

27. Am 26. Juli 2002 drangen israelische Soldaten in das Gebiet Albaraka südwestlich der Stadt Deir Albalah ein, wo sie den gehörlosen Mohammed Ismail Alsalqawy festnahmen, nachdem sie das Haus seiner Familie verwüstetet hatten.

28. Am 2. Juli 2002 wurde der Palästinenser Ramzy Salah (25 Jahre) aus Betlehem an der Wirbelsäule verletzt, nachdem er von den israelischen Soldaten während seiner Festnahme misshandelt worden war. Dies führte dazu, dass sich Salah nun nicht mehr eigenständig bewegen kann. Seither ist er im Gefängnis Kitsiot inhaftiert. Die Gefängnisleitung zögert, Salah zu operieren.

29. Am 27. Juni 2002 schossen israelische Soldaten auf den geistig behinderten Bashair Rashad Musallamany (24 Jahre) und trafen ihn am Knie, als er trotz der Warnungen seiner Familie das Haus verlassen hatte. Er wurde einige Meter von seinem Haus entfernt verletzt.

30. Am 3. Juni 2002 sind israelische Soldaten im " Zentrum für Behindertenpflege" im Askar-Flüchtlingslager bei Nablus eingedrungen und und haben dieses Zentrum verwüstet.

31. Am 29. Mai 2002 schossen israelische Soldaten in der Nähe einer Strasse südlich der Stadt Qalqilia auf den geistig behinderten Ibrahim Mohammed Tawfiq Dawood (35. Jahre) und töteten ihn dabei. Seine Leiche ist bis heute verschwunden.

32. Am 22. Mai 2002 starb im Dorf Qibia in der Nähe von der Ramallah die invalide Aisha Ali Hassan (21 Jahre), nachdem israelische Soldaten, die bei der Blockade Ain Areek stationiert waren, ihre Eltern zweimal daran gehindert hatten, sie in ein Krankenhaus in Rahmallah zu bringen, da sie Dialysepatientin war.

33. Am 20. Mai 2002 nahm die israelische Armee den Palästinenser Saleh Mohammed Abdulrahman Dyrea (27 Jahre) aus Betlehem fest. Dyrea ist nervlich krank und leidet an Epilepsie. Er war in der Nervenklinik in Betlehem, da er im Gefängnis Askalan misshandelt worden war. Die Leitung des Gefängnisses von Oofer, wo er derzeit gefangen gehalten wird, weigert sich, ihn mit den notwendigen Medikamenten zu versorgen.

34. Am 30. April 2002 ermordeten israelische Soldaten, die bei einer militärischen Sperre östlich vom Flüchtlingslager Noor Shams in der Nähe von der Stadt Tulkarem stationiert waren, den geistig behinderten Palästinenser Abdulazeez Abdulhameed Ibrahim Samara (50 Jahre) aus Tulkarem. Samara wurde ermordet, während er ziellos in der Nacht herumging.

35. Am 30. April 2002 wurde der Behinderte Abdullah Hamdan Abu Shalouf (24 Jahre) von Panzern überrollt tot aufgefunden, als diese ihre Granaten nachts auf die Häuser der Bürger in der Nähe des Grenzübergangs Rafah schossen. Sie zerstörten dabei zwei Häuser der Familie Abu Shalouf, während die Bewohner des Hauses schliefen. Die Zerstärung führte auch zum Tod des Säuglings Huda Abu Shalouf und zur Verletzung weiterer acht Personen.

36. Am 29. April 2002 brach die israelische Armee in das Gebäude des Alihsan-Vereins, der für die Betreuung Behinderter und alter Menschen in Hebron zuständig ist, ein. Sie nahm die Aufsichtsperson fest und bedrohte Kinder und alte Menschen. Weiters durchsuchten sie die Unterlagen des Vereins und beschlagnahmten einen Computer (PC´s). Am 24.11.2002 erfolgte nocheinmal ein Ubergriff auf diesen Verein.

37. Am 29. April 2002 nahmen israelische Soldaten, während sie in das Dorf Jayyus bei Qaqilia eindrangen, den geistig behinderten Amjad Abdullah (28 Jahre) fest.

38. Am 27. April 2002 töteten israelische Soldaten, die in der israelischen Siedlung Iely Sinai nördlich der Stadt Beit Lahia im Gazastreifen stationiert waren, den geistig behinderten und blinden Palästinenser Mohammed Sameer Samih Aldabas (19 Jahre), einen Bewohner des Flüchtlingslagers Jabalia, der 800 Meter von der israelischen Siedlung entfernt umherirrte.

39-40. Am 16. April nahmen israelische Soldaten im Flüchtlingslager Askar in der Nähe der Stadt Nablus den seit 1994 querschnittsgelähmten Maher Alnaqeeb (25 Jahre) fest. Sie forderten ihn auf, aufzustehen und sie bis zum Lastwagen zu begleiten, der ihn ins Gefängnis bringen sollte. Alnaqeeb versuchte ihnen klarzumachen, dass er nicht im Stande sei, aufzustehen. Obwohl er im Rollstuhl saß, glaubten ihm die Soldaten nicht und zerrten ihn an den Haaren auf. Dann warfen sie ihn vom zweiten Stock ins Erdgeschoss hinunter, wo er bewusstlos liegen blieb. Die Soldaten schleiften ihn bis zum Lastwagen und brachten ihn ins Gefängnis, wo er dann vier Tage lang geschlagen und misshandelt wurde. Zur selben Zeit hatten die Soldaten den 64jährigen behinderten Mann Ali Saad festgenommen.

41. Am 16. April 2002 ermordeten israelische Soldaten in der Nähe der israelischen Siedlung Nitsanit westlich der Stadt Beit Lahia im Gazastreifen den an einem gelähmten Fuß leidenden Yunus Mohammed Odeh Abu Gharara (26 Jahre). Der junge Mann befand sich einige Meter von seinem Haus entfernt, als er ermordet wurde.

42. Am 10. April 2002 schossen Soldaten der israelischen Armee auf den gehörlosen und stummen Palästinenser Mahmoud Hasan Mohammed Abu Shanab (47 Jahre) aus dem Flüchtlingslager Alnosayrat und trafen ihn am Fuß. Sie nahmen ihn daraufhin fest und misshandelten ihn, bevor sie ihn wieder freiließen.

43. Am 10. April 2002 ermordete die israelische Armee in der Stadt Hebron den blinden Palästinenser Akram Sodqy Alatrash Abu Sneineh (28 Jahre) und zerstörte das Haus, in dem er sich befand. Israel geht gezielt gegen Menschen vor, von denen es vermutet, dass sie sich an bewaffneten Aktionen gegen die israelische Armee beteiligen.

44. Am 10. April 2002 ermordete die israelische Armee den geistig kranken Palästinenser Atef Abu Shtaya aus Kafr Neama in der Nähe von Ramallah.

45. Am 7. April 2002 nahm die israelische Armee den Palästinenser Omar Mohammed Afaneh aus Til in der Nähe von Nablus fest. Er wurde durch Schüsse an der Wirbelsäule verletzt und ist seitdem querschnittsgelähmt. Die Leitung des Gefängnisses Kitsiot verweigert die nötige Behandlung, die Afana braucht. Afana ist alleinstehender Vater von sechs Kindern.

46. Am 5. April 2002 drangen israelische Panzer und Bagger in Nablus ein, wo sie u.a. das Haus von Familie Alshaaby und das obere Stockwerk sowie einige benachbarte Häuser zerstörten. Neun Zivilisten starben, darunter auch Kinder. Abdullah (68 Jahre) und seine im Rollstuhl sitzende Frau Schamsa Altahan (67 Jahre) waren 7 Tage im Haus eingesperrt.

47. Am 2. April 2002 erschossen israelische Soldaten in Balaa den geistig behinderten Ghaleb Abdulfatah Alhaj (35 Jahre) aus nächster Nähe, als er die Strasse von Balaa-Attara entlangging.

* Als die israelische Armee in Jenin im April 2002 eindrang und mehrere Teile des Flüchtlingslagers zerstörte, ermordete sie:

48. Kamal Said Mustafa Alssghayer (58 Jahre), der seit einer Verletzung während der ersten "Intifada" im Rollstuhl sitzt. Obwohl er eine weiße Flagge auf seinem Rollstuhl befestigt hatte, wurde er von den israelischen Panzern getötet durch Überrollen.

49. Jamal Mahmoud Rasheed Alfayed (37 Jahre), der seine Beine nicht bewegen konnte, wollte den israelischen Baggerfahrer, der sein Haus zerstören wollte, warnen. Dieser hörte nicht auf Alfayed und zerstörte das Haus.

50. Die Leiche von Hosny Ali Ahmmed Amer (45 Jahre), der an Hörproblemen leidet, wurde am 2. Juni nach 3 Monaten Suche unter den Trümmern der zerstörten Häuser in Jenin Flüchtligslager gefunden. Amer war zusammen mit seinem Bruder Mohammed zu Beginn der israelischen Gräueltaten im Flüchtlingslager im April 2002 festgenommen worden.

