home   english   sitemap   galerie   artclub   orient online   jukebox   litbox   termine   shop   palestine   my journalism   medienschau
Datenbank zum Diskurs Palästina/Israel/Deutschland/Arabische Welt/Islam. Seit 2001 - Database on the discourse Palestine/Israel/Germany/Arab World/Islam. Since 2001
10/2003 (4)
Weiter

ARD Weltspiegel - Irak - Sendung vom 26.10.2003, "Irak. Die Rache der Amis. David und Kathleen, amerikanische Christen in Bagdad. Ihre Mission: denen zu helfen, um die sich sonst niemand kümmert: den Opfern willkürlicher US-Gewalt - und sie wissen gar nicht, wo sie anfangen sollen."
www.daserste.de/weltspiegel/beitrag.asp?uid=gch5j48ovjtovsom ck: dank an den weltspiegel für diesen bericht!


Anis Online 25.10.03, Pressenotiz, betrifft Vertriebenenzentrum siehe unten Leserbrief taz 09.10.03, S.13, "Vertriebene Palästinenser. betr.: 'Angst vor dem Tabubruch' von Julius H. Schoeps, taz vom 2. 10. 03"
In ihrem Brief vom 24.10.03 erklärte mir Frau Erika Steinbach MdB, Präsidentin des Bundes der Vertriebenen, dass das "Zentrum gegen Vertreibungen" Palästinenser nicht berücksichtigen werde, weil sonst auch andere nicht-europäische Vertriebene einbezogen werden müssten und dies ins Uferlose führen und die Möglichkeiten überschreiten würde. - Ich halte diesen Ansatz für eurozentristisch und für methodologisch fraglich. Wenn Vertreibungen ursächlich aus dem Zweiten Welt resultieren, gehören sie zur Situation. Wichtig ist nicht der willkürliche Umstand, ob sie an bestimmten Orten in Europa oder sonstwo geschahen. Zeitgemäß bzw. empfehlenswert wird das geplante Zentrum der Vertriebenen somit wohl eher nicht sein.

FR 25.10.2003, "'Sie sagen, ich bin ein antisemitischer Jude.' Der israelische Schriftsteller Etgar Keret über Besserwisser im Nahost-Konflikt, Neonazis in Budapest und sein Leben mit dem Terror"
Frage: "Wie schaffen Sie es, zwischen Antisemitismus und Kritik an Israel zu unterscheiden?" Antwort: "Ich achte darauf, ob die Kritik legitim und begründet ist. Selbst wenn ich anderer Meinung bin. Und da stoßen Sie schon auf die absurdesten Meinungen. Einmal las ich in Frankreich im Nouvel Observateur folgende haarsträubende Geschichte: Die israelische Armee habe eine Einheit, die darauf spezialisiert sei, palästinensische Frauen zu schwängern - mit dem Ziel, dass die Frauen und die Kinder von ihrer eigenen Familie umgebracht werden müssten. So was berichtet eine seriöse Tageszeitung. In diesem Fall könnte ich tatsächlich sagen: Das ist Antisemitismus. Ich könnte aber auch sagen: Hier sind Ex-Kolonialisten voller Schuldgefühle am Werk, die sich noch immer am liebsten selbst bemitleiden. Es kommt auf den Kontext an." Anis: Und was soll daran antisemitisch sein? Haarsträubend ja, propagandistisch und bizarr, aber antisemitisch? Die Zeitungen sind VOLL mit solchen Artikeln. Dann aber sehr präzise: "Die europäischen Linken sind genauso bescheuert, wenn sie sagen: Wir verstehen die Selbstmord-Attentäter, denn das palästinensische Volk hat so sehr gelitten. Auch dieser scheinbar liberale Standpunkt entmenschlicht die Palästinenser: Man spricht ihnen damit ja jede Verantwortung ab. Dahinter steckt für mich das Schuldgefühl der früheren kolonialen Machthaber, die nun denken: Wir können die Leute, die wir früher misshandelt haben, nun nicht so hart kritisieren. So ähnlich verhalten sich manche Deutsche gegenüber Israel: Weil es den Holocaust gegeben hat, dürfen wir das und das nicht mehr sagen. Das ist nicht rücksichtsvoll, sondern wieder eine Diskriminierung: Denn keiner spricht über die Situation, über die Realität." FR: Von Etgar Keret sind bei Luchterhand erschienen: Gaza Blues. Erzählungen (1996) Pizzeria Kamikaze. Roman. (2000) Der Busfahrer, der Gott sein wollte. Erzählungen (2001). Gerade erschienen ist ein neuer Band mit Kurzgeschichten: Mond im Sonderangebot.


031024


Link zu Anis' Medienkritik: DIE ZEIT 44/2003, 23.10.03, "Attac. Blondes Ächzen. Wenn Globalisierungskritiker gegen 'Profithaie' wettern, ist der Antisemitismus nicht weit" von Toralf Staud


031022


031021


taz 20.10.03, Wirtschaft S.9, "Angst vor Panzerfaust des Nahen Ostens. Deutsche Steinkohle AG startet millionenschwere Kampagne: Nur heimische Kohle sei sichere Energie" von Martin Teigeler
http://www.taz.de/pt/2003/10/20/a0066.nf/text Darin: "Ein Motiv der Anzeigenserie in Illustrierten und Zeitungen zeigt eine Szene aus der 'Unruhezone Nahost' (DSK): Zwei junge Araber sitzen auf einem Motorrad, einer bedient eine Panzerfaust. Der Kohlekonzern untertitelt das Agenturfoto: 'Wird hier gerade über unsere Energieversorgung entschieden?'" Anis: Klarer Fall von schwerem Rassismus. Keine Frage. Man kann den Umkehrtest machen: Was, wenn da statt der Araber Israelis (Juden) mit der Panzerfaust rumballern würden? Undenkbar. Dazu zwei Stimmen der Steinkohle AG: "'Wir wollen Betroffenheit erzeugen', erklärt DSK-Chef Bernd Tönjes." Und: "'Wir tragen alles mit, was das Unternehmen zukunftsfähig macht', sagt Brunebarbe." Anis: Wie urteilt die taz am Schluss darüber? So: "Reiner Priggen, energiepolitischer Sprecher der NRW-Grünen, schlägt die DSK deshalb für den Deutschen Comedy-Preis vor: 'Wer angesichts der Tatsache, dass die Hälfte der Zechen geschlossen wird, von 400 Jahren Steinkohle spricht, hat Humor.'" Anis: Humor! Nichts mit Rassismus. Die Story läuft unter "Angstkampagne", hat also mit Arabern/Muslimen nichts zu tun. Die abgebildeten Araber sind gar nicht an der Situation beteiligt. Vielen Dank für diesen sehr aussagekräftigen Artikel.


Weiter
 
hoch