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Datenbank zum Diskurs Palästina/Israel/Deutschland/Arabische Welt/Islam. Seit 2001 - Database on the discourse Palestine/Israel/Germany/Arab World/Islam. Since 2001
10/2003 (2)
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INTERNATIONAL SOLIDARITY MOVEMENT, Oct. 12, 2003, For Immediate Release, "FIVE ISM VOLUNTEERS SNATCHED BY ISRAELI SOLDIERS"
[AWARTA, Nablus] Five international ISM volunteers were snatched by the Israeli military at approximately 1230 hrs local time, while harvesting olives with Palestinian farmers in the village of Awarta, near Nablus. Two US citizens, one Briton, once Swede and one Irish national were standing on the side of the road, providing accompaniment to Palestinian farmers trying to harvest olives on their land despite the ban on Palestinian movement by the Israeli military, when they were taken. // The entire West Bank has been under lockdown since Wednesday, October 7, 2003 with no Palestinian vehicles allowed anywhere on main roads, gates to farmlands through the separation fence completely closed, and Palestinians not allowed outside their towns and villages. This lockdown is expected to remain in place until October 22, 2003. The siege was imposed less than two days after a complete closure, imposed on the Palestinian community while Jews celebrated Yom Kippur, was lifted. Despite this and persistent denial to Palestinians of access to their land, Palestinian farmers are determined to resist by making it to their fields. // On Wednesday, October 8, Palestinian farmers in Jayyous broke through the gates locking them out of their land to pour into their olive groves. International and Israeli civilians accompanied them and will continue to accompany farmers throughout the West Bank in their simple act of resistance. In some areas, the ISM is delivering food through barbed wire, gates and fences, to farmers sleeping out on their land. Meanwhile Gaza is completely closed to international witnesses as the Israeli military invades, bombs, demolishes and kills. // At the time of this writing the internationals have been released. The Israeli military has declared the olive groves of Awarta, a closed military zone.


Latuff's Art Mailing List, 11. Oct. 2003, "Latuff's cartoons on 'Israel Inspires Racism campaign'"
Text: Recently, Zionist organizations have launched a University based campaign (www.israelinspires.org) in response to increasingly visible and vocal Palestine solidarity organizing on college campuses throughout the US. This initiative defines Jewish pride as unconditional support for Israel and claims Israel as a democracy despite its racist and expansionist policies. This campaign, ironically, has been titled, "Israel Inspires". We ask the question that Israel and its supporters refuse to address: Israel Inspires - WHAT? Ask the Palestinians who face the daily cruelty of land theft and military occupation. Ask the international, Palestinian, and Israeli peace activists facing extreme political repression, imprisonment, and even death for standing up to Israel's power. What does Israel Inspire? RACISM, Apartheid, Terror, Hunger, Fear, House Demolitions, Ethnic cleansing and much more. WE WILL NOT stand in silence when others preach racist ideology. We will not stand in silence as our brothers and sisters are being brutally killed and imprisoned - we are Americans - and real Americans will never support Apartheid. To sign on as a supporter of the Israel Inspires-RACISM campaign, please email us at israelinspiresracism at yahoo.com ! Show your support as an organization or as an individual! See some photos of Latuff's cartoons on Israel Inspires-RACISM campaign
http://la.indymedia.org/news/2003/10/88443.php

