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Datenbank zum Diskurs Palästina/Israel/Deutschland/Arabische Welt/Islam. Seit 2001 - Database on the discourse Palestine/Israel/Germany/Arab World/Islam. Since 2001
06/2003 (3)
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Amnesty International, 30/06/2003, Press release, "Iraq: The US must ensure humane treatment and access to justice for Iraqi detainees"


Ossietzky, gesehen 30.06.03, "Wiederbegegnung mit Basra" von Eva-Maria Hobiger
http://www.sopos.org/aufsaetze/3efc68ecd2550/1.phtml Darin: "Die Nachrichten über den Irak sind spärlich geworden. Der Journalistentroß ist abgezogen. Zurück blieb das Elend, das jeder Krieg mit sich bringt, das nicht spektakulär ist und das daher kaum jemanden mehr interessiert. Wie viele Menschen sind Opfer dieses Krieges geworden? Die wahre Zahl werden wir nie erfahren. Und auch die Zahl derer, die im Gefolge dieses Krieges sterben, wird uns unbekannt bleiben. Jeder Einzelne der 23 Millionen Iraker leidet an den Kriegsfolgen: Arbeitslosigkeit, Hunger, Krankheiten, Zusammenbruch der medizinischen Versorgung, Anarchie. Und ein ganzes Volk in Hoffnungslosigkeit." Anis: Längerer, persönlicher Hintergrundbericht aus Basra.

taz 30.06.03, S. 12, "Todestrakt auf Guantánamo. Das US-Verteidigungsministerium will Afghanistan-Gefangene auf dem kubanischen Marinestützpunkt vor Militärtribunale stellen. Hinrichtungen sollen mit der Giftspritze erfolgen. Eine psychiatrische Klinik soll Selbstmordversuchen vorbeugen" aus Washington MICHAEL STRECK
http://www.taz.de/pt/2003/06/30/a0094.nf/text Darin: "Für die bevorstehenden Tribunale in Guantánamo gibt es kein Vorbild, auch wenn das Pentagon gern den Vergleich zu den Nürnberger Prozessen bemüht. ‚Es ist kein Militärgerichtssystem und kein Kriminalstrafverfahren. Diktatoren würden es sicher gern kopieren', sagt Elisa Massimmo, Direktorin des Anwaltskommitees für Menschenrechte. Die Tribunale seien eine Paralleljustiz, die letztlich direkt dem Präsidenten unterstehen würde." Anis: Willkommen zurück im Mittelalter. Ich glaube ja nicht daran, dass Bush das alles so durchziehen wird. Makabrer, aber nicht schlechter Humor dann im Schlusssatz: " Mit einer neu geschaffenen psychiatrischen Klinik will die Gefängnisleitung (...) die seelische Not der Häftlinge lindern."

taz 30.06.03, S. 11, "Malawi wurden heimlich außer Landes gebracht. Jetzt protestieren Muslime" von DOMINIC JOHNSON
http://www.taz.de/pt/2003/06/30/a0089.nf/text Darin: "...fanden Malawis Medien heraus, dass die fünf am Montagabend auf einem von den USA gecharteten Flugzeug heimlich in ein US-Militärlager in Botswana gebracht worden waren. Malawis oberstes Gericht schäumte und erwägt nun, die Regierung wegen Missachtung der Justiz anzuklagen. (...) Erst das US-Handeln verwandelt religiöse Vielfalt nun in religiöse Spannungen." Anis: Wenn das Handeln der US-Regierung nicht zum Frieden führt, dann führt es zu etwas anderem. Das muss allen klar sein, die Bush - und sei es durch fehlende Kritik - unterstützen. Es gilt nach wie vor, die UNO zu reformieren und zu stärken.

taz 30.06.03, S. 2, "Waffenruhe auf Zeit. Hamas und Dschihad verkünden bedingte Feuerpause. Israel will sich aus Teilen des Gaza-Streifens zurückziehen. Rice trifft Abbas und Scharon." von SUSANNE KNAUL
http://www.taz.de/pt/2003/06/30/a0059.nf/text Darin Rice über die Mauer: "Die Sicherheitsberaterin nannte die Anlagen eine ‚politische Grenze', wohingegen die Israelis von einer ‚Schutzmaßnahme' sprechen. Die Anlagen reichen zum Teil mehrere Kilometer in das palästinensische Gebiet hinein." Anis: Das bedeutet Enteignung und Zerstückelung von Gebieten. Zusätzlich zur Ghettoisierung. Die Mauer ist eine einseitige autoritäre und willkürliche Maßnahme, eine neue Provokation, als gäbe es nicht schon genug Unterdrückung in Palästina.

taz 30.06.03, S. 9, "Florierendes Geschäft mit den Mullahs. Deutsche Staatsbürgschaften zugunsten des Iran nehmen rapide zu - während die US-Regierung Teheran droht." von HERMANNUS PFEIFFER
http://www.taz.de/pt/2003/06/30/a0106.nf/text Anis: Guter Hintergrundbericht über die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und Iran.

