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Datenbank zum Diskurs Palästina/Israel/Deutschland/Arabische Welt/Islam. Seit 2001 - Database on the discourse Palestine/Israel/Germany/Arab World/Islam. Since 2001
09/2003 (3)
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Link zu Artikel: "'Alle Verbindungen abgebrochen' - Aber Cheney kassiert weiter von Halliburton", von Knut Mellenthin (20.09.03)


Link to: Parents of Rachel Corrie in Palestine / Israel, PRESS STATEMENT,Monday, September 29, 2003

FR 19.09.03, "Wer ist nicht alles Islamkenner. Über Versuche in Deutschland, Angst vor Moslems und ihrer Religion zu schüren" von Charlotte Wiedemann
Darin: "Muslim möchte ich in Deutschland nicht sein. Die Sprache der Bilder, beim Spiegel beginnend und nicht dort endend. Muslime, das sind anonyme Rücken, eine betende Masse am Boden, gesichtslos. Zeigt sich ein Gesicht, ist es verzerrt in Fanatismus. Oder maskiert. Ansonsten: drängende Menschenmengen, fliegende Fäuste, bluttriefende Selbstgeißelung. Kindersoldaten. Sogar Mitgefühl bedient sich der Optik des Grusels: Um zu verstehen, dass Muslime an Unbildung und Unterdrückung leiden, blicken wir von unten in einen zahnlosen Mund. Muslime sind 'Gotteskrieger', das kann man nicht oft genug schreiben, und wenn sie wieder einmal als betende Masse am Boden liegen, verkörpern sie einmal mehr 'die Macht des Propheten'. Was immer das sein mag, es klingt gefährlich, kein Lamm Gottes, kuschelweich. Die Texte seien differenzierter als Fotos und Schlagzeilen? Warum wählt man dann diese Bilder? Welches Bedürfnis befriedigen sie? Gibt es ein Bedürfnis, den Islam so zu sehen: als eine abstoßende, hässliche, gewalttätige, Angst machende Religion?" Anis: Ja, der Spiegel ist Experte für so etwas, das stimmt. Aber auch die FR, auf die bezog sich das wohl auch. Frankfurter Rundschau... ja, hab ich schon länger nicht mehr gekauft.

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Artikel: "Neue Drohungen der USA gegen Syrien", von Knut Mellenthin (19.09.03)


junge Welt 18.09.03, Titel, "Per Veto zum Mord. USA blockierten im Sicherheitsrat internationalen Schutz für Palästinenserpräsident Arafat" von Rüdiger Göbel
www.jungewelt.de/2003/09-18/001.php Darin: "Der amerikanische UN-Botschafter John Negroponte rechtfertigte seinen Alleingang mit einer Lüge: Sein Land habe die von Syrien zur Abstimmung gestellte Entschließung nicht unterstützt, weil die Selbstmordanschläge radikal-islamischer Gruppen nicht ausdrücklich verurteilt würden. Das Gegenteil ist indes der Fall. Der arabische Resolutionsentwurf verurteilte Gewalt und Terror ebenso wie die Ankündigung der israelischen Regierung, PLO-Chef Arafat zu deportieren oder zu liquidieren. Die Regierung von US-Präsident George W. Bush hat bereits 24mal ihre Vetomacht im Sicherheitsrat genutzt, eine Israel-kritische Resolution der UNO zu verhindern." Und am Schluss: " '(...) Die nahezu unkontrollierbar gewordene Eskalation der Gewalt und die Aufeinanderfolge von Gewalttaten auf beiden Seiten verbieten es, einer der beiden Seiten die alleinige Schuld für die dramatische Zuspitzung der Lage zuzuweisen', heißt es in der jüngsten Erklärung vom Bundesausschuß Friedensratschlag, gerade so, als wäre sie vom Außenministerium in Berlin verfaßt." Wichtiger Artikel

junge Welt 18.09.03, Ausland, "Landräuber vertrieben 402 Familien. Palästinensische Behörde veröffentlicht statistische Erhebung zu Folgen der israelischen Trennmauer" von Walid Awadh, Al-Quds al-arabi (Üb. Petra Wild)
www.jungewelt.de/2003/09-18/009.php Darin: "Aus den Ortschaften, durch die die Trennmauer verläuft, wurden 402 Familien von ihrem Land vertrieben, davon 113 aus dem Distrikt Dschenin. Das sind insgesamt 2323 Menschen. 12482 Familien leben jetzt westlich der Mauer, eingekeilt und isoliert zwischen Mauer und Grüner Linie, davon allein im Distrikt Tulkarem 1119. Insgesamt betrifft dieser Zustand 42097 Menschen." Wichtiger Artikel

