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Datenbank zum Diskurs Palästina/Israel/Deutschland/Arabische Welt/Islam. Seit 2001 - Database on the discourse Palestine/Israel/Germany/Arab World/Islam. Since 2001
08/2003 (4)
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Aufruf vom Arbeitskreis Palästina Tübingen gegen die Besatzung (August 2003)

Junge Freiheit, 31.08.03, "Die Mutter aller Lügen. (Peter Scholl-Latour warnt vor einer Super-Intifada im Irak)" von Peter Scholl-Latour
www.jungefreiheit.de Darin am Schluss: "Allerdings gewinnt das Argument des Bundesverteidigungsministers, die vier deutschen Soldaten, die beim Bus-Attentat am 7. Juni in Kabul umgekommen sind, dürften nicht umsonst gestorben sein, nicht dadurch an Glaubwürdigkeit, daß sich die Zahl getöteter Bundeswehrsoldaten weiter erhöht. Der Provinzialismus der deutschen Politik, der sich an das Wunschdenken von 'humanitären Militäreinsätzen' klammert, ist leider in der Opposition fast noch stärker vertreten als in den Regierungsparteien. Insgesamt gesehen sollten die Europäer sich bewußt sein, daß - nachdem Saddam Hussein den Golfkrieg von 1991 großmäulig die 'Mutter aller Schlachten' genannt hatte - der jetzige Kampf um das Zweistromland getrost als 'Mutter aller Lügen' bezeichnet werden kann." Anis: Peter Scholl-Latour hat eine ziemliche Wandlung durchgemacht. Das war bereits kurz nach dem Elften September ersichtlich (z.B. im TV bei Michel Friedman). Er scheint zwar nach wie vor Militarist zu sein (Er hat den Wunsch nach einer europäischen Atombombe und zog ja auch abenteuerfiebrig zum Krieg im Irak), aber seine Argumentation ist insgesamt sachlicher geworden. Das Feindbild Islam kommt - so weit ich sehe - nicht mehr vor.

Freace.de, 31.08.03, "Wieder soll eine Mauer Völker und Menschen trennen" von Rupert Neudeck
http://www.freace.de/artikel/aug2003/mauer310803.html Darin: "Das Land Palästina gibt es nicht. Es gab das noch stärker in den 80er Jahren, als es die ordentliche Besetzung gab. Jetzt nach dem Oslo Vertrag hat sich alles zum Schlechteren verändert. Es sind mehr Siedlungen entstanden denn je zuvor. Das heißt auch Straßen, die nicht für die gesamte Bevölkerung, sondern nur für die Siedler entstehen. Mit großem Raum und Sicherheitsaufwand und Stacheldraht und Beton fressen sich die privilegierten Straßen für die Siedler in das Land Westbank hinein und verändern das Land qualitativ. // Ich kann nicht umhin, mich dabei an die Straßen in der damaligen Apartheid-Republik Südafrika zu erinnern. Damals gab es auch wunderbare Straßen, die nur für Weiße, 'for whites only' bis an die Küste führten. Von diesen Straßen aus mußten die Weißen in Südafrika nichts von dem Elend der schwarzen Mehrheitsbevölkerung wahrnehmen. Sie brauchten das nicht mal zu sehen, sie fuhren an die Küste Urlaub machen, kamen zurück und hatten Südafrika als ihr eigenes Land erlebt." Dr. Rupert Neudeck ist unter anderem Begründer des "Komitee Cap Anamour" und Vorsitzender von "Grünhelme e.V."

Germanemb.org.il, Pressespiegel der deutschen Botschaft in Israel, 31.08.03, "Gustav Schwarzenegger"
Darin: "JED (S. 23, Eitan Amit) meldet, das Wiesenthal-Institut habe seine Absicht erklärt, die Nazi-Vergangenheit von Gustav Schwarzenegger, dem Vater Arnold Schwarzeneggers, noch einmal zu überprüfen. 'Ein Bericht darüber soll noch vor den Wahlen in Kalifornien veröffentlicht werden, und die Überprüfung findet mit dem Einverständnis Arnolds statt, der schon mehrmals öffentlich seine Abscheu vor den Taten seines Vaters zum Ausdruck gebracht hat und auch nicht an dessen Beerdigung teilnahm. Im Verlauf der Jahre spendete Arnold über 750.000 Dollar an das Wiesenthal-Institut.'" Claudia Karas:warum soll nochmal überprüft werden, der mann ist schon lange tot! reichen die 750.000 dollar nicht?

Link to:
International Solidarity Movement (ISM), Open Letter, 31 August 2003, "Report from Kelly, one of our ISM friends who is now in Nablus"

Hans Lebrecht, Kibbutz Beit-Oren, 31.08.03, "Einladung zu neuen Bombenattentaten"
Text: "Am Sonnabend (30. August) wurden wieder zwei führende Mitglieder der radikalen Izza-Din el-Kassam Milizen, dem bewaffnten Arm der islamistischen HAMAS, Abdullah Akel und Fayed Mayet und ihre beiden Leibwächter und so nebenbei einige zivile palästinensische Straßenpassanten, darunter ein 8-jähriges Mädchen, durch von einem Hubschrauber der israelischen Luftwaffe abgefeuerte Raketen in einer belebten Hauptstrasse im Flüchtlingslager Bureidsch im Gazastreifen "liquidiert". // Man fragt sich, ob es da nicht einfacher gewesen wäre, mit den Raketen gleich auch Geburtsurkunden für neue Selbstmordattentäter und Einladungen für neue Bombenanschläge auf Autobusse in Tel-Aviv oder West-Jerusalem von dem Hubschrauber abzuwerfen. // In einer, schon tags zuvor, am Freitag in der israelischenTageszeitung Haaretz erschienenen Erklärung des Gusch-Schalom Friedensblocks hieß es, der israelische Ministerpräsident Scharon benimmt sich wie ein pyromanischer Feuerwehrmann, welcher anstatt Wasser Benzin in ein brennendes Haus spritzt. // Klar, dass am Sonnabend und Sonntag die israelischen Sicherheitsorgane, Armee, Polizei und Grenzschutzeinheiten wieder in Alarmbereitschaft für mögliche Vergeltungs-Bombenanschläge versetzt wurden, die Strasßenkontrollen in ganz Israel verstärkt wurden und zu Staus auf den Einfahrtsstraßen in die großen Städte Israels sorgten, insbesondere, da am Sonntag in Israel das Schuljahr begonnen hat. Mit besten Brudergrüßen.