taz 30.06.03, S. 9, "Deutsche bringen Feldpost nach Irak." von dpa
http://www.taz.de/pt/2003/06/30/a0095.nf/text Darin: "Bis zu drei Antonow-Transportflugzeuge landen täglich in Bagdad. Die Lieferungen sind Teil eines Rahmenvertrags bis 2005, den DHL mit dem US-Militär abgeschlossen hat. Die Post-Tochter übernahm ähnliche Dienstleistungen bereits während des Afghanistankriegs." Anis: Was für eine Sauerei! Und wann wurde dieser Rahmenvertrag unterzeichnet? Da helfen die den Amwerikanern bei ihren imperialen Kriegen, das ist schon was!

taz 30.06.03, S. 14, "orient und okzident - christentum und islam: ein historischer roman zu den kinderkreuzzügen." Rezension von EDITH KRESTA
http://www.taz.de/pt/2003/06/30/a0183.nf/text Anis: Zu Peter Berling, Das Kreuz der Kinder, Ullstein 2003.

taz 30.06.03, S. 14, "Spielwiese für Islamisten. ‚Echter Glaube braucht keine sichtbaren Zeichen. Aber hier geht es nicht um Glauben, sondern um Repression', meint Samir Khalil zum Kopftuch-Streit. Gespräch mit dem Direktor des Beiruter Zentrums für arabisch-christliche Studien" von MONA SARKIS
http://www.taz.de/pt/2003/06/30/a0182.nf/text Darin Khalil über die Deutschen:"Sie haben offensichtlich Hemmungen, sich kritisch gegenüber fremden Kulturen zu äußern. Statt sachlich, aber selbstbewusst aufzutreten, schweigen sie lieber." Und: "...kann der deutsche Staat nicht zweierlei Recht dulden, sein eigenes und die Scharia. Das ist öffentlich zu thematisieren, und das findet nur selten statt. Vor allem ist zu klären, ob die deutschen Muslime mehrheitlich für eine Zweigesetzlichkeit sind und ob sie mehrheitlich das deutsche Grundgesetz überhaupt kennen. Zum Beispiel stimmen die islamischen Vereinigungen für eine strenge Geschlechtertrennung und das ist eindeutig grundgesetzwidrig." Anis: Sehr guter Mann!

taz 30.06.03, S. 14, "khalil samir. Der Jesuitenpater aus Kairo" von MONA SARKIS
http://www.taz.de/pt/2003/06/30/a0184.nf/text Darin: "1938 wurde Khalil Samir in Kairo geboren, seine Biografie ist Schnittstelle zwischen Islam und Christentum: Er wuchs mit der islamischen Kultur auf und studierte Philosophie und Theologie in Frankreich" Anis: Das sind die Leute, die die Welt jetzt braucht.


REDRESS INFORMATION & ANALYSIS 29.06.03, S. 14, "We are the patriots: Joint Israeli Palestinian Action Group for Peace inaugurated" by Uri Avnery
http://www.redress.btinternet.co.uk/uavnery45.htm

SPIEGEL ONLINE - 29. Juni 2003, 18:44, "Atomwaffen-Bericht. Israel wirft BBC Antisemitismus vor."
http://service.spiegel.de/digas/servlet/find/ON=spiegel-255172 Darin: "Eine von der BBC produzierten Sendung aus der Serie ‚Correspondent' war am Samstag in Israel zu empfangen. Darin werden etliche Experten mit der übereinstimmenden Aussage zitiert, Israel verfüge über des weltweit sechstgrößte Atomwaffenarsenal von taktischen Bomben bis zu Mittelstreckenraketen. Auch sollen die Streitkräfte über biologische und chemische Kampfstoffe verfügen - und teilweise eingesetzt haben. So sei vor zwei Jahren ein unbekanntes Gas gegen Palästinenser in Gaza zum Einsatz gekommen." Anis: ...und Herr Daniel Seaman, Leiter des israelischen Presseamtes, meint dazu, die BBC stelle das Existenzrecht Israels in Frage, Antisemitismus, antisemitische Hetze im Stil der Nazi-Zeitung "Der Stürmer" etc. Ein Paradebeispiel für das Tabu Israelkritik, dem Spiegel Online hier widersteht. Der Artikel endet lakonisch: "Die Regierung in Jerusalem hatte den Besitz von Atomwaffen stets dementiert. Dennoch gilt es als äußerst wahrscheinlich, dass Israel Atomwaffen besitzt. Offiziell hieß es bislang lediglich, Israel sei nicht das erste Land, das Atomwaffen in den Nahen Osten einführt. Die Regierung verweigerte bisher die Unterzeichnung des Atomwaffensperrvertrages zur Unterbindung der Verbreitung von Nuklearwaffen, weil sie internationale Inspektionen ablehnt." Danke, Spiegel Online! Anm.: Claudia Karas: Der Link http://www.haaretzdaily.com/hasen/spages/312675.html zu "Israel cuts off ties with BBC" by Anat Balint, Haaretz (nicht mehr aktiv 2006)

www.muslimehelfen.de, gesehen 29.06.03 (CK)

