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Datenbank zum Diskurs Palästina/Israel/Deutschland/Arabische Welt/Islam. Seit 2001 - Database on the discourse Palestine/Israel/Germany/Arab World/Islam. Since 2001
12/2003 (3)
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junge Welt vom 16.12.2003, Thema, "Scharons Hexenküche. Eine verwerfliche Studie über Antisemitismus in Europa" von Thomas Immanuel Steinberg
www.jungewelt.de/2003/12-16/004.php Darin: "Wie verbreitet ist Antisemitismus in Deutschland? Welche Rolle spielt der Antisemitismus in Europa? Solche Fragen stellte sich das European Monitoring Centre on Racism and Xenophobia (EUMC) in Wien, eine EU-Einrichtung. Im Frühjahr 2002 gab es dem Zentrum für Antisemitismusforschung an der TU Berlin den Auftrag, Antisemitismus in den 15 Ländern der Europäischen Union, untersuchen - oder besser gesagt: feststellen - zu lassen. Werner Bergmann und Juliane Wetzel koordinierten im Berliner Institut die Erhebungen, derer sich in jedem EU-Land ein nationales Zentrum annahm. " Und: " In jedem Land werden 'antisemitische Vorfälle' anders definiert und untergliedert. Sorgfältig erhoben werden dem Bericht zufolge Vorfälle in Deutschland und Frankreich, wenn auch nach unterschiedlichen Kategorien. Der Berichtsteil über Deutschland referiert ausführlich die Debatten um Möllemann und Karsli und erwähnt Walser, Friedman und Paul Spiegel. Der Berichtsteil über Frankreich konzentriert sich auf die Angriffe junger Männer nordafrikanischer Herkunft auf Juden und jüdische Einrichtungen, teils nur widerliche, teils schwer kriminelle Akte." Anis: Man kann es nicht definieren. Dann: "Zur Frage, ob die Medien in Europa im Untersuchungszeitraum den Antisemitismus verstärkt hätten, verweist der Berliner Bericht erneut auf ADL-Erkenntnisse. Jene Europäer, welche die Ereignisse im Nahen Osten intensiv in den Medien verfolgt hätten, hätten auch stärker mit den Palästinensern sympathisiert. Kurz und grad: Wer in Europa viel Zeitung liest oder Fernsehen guckt, ist auch für die Palästinenser, also gegen Israel, also antisemitisch. Daher sind auch die europäischen Medien antisemitisch." Anis: Genau so ist die Logik. Wer für die Menschenrechte und die UNO ist, ist antisemitisch, weil Israel sich nicht dazu bekennen will. Aber diese Logik funktioniert nicht: "Foxmans parteiliche Identifizierung Israels mit der Sache der Juden in der Welt durchzieht auch die Berliner Antisemitismusuntersuchung. Diesen Strukturmangel haben die Autoren bemerkt und genannt: Zwischen Kritik an Israel und Antisemitismus sei in den Länderstudien nicht immer klar unterschieden worden, beide seien auch schwer zu unterscheiden, müßten aber unterschieden werden. (...) ''Die Grundfrage, welche Art von Kritik (an Israel) gerechtfertigt sei, ohne Gefahr zu laufen, Antisemit genannt zu werden, bleibt unbeantwortet'" Diese sehr lange und ausgezeichnete Analyse hat das Fazit: "Zurück zur Berliner Studie. Sie verwendet die Begriffe Antizionismus, Antiisraelismus, Judenhaß, Judenfeindlichkeit und Antisemitismus; sie nennt ein wichtiges Element vieler, nicht aller Formen des Antisemitismus, nämlich den Glauben an Verschwörungsmythen, aber operationalisiert nicht, sie grenzt die Begriffe nicht voneinander ab. Darüber hinaus betrachtet sie den Antisemitismus insgesamt als ein Phänomen außerhalb des Geflechts aus gesellschaftlichen und weltpolitischen Wechselwirkungen."

taz 16.12.2003, S. 9, "Exportschlager Kriegsschiffe und U-Boote. Deutschland ist weltweit die Nummer 5 unter den Waffenexporteuren. 3,26 Milliarden Euro verdienten die Waffenschmieden und Werften zuletzt. Die Kirchen werfen Rot-Grün nun vor, mit den Rüstungsausfuhren die eigene Friedenspolitik zu unterlaufen" von Katharina Koufen
http://www.taz.de/pt/2003/12/16/a0115.nf/text Darin: " Oft (...) lässt sich nicht sicher sagen, ob Waffen 'made in Germany' sind oder nicht. Zwei besonders heikle Beispiele: Die militärische Ausrüstung in Israel und Indien. 'Nach wie vor werden Lieferungen in solche Spannungsgebiete genehmigt', kritisierte gestern die Gemeinsame Konferenz Kirche und Entwicklung (GKKE), die in Berlin ihren jährlichen Rüstungsexportbericht vorstellte." Anis: Waffenexporte in Kriegsgebiete, wie kann Deutschland so etwas tun?


taz 15.12.03, S. 17, "'Wie der Ku-Klux-Klan in Texas'. Das Öl und der Wahhabismus: Ein Gespräch mit dem Islamwissenschaftler Bernard Lewis über die Assassinen des Mittelalters und die Selbstmordattentäter von heute, die Demokratisierung der arabischen Welt und die Wurzeln des radikalen Islams " von Daniel Bax
http://www.taz.de/pt/2003/12/15/a0207.nf/text Darin Lewis: "Man muss sogar sagen: Christen waren insgesamt weit weniger tolerant als Muslime, und wenig war so zerstörerisch wie die Kriege von Christen untereinander. Die Religionskriege oder die katholische Inquisition - sie haben einfach keine Entsprechung in der Geschichte des Islam." Und: "Der wichtigste Grund für das Scheitern der meisten islamischen Länder, mit der modernen Welt Schritt zu halten, liegt meiner Meinung nach im Umgang mit Frauen begründet. Das sehen auch viele Muslime so." Anis: Hier hat Bernard Lewis viele gute Sachen gesagt. Oftmals gibt er stattdessen Anlass zu negativen Emotionen. Hier nicht.

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