taz 18.09.03, S.12 "UNO: DIE "ARAFAT-RESOLUTION" WAR ZU MAXIMALISTISCH FORMULIERT. Am Anfang ein Handtuch" von Susanne Knaul
http://www.taz.de/pt/2003/09/18/a0151.nf/text Darin am Schluss: "Und wie viel mehr Chancen hätten die arabischen Staaten gehabt, wenn sie ihrer vorgeschlagenen Resolution die Klausel hinzugefügt hätten, die den Terror gegen Zivilisten verurteilt? Die Araber sind berühmt für ihr Talent, zu handeln. In den meisten Fällen geht das Geschäft zur Zufriedenheit beider Seiten aus. Diesmal nicht." Anis: Unglaublich!


"Solche Chiffren im Kopf" - Anis' Medienkritik zu: Jungle World 39, 17.09.03, "'Antisemitismus gibt's nicht nur bei Attac'. Über den Streit bei Attac sprach Peter Bierl mit Astrid Kraus." Mit Anmerkungen zu Attacs ideologischem Text: "Grenzen der Offenheit. Eine Klarstellung. Das Diskussionspapier des Attac-Koordinierungskreises zu Antisemitismus, Rassismus und Nationalismus"

Link zu Intifada: Bilanz vom 28.9.2000 - 23. 8.2003 (Civimed Initiative, CCIPPP, AMD67, ATTAC 68) (17.09.03)

Claudia Karas, offener Brief an Fischer, 17.09.03, zum Thema "Stimmenthaltung zur 'Entfernung' Arafats"
sehr geehrter herr bundesaußenminister fischer, durch die beschämende stimmenthaltung im un-sicherheitsrat, bei der die angekündigte "entfernung" des demokratisch gewählten repräsentanten des palästinensischen volkes, jassir arafat, verurteilt werden sollte, hat die bundesrepublik deutschland den finger mit am abzug eines israelischen mordkommandos! // Einmal mehr präsentieren Sie sich als verlässlicher partner der israelischen besatzungsmacht und zeigen der (arabischen) welt, dass menschenrechte nicht für alle geltung haben ! Claudia Karas


junge Welt 16.09.03, Ausland, "Atomwaffen in der Negev-Wüste. IAEA-Generalkonferenz berät über nukleare Kapazitäten Israels. Sorge in arabischen Staaten" von Rüdiger Göbel
www.jungewelt.de/2003/09-16/006.php Darin: "Und doch wird der von der Arabischen Liga eingebrachte Punkt "Israels Nuklearwaffenkapazitäten und -drohung" in den westlichen Medien praktisch totgeschwiegen." Wichtiger Artikel