New York Times, 31.08.03, front page, Israeli religious 'tourists' desecrating Haram Al Sharif
Prof. Francis A. Boyle: "In the Name of God, the Compassionate, the Merciful. Dear Palestinian Friends: In today's New York Times is the front page article about so-called Israeli religious "tourists" who are desecrating Haram Al Sharif. Article 56 of the Regulations Annexed to the 1907 Hague Convention No. 4 applies to Haram Al Sharif since it is "occupied territory" under international law and practice: // "The property of communes, that of religious, charitable, and educational institutions....shall be treated as private property." // These so-called Israeli religious "tourists" are perpetrating a trespass upon the "private property" of Haram Al Sharif since they do not have permission from the Islamic Waqf to be there. Furthermore, this trespass is a war crime. U.S. Army Field Manual 27-10 (1956) on The Law of Land Warfare, paragraph 499 defines "war crimes" as : "The term "war crime" is the technical expression for a violation of the law of war by any person or persons, military or civilian. Every violation of the law of war is a war crime." As is well known and the Field Manual makes quite clear, the 1907 Hague Regulations are an integral part of the "law of war." Francis A. Boyle, Professor of International Law, Champaign, IL 61820 USA"


Gush Shalom 30.08.03, "STOP LIQUIDATIONS Vigil / Gush ad against the liquidiation policy"
STOP THE LIQUIDIATIONS. Protest vigil, Wednesday Sept. 3, at 6 pm. Where? Opposite the Defence Ministry, in Tel-Aviv. // We all know it - why do we remain silent? The "liquidations" executed by the army in Nablus and Hebron resulted in the collapse of the Hudna and the terrible terrorist attack in Jerusalem. Since then, the Israeli government continues with constantly new assassinations in the Gaza Strip. Like a promaniac fireman who pours petrol on the fire instead of water - under the personal supervision of Prime Minister Sharon. A whole country lives in the tense expectation of the inevitable next terrorist attack, after which there will be new assassinations and thus the cycle of bloodshed spirals on and on. The proposal of the Palestinian Authority to renew the cease-fire was rejected out of hand by our government which continues to add provocation to provocation, such as mass demolition of Palestinian houses, demonstrative inauguration of new settlement extensions, and the opening of the Temple Mount to Jewish visitors (while preventing access to millions of Muslim worshipers). In the papers are published openly and unashamedly plans for further escalation, such as the large-scale invasion of the Gaza Strip and the "deportation" (to the next world?) of Palestinian president Yasser Arafat. It's time to raise our voice. See you there. // Gush ad against the liquidiation policy - Ha'aretz, Friday - August 29: THE PYROMANIAC FIREFIGHTER The daily assassinations will cause the whole country to go up in flames. Every assassination invites a suicide bombing. Sharon is a firefighter who pours gasoline instead of water on a burning house. Gush Shalom pob 3322, Tel-Aviv 61033

Ha'aretz, August 30, 2003, "Even prison has a door" by Lily Galili
http://www.haaretz.com/hasen/pages/ShArt.jhtml?itemNo=334696&contrassID =2&subContrassID=15&sbSubContrassID=0&listSrc=Y Quote: "The planned route of the fence in Sur Baher will cut the village into two unequal parts. About 150 families, approximately 800 people, will remain beyond the fence in more than one sense."

jW, 30.08.03, Wochenendbeilage, "Das Elend des Pazifismus. Der schwarze Kanal" von Werner Pirker
www.jungewelt.de/2003/08-30/026.php Darin: "Doch als sich der Krieg nicht verhindern ließ, fühlte sich das pazifistische Lager für den weiteren Verlauf der Ereignisse nicht mehr zuständig. (...) Nach den Demonstrationen in den ersten Kriegstagen hüllte sie sich in tiefes Schweigen, das sie wohl erst wieder brechen wird, wenn die USA zum nächsten Krieg antreten." Anis:?? Was is los? Einen solchen Artikel hätte ich Werner Pirker nicht zugetraut. Anti-pazifistisch, das ist einfach lächerlich. Hier: "Daraus ersieht man das Elend der pazifistischen Linken. (...) Es liegt im Wesen des pazifistischen Mythos, daß er unweigerlich in Widerspruch zu sich selbst geraten muß. Denn eine konsequente Antikriegshaltung kann doch nur bedeuten, sich im Kriegsfall an der Seite der Angegriffenen zu positionieren. Der Protest gegen einen ungerechten Krieg müßte - normalerweise - auch im Protest gegen eine sich notwendig daraus ergebende ungerechte Friedensordnung seine Fortsetzung finden. Das wiederum erforderte eine deutlich ausgesprochene Solidarisierung mit den Kräften im Irak, die die illegale Besatzungsmacht bekämpfen." Natürlich, wo ist da der Widerspruch? Pirker sieht bloß nichts, was stärker ist als Gewalt, das ist alles (siehe auch den Artikel
Die Rückkehr der Gewaltfrage). Abgesehen davon ist es naiv, antipazifistisch zu sein, weil Gewalt wirklich keine Probleme löst, sondern schafft. Das ist kein pazifistischer Mythos, das ist ein Gewalt-Mythos. Oder dies: "Es ergibt freilich wenig Sinn, Pazifisten das Dogma der Gewaltfreiheit ausreden zu wollen. Schlimm wird es nur, wenn Teile der kommunistischen Bewegung vom Antiimperialismus zum Pazifismus umschwenken." Quatsch. Hier wird Pazifismus als Unterwerfung oder Kollaboration missinterpretiert. Kann ja sein, dass sich einige Leute unterwerfen, aber das hat nichts mit Pazifismus zu tun. Trauriger Artikel.

REDRESS INFORMATION & ANALYSIS, 30.08.03, "First of all - the Wall must fall! Israel's Apartheid Wall must go." by Uri Avnery
www.redress.btinternet.co.uk/uavnery53.htm

taz Magazin, S. III, 30.08.03, "Bedenkenloser Hochmut. Europas Solidarität mit den USA nach dem 11. September 2001 war eine durchaus brüchige. Nicht erst seit den Friedensdemos im Frühjahr übt sich der alte Kontinent im klassischen Hass auf Amerika" von Ralph Bollmann
http://www.taz.de/pt/2003/08/30/a0274.nf/text Darin: "Wenn das Jahr 1968 die 'Pubertätskrise' der Bundesrepublik markiert, dann erlebt das Land heute so etwas wie seine 'Quarterlife Crisis': Die sorglosen Jahre einer verlängerten Jugend sind vorbei. Kurzum: Es geht darum, endgültig erwachsen zu werden - und damit auch ein abgeklärtes Verhältnis zur einstigen Vormacht und jetzigen Weltmacht USA zu finden." Anis: Damit meint Bollmann die geistige Kapitulation vor den USA, wie er im Verlauf ausführt. Ralph Bollmann ist taz-Inlandsressortleiter. Ihm ist das Gefühl wichtig, Recht zu behalten, denn er schreibt über die Kriegsgegner: "Wichtiger als das Schicksal der Einwohner von Bagdad oder Basra ist das wohlige Gefühl, mit den Argumenten gegen den Krieg Recht behalten zu haben. Was schert es die Kriegsgegner schon, dass sich die heutigen Probleme im befreiten Irak, verglichen mit dem prognostizierten 'Flächenbrand' im Nahen Osten, vergleichsweise bescheiden ausnehmen?" Im befreiten Irak?? Ich glaube nicht, dass ich mir von einem Ralph Bollmann vorwerfen lasse, mich nicht um die Iraker zu scheren. Eine Frechheit ist das. Oder hier: "Schon träumen europäische Intellektuelle von einer völlig eigenständigen Rolle des Kontinents..." Quarterlife Crisis, kann schon sein, aber wessen? Wir sollen uns alle der Gewalt Amerikas beugen, schreibt er suggestiv: "Nachdenklichen Kritikern der Bush-Administration dämmert endlich, dass den Europäern an einem Kontinuum amerikanischer Hegemonie gelegen sein muss. Nur die Dominanz der USA garantiert, dass die bestehenden Konflikte regional begrenzt bleiben - ob in Liberia, Ruanda oder im Nahen Osten." Das bedeutet Entmündigung. Das ist ein ganz alter Geist. Der Artikel endet mit: "Eines können die Europäer aber auf absehbare Zeit nicht ändern: Sie werden die Amerikaner kaum überzeugen, dass alle Welt bei der Wahl des US-Präsidenten mitreden darf. Aber vielleicht ist diese Personalentscheidung in der ältesten Demokratie der Welt auch besser aufgehoben als bei einer Weltgemeinschaft, in deren Parlament - der UN-Vollversammlung - überwiegend Diktatoren sitzen. Auch im alten Rom dauerte es lang, ehe auch die Bewohner der Provinzen das Bürgerrecht erhielten. Profitiert haben sie von den Segnungen der Pax Romana trotzdem." Anis: Und wir erinnern uns gut an das Ende Roms, das auf dem Fuße folgte. Bollmann propagiert den autoritären Obrigkeitsstaat und sieht in der UNO überwiegend Diktatoren. Das wirklich Verwunderliche ist, dass so jemand taz-Inlandsressortleiter ist. Das passt irgendwie überhaupt nicht.