2001-Verlag, Buchankündigung (gesehen 29.06.03): "Fakten, Fälschungen und die unterdrückten Beweise des 11.9. " von Mathias Bröckers / Andreas Hauß
Erscheint am 25.Juli 2003. In der Buchankündigung heißt es: "Das Buch dokumentiert, wie die US-Regierung tiefergehende Ermittlungen zum Massenmord behindert, Beweise unterdrückt, vor der Justiz und Öffentlichkeit versteckt und tonnenweise vernichtet. Warum? Akribisch recherchiert, belegt dieses Buch den gigantischen, schauderhaften Skandal, der sich hinter dem unaufgeklärten Massenmord des 11. September verbirgt. Seine Spuren weisen ins Zentrum der Macht, die jetzt angetreten ist, die Welt vom Terror zu befreien: Geheimdienste und Militärs der USA." Siehe auch
http://www.9-11commission.gov/hearings/hearing2.htm CK

Link to Ellen Siegel: OPEN LETTER TO THE PLAINTIFFS/SURVIVORS OF THE SABRA AND SHATILA MASSACRE (July 29, 2003)

Link zu Hans Lebrecht: AKTIONSGRUPPE ISRAELISCHER UND PALÄSTINENSISCHER FRIEDENSKRÄFTE GEGRÜNDET (29.06.2003)


BBC News, Israel calls Corrie death 'accident', June 28, 2003 [AL-AWDA-News, BBC report on Israel's investigation into Rachel Corrie murder]
http://news.bbc.co.uk/go/pr/fr/-/1/hi/world/middle_east/3025016.stm Quote: "Rachel Corrie died in March during a protest against the demolition of a house in the southern Gaza Strip. She suffered multiple injuries when an Israeli Army bulldozer ran over her and later died in hospital. Eyewitnesses, including fellow protesters from the International Solidarity Movement for whom Corrie was a volunteer, said that the 23-year-old was clearly visible to the bulldozer operator and was deliberately killed. However, the army said that military police investigating the incident found that Corrie was killed by earth and building rubble falling on her as she tried to climb on a pile of earth while the bulldozer was operating."

The Guardian / ZNet 28.06.2003, "Irakischer Widerstand gegen die Besetzung (Iraqi Resistance to Occupation)" von Sami Ramadani (üb. Lupus)
http://www.zmag.org/content/showarticle.cfm?SectionID=15&ItemID=3839 Darin: "In der Zwischenzeit machen die Iraker überdeutlich, was sie wollen: Freiheit, Unabhängigkeit und Demokratie - dasselbe brennende Verlangen wie während Saddams Diktatur. Zu Millionen sind sie seit dem Untergang des Regimes aufmarschiert und haben "La Amrieka, la Saddam" gerufen: Nein zu Amerika, nein zu Saddam. Dieser Ruf vereint derzeit die meisten Iraker - mit auffallender und, wie ich glaube, vorübergehender Ausnahme der irakischen Kurden." Anis: Sami Ramadani ist Iraker im politischen Exil und außerordentlicher Professor für Soziologie an der städtischen Universität von London. sami.ramadani at londonmet.ac.uk

Link to GUSH SHALOM, Press release June 28, 2003, Founding Conference of the Isr-Pal Action Group for Peace

www.uri-avnery.de, 28.06.03, "Die Patrioten, das sind wir! ", von Uri Avnery (üb. von Ellen Rohlfs)
http://www.uri-avnery.de/magazin/artikel.php?artikel=103&type=2&menuid=4&topmenu=4 Darin Uri über die neu gegründete Israelisch-Palästinensische Aktionsgruppe für Frieden (1500 Unterzeichner): "Ich schlage folgende Aktionen vor: Gemeinsames Experten-Komitee aufstellen, das innerhalb von drei Monaten den vollen Text für ein israelisch-palästinensisches Friedensabkommen vorbereitet, das detaillierte Lösungen für alle Probleme einschließt: die Grenzen, Jerusalem, die Siedlungen, die Flüchtlinge, Sicherheit, Wasser, und dies der Öffentlichkeit präsentiert und zeigt, dass solch ein Abkommen möglich ist. Wenn einige Meinungsverschiedenheiten zurückbleiben, dann sollten wir dies aufrichtig zugeben. // Ein gemeinsames "Komitee zur Wahrheitsfindung und Versöhnung' nach dem südafrikanischen Modell aufstellen, um die Geschichte der letzten 120 Jahre zu überprüfen und ein wahres Bild dieser Geschichte errichten, das für beide Völker annehmbar ist. // Sofort ein gemeinsames Pressebüro einrichten, das sich an Israelis, Palästinenser und die Weltmedien wendet. // Einen gemeinsamen Operationsstab aufstellen, der öffentliche Kampagnen und Demonstrationen plant." Anis: Auch wenn ich letztlich davon überzeugt bin, dass nur die Einstaat-Lösung auf Dauer funktionieren kann, bin ich hellauf begeistert von Uri Avnerys Kraft und Willen. Ich unterstütze alles, was näher zum Frieden geht, und Uri Avnery finde ich super :-)

taz 28.06.03, S. 4 "'Letzte Zuckung der US-Macht'" (Interview mit Emmanuel Todd), STEFAN REINECKE / CHRISTIAN SEMLER
http://www.taz.de/pt/2003/06/28/a0194.nf/text Darin Todd: "In den 70ern haben viele die militärische Hyperaktivität der UdSSR von Afrika bis Afghanistan als Zeichen unerschütterlicher Macht verstanden. Das war ein Fehler. Genauso falsch ist es heute, die Kriege der USA für einen Ausdruck der Stärke zu halten. Sie sind das Gegenteil - der Versuch, etwas zu beweisen, was verschwindet, nämlich die globale Macht der USA." Anis: Sehr lesenswert. Unter http://www.taz.de/pt/2003/06/28/a0194.nf/text vom selben Tag findet man mehr über den interessanten Historiker Emmanuel Todd (Buch, "Weltmacht USA - ein Nachruf"), dessen Lieblingsthema "vergleichenden Analyse von Familienstrukturen" ist.