51. Den behinderten Hosny Rasheed Alfayed, der mit seinem Rollstuhl unterwegs war. Sein Rollstuhl wurde gefunden, aber von der Leiche fehlt nach wie vor jede Spur.

52. Mohammed Masud Mohammed Abu Alsebaa, ein behinderte Palästinenser, wurde unter den Trümmern begraben.

* Während den flächendeckenden Ubergriffen auf die palästinensischen Autonomiegebieten im Zeitraum von 29. März bis Ende April 2002 nahm die israelische Armee die unten genannten Personen fest. Sie wurden in Gefängnisse, wie Oofrah, Alnaqab, Almaskubia und Asqalan gebracht und dort gefoltert. Man nutzte ihre schlechte psychische und gesundheitliche Verfassung aus, um die gewünschten Geständnisse zu bekommen:

53. Shokry Jameel Shokry Yaish aus Nablus, der sich nicht bewegen kann.

54. Ahmmed Yusuf Ahmmed Halawa aus Nablus, der an Epilepsie leidet.

55. Ramzy Sameer Hassan Abu Zer aus Betlehem , der an Epilepsie leidet.

56. Khaled Atia Abijat aus Betlehem , der an Epilepsie leidet.

57. Ibrahim Omar Ahmmed Saadeh aus Betlehem, der sich nicht bewegen kann.

58. Der behinderte Samy Ismail Fawaghreh aus Betlehem.

59. Während des oben genannten Zeitraumes sind die israelische Soldaten im "Abu Rayyah Zentrum für Behindertenintegration" in der Stadt Ramallah eingedrungen und haben es verwüstet.

60. Am 30. März 2002 nahm die israelische Armee den palästinensischen Journalisten Zuhdy Altareefy (42 Jahre) fest, er hatte während der ersten "Intifada" seinen rechten Arm verloren und befand sich gerade im Rettungswagen des roten Halbmondes, als die israelischen Truppen Ramallah und Albeereh einmarschierten.

61. Am 27. März 2002 töteten israelische Soldaten den geistig behinderten Ziyad Wadie (30 Jahre) aus dem Flüchtlingslager Khan Yunus.

62. Am 25. März 2002 verletzten israelische Soldaten das palästinensische behinderte Kind Islam Amer Abu Nimeh (8 Jahre) am Kopf, als sie um 1 Uhr morgens in Hay Alsalam südlich der Stadt Rafah eindrangen.

63. Am 24. März 2002 töteten israelische Truppen den an psychischen Störungen leidenden Naschaat Hamdan Mustafa Abu Aassy (21 Jahre) aus Gaza. Er wurde aus einer Entfernung von 100 Metern angeschossen, als er sich auf der Strasse zwischen Almintar und Alshuhada südlich von Gaza befand. Man ließ ihn ohne ärztliche Hilfe verbluten.

64. Am 23. März 2002 nahm die israelische Armee im Dorf Aaboud westlich der Stadt Ramallah den geistig behinderten Hamza Ata Mizher (16. Jahre) fest.

65. Am 23. März 2002 schossen israelische Soldaten in der Region Alsayfa, die zwischen den israelischen Siedlungen Iely Sinai und Dougeet im Gazastreifen liegt, auf den geistig kranken Bilal Fathy Almajdalawy. Der 26jährige stammt aus Beit Lahia und hat ein behindertes Bein. Bei dem Angriff wurde er von drei Kugeln getroffen.

66. Am 19. März 2002 nahm die israelische Armee in Zeita nördlich von Tulkarem den psychisch kranken Amer Mohammed Abu Jazar fest.

67. Am 12. März 2002 ermordeten israelische Soldaten im Zuge des Einmarsches in das Flüchtlingslager Jabalia im Gazastreifen den taubstummen Palästinenser Sameer Saady Sababa (45 Jahre). Sababa wurde am Heimweg von den Soldaten aufgefordert, seine Hände zu heben. Als dieser aufgrund seiner Behinderung dem Befehl nicht gehorchte, wurde er erschossen. Sababa war Vater von fünf Kindern.

68. Am 6. März 2002 zerstörten israelische Truppen im Gazastreifen "Alnour", ein Zentrum des UNRWA für blinde Kinder.

69. Am 1. März 2002 wurde der geistig behinderte Palästinenser Mohammed Mofeed (25 Jahre) aus dem Flüchtlingslager Jenin durch zahlreiche Schüsse von israelischen Soldaten verwundet. Mofeed verblutete, da die Soldaten ihm jede ärztliche Hilfe untersagten. Seine Leiche wurde am nächsten Tag gefunden.

70. Am 1. März 2002 wurde der junge Palästinenser Khader Tayseer Abu Wady (15 Jahre) aus Tal Alzaater im Flüchtlingslager Jabalia durch Splitter einer Granaten so schwer verletzt, dass er sein Bein verlor. Abu Wady leidet an Hör- und Sprechstörungen.

71. Am 19. Februar 2002 wurde eine Schule für blinde Mädchen in der Stadt Albiereh durch Granaten, die aus der Siedlung Bsagout kamen, zerstört. Diese Schule beherbergte 70 Kinder. Völlig verstört irrten die blinden Kinder während des Angriffs im Schulgebäude umher. Dabei stürzten mehrere Kinder über die Treppe und wurden dadurch verletzt.

72. Am 15. Februar 2002 ermordeten israelische Truppen in Sayda in der Nähe von Tulkarem kaltblütig den körperlich behinderten Anwar Awny Abdulghany (28 Jahre). Die Truppen warfen ihm vor, er gehöre einer verbotenen palästinensischen Gruppierung an.

73. Am 4. Februar besetzten israelische Soldaten im westlichen Teil des Khan Yunus-Flüchtlingslagers das Dach des Hauses des Mahmood Khalil Abu Samrah, einem Behinderten. Dabei durften keine Bewohner das Haus verlassen, außerdem wurden die umliegenden Nachbarhäuser vom Dach aus beschossen.

74. Am 2. Februar 2002 verletzten israelische Soldaten den aus Anza bei Jenin stammenden Fateh Mohammed Said Khader (33 Jahre) und steckten ihn in das Gefängnis Magedoo. Später stellte man fest, dass er an einer starken psychischen Erkrankung leidet und er wurde frei gelassen, nachdem er durch Misshandlungen so arg verletzt worden war, dass er bis heute sich nur mittels Rollstuhl fortbewegen kann.

75-76. Am 10. Jänner 2002 haben israelische Streikräfte 79 palästinensische Häuser auf einmal nachts im Gebiet Rafah in wenigen Stunden demoliert. Dabei waren auch zwei Häuser von den zwei Behinderten: Mohammed Abdulsalam Albakry und Anas Abu Jazar.

77. Am 16. Jänner 2002 starben fünf behinderte Kinder aus Familie von Mahrous Mohmmed Honeidiq. Die Eltern und das jüngste Kind erlitten schwere Verbrennungen. Da das Haus der Familie bei einem israelischen Bombenangriff in der Nähe der Sperre Altofah zerstört worden war, lebte die Familie seither in einem Zelt in Khan Yunus. Die Tragödie ereignete sich, als das Zelt Feuer fing, nachdem die Familie eine Kerze angezündet hatte. Es starben Fady (6 Jahre), Turkiya (5 Jahre), Sufyan (7 Jahre), Hussein (9 Jahre), Nafeth (5 Jahre). Verletzt wurden: Mahmmoud (16 Jahre), der Vater Mahrous (40 Jahre), die Mutter Zajneb (35 Jahre). Das Kind Fady wurde früher verletzt und saß seitdem im Rollstuhl als Folge einer Bombardierung des Hauses der Familie im westlichen Flüchtlingslager Khan Yunus.

78. Am 14. Dezember 2001 tötete die israelische Armee den körperlich stark behinderten Masaad Abdrrabbu Mohammed Abu Dawood (21 Jahre) aus der Stadt Rafah. Er wurde in der Siedlung Ghosh Qateef westlich von Rafah festgehalten und getötet, da man ihm vorwarf, er wolle in die Siedlung eindringen.

79. Am 5. Dezember 2001 wurde der Behinderte Tariq Khaled Fashafsheh durch Schüsse israelischer Soldaten schwer verletzt. Anschließend wurde er in der Nähe seines Dorfes Jabaa südlich der Stadt Jenin festgenommen.

80. Am 3. Dezember 2001 töteten israelische Soldaten den Palästinenser Yahya Mohammed Ahmmed Abu Aabed (30 Jahre) aus Qabatia in der Nähe von Jenin, als die Soldaten aus einem gepanzerten Militärfahrzeug auf ihn schossen. Abu Aabed ging über eine Hauptstrasse in der Nähe seiner Stadt, als er angeschossen wurde. Für vier Stunden durften sich weder Rettungswagen noch andere Hilfeleistenden der Unglücksstelle nähern.

81. Am 20. November 2001 wurde der taubstumme Naim Thiab (27 Jahre) aus Kafer Rai bei Jenin von einer Gruppe israelischer Soldaten schwer misshandelt. Er konnte den Befehl eines israelischen Soldaten, stehen zu bleiben, nicht wahrnehmen und wurde daraufhin von der Gruppe angegriffen und zwei Stunden lang geschlagen, bevor man ihn freiließ.