taz /hagalil.com 16.09.03, S.12, "Antisemitismusvorwurf: ... die Augen fest geschlossen. Dient der Antisemitismusvorwurf der Aufklärung? Oder regiert hier die Logik des Skandals? Gelassenheit bei Angriffen auf Juden ist jedenfalls völlig fehl am Platz" von Micha Brumlik
http://www.taz.de/pt/2003/09/16/a0131.nf/text und www.hagalil.com/archiv/2003/09/antisemitismusvorwurf.htm Darin : "Darf also nur wer aus dem Rassismus der Nazis heraus Juden hasst, schmähen, schädigen und umbringen will, als 'Antisemit' bezeichnet werden?" Anis: Herr Brumlik hats auch nicht leicht. Er sucht von Berufs wegen nach Antisemiten. Er argumentiert, dass bestimmte Muslime und Araber (z.B. "paranoider, radikalislamistischer Antizionismus") mit demselben Recht Antisemiten genannt werden sollen wie Nazis. Er beruft sich auf Yehuda Bauer, der in derselben Branche tätig ist wie er. Auch auf Matthias Küntzels Buch "Djihad und Judenhass", ein Titel, der neugierig macht und sehr objektiv klingt. Dann: "Mancher vermag vielleicht Schadenfreude darüber empfinden, dass das israelische Besatzungsregime im Gaza-Streifen vor Jahr und Tag, um die PLO zu schwächen, die Anfänge von Hamas gefördert hat." Er denkt nur an sich. Schadenfreude, als würde es um so einen Quatsch gehen. In der Tat hat das israelische Besatzungsregime Hamas unterstützt, was völlig unlogisch ist. Und in der Tat sind Passagen der Charta von Hamas abzulehnen und zu verurteilen. Das rechtfertigt aber in keiner Weise die Politik Israels. Hamas ist nicht die pal. Regierung. Weiter heißt es: "Was aber die Forderung betrifft, sich wesentlich gefährlicheren Formen des Rassismus zuzuwenden, so beweist sie nur den bornierten deutschen Blick. Ein Blick auf Frankreich könnte die Augen öffnen. Dort verzeichnet die Statistik 1999 neun antisemitische Aktionen, im Jahr 2000 aber schon einhundertundsechzehn, bis Ende des Jahres 2001 waren es zweihundert. (...) All das lässt sich gewiss auch durch eine verfehlte französische Immigrationspolitik erklären. Aber warum trifft es dann die Juden?" Es trifft nicht nur "die Juden". Wie viele Übergriffe gibt es auf Muslime? Und wer definiert überhaupt, was eine "antisemitische Aktion" ist? Am Schluss heißt es dann ideologisch: "Im radikalislamistischen Terror äußert sich von Indonesien über Marokko und Frankreich bis nach Israel ein mörderisches Weltbild, das davon ausgeht, dass alle Juden Zionisten sind, alle Zionisten aber Imperialisten, Kolonialisten und Rassisten - alle Juden mehr oder minder wie die Nazis sind. Schließlich kann kein Zweifel daran bestehen, dass der Anschlag auf das WTC ein - mindestens auch - judenfeindlich motiviertes Verbrechen gewesen ist. Leider hat die seitens der hiesigen Parteigänger von George W. Bush losgetretene Debatte über "Antiamerikanismus" diesen spezifisch antisemitischen Kern des radikalen Islamismus verdrängt. Zu Bodemann und Seligmann lässt sich angesichts all dessen nur noch vermerken, dass ihre demonstrative Gelassenheit einem doch sehr deutschen Pfeifen im inzwischen globalen Wald gleichkommt." Anis: Und wer hat jetzt "die Augen fest geschlossen"? In der Presse finden sich in letzter Zeit häufiger Begriffe wie "paranoid", oder "radikalislamistischen Terror" etc. Das sind deutliche Feindbilder.

taz 16.09.03, "Toleranz versus Dialog. Bagdad, Jerusalem, Aachen: Die Ausstellung 'Ex Oriente - Isaak und der weiße Elefant' macht eine Reise durch drei Kulturen in der Zeit um 800. Die Zeit um 2003 mischt dabei notwendigerweise mit" Rezension von Helmut Höge
http://www.taz.de/pt/2003/09/16/a0149.nf/text Darin : "Im Internet-Meinungsforum zur 'Ex Oriente' (hatten sich) auch fundamentalistische Islamisten zu Wort gemeldet. Das brachte dem Ausstellungsmacher Wolfgang Dreßen, ehemals zum undogmatischen Flügel des SDS gehörender Politologe aus Berlin, eine schriftliche Abmahnung von den 'Antideutschen' ein, die sich als Linke verstehen, gleichzeitig eine radikale Unterstützerposition der Regierungen Bush und Scharon für sich reklamieren, für die sie vor allem in den Zeitschriften Konkret, Junge Welt, Jungle World und Bahamas warben. Ihren Vorwurf, er schüre damit den Antisemitismus, schickten sie dann auch gleich an seine Vorgesetzten, den Rektor der Düsseldorfer Fachhochschule, den Minister für Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen sowie an den Aachener Bürgermeister und den Bischof der Domstadt. Via Internet bekam Dreßen dafür Schützenhilfe von Rechten, die die 'zionistische Hetze' gegen die Ausstellung beklagten. Das Internetforum wurde daraufhin vom Minister geschlossen. // Dreßen beklagte darüber hinaus einige weitere 'Akte der Zensur': So sei von kirchlicher Seite ein Video des israelischen Künstlers Eyal Sivan entfernt worden, in dem der sich kritisch mit der 'religiösen Besetzung' der Stadt Jerusalem auseinander setzte.'" Anis: Der sehr unbestimmte Vorwurf "Schüren von Antisemitismus" scheint nicht nur normal zu sein, er scheint auch radikale Gruppen wie die Antideutschen salonfähig zu machen. Dass Künstler zensiert werden, ist ein schlechtes Zeichen für unsere Demokratie.