FR 27.06.03, "Der Optimist. Moshe Zuckermann diskutiert mit ‚Konkret'-Autoren " von Elke Schubert
Darin: Darüber hinaus wehrt sich der Historiker gegen das Argument, Israel sei einer permanenten existentiellen Bedrohung durch die arabischen Nachbarstaaten ausgesetzt. Dabei habe die israelische Armee in vergangenen Kriegen ihre erdrückende Übermacht hinreichend demonstriert. Weil die Gründung Israels aber mit einer ‚großen Katastrophe des palästinensischen Volkes' einherging, müsse man sich einer besonderen Verantwortung bewusst sein. In der friedlichen Koexistenz mit den Palästinensern, die aber nur für den Preis der Räumung der besetzten Gebiete zu haben ist, sieht Zuckermann die einzige Chance für die Zukunft des Staates. Dass man mit diesen Ansichten in Deutschland leicht von der falschen Seite vereinnahmt wird, liegt auf der Hand.. Anis: Hier sieht man gut den Egoismus der deutschen Presse: Zuckermanns Forderungen sind moderat, die "Vereinnahmung von der falschen Seite" hingegen ist den FR-Leuten wichtiger. Interessanter Mensch, dieser Moshe Zuckermann. Sein neues Buch heißt "Zweierlei Israel. Auskünfte eines marxistischen Juden an Thomas Ebermann, Hermann L. Gremliza und Volker Weiß. KVV konkret", Hamburg 2003, 139 Seiten, 12 €.

Freitag 27, 27.06.03, "Unter Generalverdacht. Was wir aus dem Fall Friedman über Rassismus lernen." von Sabine Schiffer
http://www.freitag.de/2003/27/03271101.php Darin: "Die Frage, die gestellt werden muss, ist darum eine viel schwieriger zu beantwortende. Warum ist es trotz Historikerstreit, Goldhagen-Debatte und immer wieder auftretenden Skandalen um die Thematik des Antisemitismus immer noch nicht möglich, differenziert darüber zu reden und vor allem, genau zu definieren, was denn Antisemitismus ist und was nicht? Wäre letzteres klar, wäre eine Diskussion wie die derzeitige nicht möglich." Anis: Ausführlicher, wichtiger Artikel

FREITAG 27, 27.06.03, "MENSCHENRECHTE MIT FÜßEN GETRETEN Der Europaabgeordnete André Brie über einen afghanischen Präsidenten, der von seiner amerikanischen Schutzmacht auch mit Hilfe der Warlords regiert wird " von Lutz Herden
http://www.freitag.de/2003/27/03270401.php Beschreibung: "Als einziges deutsches Mitglied einer Delegation des Europa-Parlaments hat André Brie in den vergangenen Wochen Afghanistan bereist. Er fand dabei nicht nur Gelegenheit, in Kabul mit Präsident Hamid Karzai und anderen Regierungsmitgliedern zu sprechen, sondern auch das US-Hauptquartier in Bagram sowie verschiedene Regionen des Landes zu besuchen. Eine Station war die nordafghanische Stadt Mazar-I-Sharif." Darin Brie: "Wir waren auch in Bagram, im US-Hauptquartier, und haben gesehen, wie die Amerikaner knallhart ihre eigene Strategie durchziehen. Dort wurden uns Charts gezeigt, unter anderem einige, auf denen die Ziele der USA in Afghanistan formuliert waren. Der letzte Satz dort lautete: Installierung eines afghanischen Regimes, das die Amerikaner zurückholen würde, käme es zu erneuter Instabilität. Das völlig unverhohlen. Da können die ISAF-Verbände und die erwähnten Provincial Reconstruction Teams zwischen alle Mühlsteine geraten und zerrieben werden, ganz zu schweigen von der Zentralregierung." Anis: Wichtiges Interview. André Brie ist Mitglied der Konföderalen Fraktion der Vereinten Europäischen Linken/Nordische Grüne Linke im Europa-Parlament

jW 27.06.03, "Der Falkenhorst. US-Kongreß auf Scharons Konfrontationskurs." Kommentar von Werner Pirker
www.jungewelt.de/2003/06-27/002.php Darin: "...Das läßt sich nur zum Teil mit der schlichten Mentalität in Bushs Betrunde und der Affinität des protestantischen Fundamentalismus zum Staat Israel als Ort der Wiederkehr des Messias erklären. Entscheidend ist der Einfluß des ‚aufgeklärten' Think tanks der ‚Neokons', deren Wortführer die völlige Identifizierung der amerikanischen mit den israelischen Interessen propagieren und Scharons Politik nicht bloß mittragen, sondern in ihrer Radikalität oft noch übertreffen. Im ‚Projekt für ein neues amerikanisches Jahrhundert' ist Israel offenkundig eine entscheidende Rolle zugedacht." Anis: Ich wüsste jetzt auch nicht, wie man das anders oder weniger hart ausdrücken sollte.