Palestine Media Center - PMC, 30/08/2003, Featured News, "Israeli Incitement Threatens 'Over-reaction' to Make Palestinians 'Fit for Human Race'"
Quote: "A recent Israeli release titled 'Memo From Israel to Palestine' announced that peace 'is not a program that we wish to continue,' adding, 'We will begin our program of over-reaction without delay' following 'the completion of our strategic exercises in what you quaintly term 'the occupied territories'.' It was originally published on www.americandigest.org on August 22, 2003 and republished by Israel's Arutz Sheva on August 28, 2003. The 'memo' threatened Palestinian people in territories occupied by Israel in 1967 with forced transfer. 'We would advise them (the Palestinians) to seek an exit visa and to remove themselves as far from 'the occupied territories' as is feasible, and as quickly as possible. When we over-react to the east we will not be checking ID cards.' Moreover the irresponsible issuers of this racist memo states that the Palestinian people do not belong to 'human race.' 'Because we are a reasonable people we have decided to issue this memorandum in order to give you one chance to reform yourselves and become fit to be included in the human race.'" See August 22, 2003, "Memo from Israel to Palestine"
http://www.israelnationalnews.com/article.php3?id=2677

Phoenix, 30.08.03, "Araber mit israelischem Pass" Film von Ranwa Stephan und Sébastian Dagueressar (2003)
Seit über 50 Jahren sitzen sie zwischen allen Stühlen: Araber in Israel, Nachkommen jener 160.000 Palästinenser, die nach der Staatsgründung in Israel geblieben sind und nun einen jüdischen Pass haben. Die Reportage erzählt vom Zwiespalt, der sich auch in ihren Seelen niederschlägt. (...) Heute sind es gut 800.000 Menschen, alle mit einem israelischen Pass, das sind 20 Prozent der Bevölkerung. (...) Die Zuspitzung des Konflikts zwischen Israelis und Palästinensern treibt die Araber in Israel immer weiter in eine doppelte Isolation. Sie genießen zwar die Meinungsfreiheit und ihre Frauen können sich in Israel freier bewegen als in Gaza, aber es fällt ihnen schwer, sich mit einem Staat zu identifizieren, in dem die Nationalhymne die jüdische Seele beschwört und der auch mit ihren Steuern das Militär finanziert, das gegen ihre Landsleute in den Palästinensergebieten vorgeht. Die Palästinenser in Gaza und Westbank wiederum verachten die arabischen Israelis als Kollaborateure, die jüdischen Israelis misstrauen ihnen oder nehmen sie nicht ernst, weil sie ja Muslime sind. Sa, 30.08.03, 18.45 Uhr - So, 31.08.03, 07.00 Uhr - Sa, 06.09.03, 11.30 Uhr

3sat, 30.08.03, 22:35 Uhr, "Goethe in Palästina. Deutsche Kulturarbeit zwischen Panzern und Bomben" Film von Andrej Bockelmann ARD/WDR (Erstsendung: 14.11.2002)
Beschreibung: "Um den kulturellen Austausch mit Deutschland zu fördern, wurde mit Zustimmung Israels die Gründung eines Goethe-Instituts in Ramallah vereinbart. Im November 1997 nahm Manfried Wüst seine Arbeit als Gründungsdirektor auf. Starke Kooperationspartner wie Theater, Universitäten, Medien und Kulturzentren waren schnell gefunden. Drei mal war Andrej Bockelmann nach dem Ausbruch der September-Intifada im Jahr 2000 in Ramallah und konnte Wüst bei der Arbeit beobachten. Dabei entstanden ungewöhnliche Momentaufnahmen aus dem Alltag eines Vertreters deutscher Kultur im militärisch besetzten Palästina. Als Israel begann, auf die verheerenden Selbstmordattentate palästinensischer Extremisten mit immer schärferen Militäraktionen zu reagieren, blieben Wüst und seine Frau in Ramallah - trotz einer Empfehlung aus Berlin, das Land zu verlassen. Das Goethe-Institut will seine Arbeit auf jeden Fall fortsetzen - auch wenn es nicht einmal regelmäßig Deutschkurse durchführen kann." Anis: Manfried Wüst hatte einiges durchzumachen, nachdem er öffentlich Israel kritisiert hatte. Ich hoffe, es geht ihm wieder gut. Frau Jutta Limbach wollte ihn damals in die Wüste schicken, wenn ich das richtig in Erinnerung habe. Aber Manfried Wüst ist ein guter Mann.


de.news.yahoo.com, 29.08.03, "Anzeige wegen Kriegsverbrechen in den besetzten Gebieten angekündigt" von AP
Darin: "In der Schweiz wird eine Anzeige wegen Kriegsverbrechen in den besetzten palästinensischen Gebieten vorbereitet. Darin werden Verletzungen der Genfer Konvention und der Haager Landkriegsverordnung durch israelische Staatsangehörige geltend gemacht. Die Anzeige soll beim Oberauditor der Schweizer Armee, dem Leiter der Militärjustiz, eingereicht werden. Angezeigt würden besonders krasse Fälle von Hauszerstörungen sowie Fälle von Folter, die durch Zeugnisse gesichert seien, teilte der Zürcher Anwalt Marcel Bosonnet am Freitag mit." Anis: Solche Nachrichten werden kaum kolportiert. Es ist wichtig festzuhalten, dass es derartige Initiativen gibt, denn das rutscht schnell aus dem Kollektivgedächtnis.

Forward.com, 29.08.03, "A Failed Israeli Society Collapses While Its Leaders Remain Silent" By AVRAHAM BURG, transl. J.J. Goldberg
http://www.forward.com/issues/2003/03.08.29/oped3.html Quote: "The Zionist revolution has always rested on two pillars: a just path and an ethical leadership. Neither of these is operative any longer. The Israeli nation today rests on a scaffolding of corruption, and on foundations of oppression and injustice. As such, the end of the Zionist enterprise is already on our doorstep. There is a real chance that ours will be the last Zionist generation. There may yet be a Jewish state here, but it will be a different sort, strange and ugly." Anis: This man really is some hope. "Even if the Arabs lower their heads and swallow their shame and anger forever, it won't work. A structure built on human callousness will inevitably collapse in on itself. Note this moment well: Zionism's superstructure is already collapsing like a cheap Jerusalem wedding hall. Only madmen continue dancing on the top floor while the pillars below are collapsing." And: "Israel, having ceased to care about the children of the Palestinians, should not be surprised when they come washed in hatred and blow themselves up in the centers of Israeli escapism. They consign themselves to Allah in our places of recreation, because their own lives are torture. They spill their own blood in our restaurants in order to ruin our appetites, because they have children and parents at home who are hungry and humiliated. (...) There cannot be democracy without equal rights for all who live here, Arab as well as Jew. We cannot keep the territories and preserve a Jewish majority in the world's only Jewish state - not by means that are humane and moral and Jewish." Anis: What a great man! I would not have thought that there are personalities like this in the Knesset. Avraham Burg was speaker of Israel's Knesset from 1999 to 2003 and is a former chairman of the Jewish Agency for Israel. He is currently a Labor Party Knesset member. This essay is adapted by the author from an article that appeared in Yediot Aharonot.