taz 16.09.03, S.10 "'Zweifel an Fähigkeit Scharons'. Eine Mehrheit der Israelis scheint die Drohungen gegen Arafat zu unterstützen. Beobachter vermuten vor allem ein politisches Manöver des Regierungschefs" von Susanne Knaul
http://www.taz.de/pt/2003/09/16/a0083.nf/text Darin : "Die jüngste Umfrage der auflagenstärksten Tageszeitung Yediot Achronot könnte kaum aufschlussreicher sein: 60 Prozent der Bevölkerung treten für eine Liquidierung oder Ausweisung von Palästinenserpräsident Jassir Arafat ein, doch nur 27 Prozent glauben, dass ein solcher Akt den Terror mindern würde." Anis: Und worüber gibt diese Statistik Aufschluss? Und: "'Die Zerschlagung der islamischen Fundamentalisten ist Vorbedingung für eine Wiederaufnahme politischer Verhandlungen', schreibt Ex-Mossad-Chef Schabtei Schavit, der glaubt, dass der 'Konflikt zwischen der westlichen und der islamischen Zivilisation' ein rein 'religiöser' ist." Das heißt also, dass erst einmal jeder potenzielle Gegner weg sein muss, bevor es Verhandlungen gibt. Und was sollen das dann für Verhandlungen sein?


IPPNW (Ärzte gegen den Atomkrieg), Pressemitteilung, Berlin, den 15. 09. 2003, "Ein leises Räuspern zum angekündigten Mord"
Der Vorstand der deutschen "Ärzte gegen den Atomkrieg" (IPPNW) warnt vor den unabsehbaren Folgen des von der israelischen Regierung angedrohten und bereits beschlossenen Gewaltakts gegen den demokratisch gewählten palästinensischen Präsidenten Jassir Arafat. Nur als Zynismus kann es aufgefasst werden, dass damit angeblich ein Hindernis für Frieden und Versöhnung beseitigt werden solle. // In Wahrheit zielt das angekündigte Vorgehen, bis hin zur gezielten Ermordung, auf die möglichst restlose Unterwerfung der palästinensischen Bevölkerung unter die israelische Besatzung, indem die Symbolfigur ihres Widerstands zerstört werden soll. Als Folge rechnen israelische Friedensaktivisten wie Uri Avnery mit einer weiteren Steigerung des gegenseitigen Blutvergießens. "Sowenig terroristische Bombenanschläge gegen israelische Zivilisten ein Leben in Würde und Freiheit herbeiführen können, sowenig wird die gewaltsame Zerschlagung palästinensischer Eigenständigkeit den jüdischen Menschen in Israel Frieden und Sicherheit bringen", sagte Matthias Jochheim, Vorstandsmitglied der Deutschen IPPNW. "Wer Arafat gewaltsam außer Landes bringt oder ihn gar töten lässt, gießt bewusst Öl ins offene Feuer", so Stephan Kolb, Vorsitzender der Deutschen IPPNW. "Während in Israel die kalkulierte und kaltblütige Hinrichtung Arafats diskutiert wird, schaut die internationale Diplomatie mit leisem Räuspern dem angekündigten Mord zu. Wir erwarten uns auch von einer deutschen Bundesregierung deutlichere Worte." Pressekontakte: Stephan Kolb, Vorsitzender der Deutschen IPPNW, Tel: 0172 8428233 s.kolb@klinikum-nuernberg.de, Matthias Jochheim, Mitglied des geschäftsführenden Vorstands, Tel.: 069/75008152 Matthias.Jochheim@t-online.de, Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW), Körtestr. 10, 10967 Berlin, Tel.: 030-698074-0, Fax: 030-6938166, E-Mail: ippnw@ippnw.de; Internetseite: www.ippnw.de, Dr. med. Ute Watermann Sprecherin der IPPNW, Internationale Ärzte zur Verhütung des Atomkrieges und in sozialer Verantwortung Körtestr. 10; 10967 Berlin, Tel.: 030-698074 - 0 oder -14, Fax: 030-6938166, E-Mail: watermann@ippnw.de, Homepage: ippnw@ippnw.de