SPIEGEL ONLINE 27.06.03, "Nahost-Plan, Friedensoberst Gaddafi"
http://service.spiegel.de/digas/servlet/find/ON=spiegel-255034 Darin Gaddafi: " Eine Zwei-Staaten-Lösung sei zum Scheitern verurteilt. ‚Das Land kann nicht aufgeteilt werden', sagte er. Es sei viel zu klein, und außerdem ließen sich Palästinenser und Israelis nicht säuberlich in zwei Staatsgebiete aufteilen. Gaddafi plädierte statt dessen für die Gründung eines israelisch- palästinensischen Staates unter Aufsicht der Vereinten Nationen. Wie in Libanon müsse dort die politische Vertretung aller ethnischen und religiösen Gruppen garantiert sein. Anis: Missmutig kolportiert Spiegel Online diese Meldung (wird ja doch nix etc.), aber es klingt eigentlich ziemlich vernünftig, was der Wüstenmann da sagt.

taz 27.06.03, S. 18, "Wegweiser zum Recht. ‚Reporter ohne Grenzen' stellt ein Handbuch zum Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag vor" Rezension von REINER WANDLER
Darin: "Das Werk des französischen Journalisten Pierre Hazan ist das erste Buch seiner Art. (...) Das Handbuch steht unter www.damocles.org auf Französisch, Englisch und Spanisch zum Downloaden zur Verfügung. ‚Es ist mehr als eine praktische Anleitung. Es ist ein Instrument, das ermöglicht, dass die Opfer nicht um Gerechtigkeit betteln müssen, sondern sie einfordern können', erklärte der Ehrenvorsitzende von Damocles, der spanische Richter Baltazar Garzón." Anis: Gute Initiative! Da steht auch: "Bisher erkennen 90 Länder den IStGH an. Die USA boykottieren die Institution."


Aufbauonline.com, 26.06.03, "Keine Nachsicht, Friedman!" von Rainer Meyer
Darin: "Ungeachtet des Ausgangs der gerichtlichen Verfahren: Dieser Drahtseilakt zwischen dem Playboy und dem Vizepräsidenten einer religiösen Gemeinschaft ist mit dem Skandal gescheitert. Kokain und Orgien sind beim besten Willen nicht mehr mit dem öffentlich-jüdischen Amt in Einklang zu bringen, das mehr ist als die Lizenz zum Fernsehauftritt. Und schon gar nicht mit dem öffentlichen Ansehen, das der Zentralrat in der deutschen Gesellschaft haben möchte. Ungeachtet seines persönlichen Auftretens verantwortete er als Geschäftsführer den strikt orthodoxen Kurs der Jüdischen Allgemeinen. Als Charlotte Knobloch einer rechtslastigen Zeitung ein Interview gab, der auch schon Ignatz Bubis ein Interview gewährte, forderte Friedman lautstark und öffentlich den Rücktritt von Knobloch." Anis: ausführlicher Hintergrundartikel

Aufbauonline.com, 26.06.03, "Störfall in einem gestörten Verhältnis. Die Friedman-Affäre als Chance für einen Neuanfang" von Andreas Mink
Darin: "In dem Koks-und-Huren-Skandal um Michel Friedman geht es genau darum: die Verteilung von Rollen in der deutschen Öffentlichkeit. Rollen sind artifiziell, sie sind Konstrukte, die aus historischen Notwendigkeiten und aktuellen Bedürfnissen hervorgehen. Rollen geben Macht und schützen, aber sie verdrehen den Akteuren auch den Kopf und entwickeln eine mitunter zerstörerische Eigendynamik. Die Rolle des moralisierenden Warners kommt mit der eingebauten Tendenz zur Selbstgerechtigkeit." Anis: Treffende Analyse. Mink erklärt weiter: "Es ist nicht mehr möglich, die Auseinandersetzung mit der Nazi-Vergangenheit in den Bereich der moralisierenden Kanzel-Reden zu verbannen. Dieser skandalöse Störfall in einem gestörten Verhältnis sollte der Erkenntnis Bahn brechen, dass es jetzt an der Zeit ist, die Rolle des moralisierenden Mahners einzumotten." Der Autor plädiert hier für die Streitkultur. Das scheint mir genau der richtige Weg zu sein. Der Artikel endet mit: "Es wäre ein Segen, wenn am Ende der Friedman-Affäre - die noch keineswegs ausgestanden ist - in der Debatte um das deutsch-jüdische Verhältnis neue Themen an die Stelle der Fixierung auf Antisemitismus und Opfertum treten würden: Die Idee der gegenseitigen Bereicherung, die gemeinsame Renovierung der Bundesrepublik, die man als offenes Projekt definieren sollte, als Einladung zu gestalten und zu debattieren. Das heißt einerseits, dass man sich mehr aufeinander einlässt, dass man streitet und zuspitzt. Andererseits aber, dass man einander auch in Ruhe lassen kann. Womöglich wird es dann auch für jüdische Prominente in Deutschland möglich sein, ihr gesellschaftliches Engagement von ihrem privaten Treiben getrennt zu halten."