82. Am 9. November 2001 töteten israelische Truppen den taubstummen Palästinenser Sameer Mahmoud Abu Haleeb (30 Jahre), nachdem er sich der Sperre Altofah westlich der Stadt Khan Yunus genähert hatte. Die Begründung: Abu Haleeb habe sich dem Zaun der Siedlung Naveh Dakaliem genähert.

83. Am 4. November 2001 schossen israelische Soldaten bei Alshuhada südlich der Stadt Gaza den aus dem Flüchtlingslager Alshate stammenden Palästinenser Abdulghafar Ibrahim Muhjez (40 Jahre) mit zwei Schüssen in den Bauch und ins Bein. Muhjez, der an einer psychischen Krankheit leidet, wurde getroffen, als er in der Nähe der Siedlung Nitsareem vorbeiging.

84. Am 21. Oktober 2001 nahmen israelische Truppen den querschnittsgelähmten Yusuf Ibrahim Abdulfatah Alnawajaah (34 Jahre) aus Yatta bei Hebron fest. Dieser wurde im Gefängnis Aljalameh körperlich und psychisch misshandelt, bis er am 15. November 2001 freigelassen wurde.

85. Am 9. Oktober 2001 wurde das taubstumme Kind Ied Ahmmed Wahdan (13 Jahre) an der rechten Brustseite schwer verletzt, nachdem es von israelischen Truppen angeschossen worden war. Wahdan wurde verletzt, als er den Bauern bei ihrer Feldarbeit half und diese unter Beschuss gerieten.

86. Im Oktober 2001 wurde das behinderte Kind Ali Mahmoud Abu Riziq (11 Jahre) aus dem Bezirk Alamal in Gaza von einer Kugel getroffen, die ein israelischer Soldat auf ihn abfeuerte. Riziq war gerade dabei, seine Familie mit Brennholz zu versorgen.

87. Am 28. September 2001 haben israelische Soldaten den geistig behinderten palästinensischen Bürger Abdulraoof Daraghmeh (26 Jahre) aus Aqaba bei Jerusalem bei einer militärischen Sperre misshandelt, weil er ihnen sein Spielzeugsackerl nicht geben wollte.

88. Am 27. September 2001 tötete die israelische Armee den an einer Behinderung leidenden Ali Salem Abu Baleemeh (24 Jahre), mit sieben Kugeln. Die Soldaten schossen auf ihn, als er an einem Militärposten in der Nähe der Siedlung Kfar Daroum in Deir Albalah im Zentrum des Gazastreifens vorbeiging.

89. Am 26. September 2001 wurde das gehörlose Kind Mohammed Fadel Othman (13 Jahre) aus Rafah durch einen Schuss am oberen Schenkel schwer verletzt. Dies ereignete sich, als israelische Truppen Häuser und Menschen beim "Tor von Salah Adien" in Rafah bombardierten.

90. Am 17. September 2001 tötete die israelische Armee den geistig behinderten Abdulsalam Alian (35 Jahre) aus Rafah. Die Armee schoss auf Alian im Grenzgebiet zwischen Palästina und Ägypten und traf ihn mit einer 500 mm Kugel am Kopf.

91. Am 3. September 2001 schossen israelische Soldaten während der Ausgangssperre in der Stadt Hebron den geistig behinderten Bürger Nazem Jakob Abu Sneineh (25 Jahre) an und verletzen ihn schwer am Rücken.

92. Am 4. August 2001 schossen israelische Soldaten aus nächster Nähe auf den geistig behinderten Palästinenser Faraj Mohammed Ahmmed Abu Sneineh aus Hebron, der am Schenkel verletzt wurde. Abu Sneineh beteiligte sich nicht an den zu dieser Zeit stattfindenden Demonstrationen, und er war den israelischen Truppen als geistig Behinderter bekannt. Sein Bruder Khaled sagte, dass die israelische Truppen den Behinderten persönlich kannten und dass die Behinderung durch das Auftreten seines Bruders zu erkennen gewesen sei.

93. Am 10. Juli 2001 wurde das taubstumme Kind Mohammed Fuad Abu Alsaud (11 Jahre) in Yebna bei Rafah südlich des Gazastreifens von einer 800 mm Kugel von israelischen Truppen, am Schenkel verletzt. Das Kind hatte mit Freunden im Bereich seines Hauses in der Nähe des "Tores von Salah Adien" an der palästinensischen ägyptischen Grenze gespielt.

94. Am 4. Juli 2001 wurde Hazem Alnatsheh (25 Jahre) in Hebron durch Kugeln am Bauch und an anderen Körperteilen verletzt, was zu einer bleibenden Behinderung seines Beines führte. Obwohl er dringend operiert werden müsste, verweigert die Leitung des Gefängnisses Oofer-Betunia, in dem sich Alnatsheh zur Zeit befindet, ihm jede Hilfe.

95. Am 9. Juni 2001 wurde der behinderte Hussein Alattram (32 Jahre) aus Almughraqa südlich des Gazastreifens schwer verletzt, nachdem israelische Panzer, die sich im Bereich der israelischen Siedlung Nitsareem befanden, vier Granaten auf das im Besitz der Familie Almalalha befindliche Zelt abfeuerten und dabei auch drei palästinensische Frauen töteten.

96. Am 24. Mai 2001 töteten israelische Soldaten den taubstummen Shady Kamal Siyam (18 Jahre) im Flüchtlingslager Yebna bei Rafah, als er auf dem Heimweg von einer Kugel ins Herz getroffen wurde.

97. Am 24. April 2001 ermordete die israelische Armee den geistig behinderten Hussein Yusuf Abu Hamdeh (40 Jahre), aus dem Flüchtlingslager Alshate im Gazastreifen, mit drei Kugeln, die seine Brust und seinen Magen trafen. Ein Scharfschütze der israelischen Armee, der sich bei der Absperrung östlich der Stadt Beit Hanoon in der Nähe des Ubergangs Almintar befand, hatte auf Hamdeh geschossen.

98. Am 2. April 2001 haben die israelischen Soldaten, von einem Militärstützpunkt bei dem " Tor von Salah Adien" südlich von Rafah, auf die palästinensischen Bürger geschossen. Dabei wurde der geistig behinderte Hasan Mousa Alakhras (23 Jahre) an der rechten Schulter von einer Kugeln getroffen.

99. Im März 2001 wurde der taubstumme Ahmmed Mustafa (23 Jahre) aus dem Flüchtlingslager Alamaari von einer Kugel am Rücken getroffen und wurde an der Wirbelsäule verletzt. Die israelische Soldaten schossen auf ihn, da er ihre Befehle, stehen zu bleiben, nicht wahrnehmen konnte.

100. Am 20. März 2001 wurde dem behinderten Geschäftsmann Shaaban Abu Shakhdam in Hebron das Dach seines Geschäftes von israelischen Siedlern enteignet, um ihren Platz in der Siedlung "Abraham Abino" zu vergrößern.

101. Am 2. März 2001 töteten israelische Soldaten den geistig behinderten Mustafa Alramlawy (42 Jahre) aus dem Flüchtlingslager Albrij im Gazastreifen durch Schüsse, die ihn am Kopf trafen.

102. Am 16. Februar 2001 wurde der behinderte Iyad Mohammed Saadeh (19 Jahre) aus Seilat Aldaher bei Jenin durch Angriffe israelischer Siedler verletzt. Die Siedler griffen das Auto an, in dem er und seine Eltern auf dem Heimweg von einer ärztlichen Behandlung in Betlehem saßen. Sie bewarfen das Auto mit Steinen und schlugen die Fenster ein, und verletzten so die Insassen des Wagens.

103. Am 7. Jänner 2001 tötete die israelische Armee den geistig behinderten Abdulhameed Alkhartty (38 Jahre), nachdem sie in der Nähe von Nitsareem im Gazastreifen auf ihn geschossen hatten.

104. Am 5. Jänner 2001 ermordeten israelische Soldaten den geistig behinderten Mahmoud Abu Hasseereh (37 Jahre) aus Gaza. Sie hatten in der Nähe des grünen Streifens auf ihn geschossen.

105. Am 17. Dezember 2000 verletzten israelische Soldaten, die an der Grenze in Rafah stationiert waren, den geistig behinderten Palästinenser Hetler Mohammed Abu Libdeh (25 Jahre) schwer an der Schulter.

106. Am 24. November 2000 tötete die israelische Armee den behinderten Palästinenser Ziad Khalil Mohammed Abu Jazar (29 Jahre) aus Rafah im Gazastreifen.

107. Am 23. Oktober 2000, während einer Konfrontation zwischen palästinensischen Studenten und Bürger auf der einen Seite und israelischen Soldaten auf der anderen Seite in Almaghazy, wurde der taubstumme Junge Salahuddin Fawzy Alnajmy (16 Jahre) von einer Kugel tödlich ins Herz getroffen.

Anmerkung:

Menschenfreunde International macht jedoch mit Bedauern darauf aufmerksam, dass das Leiden palästinensischer Zivilisten und insbesondere von Behinderten sich nur schwer durch Zahlen und das Auflisten der Vorfälle darstellen lässt.