Spiegel Online 11.10.03, "Deutsche U-Boote zu Atomwaffenträgern umgebaut. Drastische Verschärfung der Situation im Nahen Osten: Israel hat laut Angaben aus US-Kreisen seine von Deutschland gelieferten U-Boote zu Abschussrampen für Atomraketen ausgebaut. Gleichzeitig lässt die Regierung Scharon Pläne für einen Angriff auf iranische Atomanlagen ausarbeiten." von Spiegel / dpa
http://service.spiegel.de/digas/servlet/find/ON=spiegel-269409 Darin: "Nun mehren sich die Hinweise darauf, dass Israel die deutschen U-Boote zu Unterwasserrampen für Atomraketen ausgebaut hat. Nach einem Bericht der US-Zeitung "Los Angeles Times", die sich auf amerikanische und israelische Regierungskreise beruft, haben die Militärs die amerikanischen "Harpoon"-Raketen der Tauchboote mit atomaren Sprengköpfen bestückt. // Sollte sich der Bericht bewahrheiten, werden die Friedensbemühungen im Nahen Osten auf einen Schlag drastisch erschwert. Die Nachricht kommt zu einer Zeit, in der Amerikaner und Israelis mit Macht die Nuklear-Rüstung in der arabischen Welt unterbinden wollen. Fast täglich droht die US-Regierung dem Iran wegen seiner Atompläne." Anis: Ein fachkundiger Journalist schrieb dazu in einer privaten Mail: "Das einzig Neue an der jetzigen story der Los Angeles Times ist die Behauptung, dass es Israel GELUNGEN sei, amerikanische Cruise Missiles so zu modifizieren, dass sie Atomsprengköpfe tragen können. Stand im Juni 2002 war, dass Israel DARAN ARBEITET. Quelle des Artikels in der Los Angeles Times sind angeblich zwei Beamte (officials) der US-Regierung und ein israelischer Beamter. Alle drei anonym. Über die Motive der angebl. amerikanischen Informanten heißt es in der LA Times: "The Americans said they were disclosing the information to caution Israel's enemies at a time of heightened tensions in the region." - Klartext: Die "Enthüllung", dass Israel U-Boot-gestützte nukleare CMs verfügbar habe, soll vor allem der Einschüchterung Irans dienen. (...) Israel strebt meiner Ansicht nach mit der Entwicklung U-Boot-gestützter Atomwaffen vor allem die Fähigkeit an, die einzige islamische Atommacht, Pakistan, bedrohen zu können. Dafür ist eine größere Reichweite als die der Harpoon erforderlich. Gegenüber Iran sind U-Boot-gestützte Atomwaffen eigentlich überflüssig, da Israels Rakete Jericho II jetzt schon den Iran erreichen kann, ebenso wie die israelischen Kampfflugzeuge der Typen F-16 und F-15. (lt. LA Times, ich hab's nicht überprüft). Ich denke also, dass gegenüber der jetzt von der LA Times und in deren Nachfolge vom Spiegel berichteten Neuigkeit Skepsis geboten ist.


ND 10.10.03, "Kirchen besorgt über Waffenexporte nach Israel. Leistete Berlin Beihilfe zur Verbreitung von Massenvernichtungswaffen? " von Jochen Reinert
Darin: "Die von BITS-Chef Otfried Nassauer und seinem Mitarbeiter Christopher Steinmetz präsentierte Studie weist nach, dass Israel - zwischen 1991 und 1998 war es kein maßgebliches Empfängerland deutscher Kriegswaffen - 1999 und 2000 auf Platz 4 der erteilten Genehmigungen und sogar auf Platz 1 bei den tatsächlichen Rüstungsexporten zu Buche stand. Obwohl die Lieferungen 2001 stark zurückgingen, machten sie immer noch 47 Prozent aller Waffenexporte der EU-Staaten an Israel aus. In den letzten vier Jahren, so die Studie, habe die Bundesregierung Rüstungsexporte von 1,87 Milliarden Mark nach Israel genehmigt. Wobei nach Ansicht der beiden Sicherheitsexperten zahlreiche Posten nicht er- fasst seien und trotz des Transparenzversprechens der rot-grünen Regierung viele Lieferungen einer doppelten Geheimhaltung unterlägen. // Ein besonders prekärer Fall ist laut Otfried Nassauer die Lieferung von drei auf der Kieler Werft HDW gebauten hochmodernen U-Booten der Dolphin-Klasse - mit einem Auftragswert von 1,1 bis 1,7 Milliarden Mark, wobei die Bundesregierung 1,1 Milliarden Mark übernommen habe. 'Es ist ein offenes Geheimnis', so Nassauer, 'dass diese drei U-Boote dazu genutzt werden können, auch nukleare Flugkörper mittlerer Reichweite abzuschießen.' Dabei stelle sich für ihn die Frage, ob Deutschland damit nicht 'Beihilfe zur Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen geleistet habe'. Die unerklärte Atommacht Israel sei weder den einschlägigen internationalen Verträgen über die Nichtweiterverbreitung oder das Testverbot für Kernwaffen noch denen über das Verbot von B- und C-Waffen beigetreten." Anis: Sehr wichtiger Artikel. Es widerspricht übrigens dem demokratischen Gedanken, dass die Wählerinnen und Wähler über Rüstungsexporte nicht informiert werden. Da wählen sie Parteien ohne zu wissen, was die Regierungen absegnen werden. Diese Art von Staatsgeheimnis ist völlig inakzeptabel.