FAZ 26.06.03, Medien, "Alfred Grosser verläßt ‚L'Express'. Er wirft dem Magazin vor, nicht ausgewogen über den Nahostkonflikt zu informieren." von Jürg Altwegg
http://www.faz.net/s/RubF7538E273FAA4006925CC36BB8AFE338/ Doc~EF0B33948F84B49DDAE62D0AE67CF94DB~ATpl~Ecommon~Scontent.html Darin: "Generell wirft er dem Magazin vor, nicht ausgewogen über den Nahostkonflikt zu informieren: ‚Die Leiden der Palästinenser werden zu wenig berücksichtigt.'" Anis: Der Publizist und Historiker Alfred Grosser flüchtete in den Dreißiger Jahren aus Deutschland.

jW, 26.06.03, "Rechtsstaat als Sicherheitsrisiko. Die geheimen Gefangenen der USA" von Knut Mellenthin
www.jungewelt.de/2003/06-26/005.php Anis: Langer Hintergrundbericht über den Elften September.

jW 26.06.03, "Helme auf für alle. Briten im Südirak nach Anschlägen in Alarmbereitschaft. Blair erwägt Truppenverstärkung" von Rüdiger Göbel
www.jungewelt.de/2003/06-26/006.php Darin: "Die britische Presse überschlug sich am Mittwoch in ihren Darstellungen. The Independent zufolge wurden die im Irak getöteten Soldaten in einen 'blutigen Hinterhalt' gelockt und dort regelrecht 'massakriert'. (...) Das Boulevardblatt The Sun titelte 'Vom Pöbel massakriert', wußte gleichwohl - unterlegt von martialischen Grafiken - zu berichten, daß die Soldaten offenbar von zahlreichen Mitgliedern 'fanatischer Fedajin-Milizen' Saddam Husseins umzingelt und beschossen worden seien. Das britische Militär und Dorfbewohner widersprachen inzwischen diesen Schilderungen." Anis: Die englische Presse scheint noch schlimmer zu sein als die deutsche. Nun ja, die haben fast jedes Jahr einen Krieg in England, das ist für die Medien wahrscheinlich eher wie eine sportliche Veranstaltung.

NZZ, 26.06.03, "Alter Wein in neuen Schläuchen. 'Recycling' von Sachbüchern zum Islam" von Volker S. Stahr
Darin: "Dabei läge bei manchen Werken die Lösung - nämlich eine regelmässige Aktualisierung guter Basistexte - eigentlich nahe. Treffliches Vorbild hierfür ist Michael mit seinem Standardwerk 'Wem gehört das Heilige Land? Die Wurzeln des Streits zwischen Juden und Arabern'. " Anis: Über Lewis, Mernissi, Lüders, Wolffsohn. - Ende/Steinbach gehört bestimmt in die Kategorie der neu aufzulegenden Klassiker, den scheint Herr Stahr nicht zu kennen. Reinhard Schulze schrieb einige gute Sachen. Ich bin auch nicht mehr auf dem neuesten Stand, aber es gibt auf jeden Fall wichtigere Bücher als die, die hier genannt werden.

taz 26.06.03, S.12, "IRAK: BESATZER STATT BEFREIER - DIE ERBITTERUNG WÄCHST. Eine neue Widerstandsbewegung droht" Kommentar von KARIM EL-GAWHARY
http://www.taz.de/pt/2003/06/26/a0115.nf/text Darin: "Möglicherweise entsteht aus den militärischen Angriffen gegen US-Soldaten und den spontanen Attacken gegen die Briten eine neue Widerstandsbewegung. Je länger die Siegermächte für den Wiederaufbau des Landes und dessen Übergabe an eine irakische Regierung brauchen, desto wahrscheinlicher wird diese Entwicklung." Anis: So viel zum "schnellen Sieg" und "Bagdad ist gefallen" etc.

WoZ-Online, 26.06.03, "Palästina/Israel: Käfighaltung palästinensischer Städte. Der antiterroristische Schutzwall" von Matthias Bertsch, Jerusalem
Darin: "Überall dort, wo sich in der Nähe der grünen Linie jüdische Siedlungen befinden, macht der Zaun einen grosszügigen Schlenker nach Osten. Der Yesha Council, die mächtige Lobby der SiedlerInnen in den besetzten Gebieten, hat durchgesetzt, dass die meisten Siedlungen auf der westlichen - israelischen - Seite des Zaunes liegen. Doch der Zaun verläuft auch sonst oft nicht auf der grünen Linie, sondern einige Kilometer weiter östlich, obwohl sich dadurch einige palästinensische Dörfer auf der israelischen Seite des Zaunes befinden. Was aus Sicherheitsgründen widersinnig wirkt, leuchtet aus wirtschaftlicher Sicht ein: Auf dem Streifen östlich der grünen Linie befinden sich einige der wichtigsten Wasserquellen des Westjordanlandes. Rund achtzig Prozent der PalästinenserInnen leben hier von der Landwirtschaft - die Trennung vom Wasser bedeutet ihren Ruin." Anis: Diese Mauer dient nicht der Sicherheit, sondern zielt auf den einseitigen Vorteil Israels. Symptomatisch ist, dass die Israelis diese Mauer allein kontrollieren.