Menschenfreunde International ist sich bewusst , dass die Folgen der Ubergriffe israelischer Soldaten weitreichender sind, als dieser Bericht darstellen kann. Die Ubergriffe haben darüber hinaus weitreichende Konsequenzen auf das psychische, wirtschaftliche, soziale und gesundheitliche Leben der Palästinenser.

Schlussfolgerung:

Die Ermordung und Misshandlung palästinensischer Behinderter seitens der israelischen Armee deutet darauf hin, dass diese Armee sich nicht die Mühe macht, sich über die Identitäten ihrer Opfer oder über die Gründe ihres Aufenthalts an bestimmten Orten zu informieren. Werden Befehle nicht sofort befolgt oder antworten die Angesprochenen auf ungewöhnliche Weise, so stellt dies für die israelische Armee bereits eine Rechtfertigung dafür da, auf diese Menschen zu schießen. Dies bekräftigt die Hypothese, dass das Leben der palästinensischen Zivilisten für die israelische Armee nichts wert ist.

Bei einer genauen Betrachtung der Fälle kann man beobachten, dass die Anzahl der Ermordungen (48) größer ist als die Anzahl der Verletzten (32). Dies deutet auf die rücksichtslose Anwendung von Gewalt seitens der israelischen Armee hin.

Es ist auch zu beobachten, dass in vielen Fällen, die ärztliche Versorgung der angeschossenen Opfer unterlassen bzw. verboten worden ist.

Wenn man den Fall von Frau Kamila Said, die unter den Trümmern ihres zerstörten Hauses begraben wurde, betrachtet, muss man sich über die Vorgangsweise der israelischen Truppen wundern, die die Häuser von Palästinensern zerstören und oft den Bewohnern nicht einmal die Möglichkeit geben, sich in Sicherheit zu bringen, bevor ihr Haus in Schutt und Asche verwandelt wird.

Es fällt einem schwer, die genauen Beweggründe hinter den unmenschlichen Handlungen der israelischen Armee zu erahnen, man denke nur an den Fall von Kamal Alssghayer, der in seinem Rollstuhl von israelischen Panzern ermordet wurde. Solche Handlungen bestätigen die Ansicht, dass das Leben der Palästinenser für die israelische Armee nichts wert ist, und dass diese Besatzungsarmee unmenschlich und rassistisch gegen Palästinenser vorgeht.

Auch der Fall des behinderten Maher Alnaqeeb, der, nachdem er bewusstlos wurde, in einer Weise ins Gefängnis gebracht worden ist, die nur bei Tiertransporten zu sehen ist. Auch dieser Fall weist auf die Geringschätzung der Leiden eines behinderten Menschen seitens der israelischen Armee und der israelischen Politik hin. Alnaqeeb durfte im Gefängnis vier Tage lang nicht einmal seine Notdurft normal verrichten.

Unschuldige Bürger werden von israelischen Soldaten mit der Begründung angeschossen, man wolle sich selbst verteidigen. Ein vernünftiger Mensch wird sich hier die Frage stellen, warum sich ein Soldat, der militärisch gut ausgerüstet ist, vor einem hilflosen Behinderten schützen bzw. verteidigen muss.

Forderungen von Menschenfreunde International an die israelische Regierung und an die internationale Gemeinschaft:

Menschenfreunde International fordert die israelische Regierung dazu auf, die Ermordung, die Festnahme sowie die Misshandlung behinderter Palästinenser zu unterlassen!

Weiters fordern wir von der israelischen Regierung, dass sie sich zu diesen Ubergriffen bekennt und jeden Vorfall klärt, und dass die Täter bzw. die Drahtzieher durch öffentlich zugängliche Gerichte verurteilt werden!

Wir fordern Israel auf, extralegale Hinrichtungen, zu unterlassen!

Weiters verlangen wir den Stopp der Zerstörung palästinensischer Häuser!

Wir fordern Israel auf, die körperliche oder geistige Misshandlung, von palästinensischen Gefangenen zu unterlassen!

Wir bekräftigen unsere Forderung, die die Entwaffnung der israelischen Siedler und den Baustopp von israelischen Siedlungen im Westjordanland und im Gazastreifen zum Inhalt hat, da dies dem internationalen Recht widerspricht!

Wir fordern den sofortigen Abzug aus den besetzten Gebieten sowie die Aufhebung der ständigen Blockaden und Belagerungen!

Weiters fordern wir die Auslieferung aller Kriegsverbrecher an die internationalen Gerichte!

Die Regierungen der USA und anderer Staaten sollen ihre militärische und politische Unterstützung stoppen, da Israel eine Besatzungsmacht darstellt!

Die Menschen in den besetzten Gebieten Palästinas sollen humanitäre und medizinische Unterstützung bekommen!

Menschenfreunde International

Wien, am 9. Mai 2003


Offener Brief von Günter Schenk: An das Büro der Europa-Abgeordneten Ilka Schröder (18.05.03)

>>> Guenter Schenk 3.5.03 22:29:06 >>> >>> Guenter Schenk 3.5.03 22:29:06 >>> Hallo Frau Schröder, nun, sind Sie, wenn Sie die folgende Meldung aus Israel lesen, immer noch, wie meine Freunde und ich ganz natuerlicherweise, "honestly concerned" ? Es waere wirklich wuenschenswert. Gibt es Hoffnung ? (eine fruehere eMail von mir fanden Sie, aus fuer mich unergreiflichen Gruenden, lustig. Diese hier kann niemand, der wie wir beide, "ehrlich betroffen" ist, lustig finden)

Die neueste Entwicklung "auf der Friedensstrasse" (road map): Die Aktionen Israels Armee haben, seit wenigen Wochen, Tagen, eine "neue Qualität": sie ermordet intenationale Friedenskämpfer (die junge US-Amerikanerin Rachel Corrie, vor einigen Wochen in Gaza), Kameraleute (brit., gestern), bedroht mit Kopfschuss andere (einen jungen franzoesischen Friedensdienstleister, hier, Andere dort).

Wie sagte noch der gute Sharon-Berater, Herr Shaval im DLF ? : "Israels Armee ist die humanistischste (sic !) Armee der Welt". Der Mann beherrscht perfekt die deutsche Sprache. Er ist ein gebildeter Mann. Weiß er auch, was er sagt ?

Finden Sie nicht auch, dass es nach mehr als 50 langen Jahren mit dem systematischen Erniedrigen, dem Terrorisieren, dem Enteignen palaestinensicher Familien, Mütter, Vaeter, Kinder ein Ende haben muss ?

Finden Sie nicht auch, das die gesamte israelische Jugend in Gefahr geraet, zu verrohen, allgemein gueltige Wertmassstaebe zu verlieren, wenn sie weiterhin in einer Atmosphaere von Hass und kolonialem Geist aufwaechst. Eine Gefahr fuer die israelische Gesellschaft, wie die der Palaestinenser ?

Finden Sie nicht, dass es zynisch ist, wenn hochrangige israelische Diplomaten oder Politiker (der gleiche Herr Shaval vor ein paar Tagen, ebenfalls im DLF) von historisch angestammter Heimat sprechen, ohne zu bedenken, wessen Heimat dieses schöne Land seit zig Generationen (auch) ist und war ?

Finden Sie nicht auch, dass nur ein Staat, der die Menschenwuerde aller seiner Buerger und seiner Nachbarn ernst nimmt, ein Staat ist, der Schutz vor Angreifern verdient ?

Finden Sie nicht auch, dass die staendige menschenunwuerdige, erniedrigende Behandlung ganzer Bevoelkerungsgruppen, naemlich der palestinensichen, durch den Staat Israel Gegengewalt, oft ganz und gar masslose und für Bürger Mittel- und Westeuropas schwer verstaendliche Gegengewalt provoziert ?

Finden Sie nicht auch, dass es ein selbstverstaendliches Recht, wenn nicht Pflicht, von Besetzten gibt, gegen voelkerrechtswidrige staatliche Besatzer vorzugehen, und sei es gewaltsam ? (siehe UNO-Charta)

Finden Sie nicht auch, dass es, nur um ein Beispiel zu nennen, fuer den franzoesischen Grossvater meiner Ehefrau und Urgrossvater meiner Kinder, wie für Tausende mutiger Mitstreiter, eine Ehrenpflicht war, in der Resistence, also im Untergrund, bewaffneten Kampf gegen die unrechtmaessigen Besatzer, das waren damals Deutsche, aufzunehmen, dabei auch moeglicherweise den Tod der Besatzer billigend in Kauf nehmend ?

Wie sonst waere, hier nur ein Beispiel, Frankreichs Ehre nach dem 2. Weltkrieg gerettet gewesen, wenn es nicht mutige Franzosen gegeben haette, die, von der Besatzermacht als Terroristen gesucht, fuer ihr Volk gekaempft haetten ?