junge Welt 15.09.03, Titel, "Atomrazzia in Israel? Arabische Liga: IAEA soll Nuklearprogramm nicht nur im Irak oder in Iran prüfen" von Rüdiger Göbel
www.jungewelt.de/2003/09-15/001.php Darin: "Die 47. Generalkonferenz der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), die am heutigen Montag in Wien eröffnet wird, verspricht, spannend zu werden. Auf der Agenda der viertägigen Versammlung steht nämlich nicht nur wieder das hypothetische Atomwaffenprogramm Irans, sondern erstmals auch die sehr reale Nuklearwaffenkapazität Israels und die von ihr ausgehende Gefahr für den Nahen und Mittleren Osten. Der Punkt wurde auf Antrag der Arabischen Liga in die Tagesordnung aufgenommen." Anis: Sehr gut! Auch heißt es: "Die arabischen Ländern fordern damit nicht mehr und nicht weniger, als daß die großen Atommächte und die IAEA nicht weiter mit doppeltem Standard arbeiten. Im Gegensatz zu Israel, das ohne Zweifel über Atomwaffen verfügt und dem Irak beim Golfkrieg 1991 auch deren Einsatz angedroht hatte, drängt die IAEA etwa Iran, der bestreitet, ein nukleares Waffenprogramm zu entwickeln, zur totalen Kooperation." Und am Schluss: "Die USA und andere Staaten- unter ihnen Rußland, Japan und die EU-Mitglieder - verdächtigen Teheran, unter dem Deckmantel der zivilen Nuklearnutzung an dem Bau einer Atomwaffe zu arbeiten. Sie fordern von Iran die uneingeschränkte Zulassung von Kontrollen seiner Nuklearanlagen sowie die Unterzeichnung eines Zusatzprotokolls zum Atomwaffensperrvertrag. Dieser erlaubt es keinem Staat, außer den fünf offiziellen Atommächten USA, Großbritannien, Frankreich, Rußland und China, Atombomben zu besitzen - eigentlich auch Israel nicht." Wichtiger Artikel

taz 15.09.03, Kolumne "nebensachen aus kairo", S.12, "Menschenleben im Nahen Osten sind billig. Für Ayya und Rick" von KARIM EL-GAWHARY
http://www.taz.de/pt/2003/09/15/a0100.nf/text Darin: "Menschenleben im Nahen Osten sind billig, anders als im Westen. Beeindruckend waren die Gedenkfeierlichkeiten am 11. September in New York, als die verwaisten Kinder die Namen ihrer fast dreitausend verstorbenen Väter und Mütter vorlasen - eine einfache emotionale Zeremonie. Wer aber liest die Namen jener vor, die in Afghanistan und Irak gestorben sind - alleine im Irakkrieg wahrscheinlich mehr als 3.000 Zivilisten. Wenn heute vom Irak die Rede ist, dann über Stromversorgung oder die chaotische Sicherheitslage. Die Toten des Krieges waren schon Tage nach Kriegsende kein Thema mehr." Guter Kommentar

taz 15.09.03, S.13, "MIT JASSIR ARAFATS AUSWEISUNG ESKALIERT ARIEL SCHARON DEN KONFLIKT. Die angekündigte Katastrophe " Gastkommentar von URI AVNERY
http://www.taz.de/pt/2003/09/15/a0140.nf/text Darin: " Eine Entscheidung, die einen Mord legitimiert, ist ein weit reichender politischer Akt. Ihr Ziel ist es, die israelische und internationale Öffentlichkeit an die Idee zu gewöhnen, dass Arafat ermordet wird. Was bis dahin wie ein verrückter Plan extremer Fanatiker wirkte, wird so zur angemessenen politischen Reaktion, bei der nur noch Zeitpunkt und Details überlegt werden müssen. Wer Ariel Scharon kennt, weiß, wie es von jetzt an weitergehen wird. Er wird auf eine Gelegenheit warten." Und: "Vom Krieg von 1973 bis heute haben sich beide Völker Schritt für Schritt an die Idee eines Kompromisses gewöhnt. Im Vertrag von Oslo - den Jassir Arafat initiiert hatte - gaben die Palästinenser 78 Prozent des Landes auf, das 1948 Palästina geheißen hatte. Sie stimmten zu, ihren Staat auf den verbleibenden 22 Prozent aufzubauen." Und: " Und die Israelis? Die schweigende Mehrheit benimmt sich, als ginge die ganze Sache sie, ihre Kinder und Enkelkinder, nichts an. Es ist eine dröhnendes Schweigen. Es ist unsere Pflicht, es zu beenden und die Katastrophe aufzuhalten." Wichtiger Kommentar

Claudia Karas, offener Brief an CLaudia Roth, 15.09.03, "mord als option"
verehrte frau roth, ich kann mich noch gut an ihre öffentliche verteidigung des drogenkonsumenten m.friedman erinnern - für die eingeschleusten ukrainischen huren dagegen gab es keinen Beistand. // dazu passt, dass die "menschenrechtsbeauftragte der bundesregierung" sich in vornehmes schweigen hüllt, wenn für die "einzige demokratie im nahen osten" die tötung eines menschen eine option ist, und "die wahl des mittels keine moralische, sondern eine praktische frage ist". // ja, das macht einen sprachlos! // aber ist es jetzt nicht an der zeit, gegen diese ungeheuerlichkeit zu protestieren, und zwar laut und öffentlich? Hochachtungsvoll, Claudia Karas

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