Monitor Nr. 510, 09.10.03, "Empörung in Warschau - Der Streit um ein deutsches Zentrum für Vertriebene " von Andreas Maus, Mathias Werth
Darin: "Grazyna Wegorzewska: 'Ich brauche kein Zentrum für Vertriebene. Irgendwo hinfahren und gucken, auch wenn es ein europäisches Zentrum sein soll. Nein, mein Zentrum trage ich in meinem Inneren, in meinem Herzen. Ich würde nicht nach Berlin fahren, das würde ich nicht machen!" Anis: Auch polnische Vertriebene sollen doch berücksichtigt werden. Dann: "Ihre kleine Wohnung in Plock. Aber zu Hause fühlt sich die 73-Jährige bis heute nirgendwo so richtig. Da geht es ihr wie vielen Vertriebenen. Doch dem Erinnern an die Vertreibung im Land der Täter ein Denkmal zu setzen - absurd." Anis: Es geht doch gar nicht darum, Denkmäler zu setzen, sondern die Geschichte aufzuarbeiten. Dann: "Marek Edelmann: 'Ich persönlich habe den Krieg gegen die Deutschen gewonnen. Aber die Menschlichkeit und Europa haben den Krieg verloren. Und die alten Ideologien sind immer noch lebendig. Und jetzt will man was erschaffen, was wieder deutsch ist. Dabei, die Deutschen, das waren doch Flüchtlinge. Wie viele Millionen sind selber weggerannt?! Das waren keine Vertriebenen. Die sind in erster Linie vor den Russen geflüchtet, weil sie Rache fürchteten, weil jeder wusste, wie Deutsche sich gegenüber russischen Gefangenen verhalten haben.'" Anis: Deshalb soll das Zentrum ja gegründet werden, damit über genau diese Sachen gesprochen wird. Und: "Grazyna Wegorzewska: 'Mir scheint, als ob man wieder die alten Geister weckt. Es ist doch so viel für die Versöhnung zwischen Polen und Deutschen getan worden. Eine schwierige Annäherung, Narben sind geblieben, aber manches geheilt. Viele Polen haben doch schon anders auf die Deutschen geschaut. Und jetzt weckt das Zentrum die alten Schrecken wieder auf.'" Anis: Geheilt oder verdrängt? Nee nee, diese Äußerungen zielen auf Verdrängung, das nützt keinem etwas. Auch: "Tag für Tag fährt Marek Edelmann immer noch ins Krankenhaus zur Arbeit. Für den jüdischen Arzt wäre das Vertriebenenzentrum nicht nur eine Provokation. Schon die Diskussion darüber empfindet er als Angriff auf seine Lebensgeschichte." Anis: So geht das nicht. Diskussionen können niemals ein Angriff sein. Angriffe sind Angriffe, nicht Diskussionen. Noch: "Marek Edelmann: 'Dass dieses Zentrum ausgerechnet neben dem Holocaust-Denkmal entstehen soll, heißt doch: 'Wir Deutschen sind auch ermordet worden.' Und es wird nicht gesagt, dass die Deutschen die Europäische Zivilisation ermordet haben. Das Zentrum neben das Holocaust-Denkmal zu stellen, heißt: das ist dasselbe. Und das das ist falsch!'" Anis: Also geht es um den Standort? Nun gut, dann stellt das Ding nach Warschau oder z.B. Leipzig. Hier: "Grazyna Wegorzewska, die Vertriebene, misstraut den Deutschen. Grazyna Wegorzewska: 'Wahrscheinlich wollen die Deutschen davon ablenken, was sie 1939 gemacht haben. Dass sie jetzt die am meisten Geschädigten sind, dass sie ihre Gebiete verloren haben. Aber, das war die Konsequenz ihres eigenen Handelns. Wenn sie 1939 ruhig geblieben wären, wenn es nicht diesen Drang nach Osten gegeben hätte, dann wäre das alles nicht geschehen.'" Anis: Letzteres ist richtig! Also Diskussion! Auch: "Marek Edelmann: 'Der Bundestag muss sagen: Zentren, Denkmäler für das was war und für den deutschen Nationalismus dürfen in Deutschland nicht entstehen. Denn wenn einmal so ein Zentrum steht, dann entstehen später hundert. Nationalismus ist etwas, was sehr leicht in Menschen eingepflanzt werden kann. Viel einfacher als Liebe. Die ist sehr schwer einzupflanzen." Anis: Das, was war, ist ein großer Unterschied zu deutschem Nationalismus der Hitlerzeit. Das, was war, sind auch polnische Vertriebene. Ganz sicher haben viele polnische Vertriebene ein Interesse daran, dass darüber gesprochen wird. Es ist überhaupt keine Lösung zu schweigen. Diese emotionalen und kaum argumentativen Äußerungen machen klar, dass ein solches Zentrum gegen Vertreibung absolut notwendig ist. Verdrängung nützt niemandem. Schwarz-Weiß-Malerei auch nicht.