Seien Sie mit mir, verehrte Frau Abgeordnete im Europa-Parlament, ehrlich betroffen, "honestly concernd", das wuensche ich sehr, wenn Gleiches nicht fuer Menschen Palaestinas gilt ! Für Menschen, deren Politiker oeffentlich und demokratisch legitimiert das Lebensrecht des Staates Israel anerkannt haben. So wie es die gesamteVoelkergemeinschaft getan hat, auf deren Urteil Israel, was UN-Resolutionen angeht, sonst recht wenig Wert legt.

Ich weiß, diese lange Mail ist umfangreich, Ihre knappe Zeit erlaubt es Ihnen selten , sich mit derart umfangreichen Texten auseinanderzusetzen. Die Frage sowohl des Umganges mit Meldungen wie dieser, als auch des demokratischen Umganges mit Wählern scheint mir aber wichtig genug, Ihnen dies hier mitzuteilen.

Erlauben Sie mir eine kleine Anmerkung: ISM, International Solidarity Movement, wurde kuerzlich fuer den Friedens-Nobel-Preis vorgeschlagen. Ich bitte Sie hiermit, diesen Vorschlag nach Moeglichkeit zu unterstuetzen.

Beste Gruesse, Ihr tatsaechlich ehrlich betroffener

Guenter Schenk Antwort Büro Ilka Schröder ca 18.05.:

Guten Tag!
Ihre Mail ist in der Tat nicht lustig. Frau Schröder ist auch nicht "ehrlich betroffen", sondern ernsthaft besorgt (das trifft den Sinn von "honestly concerned" besser). Unter anderem über Mails wie die Ihre, der die Kritik an der israelischen Politik nur dazu dient, einen Vergleich zwischen der IDF und der Wehrmacht zu ziehen. (Hervorhebung von Anis) Sind für Sie Resistance und der "Al-Aqsa-Intifada", antifaschistischer Widerstand und antisemitischer Staatsgründungskrieg wirklich das Gleiche? Dann ist Ihnen nicht zu helfen.
Bitte verschonen Sie Frau Schröder mit weiteren E-Mails und informieren Sie sich aus den zugänglichen Quellen über Politik und Strategie der Palästinensischen Autonomiebehörde, anstatt den Großvater ihrer Frau für die relativierende Entsorgung deutscher Geschichte zu benutzen.

Tschüß!

Bureau Ilka Schroeder
Parlement européen
Tel:
GPG Fingerprint:
https://www.ilka.org

Es folgt die Nachricht, auf die sich die Mail an Frau Schröder, MEP, bezieht:

Sent: Thursday, May 01, 2003 6:17 PM
Subject: [Peace_Without_Borders] "We Will Shoot You In The Head!"

Alison Weir wrote: It appears from this message that Israeli soldiers are now being authorized to shoot nonviolent international human rights workers in the head. This is an extremely disturbing escalation, and one that it is essential we expose and oppose. Please ask your local media to cover this story. I'll Shoot You In The Head Roy Bard Asira Checkpoint April 28, 2003 On this morning of April 28, 2003,we learned the details of how a French civilian was 'detained' by a soldier yesterday in AsiraValley, just outside of Nablus. His detention consisted of being handcuffed, blindfolded, having a gun placed right by his head, being put in a Jeep, driven to a nearby settlement, being interrogated and released without arrest or charge. The message is clear, we are not wanted in asiraValley, a checkpoint where ISM has worked for several months, watching villagers being terrorized by a combination of foot soldiers, soldiers in jeeps and in troop carriers. Often the villagers are held for hours, with no access to toilets, water or shade from the sun or rain. Often they are made to return back the way they come from - either from the village, or from Nablus. Many times they become aware of the presence of soldiers when shots are fired by the snipers on the hills, their uniform making it difficult to spot them in the greenness of spring. Internationals have spent many hours staying with detained persons, negotiating on their behalf, phoning Human Rights Organizations and the Army command; to question some of the more obscure and inexplicable decisions that the seemingly omnipotent soldiers on the spot make. Many times villagers are held for hours and released, their bags unchecked. Many of the soldiers have no support vehicles, they know they are dealing with an unarmed, frustrated civilian population. Many times they have told us it is a Closed Military Zone: it is not. Many times they have threatened us with arrest. Until yesterday they have not fallen through. Many times they have shot at us: we have regarded these as warning shots and have stayed. Now, things are different! We decided that a group of us would go and picnic in the valley. We needed to assert our right to be there. Someone has to monitor the daily misery that is inflicted on the civilians of Asira. With our stash of hummus, foul, falafels, oranges, bananas, pita and water we catch the service taxi to Sabatash at the top of the hill. There we meet a number of Palestinians who want to go down into the valley with us. They know there are soldiers there. They know people have already been detained and refused permission to go home. We trek down the hill, a raggletaggle band of 3 brits, 3 Italians, a South African, A Medical Volunteer from the medical relief Committee and Palestinian men and women. All seems quiet as we approach the house in the valley. Then one of the local women points; the soldiers are there, skulking in the bushes in front of the house. Slowly we walk up to them. The "nasty" one comes out and greets one of the Internationals by name. "Why do you come here?", he asks. "You know that I told you I will arrest you if you do, Yesterday I arrested one of your friends from France". Two Internationals attempt to engage with him, they tell him that it is not a closed military area, that we have come to have a picnic, that we are peaceful. "Go back to Nablus" he demands. We assert our right to be there. We bear passports that request that we be allowed to proceed without Let or Hindrance. We tell him that under Israeli Law we can be there. "Fuck the Israeli Government", he tells us. It is getting bizarre, a soldier from an illegal occupying army who has no respect for the government that he serves. He turns his attention to the Palestinians. He takes their IDs, pockets them and motions to them to go into the bushes. His friend is standing in the bushes. They are detained. We ask why, no answer. We have taken the opportunity to get out the food and to start eating. We are not talking to them, we cannot see the detained persons, we are merely a token presence, having a picnic. "If you don't leave' I will call for jeeps and you will be arrested like your friend. Then you will be deported like him." We tell him that we are prepared to be arrested and that the Frenchman was not deported but is now back in Nablus. The news doesn't seem to please him. He talks in his radio and then goes into the bushes where we cannot see him. We carry on eating. After a few minutes two shots sound out. We cannot see him, but we can hear where they are coming from. One of the group gets up to go look. The soldier emerges from the bushes, gun pointed straight at our group. "IF YOU DO NOT LEAVE I WILL SHOOT YOU IN THE HEAD" he tells us. I think of Brian Avery, my 24 year old American friend, in a hospital in Haifa, shot for no discernable reason. I think of Tom Hurndall, a 21 year old activist from the UK, lying in a hospital in Beer Shee'va, his brain damaged by a snipers bullet while he tried to direct a child out of the line of fire in Rafah. We cannot risk another shot in the head over a picnic. We tell him we need our friend, the medical relief volunteer who is in the group of detained. He just tells us to leave, training his gun on us the whole time. We are prepared to be arrested, we are prepared to resist a deportation, but not this, not now. So we gather up our things, and start moving back up the hill, to the point where we can get phone reception. We start phoning Embassies and the media centre. After about 15 minutes, the medical volunteer emerges from the bushes, holding his ID. He has been released. He tells us that before the soldier shot at us, he radio'd the base in Hebrew and said that we would not leave, and that he wanted to shoot at us. When he finished the call, he turned to his fellow soldier and said "I will shoot one of them in the head or the eyes." The world has sat back and allowed Israel to kill Palestinians under the guise of "security", no probing questions have been asked, no sanctions imposed as they kill men, women and children with impunity. Now it seems that peaceful activists (the soldier checked neither our IDs or our bags, so it seems he knew this!) are legitimate game for these soldiers who are here in defiance of so many UN Resolutions. Will the international community allow Israel to threaten and shoot at picnicking citizens from its own countries? Will they raise no fuss, ask no questions, impose no sanctions? I fear the answer is yes. For more information contact: Duncan 067 628 519 Tom ISM Media Coordinator BeitSahour, Occupied Palestine ism-alert@palsolidarity.org 972 -2-277-4602 011-972-52-360-241 011-972-67-862-43




----- Original Message -----
From: IWPS Europe
Sent: Tuesday, May 13, 2003 12:06 PM
Subject: [iwps-berichte] hier brennt der Hut - nicht nur die Sonne

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freundinnen und Freunde von IWPS,

Angriff der IOF (Israelische Besatzungsarmee) auf ISM:
Seit Freitag, 9. Mai, jagt die israelische Armee die Solidaritätsorganisation ISM (International Solidarity Movement). 22 Jeeps kamen nach Beit Sahour, stürmten das Hauptbüro, zerstörten die Einrichtung und technische Geräte, konfiszierten Computer und Dokumente und verhafteten alle anwesenden ISM-Mitglieder.
ISM ist die Internationale Solidaritätsbewegung zum Schutz der Palästinenser. Menschen, die das Schweigen ihrer Regierungen zum Unrecht brechen wollten, schlossen sich zu einer Gruppe zusammen. Sie setzt sich gewaltfrei für die Palästinenser ein.
ISM ist seit fast zwei Monaten Zielscheibe des israelischen Militärs. Ein Bulldozerfahrer tötete am 16.3.03 die 23-jährige Amerikanerin Rachel Corrie, Soldaten schossen dem 24-jähriger Briten Tom Hurndall in den Hinterkopf - er ist gehirntot. Außerdem schossen Soldaten aus einem Panzer dem 24-jähriger Amerikaner Brian Avery ins Gesicht. Brian ist immer noch in chirurgischer Behandlung. Einige weitere internationale Friedensaktivisten wurden leicht verletzt.