Freitag 36, 29.08.03, "Feuer mit Feuer bekämpfen. IRAK/PALÄSTINA. Größter Feind des Bush-Lagers ist der eigene ideologische Starrsinn" von Ludwig Watzal
Darin: "Seit dem 11. September 2001 scheinen die USA Israels schlechteste Seiten hervorgekehrt und eine klaustrophobe Sicht auf eine Welt voller Hass und Terror verinnerlicht zu haben. Diese Weltsicht folgt einer fixen Idee und findet nirgendwo in der Realität ihre Entsprechung. Präsident Bush wäre gut beraten, die 'Israelisierung' des amerikanischen Krieges im Irak zu stoppen, hat er doch mit dem Konflikt in Palästina vor Augen, wohin es führt, wenn Feuer mit Feuer bekämpft wird." Anis: Ausgezeichneter wichtiger Kommentar. An der Wahrnehmung der Parallelen zwischen dem Irak und Palästina scheitern ja die meisten Zeitungen (am Ärgsten die FR und die taz).

jW, 29.08.03, Ausland, "'Hit and run'-Aktionen. Afghanistan: US-Politik führt zu wachsender Unsicherheit. Angriffe angeblicher 'Taliban' nehmen zu" von Knut Mellenthin
www.jungewelt.de/2003/08-29/008.php Darin: "Die USA sind bisher nach dem Prinzip vorgegangen, sich weder in die sozialen und kulturellen Strukturen des Landes noch in das Treiben der regionalen Warlords einzumischen. Die Situation der Frauen beispielsweise, kurz nach dem 11. September 2001 ein viel beschworenes "Herzensanliegen? amerikanischer Politiker, ist in den meisten Landesteilen immer noch so wie unter den Taliban. Bezeichnend ist auch, daß Afghanistan unter amerikanischer Vormundschaft sofort wieder zum Exporteur Nr. 1 von Rohopium geworden ist. Auch dafür fühlt sich die US-Regierung offensichtlich weder zuständig noch verantwortlich. Dabei war das Drogenproblem einer der Hits der US-Kriegspropaganda gegen die Taliban gewesen. Ein zu Beginn des Monats veröffentlichter Bericht der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch stellte fest, daß die Warlords, von denen viele partnerschaftliche Beziehungen zu den amerikanischen Truppen unterhalten, eine Schreckensherrschaft über große Teile Afghanistans ausüben." Anis: Das bedeutet also, dass die USA versagt haben.

jW, 29.08.03, "Keine Prioritäten. Friedensbewegung startet vielfältige Herbstaktivitäten" Kommentar von Rüdiger Göbel
www.jungewelt.de/2003/08-29/003.php Darin: "Wer online unter www.friedenskooperative.de, dem wohl findigsten Termin- und Recherchedienst der Friedensbewegung im Internet, sucht, stellt schnell fest: Weder die Vorneverteidigung Deutschlands am Hindukusch noch das Kokettieren mit einem deutschen Irak-Einsatz spielen in den Antikriegsaktivitäten im Herbst eine zentrale Rolle. Von einer positiven Bezugnahme auf den irakischen Widerstand ganz zu schweigen. Beim heute beginnenden friedenspolitischen Kongreß in Hannover sind weder US-Besatzung noch Chancen und Grenzen des Guerillakampfes im Zweistromland eigenständiger Diskussionspunkt." Anis: Er hat sicher nicht ganz Unrecht.

taz, 29.08.03, S.12 "Die endlose Suche nach Normalität. Der Antisemitismus-Vorwurf prägt, von Walser über Möllemann bis Honderich, die Debatten. Dient das der Aufklärung? Oder regiert hier die Logik des Skandals? (1)" Kommentar von Rafael Seligmann
http://www.taz.de/pt/2003/08/29/a0147.nf/text Darin: "Die Indizierung von Honderichs Buch ist ein Symptom der Unnormalität im deutsch-jüdischen Verhältnis. Suhrkamp hatte den Essay aufgrund einer Empfehlung von Jürgen Habermas und einer eigenständigen Expertise veröffentlicht. Kürzlich hat der Verlag das Buch vom Markt genommen, nicht weil er von dessen antisemitischem Inhalt überzeugt war, sondern aus schierer Angst. Suhrkamp möchte nicht als 'antisemitisch' gelten. Doch Antisemitismus lässt sich nicht mit Feigheit niederringen. Im Gegenteil. Zivilcourage ist Grundlage für die Bekämpfung aller Vorurteile." Anis: Das finde ich gut! Zwar geht auch Seligmann davon aus, dass es "zunehmend" antisemitische Vorfälle gibt (was ich nicht sehen kann), doch sind seine Ansichten liberal und konstruktiv. Taz: Rafael Seligmann, 1947 in Israel geboren, lebt seit 1957 in Deutschland. Der promovierte Politologe und Publizist schrieb viele Romane über jüdisches Leben in Deutschland, u. a. "Rubinsteins Versteigerung" und "Der Musterjude"

ZNet Deutschland / Yedioth Aharanot , 29.08.03, "Eine gescheiterte israelische Gesellschaft stürzt zusammen, während ihre Führer schweigen" von Avraham Burg
Beginnt mit: "Die zionistische Revolution hat immer auf zwei Pfeilern geruht: einem gerechten/ geraden Weg und einer ethischen Führung. Keiner von beiden funktioniert mehr. Die heutige israelische Nation stützt sich auf ein Gebilde von Korruption und auf Fundamente der Unterdrückung und Ungerechtigkeit. Als solche liegt das Ende schon an unserer Türschwelle. Es ist sehr gut möglich, dass unsere Generation die letzte zionistische sein wird. Es mag hier einen jüdischen Staat geben, aber er wird anders sein, ungewohnt und hässlich." Und endet mit: "Israels Freunde im Ausland - jüdische ebenso wie nicht-jüdische, Präsidenten und Ministerpräsidenten, Rabbiner und Laien - sollten wohl überlegt entscheiden. Sie sollten ihren Einfluss ausüben und Israel helfen, die Road Map zu erfüllen als Beitrag unserer nationalen Erfüllung, 'ein Licht unter den Völkern' zu sein und eine Gesellschaft des Friedens, der Gerechtigkeit und der Gleichberechtigung." Anis: Sehr wichtiger Artikel. Abraham Burg war Israels Knessetpräsident von 1999 - 2003 und ein früherer Vorsitzender der jüdischen Agentur von Israel. Im Augenblick ist er Labormitglied in der Knesset. Dieser Artikel ist ein vom Autor bearbeiteter Artikel, der in Yedioth Aharanot erschien und am 29.8.2003 in Forward. Aus dem Hebräischen ins Englische übersetzt: J.J.Goldberg. Übersetzt von: Kay Krafczyk und Ellen Rohlfs


Ha'aretz, 28.08.03, "With curfews and closures, the schools suffer " By Amira Hass
www.haaretz.com/hasen/pages/ShArt.jhtml?itemNo=334061&contrassID =2&subContrassID=5&sbSubContrassID=0&listSrc=Y Quote: "This coming Sunday, 1,085,000 students are supposed to attend 2,098 elementary and secondary schools in the Gaza Strip and the West Bank, with the opening of the school year. About 48,000 teachers will be waiting for them at 8 A.M. This will happen where there is no curfew, and where military blockades and checkpoints won't prevent or delay the arrival of the students and the teachers."