taz 09.10.03, S.12, "Feindliche Übernahme. Natürlich gibt es anständige Muslime, nur sind sie die Ausnahme. Das zumindest suggerieren Medien wie etwa 'Der Spiegel'. Ein offener Brief an den Herausgeber" von Navid Kermani
http://www.taz.de/pt/2003/10/09/a0149.nf/text Darin: "Sehr geehrter Herr Aust, (...) Man kann unterschiedlicher Meinung sein, ob religiöse Symbole wie das Kopftuch in der Schule einen Platz haben, aber wenn Sie jeder Frau, die es trägt, schon deshalb Umsturzpläne für Deutschland unterstellen und dass sie sich in die Unterdrückung ergeben hätte, ist das mehr als nur eine Verleumdung: Sie heizen jenes Klima noch an, in dem Musliminnen in Deutschland auf der Straße angespuckt oder aufgefordert werden, zu den Mullahs zurückzukehren. Das eben ist der Unterschied, ob Sie Ihre Kampagne gegen eine Partei oder eine gesellschaftliche Gruppe richten: Die Empörung gegen Letztere entlädt sich nicht bloß auf Wahlzetteln. Indem Sie implizit gutheißen, dass Frauen mit Kopftuch keine Arbeit mehr finden in Deutschland oder keine neue Wohnung, gehen Sie viel weiter als Herr Beckstein oder die Bild-Zeitung - Sie wollen diese Frauen nicht bloß aus den Schulen, sondern aus dem Land haben. Sie wären nicht die Einzigen, die gehen würden." Anis: Ausgezeichneter Kommentar. Auch Sabine und ich haben diese Spiegel-Ausgabe mit derselben Abscheu gelesen, so wie Tausende andere Leute.

taz 09.10.03, S.13, Leserbrief, "Vertriebene Palästinenser. betr.: 'Angst vor dem Tabubruch' von Julius H. Schoeps, taz vom 2. 10. 03" von Anis Hamadeh
http://www.taz.de/pt/2003/10/09/a0151.nf/text Herr Schoeps, Sie schrieben ein Plädoyer für eine europäische Trägerschaft des geplanten "Zentrums gegen Vertreibungen". Ich stimme Ihnen ganz zu, dass die Schicksale vertriebener Menschen respektiert werden müssen. Es sind immer auch Kinder und Unschuldige, die betroffen waren und sind. Nicht jeder Fall ist gleich, aber alle sind wichtig. Daher erwähnen Sie die 15 Millionen Opfer deutscher Deportationen und auch Albaner, Armenier, Ukrainer, Weißrussen, Esten, Georgier, Inguschen, Krimtartaren, Polen, Sinti, Roma, Tschetschenen, Zyprioten, Ostpreußen, Schlesier und Sudetendeutsche. // Ihre Absicht, einen Gesamtüberblick über die Vertreibungen in Europa in der jüngeren Geschichte herzustellen, ist zu begrüßen, obwohl, nein, gerade weil dies zu Diskussionen führen wird. Natürlich gehören in diesen Diskurs auch palästinensische Vertriebene, die unbestreitbar eine Folge des Zweiten Weltkriegs waren. Wer die vertriebenen Palästinenser in einem solchen Zentrum unberücksichtigt lässt, wird diesem bedeutungsvollen Zusammenhang nicht gerecht, es besteht die Gefahr, dass das Projekt Tabus begünstigt, indem es über bestimmte historische Aspekte schweigt. Daher plädiere ich dafür, im "Zentrum gegen Vertreibungen" eine Rubrik für die Aufarbeitung der palästinensischen Geschichte einzurichten, im Rahmen des internationalen Diskurses.


Junge Welt 07.10.03, "Ohne Freiheit kein Frieden. Konferenz in Berlin über palästinensische Gefangene unter israelischer Besatzung" von Rüdiger Göbel
www.jungewelt.de/2003/10-07/011.php Darin: "Neben der Unterstützung der palästinensischen Gefangenen soll in den kommenden Monaten daher in einer großangelegten Kampagne vor allem auf die dramatischen Folgen des Mauerbaus aufmerksam gemacht werden. Erster Höhepunkt sind bundesweite koordinierte Aktivitäten am 29. November, dem von der UNO proklamierten Solidaritätstag mit den Palästinensern. Für das Frühjahr 2004 ist eine Konferenz gegen Mauerbau und Besatzung geplant. "


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