Das israelische Militär versucht Internationale Friedensaktivisten abzuschrecken, sodass sie zögern, ins Land zu kommen und die anwesenden Internationalen loszuwerden. Den letzten Selbstmordattentäter. der angeblich an einer Demonstration von ISM in Gaza teilgenommen hat, nimmt die israelische Regierung zum Anlass, die ISM-Büros zu zerstören, ISM-Mitglieder zu verhaften und Internationale Aktivisten in den besetzten Gebieten und Israel auszuweisen. Dies kann durch Verhaftung und Deportation passieren, d.h. sie werden von der Polizeistation zum Flughafen gefahren und unter Aufsicht ins Flugzeug gesetzt. Wenn ihnen die Einreise nicht generell verweigert wird - "Denied Entry into Israel", erhalten sie oft nur kurzzeitige Visas von einigen Wochen und vorhandene Visas werden nicht mehr verlängert.

IWPS (International Women's Peace Solidarity) arbeitet eng mit ISM zusammen und ist nun auch, wie andere Menschenrechtsorganisationen in den besetzten Gebieten davon bedroht, "vernichtet" zu werden. Inzwischen konnten wir (IWPS), Kopien all unserer Daten ins In- und Ausland evakuieren, sowie Sicherheitsmaßnahmen im Computerhaushalt treffen.

"Besatzung deportiert Augenzeugen - was hat das Militär zu verbergen?" oder "Betrüge die Mehrheit, deportiere den Rest" und "Wir sind alle ISM".
Mit diesen Slogans demonstrierten zahlreiche israelische Freunde am Sonntag, 11. Mai in Tel Aviv vor dem Verteidigungsministerium. Gleichzeitig gingen viele Anrufe im Innenministerium und den Gefängnissen ein. Daraufhin wurden zwei Aktivistinnen, Charlotte aus Irland und Radhika aus den USA, freigelassen, nachdem eine Kaution von jeweils 5000,-- Shekel (ca Euro 1200,--) bezahlt wurden. Ein Teil des Geldes wurde von der israelischen Antimilitaristischen Organisation New Profile zur Verfügung gestellt.

Jetzt ist es wichtig, Druck auf Israel auszuüben, bevor alle "internationalen Augen" ausgelöscht werden.
Wir merken hier auch übrigens nichts von diesem angeblich positiven Wandel im Nahen Osten. Wir befürchten eher, dass Israel so schnell wie möglich die besten, fruchtbarsten Gebiete erobert, um dann heroisch aus dem letzten mickrigen Rest abzuziehen.

Hier sind ein paar Telefonnummern (übernommen von Gush-Shalom):

Das Anliegen könnte sich auf Folgendes stützen: "Der Friedensplan ruft zum Aufbau von vertrauensbildenden Maßnahmen, aber mit der Deportation von internationalen Friedensaktivisten würde Israel das Gegenteil tun - als hätte es etwas zu verbergen."
"The Road Map calls for confidence building measures, but by the deportation of international peace activists the Israeli side would be doing the opposite - as if it has something to hide."

Innenminister Abraham Poraz (Shinui Partei): Tel: +972 (0)2 6701402; Fax: +972 (0)2 5666376 Assistent von Mr. Poraz: Mr. Tibi - Ttel: +972 (0)56 204 244

Parlamentsabgeorgneter Chen Reshef (Shinui Knesset Faction Head) - Tel: +972 (0)51 519937 (Er könnte für seine Initiative unerstützt werden, denn er organisierte für heute eine Parlamentsdebatte über den Angriff auf ISM!)

Volontärinnen gesucht: "Welche Frauen möchten 2-4 Wochen mit IWPS in der Westbank arbeiten"
Hinter dem Nebelvorhang "Krieg gegen Terrorismus", "Selbstverteidigung" und der neuen Täuschung "Friedensprozess", macht Israel mit dem Landraub und der Kolonisation palästinensischen Landes weiter. Zusätzlich zu Ausgangssperren, Straßensperren, Massenverhaftungen und Tötungen wird nun noch die Apartheidsmauer gebaut. Angeblich sei die Mauer für Sicherheit und um Terroristen abzuhalten. Tatsache ist aber, dass diese Mauer nicht auf der "Grünen Linie" von 1967 verläuft, sondern tief in die Westbank reicht, fruchtbarstes Land und Wasserresourcen sowie weitere 22% der Westbank nach Israel annektiert.

Der Internationale Frauen-Friedensdienst IWPS arbeitet mit palästinensischen Landverteidigungsgruppen (Land Defense Commitee) und israelischen Friedensbewegungen zusammen, um die palästinensischen Dörfer in ihrem gewaltfreien Widerstand gegen diesen illegalen und vernichtenden Kolonisationsprozess zu unterstützen. Ein Friedenscamp wurde dort errichtet, wo die Mauer gebaut werden soll. Wir brauchen Volontärinnen, die uns helfen, dieses Camp zu erhalten, Menschenrechtsverletzungen zu dokumentieren und die Bauern zu unterstützen, die ihr Land, ihr Wasser, ihre Arbeit verlieren und zusehen müssen, wie ihre Bäume und Häuser zerstört werden.
Ausserdem bietet dieses Camp ein einzigartiges Erlebnis in gewaltfreiem Widerstand und bildet ein neues Friedenslager in gegenseitigem Respekt von Palästinensern, Israelis und Menschen aus aller Welt.

Gleichzeitig brauchen wir immer Leute, die im Dorf Yanoun präsent sind, das von Vertreibung bedroht ist und immer wieder mit gewaltvollen Siedlerangriffen der umliegenden illegalen Siedlungen zu kämpfen hat. Wenn keine Internationalen im Dorf sind, fliehen die Leute vor Angst ins nächste Dorf. Das ist das Ziel der Siedler.

Wenn Sie sich zu Gewaltfreiheit verpflichten, organisatorische Fähigkeiten haben, eigenständig in einer auf Konsens basierenden Organisation arbeiten können und die finanziellen Mittel für Flugkosten und minimaler Lebenskosten aufbringen können, dann bitte überlegen Sie, sich bei uns als Volontärin zu bewerben. Für mehr Information kontaktieren Sie bitte iwpsvolunteers@yahoo.co.uk. Auf unserer Homepage können Sie Näheres über diese Projekte nachlesen (www.womenspeacepalestine.org).

Unterschriftenaktion:
Die Frauen in Schwarz Wien sammeln schon seit Anfang Mai Unterschriften gegen den Mauerbau - siehe Anhang. Die Unterschriftenlisten werden an die Österreichische Bundesregierung übergeben, um Druck auf Israel gegen den illegalen Mauerbau auszuüben. Bitte leiten Sie diese Unterschriftenliste weiter! und schicken die Originale per Post (nicht per Fax!) bis 10. Juni 2003 an Paula Abrams-Hourani (Frauen in Schwarz Wien) - Adresse: Kirchengasse 24/19; 1070 Wien; Tel/Fax: +43 (0)1 523 13 64 oder +43 (0)6991 176 95 28

Vielen Dank allen großzügigen Spendern, denen wir meist nicht direkt danken können, da keine Adressen bzw. e-mail angegeben sind. Das möchte ich auf diesem Wege nachholen.

Mit freundlichen Grüßen aus der Westbank - wo der Hut brennt, nicht nur die Sonne.
Karin Tiefenthaler
IWPS

Um Berichte zu erhalten senden Sie bitte ein e-mail an iwps-berichte-subscribe@lists.riseup.net Um sich aus der Liste auszutragen, senden Sie bitte ein e-mail an iwps-berichte-unsubscribe@lists.riseup.net

IWPS
e-mail: iwpseurope@gmx.net
Tel: +972 (0)9 2516644 oder
(Mobil - Karin) +972 (0)67 514 783
www.womenspeacepalestine.org

Spendenkonto Österreich: "IWPS-Palästina"
Hypobank Bregenz, Blz 58000
Kontonummer: 10.340935.018

Spendenkonto Deutschland: "IWPS-Palästina"
Hypobank Riezlern, Blz 733 11 600
Kontonummer: 0340935.018

Das Copyright (c) 2002 liegt bei IWPS. Alle Rechte vorbehalten.

Die Publikationen von IWPS sind urheberrechtlich geschützt. Nicht-Regierung-Organisationen (NGO´s), Aktivisten und Bildungsorganisationen sowie gemeinnützige Projekte dürfen unsere Berichte und Fotos herunterladen, speichern, drucken, kopieren und weiterleiten, sofern sie für den nicht-kommerziellen Gebrauch verwendet werden und mit den Zielen von IWPS im Einklang sind. Bitte verändern sie keinen Teil davon ohne Genehmigung


Offener Brief von Claudia Karas an Minister Fischer wegen UNO-Resolution, 05.05.03

Subject: Re: Stimmverhalten Deutschlands zu Nahost-Resolutionen bei MRK

Sehr geehrter Herr Bundesminister Fischer,

Ihre antwort vom 30.04.2003 übermittelt durch Frau/Herrn Wagener, überzeugt mich nicht!