Link zu
IPC, Intern. Press Center (Pal.), 26.06.03: Gretta Duisenberg Zutritt zu Palästinenser-Gebieten verwehrt (auf Französisch)


jW 25.06.03, "Hilfsorganisationen im Irak: Effektive Hilfe unmöglich? Karl Ammann ist seit zweieinhalb Jahren Projektberater bei Caritas International und ist am Sonnabend von einem dreiwöchigen Aufenthalt aus dem Irak zurückgekehrt, dem dritten seit Januar" Interview: Martin Höxtermann
www.jungewelt.de/2003/06-25/018.php Darin Ammann: "Schwierig ist auch, daß die zuständigen Minister und Abteilungsleiter, etwa im Gesundheits- und Sozialministerium, häufig ausgetauscht werden. Das sorgt für Verwirrung und Konfusionen und erschwert unsere Arbeit. Ein Caritas-Mitarbeiter verglich dies einmal mit einem "Astronautengefühl": Die Iraker wurden durch den Krieg ins Weltall geschossen und schweben dort nun schwerelos herum. Keiner weiß, wohin die Reise geht. Ich möchte kein Pessimist sein, doch im Augenblick sieht es nicht danach aus, als ob aus dem Irak der arabische Musterstaat würde, der er nach dem Willen seiner Befreier werden sollte. Es herrscht ein Zustand großer Verunsicherung." Anis: wichtiges Interview

taz 25.06.03, Leitartikel S.1, "fischer in nahost. Keine Spur von Gegengewicht" Kommentar von KARIM EL-GAWHARY
http://www.taz.de/pt/2003/06/25/a0052.nf/text Darin: "Ansonsten verlegte sich Fischer auf die üblichen billigen Aufrufe an beide Seiten zum Ende der Gewalt. Konkrete Forderungen nach einem konstruktiven israelischen Beitrag wie dem Abzug der israelischen Besatzer galten politisch als zu teuer. Also bleibt es bei dem Appell für eine möglichst friedliche Besatzung mit der Aussicht, dass irgendwann einmal auf einem Teil des Westjordanlandes, der noch nicht mit israelischen Siedlungen zugebaut ist, ein palästinensischer Staat ausgerufen werden könnte. Eine solche Perspektive ist kaum dazu angetan, im Nahen Osten Frieden und in Europa Sicherheit zu stiften." Anis: Na endlich schreiben sie es.

taz 25.06.03, S.11, "Massenfestnahmen. Israelische Armee verhaftet 160 Palästinenser im Westjordanland. Fischers Nahost-Reise beendet" von S. KNAUL
http://www.taz.de/pt/2003/06/25/a0108.nf/text Darin: "Nur wenige Tage nach der Exekution eines Hamas-Führers in Hebron haben israelische Soldaten am frühen Dienstagmorgen in der Stadt mindestens 130 Palästinenser verhaftet. Sie stehen angeblich in Verdacht, mit der islamisch-fundamentalistischen Organisation Kontakt zu haben. " Anis: Gottseidank schreiben die nicht mehr "Liquidierung".

taz 25.06.03, S.7, "Möllemann ist tot, Karsli hat noch viel vor" von JUDITH WEBER
http://www.taz.de/pt/2003/06/25/a0079.nf/text Darin: "'Ist die religiöse Lüge vom auserwählten Volk der Juden möglicherweise schuld an der israelischen Palästinapolitik?', will ein Rentner mit weißem Hemd und randloser Brille wissen. 'Was ist das für ein Judengott, der ein solches Vorgehen in den besetzten Gebieten erlaubt?' Jamal Karsli stottert. Zu 'religiösen Fragen' will er sich nicht äußern. " Anis: Interessante Frage. Wie wichtig ist die Sache mit dem auserwählten Volk eigentlich heute? Paul Spiegel hatte ja in der WELT auch damit argumentiert, letztens. (030430/WELT/"Wer sich den Tod erkämpft")

Telepolis, 25.06.03, "Antisemitismus in Israel. Erstmals ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen eine Website von Exilrussen in Israel" von Florian Rötzer
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/15/15070/1.html Darin: "In jeder Stadt in Israel gibt es diese antisemitischen Gruppen. Es sind meist Jugendliche. Ich mache die Regierung verantwortlich, weil sie die Einwanderung von Familien fördert, die keine Nähe zum Judaismus oder zu Israel verspüren." Anis: Interessanter Artikel, mit weiteren Links

Telepolis, 25.06.03, "Der Krieg wird zum Terroranschlag. Der amerikanische Angriff auf einen Fahrzeugkonvoi an der irakisch-syrischen Grenze ist ein Exempel für die neue Kriegsführung" von Florian Rötzer
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/15/15069/1.html Darin: "Die gezielte Tötung von einzelnen Gegnern, von Israel lange praktiziert und entwickelt, wird nun zunehmend von den USA übernommen ( Uncle Sam und die 'Snatch Option' des Präsidenten [5]). Bis vor kurzem war die gezielte Tötung - nur ein anderes Wort für Ermordung - durch einen Präsidentenerlass von Gerald Ford den US-Regierungsangehörigen verboten, nachdem die CIA in den 60er und 70er Jahren zu viele (oft gescheiterte) Mordanschläge durchführte. Mit dem Krieg gegen den Terrorismus hat Bush die Ermordung einzelner Personen kurz nach dem 11.9. offenbar zunächst gebilligt ( Lizenz zum Töten [6]) und dann auch wieder mit einem Präsidentenerlass erlaubt ( Mord im Auftrag des US-Präsidenten [7]) - und spricht auch stets davon, dass man die (mutmaßlichen) Terroristen entweder tötet oder gefangen nimmt. " Anis: Mit weiteren Links