jW, 28.08.03, Titel, "Lizenz zum Töten. UNO erteilte USA Freibrief bei Angriffen auf Hilfsorganisationen" von Rüdiger Göbel
www.jungewelt.de/2003/08-28/001.php Darin: "In der von Mexiko eingebrachten und von Deutschland, Frankreich, Rußland, Bulgarien und Syrien unterstützten Resolution werden die Staaten aufgefordert, Angriffe auf Mitarbeiter der UNO und anderer Hilfsorganisationen als Kriegsverbrechen zu werten. " Anis: Das ist lächerlich angesichts der Tatsache, dass den USA im Irak kein Kriegsverbrechen angelastet wird. So geht es nicht.

jW, 28.08.03, Ausland, "Politisches Desaster. USA in Erklärungsnot: Mehr Soldaten in 'Nachkriegszeit' als während der Kämpfe in Irak getötet" von Knut Mellenthin
www.jungewelt.de/2003/08-28/007.php Darin: "62 US-Soldaten, so jedenfalls sagt es die offizielle Zählung, starben seit Mai durch "feindliche Einwirkung". Während des Krieges im März und April waren es fast doppelt so viele, insgesamt 115. Beim jetzigen Tempo, bei dem monatlich etwa 17 bis 18 Amerikaner im Irak durch "feindliches Feuer" sterben, wird voraussichtlich im Dezember der Zeitpunkt erreicht, zu dem die Zahl der "nach" dem Krieg Gefallenen die der im Krieg Getöteten übertreffen wird. // (...) Militärisch sind die US-amerikanischen Verluste unbedeutend. Politisch aber wiegen sie schwer, weil sie den USA eine kostspielige und kontraproduktive Besatzungspolitik aufzwingen (...)"

taz, 28.08.03, S. 10, "Mahmud Abbas droht zu stürzen. Während der palästinensische Premierminister ums politische Überleben kämpft, wächst die Popularität von Jassir Arafat. Israel will Liquidierungspolitik fortsetzen" von ANNE PONGER
http://www.taz.de/pt/2003/08/28/a0098.nf/text Darin: "Militärerfahrene Oppositionspolitiker wie Exgeneral Amram Mitzna und frühere Verteidigungsminister wie Schimon Peres und Benjamin Ben-Elieser halten die Liquidierungspolitik im Hinblick auf die Zukunft des Friedensfahrplans für katastrophal. In Interviews warnen sie, es sei kurzsichtig von der Regierung, sich vom Selbstlob der Armee mitreißen zu lassen. Diese behaupte zu Unrecht, die Angst vor gezielten Tötungen behindere die Aktivitäten der Extremisten auf längere Sicht." Anis: In der Tat, Angstmachen gilt nicht. Diese "gezielten Tötungen" (also Morde) haben zudem den Effekt, dass Leute wie ich noch skeptischer gegenüber Israel und seinen Bewohnern werden. Mord, um anderen Angst zu machen, das kann nicht gut sein.

DIE ZEIT 36, 28.08.03, "israel. In Hassliebe vereint. Die palästinensische Minderheit in Israel misstraut der jüdischen Mehrheit - und will doch mit ihr leben. Besuch in einer arabischen Hochburg" von Gisela Dachs
Darin: "Sie sind eine Minderheit im Lande, einerseits Bürger Israels, andererseits Palästinenser mit familiären Bindungen im Westjordanland und in Gaza. Ihre Familien hatten nach dem 1948er Krieg eine Existenz als Israelis zweiter Klasse dem Flüchtlingsdasein vorgezogen." Anis: Guter Hintergrund zu den Arabern mit israelischem Pass im Dorf Umm el-Fahm

DIE ZEIT 36, 28.08.03, "Feindseligkeit. Weshalb Ted Honderichs Buch 'Nach dem Terror' nicht hätte erscheinen dürfen und weshalb unsere Reaktion auf den israelisch-palästinensischen Konflikt ignorant ist" Essay von Ulla Berkéwicz
Darin: "Islamischer Fundamentalismus ist Feindseligkeit bis zum Anschlag." Und: "...muss gefragt werden, woher die Feindseligkeit gegen Israel rührt und was sich dahinter verbirgt." Und: "Heute ist der Islamismus die einzige weltweite Kraft, die den Suchenden eine umfassende ideologische Begründung anbietet." Und: " Niemand will, soll, darf mehr Antisemit sein. Also wird man Antizionist." Und: "Es ist zynisch und gefährlich, wenn nicht einmal wir Deutschen ein Bewusstsein entwickeln können für die Angst vieler Juden, vieler Israelis, ausgelöscht zu werden (...)." Und: "Der Historiker Léon Poliakov hat wohl Recht, wenn er sagt, eine bestimmte Form der Kritik am Staat Israel sei antisemitisch, weil andere Maßstäbe an das israelische Volk gelegt würden als an andere Völker. Man verlangt etwas von den Juden, was sich durch die Geschichte seit eh und je als falsch erwiesen hat: dass die Opfer aus ihrem Leid lernen." Und am Schluss: "Es ist unheimlich, dass nicht Ahnungslosigkeit, Ignoranz, Zynismus und die neue Feindseligkeit Diskursthema Nummer eins in unserem Lande sind." Anis: klares Feindbild Islam, wobei die begründete Ablehnung der Hamas-Statuten nicht gemeint ist. Israel-zentristischer Artikel, die Deutschen sollen das Leid der Juden verstehen, nicht das der Palästinenser. Gefährlich das Poliakov-Zitat, mit dem eindeutig Menschenrechtsverletzungen legitimiert werden (also ziemlich genau das, was Honderich vorgeworfen wird).

ZNet, 28.08.03, "Raketenangriffe und Selbstmordbomber" von Mitchell Plitnick
Darin: "Was steckt hinter den Schlagzeilen? Beginnen wir mit einem Blick auf das, was die Zeitungen als 'relative Ruhe' bezeichnet haben - mit der Zeit vor dem Jerusalemer Bombenattentat. In jenen 6 Wochen bis zu den Selbstmordbomben am 12. August, denen 2 Israelis zum Opfer fielen, starben 17 Palästinenser durch die Hand israelischer Soldaten, 59 wurden verletzt (siehe: http://www.fair.org/press-releases/relative-calm.html). Einige würden diese Zeit als 'relative Ruhe' sehen. Schließlich war es eine der ruhigsten 6-Wochen-Perioden innerhalb der letzten 3 Jahre. Doch der entscheidende Punkt in der öffentlichen Darstellung ist ganz eindeutig der: 'relative Ruhe' bedeutet, dass keine Israelis getötet wurden." Und: "Fairness - für beide Seiten -, Hoffnung für die Zukunft, ein Ende jeglichen Terrors, ein Ende der israelischen Siedlungen, ein Ende der israelischen Besatzung in Westbank und Gaza, Jerusalem für beide und eine gerechte Lösung in der palästinensischen Flüchtlingsfrage. 'Jewish Voice for Peace' (Jüdische Stimme für den Frieden) arbeitet am Aufbau einer solchen politischen Kraft. Unsere Website:
www.jewishvoiceforpeace.org" Anis: Langer guter Hintergrundartikel

Open Letter from Claudia Karas to Intel about Israel, 28.08.03,
Mr. Jim Jarret, VP of Worldwide Government Affairs, Intel's CEO Mr. Craig R Barrett, Dear Sir, According to Haaretz newspaper (August 25, 2003), Intel will decide in the next few weeks whether to upgrade its plant in Kiryat Gat for the production of its next generation of nanotechnology chips. I ask Intel to abandon its investments in Israel, because the company's expansion site is located on land confiscated from the Palestinian village of Iraq Al-Manshiya. According to historian Benny Morris, Israel expelled the villagers of Iraq Al Manshiya by "intimidation using all means". Intel should not participate and allow Israel to have economic benefits from the illegal dispossession of Palestinians. Israel is denying Palestinian refugees their right to return to their lands and homes which it is occupying. This natural and inalienable right is enshrined in the Universal Declaration of Human Rights and International Law, and is supported by numerous UN resolutions. Given Israel's apartheid policies, continuing abuses of fundamental human rights, and violations of International Law, Intel should divest from Israel forthwith and not to support Ethnic Cleansing. Yours sincerely, Claudia Karas, Frankfurt, Germany