Die vorgebrachte begründung für die ablehnung der resolution kann ich nicht nachvollziehen - erst recht nicht nach lektüre der vollständigen resolution! Einen "aggressiven Sprachduktus" kann ich nicht erkennen - aggressiv sind nur die dort aufgelisteten gewalttaten seitens der israelischen besatzer gegen die palästinensische zivilbevölkerung. Ferner bemängeln Sie, dass eine "Verurteilung terroristischer Gewalt unterbleibt". Nach der Charta der UN hat jedes Volk das recht auf freiheit und selbstbestimmung -auch das palästinensische volk! Insofern ist der kampf gegen die okkupation legitim.

Selbstverständlich sind verzweiflungsakte wie die "selbstmordattentate" abzulehnen. Diese sind jedoch untrennbar verbunden mit der URSACHE der gewalt, nämlich der jahrzehntelangen völkerrechtswidrigen BESATZUNG und letztlich erbarmungswürdiger ausdruck absolut hoffnungsloser menschen!

Mit dem fokus auf diese verzweiflungstaten wird geschickt abgelenkt von der brutalen BESATZUNG hin zu einem bild der Palästinenser als gewalttätige terroristen. diese art von rassismus hat sich schon so etabliert, dass beispielsweise keiner der anwesenden auf der münchener kundgebung am 12.07.2002 protestierte, als Shimon Stein den Palästinensern unterstellte, sie entsendeten ihre Kinder, um israelische Frauen und Kinder zu töten, die "Palästinenser verherrlichten den Tod statt das Leben" und "die Palästinenser produzieren keine Geisteswissenschaftler, Naturwissenschaftler, Künstler, sondern Mörder." Wie gesagt, keine der anwesenden Honoratioren protestierte!

Anders als Sie sehe ich nicht die resolution, sondern das stimmverhalten deutschlands als "Ermutigung zu weiterer Gewalt" an - eine ermutigung für die besatzer, eine stärkung der "Herrenvolk-Demokratie" (Baruch Kimmerling).

mit freundlichen grüßen
Claudia Karas

----- Original Message -----
From: @auswaertiges-amt.de
To: ClaudiaKaras
Sent: Wednesday, April 30, 2003 4:28 PM
Subject: Stimmverhalten Deutschlands zu Nahost-Resolutionen bei MRK

Sehr geehrte Frau Karas,

ich nehme bezug auf Ihre Email an Bundesminister Fischer vom 21. April 2003.

Die Bedenken zur menschenrechtlichen Situation in den besetzten Gebieten und zur israelischen Siedlungspolitik werden von der Bundesregierung geteilt.

Das Stimmverhalten Deutschlands bei der 59. Sitzung der Menschenrechtskonvention ist im Kontext der Vielzahl von Resolutionen zu sehen, die jährlich zum Thema Nahost verabschiedet werden - in denen Israel wegen Menschenrechtsverletzungen kritisiert wird. Die meisten dieser Resolutionen unterstützen wir. Seit Jahren bringt die EU im übrigen eine Resolution zur israelischen Siedlungspolitik in den besetzten Gebieten ein.

Die in Frage stehende Resolution fällt jedoch in Ton und Ausrichtung aus dem Rahmen. Ihr aggressiver Sprachduktus kann als Ermutigung zu weiterer Gewalt interpretiert werden, eine Verurteilung terroristischer Gewalt unterbleibt. Dies widerspricht sowohl dem Ziel der staatlichen Konsensbildung durch die Menschenrechtskommission wie auch dem ausgewogenen Ansatz der deutschen Nahostpolitik. Die Resolution konnte daher bereits im Vorjahr nicht mitgetragen werden.

Mit freundlichen Grüßen,

Im Auftrag
Wagener




Brief von G . H . U . P . e.V. Gesellschaft zur Humanitären Unterstützung der Palästinenser

Sent: Wednesday, April 09, 2003 10:57 PM
Subject: Kriegsverbrechen Israels mit Billigung des Aussenministers?

G . H . U . P . e.V. Gesellschaft zur Humanitären Unterstützung der Palästinenser
**G.H.U.P. e.V. § Rheinblick 3 § 53343 Wachtberg

Telefon: +49-(0)228-340431
Telefax: +49-(0)228-340432
Email: ghup_ev@hotmail.com
www.palaestina-stimme.de
www.palaestina-ghup.8m.net

Bundesminister des Auswärtigen
Herrn Joseph Fischer
11013 Berlin
Telefax: 030 - 5000-3402

Wachtberg, 09.04.2003
Kriegsverbrechen Israels mit Billigung des Außenministers ?!

Sehr geehrter Herr Außenminister,

wie schon in vorherigen Briefen, sehe ich mich auch heute gezwungen, eine heuchlerische und einseitige Parteinahme zugunsten Israels zu reklamieren. Während einer Ihrer früheren Reisen nach Israel hat sich ein palästinensischer Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt, und nahm mehrere unschuldige Menschen in den Tod. Sie gingen unverzüglich zum Ort des Geschehens und traten anschließend vor die Kameras und verurteilten die Tat scharf. Um Missverständnisse schon vorab nicht aufkommen zu lassen, behaupte ich von mir, dass ich jede Gewalt ablehne. Auch die der Palästinenser, auch wenn sie eine illegitime, seit über 35 Jahren andauernde, Besatzung abschütteln wollen.

Bei Ihrer jetzigen Reise dort schoß Israel eine Rakete auf Gaza und tötete mindestens fünf unschuldige Menschen, davon zwei Kinder. Israel operierte weiter in den Palästinensergebieten und tötete weitere unschuldige Menschen. Sie sind aber nicht zum Ort des Geschehens geeilt und anschließend vor die Kameras, um die feige blutige Tat zu verurteilen. (...)

Sie scheinen den offenen Brief von Frau Claudia Karas vom 05. April 2003 nicht beherzigt zu haben, in dem sie Sie bat, einige Abstecher in die Palästinensergebieten zu machen und genauer hinzuschauen, welche Kriegsverbrechen, Tod und Zerstörung Israel dort begeht. Kann es möglich sein, dass Sie das alles tolerieren? Immer offener und ungehemmter scheinen Sie der Bevölkerung und den Volksvertreterinnen und -vertretern demonstrieren zu wollen, dass Sie Israel als Freund und Partner in besonderer Weise zugewandt sind.

Ich schließe mit einem Satz aus Ihrer christlichen Lehre, zu der Sie sich bekennen, im gleichen Sinne auch im Islam: "Zweierlei Maß, zweierlei Gewicht: Gott hasst beides." Sprüche 20:10

Mit der Hoffnung auf Gerechtigkeit und Frieden (...)

G.H.U.P. e.V. / Mitglied im ICPPP

Dr. Izzeddin Musa
-----------------------------------------------------------------
Vorsitzender: Dr. rer. nat. Izzeddin Musa § 2. Vorsitzender Prof. Dr. med. Horst Linker




Brief von Claudia Karas an Minister Schily wegen Transfer, 13.03.2003

Sehr geehrter Herr Minister Schily,

laut eines gesprächs mit dem britischen botschafter im "Pressetreff" des Inforadio "ist der israelische geheimdienst Mossad beim deutschen geheimdienst vorstellig geworden um zu erreichen, dass die Deutschen nicht protestieren, wenn während des Irak-Krieges die israelische Regierung anfängt, die Palästinenser zu vertreiben". http://www.inforadio.de/programm_sendung.php?RID=17125&TYPE=1 (Link nicht mehr aktiv 2006)

Wie Sie aus der unten angefügten veröffentlichung eines israelischen Journalisten ersehen können, existieren die pläne für eine vertreibung schon seit langem ("Dornenfeld") - man wartet nur noch auf die "günstige gelegenheit", die bei einem irak-krieg ja gegeben wäre. es ist die "israelische regierung, die sich nach dem irak-krieg sehnt" (Haaretz).

Als besorgte bürgerin dieses landes frage ich Sie, - werden Sie gegen das ersuchen des Mossad um einen freibrief für eine massenvertreibung protestieren und mit empörung zurückweisen? - darf sich die israelische regierung im falle einer ethnischen säuberung weiterhin der "uneingeschränkten solidarität" der bundesregierung erfreuen?

Ihrer Antwort sehe ich mit Interesse entgegen.

Hochachtungsvoll

Claudia Karas
60318 Frankfurt am Main


FAZ vom 12.03.2003, S.2, Aufruf der Azhar zum "Heiligen Krieg"

Sehr geehrte Damen und Herren,

die irreführende Titelzeile und der folgende Satz vermitteln den falschen Eindruck, als ob die Gelehrten der Al Azhar-Universität zu einem "Heiligen Krieg" aufrufen. (FAZ "Die Azhar, Universität in Kairo und hochangesehene religiöse Rechtsautorität in der sunnitisch-muslimischen Welt, hat für den Fall eines amerikanischen Angriffs auf den Irak die Muslime in aller Welt zum Dschihad, dem "Heiligen Krieg", aufgerufen.")