FR 24.06.03, "Der Idealist - und Abenteurer. Den palästinensischen Alltag teilen: Die Erlebnisse des jüdischen Architekten Tom Kay, der Gastprofessor an der Birzeit-Universität ist" von Inge Günther
Darin: "'Im Grunde hatten wir keinen Schimmer, was uns erwartete', räumt Tom Kay heute ein. Eine Bemerkung im Rückblick, die sich mehr noch darauf bezieht, den palästinensischen Alltag zu teilen. Augenzeuge brutaler israelischer Armeeeinsätze zu werden. Die bisweilen wochenlang verhängten Ausgangssperren selbst durchzustehen. Und die oftmals absurden Schikanen an den Militärcheckpoints aus palästinensischer Perspektive zu erleben. Tom Kay hat Tagebuch darüber geführt." Anis: Langes gutes Portrait

jW 24.06.03, "Fischer tourt für Israel. Bundesaußenminister warb für Nahostfriedensplan. Scharon für Bruch mit der 'Road map'" von Rüdiger Göbel
www.jungewelt.de/2003/06-24/006.php Darin: "Das so genannte Nahostquartett aus den USA, Rußland, der EU und den Vereinten Nationen hatte am Sonntag in Jordanien auf einer Sonderkonferenz des Weltwirtschaftsforums (WEF) alle Staaten in der Region dazu aufgerufen, unverzüglich jegliche Art der Unterstützung für Gruppen zu beenden, die mit Terror und Gewalt die Chancen für den Frieden zu untergraben versuchten - gemeint waren damit vor allem die Hisbollah, Hamas und Islamischer Dschihad, nicht aber die israelische Führung." Anis: Anders kann man das nicht nennen. Und: "Neben dem offenen Bekenntnis zum Staatsterrorismus setzt die israelische Regierung entgegen offizieller Bekundungen auf die Fortführung des Siedlungsbaus." Und über Rau: "In Jerusalem sprach er sich eindringlich für eine Beendigung der Gewalt im Nahen Osten aus - faktenresistent und realitätsfern meinte Rau damit allerdings ausschließlich die Einstellung palästinensischer Selbstmordanschläge." Anis: Ja genau, faktenresistent und realitätsfern, das sind unsere Politiker nämlich. Gut gesagt, Rüdiger Göbel

jW 24.06.03, "Amnesty rügt Besatzer. Menschenrechtsorganisation legte Bericht zu Irak vor. Sorge über Lage von Gefangenen" von Karin Leukefeld
www.jungewelt.de/2003/06-24/008.php Darin: "Zum ersten Mal seit 20 Jahren hatte eine ai-Delegation im April und Mai den Irak besucht. Ergebnis ist ein neuer Bericht ('In wessen Auftrag?', www.amnesty.org), in dem die 'Respektierung der Menschenrechte' als Basis für den Wiederaufbau im Irak eingefordert wird." Anis: Wichtiger Artikel

SPIEGEL ONLINE 24.06.03, "Interview mit Susan Sontag: 'Amerika ist ein Land voll religiösem Irrsinn'" (dpa/ddp)
http://service.spiegel.de/digas/servlet/find/ON=spiegel-254381 Darin Sontag: "Ich glaube, dass es heute tatsächlich eine bestimmte Divergenz der Werte zwischen Europa und den Vereinigten Staaten gibt, auch tief greifende kulturelle Unterschiede. (...) In Europa sind viele Menschen sehr weltlich eingestellt. Die Vereinigten Staaten dagegen sind ein Land voll von religiösem Irrsinn, und dass religiöse Worte verwendet werden, um staatliches Handeln zu rechtfertigen, wird weitgehend akzeptiert. (...) Deutliche Unterschiede gibt es auch bei der Haltung zur Gewalt. In den Vereinigten Staaten glauben viele, dass jeder Mensch das Recht hat, Waffen zu besitzen. Zumindest wird das den Menschen so vermittelt. Das ist in Europa anders." Und am Schluss: "Problematisch ist auch, dass die USA so mächtig sind. Inzwischen wollen die Amerikaner ja gar nicht mehr gemocht werden. Es ist ihnen egal, was man von ihnen hält - in Europa und anderswo." Anis: weltlich und weniger gewalttätig soll Europa sein... dabei leben wir in Deutschland noch in einer autoritären Gesellschaft. Was für eine Welt...

Telepolis, 24.06.03, "Vorwärtsgang und Rückwärtsgang im gequälten Land. Nur minimale Fortschritte bei der Umsetzung der "Road-Map"; USA verstärken ihr Engagement" von Thomas Pany
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/15/15065/1.html Anis: Hintergrund "Hudna"

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