Deutsche Botschaft in Israel, Medienspiegel, gesehen am 27.08.03 von Claudia Karas
Darin: MAA (S. 4, Amir Rappaport): Enthüllung: Die Arbeiten an dem östlichen Zaun um Jerusalem wurden unter strengster Geheimhaltung begonnen // Abu-Dis wurde "annektiert": Seit vielen Monaten versucht der Sicherheitsapparat, eine Lösung zu finden: wo soll der östliche Zaun um Jerusalem verlaufen, ohne internationale Aufregung zu verursachen. Das Dilemma endete allem Anschein nach mit dem schweren Anschlag letzte Woche. Am nächsten Tag erteilten Sharon und Mofas die Anweisung, die Arbeiten zu beginnen. Die Pläne sehen die Annexion arabischer Viertel wie Abu-Dis und Zur-Bahar vor…MAA (Wirtschaftsbeilage, S. 4, David Lipkin), Die EU an Israel: die Verhandlungen um die Teilnahme am "Erweiterten Europa" sollen schnell vorwärts gehen: Die EU übt Druck auf Israels Regierung aus, damit diese sich so schnell als möglich auf Verhandlungen über den Beitritt zum "Erweiterten Europa" einstellt - der den Status Israels in ihren Beziehungen zur EU anheben würde. Die Vertreter der EU möchten die Verhandlungen schon in den nächsten Wochen beginnen sehen, damit sie bis Mitte 2004 abgeschlossen werden können. // … Yossi Gal, stellvertretender Generaldirektor für Wirtschaft im Außenministerium, leitet Gespräche mit Repräsentanten der verschiedenen Ministerien, doch wurde bislang noch kein Team gebildet, dass die Verhandlungen mit den Vertretern der EU führen soll. JED (S. 3, Eran Hadass): Anordnung der Sendeanstalten: nicht mehr "Hudna" sagen: Ende der Hudna auch in den elektronischen Medien: das Direktorium der Sendeanstalten erteilte die Anordnung, die arabischen Begriffe "Intifada" und "Hudna" nicht mehr zu gebrauchen. // Im Direktorium wunderte man sich gestern, dass gerade der Vertreter, der mit der Linken identifiziert wird, diesen Vorschlag ansprach, man stimmte dann jedoch mit ihm überein…Die Leiter der Fernseh- und Rundfunkanstalten erklärten sich mit der Anordnung des Direktoriums einverstanden." Anis: Es ist schon interessant, wie trocken man über Unrecht hinwegschreiben kann. "Sehen die Annexion arabischer Viertel vor...", das ist schon allerhand. Ebenfalls bemerkenswert, dass die israelischen Medien ihr Lexikon verkleinern, es erinnert frappierend an Orwells Big-Brother-Roman "1984". // Offener Brief von Claudia Karas an Außenminister Fischer: ich bin empört darüber, dass der medienspiegel auf der homepage der deutschen botschaft in israel einseitig die sichtweise der israelischen besatzungsmacht darstellt. auch Ihre einseitigkeit führt dazu, dass die israelische besatzungsmacht "ohne internationale Aufregung zu verursachen" weiterhin palästinensisches land enteignen kann. Sie sollten nicht nur einseitig gegen verzweiflungstaten der palästinenser protestieren, sondern auch gegen die wahren feinde des friedens in der israelischen regierung!

jW, 27.08.03, Ausland, "Putsch der Generale. Die Roadmap ist gescheitert, weil Ariel Scharon von Anfang an gegen sie gewesen ist" von Uri Avnery (Üb. Ellen Rohlfs)
http://www.jungewelt.de/2003/08-27/006.php Darin: "Am 8. August töteten israelische Soldaten zwei Hamas-Militante in Nablus. Aber die Rache war minimal. Am 12. August tötete ein Hamas-Selbstmordattentäter einen Israeli in Rosh-Ha?ayin, und ein anderer Attentäter tötete eine Person in der Siedlung Ariel. Beide kamen aus Nablus. Hamas verkündete aber, daß die Hudna weiterginge. Am 14. August tötete die israelische Armee Muhammad Sidr, den Chef des militärischen Flügels von Hamas in Hebron. Fünf Tage später, am 19. August, sprengte sich ein Attentäter aus Hebron in einem Bus in Jerusalem in die Luft und tötete dabei 20 Männer, Frauen und Kinder. Zwei Tage später, am 21. August, ermordete die Armee Ismail Abu Schanab, den vierthöchsten Hamas-Führer. (...) // Zu guter Letzt wurde diesmal das Ziel erreicht. Die palästinensischen Organisationen verkündeten das Ende der Hudna. Scharon & Co freuten sich. Innerhalb weniger Stunden drang die israelische Armee wieder in die Zentren der palästinensischen Städte ein und begann eine Orgie von Verhaftungen und Hauszerstörungen - mehr als 40 an einem einzigen Tag." Wichtiger Artikel. Die junge Welt hat ihn gebracht.

jW, 27.08.03, Ausland, "'Tatbestand der Folter erfüllt'. Berichte über Menschenrechtsverletzungen in US-Lager am Rande Bagdads" von Rainer Rupp
www.jungewelt.de/2003/08-27/008.php Darin: "Daß es sich bei Camp Cropper in der Tat um ein Folterlager handelt, daran hat Curt Goering, stellvertretender Direktor von Amnesty International in einer öffentlichen Erklärung keinen Zweifel gelassen: 'Gemeinsam mit Schlafentzug und körperlichen Mißhandlungen sind hier im höchsten Maße menschenunwürdige Bedingungen geschaffen worden, die dem Tatbestand der Folter entsprechen und einen krassen Verstoß gegen die Menschenrechte darstellen', sagte Curt Goering und betonte, daß ai 'glaubhafte Berichte' erhalten habe, daß im Camp Cropper auch Gefangene getötet worden seien, 'meist als Resultat von Schußwaffengebrauch durch die (amerikanischen und britischen) Koalitionstruppen'."

taz, 27.08.03, S. 11, "Der jüdische Untergrund rüstet auf. Die Verhaftung von neun jungen Männern schürt in Israel Angst vor einem erneuten Erstarken eines jüdischen Untergrund-Terrors. Polizei und Geheimdienst tun sich schwer, wirkungsvoll gegen die extremistischen Kreise in den Siedlungen vorzugehen" aus Jerusalem ANNE PONGER
http://www.taz.de/pt/2003/08/27/a0079.nf/text Darin: "Mysteriöse Angriffe auf Palästinenser hatten sich in den letzten drei Jahren gehäuft. Israelische Sicherheitskräfte sprechen von mindestens 7 palästinensischen Toten und 19 Verwundeten durch Schüsse israelischer Zivilisten im Westjordanland. Bezelem, die israelische Menschenrechtsgruppe, hat im selben Zeitraum gar 32 durch Siedlerhand getötete Palästinenser registriert. Es fällt dem Geheimdienst ungleich schwerer, in jüdische Extremistenkreise in den Siedlungen einzudringen, als palästinensische Terrorzellen zu knacken. (...) Wut und Rachegelüste herrschen in allen rund 150 Siedlungen im Westjordanland und Gaza-Streifen. In den letzten drei Jahren sind Dutzende von Siedlern bei palästinensischen Anschlägen umgekommen. Vor allem in der Patriarchenstadt Hebron, wo 500 militante Juden inmitten von 120.000 Muslimen leben, ist Siedlergewalt gegen Palästinenser und ihr Eigentum an der Tagesordnung. // Der grenzenlose Hass begann lange vor dieser Intifadarunde. Extremstes Beispiel war im Februar 1994 Baruch Goldsteins Moscheen-Massaker: der jüdische Siedlerarzt erschoss 29 betende Männer in der Ibrahims-Moschee. // (...) Nun sieht man sich in Israel der Gefahr gegenüber, dass jüdische Anarchisten den Friedensprozess sowie Recht und Ordnung bedrohen." Anis: Gut, dass darüber mal berichtet wird.