Der Wahrheit näher kommt man am Ende des Artikels, wenn es um die "legitime Selbstverteidigung" geht, "wenn der Feind in das Land eindringt". Also kein "Heiliger Krieg", wie der Titel suggeriert.

Im übrigen gibt es im Islam den Begriff "Heiliger Krieg" nicht. "Jihad" wird fälschlicherweise mit "Heiliger Krieg" übersetzt. Der Islam kennt zwei Arten von "Jihad":
- Großer Jihad ist der Kampf gegen das Böse im eigenen Inneren, - Kleiner Jihad bedeutet Selbstverteidigung gegen Eindringlinge, Besatzer.

Im Koran gibt es an keiner Stelle einen Begriff, der mit "Heiliger Krieg" zu übersetzen ist.

Auf meine Nachfrage in der Al Azhar war dieser sogenannte "Aufruf" nicht bekannt!

Hochachtungsvoll

Dr. Hassan Swelim
63538 Großkrotzenburg




Eingang 11.03.03, APPELL AN DIE WELTÖFFENTLICHKEIT: DIE PALÄSTINENSER UNTER DEM BELAGERUNGSZUSTAND

Die ganze Welt richtet ihre Aufmerksamkeit derzeit auf den Irak und die Auswirkungen eines Angriffs der USA auf die Stabilität der Region. Millionen Menschen weltweit bekunden ihre Opposition gegen den Krieg und versuchen, ihn abzuwenden. Was wir, die palästinensische Bevölkerung, indessen von Seiten offizieller Vertreter des Staates Israel zu hören bekommen, stellt eine Drohung mit gefährlichen Konsequenzen dar.

Erklärungen offizieller Vertreter des Staates Israel und in den Medien geben in den letzten beiden Monaten deutlich zu erkennen, was vorgeschlagen wird, was geplant ist und was vorbereitet wird, um im Falle eines Krieges gegen den Irak in den besetzten palästinensischen Gebieten durchgeführt zu werden. Derartige Erklärungen könnten als Einschüchterung, Abschreckung oder tatsächliche Bedrohung gemeint sein. Aufgrund unserer Erfahrungen in Vergangenheit und Gegenwart sehen wir sie eher als eine Bedrohung, die sich geradezu gegen unsere Existenz in diesem unserem Land richtet.

Die kürzlich in den israelischen Medien veröffentlichten Drohungen betreffen unter anderem:

-- Die Verhängung einer totalen Ausgangssperre über das ganze palästinensische Volk und Land.

-- Die Erklärung der palästinensischen Gebiete zu militärischen Sperrgebieten, wodurch ausländische und einheimische Journalisten an ihrer Tätigkeit in diesen Gebieten gehindert werden. Derartige Maßnahmen verfolgen die eindeutige Absicht, das öffentliche Bekanntwerden möglicher israelischer Aktionen gegen die Palästinenser zu verhindern.

-- Fortsetzung der israelischen Praxis der Massenverhaftungen von palästinensischen Aktivisten ohne Anklage und der Zerstörung palästinensischer Häuser und Infrastruktur.

-- Mögliche Massenvertreibungen der palästinensischen Zivilbevölkerung aus bestimmten Gebieten, die an den geplanten israelischen Schutzwall angrenzen. Diese Gebiete gehören zur besetzten West Bank

-- Mögliche Maßnahmen zur Vertreibung der Palästinenser aus den besetzten Gebieten in die Nachbarländer.

-- Mögliche Ausschaltung des gewählten Präsidenten der Palästinensischen Behörde, Jassir Arafat, oder seine Deportation in eine entlegene Gegend.

Die Palästinensischen Notstandskomitees (PEC = Palestinian Emergency Committees) in den palästinensischen Gebieten wurden geschaffen, um besondere Aufgaben der kommunalen Organisation während eines möglichen Krieges gegen den Irak zu erfüllen und die Notwendigkeit der Vorbereitung der Palästinenser auf mögliche drastische Maßnahmen Israels zu betonen.

Das Palästinensische Notstandskomitee (PEC) ist ein Bündnis aus Nichtregierungsorganisationen, gesamtnationalen Organisationen, Wohlfahrtsorganisationen, Berufsverbänden, politischen Parteien, Ministerien und Persönlichkeiten des Öffentlichen Lebens, das seine Tätigkeit durch ein Organisationsbüro in Ramallah mit gesamtnationaler Zuständigkeit und Repräsentanz ausübt.

Wir bitten Sie ein Internationales Komitee für den Schutz des Palästinensischen Volkes zu bilden und unverzügliche Schritte einzuleiten, um die israelische Regierung daran zu hindern, die durch den Krieg gegen Irak geschaffene Lage auszunutzen.

Ihre Unterstützung ist dringend nötig und könnte helfen, weitere Leiden und Schmerzen und den Tod von unschuldigen Palästinensern zu verhindern.

Informationen und Kontakt:
protectpalestinians at yahoo.com

Ramallah, Besetztes Palästina, den 3. März 2003

*****************************************************

ISRAELISCHE ERKLÄRUNG ZUR UNTERSTÜTZUNG DES PALÄSTINENSISCHEN NOTSTANDSAPPELLS

Als Israelis unterstützen wir nachdrücklich den "Appell an die Weltöffentlichkeit", der vom Palästinensischen Notstandskomitee erlassen wurde.

Wir rufen alle Menschen guten Willens auf, dringend ein Internationales Komitee für den Schutz des Palästinensischen Volkes zu bilden.

Die Gefahren, die der palästinensischen Bevölkerung im Falle eines Angriffs der USA gegen den Irak drohen, sind real und gravierend.

Rechtsextreme Elemente in unserer politischen und militärischen Führung könnten versuchen, die Kriegssituation auszunutzen, um Akte des "Transfers" zu begehen. Derartige Akte verstoßen gegen israelisches und internationales Recht und gefährden die Zukunft Israels.

Frieden zwischen den Völkern Israels und Palästinas ist die einzig solide Basis für die Sicherheit und die Wohlfahrt unseres Staates.

ISRAELISCHES NOTSTANDSKOMITEE
info at gush-shalom.org
04.03.03, Claudia Karas, OFFENER BRIEF AN DEN AUSSENMINISTER HERRN JOSCHKA FISCHER

Sehr geehrter Herr Bundesaussenminister,

abermals werden wir zeugen dafür, wie die israelische regierung die spirale der gewalt ankurbelt, ohne dass sich nennenswerter protest regt!

wiederum sind bei einer brutalen militäraktion der israelischen besatzungsarmee in dem flüchtlingslager bureidsch/gaza unschuldige zivilisten - zwei jungen und eine hochschwangere frau - ermordet worden, vier Häuser mutmaßlicher (!!!) palästinensischer Extremisten wurden gesprengt, und weitere gebäude beschädigt und damit wieder 150 menschen obdachlos gemacht! in einem flüchtlingslager!

Dass über mehrer stunden keine Rettungswagen zu den verletzten vorgelassen wurden, ist der gipfel an menschenverachtung!

Ich erwarte, dass Sie endlich diese brutalen gewaltaktionen gegen das palästinensiche volk auf das schärfste verurteilen. Ansonsten gehe ich davon aus, dass auch für Sie "das Schicksal von einigen hunderttausend Negern in den jüdischen Homelands eine Angelegenheit ohne jede Bedeutung" ist (chaim weizman).

Es ist heuchlerisch, von z.B. dem irak die einhaltung von un-resolutionen zu verlangen, während die israelische regierung anscheinend über einen freibrief für menschenrechtsverletzungen verfügt.

Hochachtungsvoll
claudia karas

Hallo Joschka!
Ich schreibe Dir mal wieder, obwohl ich nicht glaube, daß du geruhst etwas zu tun. Aber man soll ja die Hoffnung nie aufgeben.
Ich kann mich dem Schreiben von Frau Karas nur anschließen.
Derzeit ähneln die (wie lange noch???)-Palästinenser-Gebiete eher einem Schlachthof. Tag für Tag erreichen mich Meldungen von getöteten Männern, Frauen und Kindern. Alles Terroristen??? Jeden Tag gesprengte, von Panzern zerschossene oder Bulldozern zerstörte Wohnhäuser Suks und Wochenmärkte. Alles Waffenlager??? Jede Autowerkstatt, weil Metall verarbeitend eine Raketenschmiede??? Wie lange soll dieses Schlachten, Morden und Zerstören durch israelische Truppen noch andauern? Wir liefern Patriots zum Schutz Israels gegen den Agressor IRAK. Wann bekommen die Palästinenser Patriots gegen den Agressor Israel? Wo ist verdammt noch mal die Verhältnismäßigkeit der Mittel in der Politik geblieben. Sind arabische Menschenleben weniger wert als europäische oder israelische? Joschka, wo sind deine Ideale geblieben? Setze dich bitte mit aller Kraft für eine Beendigung dieses Gemetzels ein.
Gruß
Achim Mueller, 63115 Dietzenbach

Zum Archiv 2003

 
hoch