FR 26.08.03, "Importware Judenhass. Antisemitismus und Antizionismus: Eine Begriffsklärung" von Doron Rabinovici
Darin: "Die Entscheidung von Suhrkamp, das Buch aufzugeben, (war) verantwortungsvoll." Anis: Zumindest war sie repressiv. Dann: "Es ist intellektuell blamabel, die damalige UN-Resolution gegen den Zionismus zu rechtfertigen. Wer sie liest, wird feststellen, dass in ihr das Leid der Juden oder der Nationalsozialismus überhaupt nicht erwähnt werden. Der Zionismus entstand aber nicht, um die Unterdrückung anderer zu rechtfertigen, sondern als Antwort auf Antisemitismus und auf Massenpogrome. Die Legitimationsideologie des israelischen Staates gründet nicht auf biologistischen Erklärungen gegen die arabische Bevölkerung. Der Konflikt wurzelt in einem Interessengegensatz: Zwei Nationalbewegungen beanspruchen ein Land. Er argumentiert hier dafür, dass Zionismus nicht gleich Nationalsozialismus ist und deshalb nicht von der UNO verurteilt werden darf. Um die Entstehung geht es, nicht um die Ideologie selbst. Die wird nicht thematisiert. Reine Ablenkung. Dann die Rubrik Krypto-Antisemitismus: "Kaum einer will noch Antisemit sein. Das heutige Ressentiment spricht selten von der Rasse oder von einem biologischen Wesen des Juden. Der neue Antisemitismus ist schwer zu fassen, weil dem offenen Judenhass seit Auschwitz der Leichengeruch von Millionen anhaftet. So gibt sich, wer gegen Juden redet, kritisch, verwendet politische Begriffe, wenn auch im ethnischen Sinn, und obgleich Vorwürfe gegen Israel nicht antisemitisch motiviert sein müssen, sind sie es nicht selten. (...) Seit Stalins Ärzteprozessen ist die Chiffre Zionisten längst zu einem Schlagwort und zu einem Code verkommen, mit dem gegen alle Juden gehetzt werden kann." Soll heißen: Irgendwo müssen die Feinde ja sein. Typisch für den Diskurs sind fehlende Beispiele. Im zweiten Teil (Zwischenüberschrift bezeichnenderweise "Die islamistische Feinderklärung") wird dann fröhlich gegen den Islam gehetzt, der - erneut ohne Beispiele - "radikaler Islamismus" genannt wird: "Doch die Fehler westlicher Politik mögen zwar die Hinwendung zum radikalen Islamismus anheizen, sie allein erklären nicht die Anziehungskraft dieser Ideologie." Und: "Die radikalen Islamisten hetzen nicht gegen den Neoliberalismus, sondern gegen das Libertäre. Der amerikanische Präsident ist für sie zwar ein Kriegsgegner, doch jede Frau, die selbstbestimmt leben will, ist für sie ein gleichsam natürlicher Feind. Jeder emanzipierte, aufgeklärte oder säkulare Muslim gilt ihnen als Knecht Satans." Anis: Feindbild in Reinkultur. Rabinovici scheint selbst nicht gerade libertär zu sein. "Privilegien der Oligarchien und die Vormacht des Patriarchats", als gäbe es das nicht in seiner eigenen Ingroup. Oder dieses: "Die islamistische Rage beschränkt sich nicht auf Israel. Der europäische Judenhass wurde in den Orient importiert." Hier werden verzweifelt Nazis gesucht, um die eigene Identität nicht zu verlieren, das ist augenfällig. Aber Israel kann den Zweiten Weltkrieg nicht nachträglich gewinnen. Dann: "Daher setzten die ersten Selbstmordanschläge 1994 ein, kurz nachdem der Friedensprozess begonnen worden war." ...bzw. beendet worden war. Dann: "Gekämpft wird nicht für einen palästinensischen Staat neben Israel, sondern für einen muslimisch theokratischen an seiner statt." Von wem ist hier die Rede? Wie viele sollen das sein? Der lange Artikel endet mit: "Wer wirklich an intellektuell redlicher Kritik der Scharon-Regierung interessiert wäre, müsste sich vor allem von jeglichem Ressentiment abgrenzen." Anis: Vor allem, das ist der Punkt. Insgesamt ein unerträglicher und islamfeindlicher Artikel, eine niveaulose Beleidigung und eine Zumutung. Man könnte Angst bekommen vor der Frankfurter Rundschau und daran zweifeln, dass die Redakteure dort wissen, was sie tun. FR-Info: Der Autor ist Schriftsteller und Historiker in Wien, zuletzt ist erschienen "Credo und Credit. Einmischungen" (Suhrkamp 2001).

Link to: al-Haq Law, Press Release # 143, 26 August 2003,
"Dangerous International Precedent Being Set by Israel as International Community Ignores the Deteriorating Human Rights Situation in the Occupied Palestinian Territories." www.alhaq.org

junge Welt 26.08.03, Ausland, "Westliche Geheimdienste sehen hinter den letzten Anschlägen im Irak vor allem 'islamistische Terroristen'. Seit einiger Zeit kämen diese über die ungesicherten Grenzen in den Irak. Entsprechende Wanderbewegungen werden auch von arabischen Journalisten bestätigt." von Karin Leukefeld
www.jungewelt.de/2003/08-26/005.php

taz 26.08.03, S. 10, "Hamas droht mit Vergeltung. Nach der Ermordung von vier Mitgliedern in Gaza droht die Islamisten-Organisation mit neuen Anschlägen. Israels Opposition kritisiert gezielte 'Liquidierungen'. Zwei US-Abgeordnete fordern die Entsendung von US-und Nato-Soldaten nach Nahost" aus Jerusalem Anne Ponger
http://www.taz.de/pt/2003/08/26/a0103.nf/text Darin: "In der israelischen Öffentlichkeit wird die Politik der gezielten Liquidierungen nicht völlig kritiklos hingenommen. (...) 'Es gab noch keinen Disput, der nicht besser durch Dialog gelöst worden wäre', schrieb Yoel Marcus in Haaretz. 'Israels Liquidierungen produzieren vermutlich mehr neue Selbstmordbomber, als dass sie abschrecken.'" Anis: Eine Farce!

www.bintjbeil.com, seen 26.08.03, "The Jews of Iraq" by Naeim Giladi
http://www.bintjbeil.com/E/occupation/ameu_iraqjews.html Quote: "I write this article for the same reason I wrote my book: to tell the American people, and especially American Jews, that Jews from Islamic lands did not emigrate willingly to Israel; that, to force them to leave, Jews killed Jews; and that, to buy time to confiscate ever more Arab lands, Jews on numerous occasions rejected genuine peace initiatives from their Arab neighbors. I write about what the first prime minister of Israel called "cruel Zionism." I write about it because I was part of it."

REDRESS INFORMATION & ANALYSIS , 26.08.03, "Urgent appeal from the patriarchs and heads of churches in Jerusalem regarding Israel's Apartheid Wall" by the Patriarchs and heads of churches in Jerusalem
http://www.redress.btinternet.co.uk/patriarchs.htm Quote: "Let no one doubt our abhorrence of violence, whoever the perpetrator. Peace will only be established when all violence, is eradicated from both sides. If the present road Map for Peace is to bring positive results, we believe the Separation Wall constitutes a grave obstacle. For both nations the Wall will result in a feeling of isolation. Moreover, for many Palestinians it means the deprivation of land, (some 10% more than that of the Occupation in 1967), livelihood, statehood and family life. Occupation remains the root cause of the conflict and of the continuing suffering in the Holy Land."


Albawaba.com, 25.08.03, "France to Israel: No evidence Hamas, Islamic Jihad are 'terror groups'"
Quote: "France expressed objections to placing Hamas and Islamic Jihad on the European Union(EU)'s list of 'terror organizations', according to an Israeli report on Monday. (...) The meeting between Zvilli and Gordo, said to be Chirac's right hand man, took place in the framework of Israeli lobbying efforts to include the two Palestinian groups in the EU 'terror list'. Anis: Israeli lobbying efforts... to find the terrorists in the other camp. How progressive!

junge Welt 25.08.03, Ausland, "Programmiertes Scheitern. Israel setzt bewußt auf das Ende des Entspannungsprozesses mit Palästinensern " von Knut Mellenthin
www.jungewelt.de/2003/08-25/005.php Darin: "Es ist zu vermuten, daß Scharon sich auf den Akaba-Prozeß von Anfang an überhaupt nur mit Hintergedanken eingelassen hat. Seit der Eroberung der Westbank und des Gaza-Streifens 1967 hat Israel so massive Tatsachen in den besetzten Gebieten geschaffen, daß ein Palästinenserstaat technisch heute schon unmöglich ist. Die im Bau befindliche Maueranlage verfestigt und verschärft die Situation noch weiter. Nicht mehr als 40 bis 45 Prozent der besetzten Gebiete, zerstückelt in drei oder noch mehr Einzelteile, ohne Grenzen zu irgendeinem Nachbarstaat außer Israel, will Scharon selbst im allerbesten Fall der PA überlassen. Auf diesem Gebiet sollen außerdem mehr als 100 militante jüdische Siedlungen bestehen bleiben, die die wichtigsten Verkehrswege kontrollieren. " Anis: Allerdings! Präzise Analyse.

taz 25.08.03, S. 10, "Abbas zwischen allen Fronten. Palästinenserbehörde geht gegen Extremisten vor. Waffenschieber verhaftet, Schmuggelkanäle im Gaza-Streifen versiegelt. Premier Abbas müht sich weiter um eine Fortsetzung der Waffenruhe. Israel plant vorerst keine Invasion des Gaza-Streifens" aus Jerusalem Anne Ponger
http://www.taz.de/pt/2003/08/25/a0104.nf/text Darin: "Für die Westjordan-Städte Dschenin und Hebron wurden jedoch ähnlich umfangreiche Militäraktionen wie derzeit in Nablus angekündigt." Anis: Die taz konzentriert sich auf den palästinensischen Terror, um von Israels Menschenrechtsverletzungen abzulenken. Das hat System. Man vergleiche, was die junge Welt heute schreibt. Schon die Überschriften zeigen, worum es geht. Auch mit diesem Artikel schürt die taz den Nahost-Konflikt durch ihre einseitige und verzerrende Darstellung.

Telepolis 25.08.03, "Wahrscheinlich wird es ein Zaun sein, der auch Seelen frisst" Cheb A. Kammerer-Interview von Marcus Hammerschmitt
www.heise.de/tp/r4/artikel/15/15495/1.html Anis: Ganz gutes Interview. Cheb A. Kammerer ist nach Telepolis-Angaben Künstler in der Hamifal Workgroup for art and interaction. Nur die Gedanken des Interviewers sind hier und da befremdlich, z.B. hier: "Ich frage mich, ob Israel die Wahl hat. Damit meine ich jetzt nicht nur die Selbstmordattentate an sich, sondern den nach wie vor festen Willen der Palästinenser (jedenfalls der tonangebenden militanten), und aller umliegenden Staaten, Israel zum Verschwinden zu bringen." Man erinnere sich an die saudische Initiative, Israel anzuerkennen und Frieden zu schließen. Über den Punkt der Existenzleugnung Israels sind die Araber schon weg. Hier wird nachträglich ein Feindbild hochgehalten. Oder hier: "Bei der Suche nach einer Antwort auf die Frage, warum im nahen Osten 'die Zeit keine Wunden heilt', bin ich erst kürzlich auf das Konzept der 'Dhimma' gestoßen, das innerhalb eines islamischen Bezugsrahmens andere Religionen und Kulturen grundsätzlich zwar zu dulden bereit ist, aber nur unter der Voraussetzung, dass sie als zweitrangig angesehen werden und der Duldung jederzeit verlustig gehen können [3]. Wenn das die Koordinaten sind, kann man ja fast nur verzweifeln, denn dann kann Israel im Grunde tun und lassen, was es will, es wird als 'Dhimma-Renegat' immer der Feind bleiben." Das ist grober Unfug, was Herr Hammerschmitt da schreibt. 'Dhimma-Renegat' ist Quatsch, umgekehrt wird ein Schuh draus: Die Araber und Muslime können machen, was sie wollen, sie werden immer der Feind bleiben für Leute wie Hammerschmitt, die sich willkürlich irgendwelche Begriffe aus der Mottenkiste ziehen, um damit ihre mittelalterlichen Ansichten zu bestätigen. Gut, dass der interviewte Israeli reflektierter war.

The Women of Bat Shalom 25.08.03, "An Open Letter to the Palestinian People" (As published in the daily Al-Quds newspaper on Friday, August 15, 2003)
http://www.batshalom.org As Israeli women who have for years been working for an end to occupation and for a just peace, Bat Shalom strongly opposes the separation wall - regardless of its path - for walls are never about peace, justice or respect for human rights, but always about power. We see the building of a wall between our peoples as a hostile act. // The "separation fence" was sold to and bought by the Israeli public as a security measure. By now, even the Bush administration has publicly recognized that the Israeli government used the construction of the wall for "political purposes", to grab additional thousands of dunams of Palestinian land. Those Israelis who deluded themselves that the wall would be no impediment to a genuine two-state solution have been forced to recognize that the brutal incursion of the wall is not only inflicting pain and injustice on Palestinians today, but is threatening the social and economic integrity of any future Palestinian state. Yet the notion lingers that a wall could provide a needed sense of security and is in principle a good idea. But by its very nature, a wall between occupier and occupied is not neutral and won't promote security. The fact that the wall is the unilateral project of a government that has not renounced its intention to keep control over Palestinian land and people means that it will continue to be used to maintain the occupation and not to facilitate co-existence. The suffering it has already inflicted is proof of that, and the perpetuation of suffering and oppression will inevitably undermine security for Israelis and Palestinians alike. In the situation in which the Israeli government wields almost unchecked power, separation is a tool for deepening inequality. In opposing the wall we must make clear that we oppose not only the human rights abuses implicit in the separation wall, but that we are promoting an alternative set of values and standards that see as their goal an equally decent life for both peoples. Further, we believe that through working jointly in the Jerusalem Link, Israeli and Palestinian women are testing and extending this vision of true equality. The Women of Bat Shalom

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