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Datenbank zum Diskurs Palästina/Israel/Deutschland/Arabische Welt/Islam. Seit 2001 - Database on the discourse Palestine/Israel/Germany/Arab World/Islam. Since 2001
06/2003 (2)
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jW 23.06.03, "Bushs neue Geschichten. US-Präsident: Iraks ABC-Waffenbestände 'geplündert'. IAEO sichert gestohlenes Uran" von Rüdiger Göbel
www.jungewelt.de/2003/06-23/005.php Darin: "Neben der ABC-Waffen-Legende bricht nach und nach auch die andere Kriegsbegründung - die angebliche Verbindung Saddam Husseins zum Terrorpaten Osama bin Laden - in sich zusammen. Wie die Washington Post am Wochenende berichtete, hat Bush im vergangenen Herbst in einer Rede Hinweise des US-Geheimdienstes auf mögliche Verbindungen zwischen dem Irak und dem Terrornetzwerk Al Qaida übertrieben." Anis: Diese Geschichte ist noch lange nicht zuende.

jW 23.06.03, "Zivilisten als Freiwild für GI?s. US-Soldaten laufen in Irak Amok. Offensichtlich auch Verwundete erschossen" von Rainer Rupp
www.jungewelt.de/2003/06-23/006.php Darin: "Dem Hollywood-Mythos zufolge sind die US-Krieger tapfer, ehrlich und hilfsbereit, einfach die Besten der Welt. Beim andauernden Einsatz im Irak platzt jedoch zunehmend der Lack von dem auf Hochglanz polierten Image der amerikanische Helden ab. Darunter erscheint die häßliche Fratze einer arroganten Soldateska, die voller Verachtung für die Kultur und die Menschen des fremden Landes, in das sie gerade eingefallen ist und sich nicht scheut, auch auf Zivilisten zu schießen, wenn diese ihnen im Weg stehen. Denn in den amerikanischen GIs wachsen Wut und Ärger darüber, daß sie nach dem glorreich gewonnenen Krieg nicht schon längst wieder in der Heimat sind, wie ihnen das von ihrer politischen und militärischen Führung versprochen worden war." Anis: Ja, so ist es gut, zeigt den Leuten den Unterschied zwischen den USA und Hollywood. Genau.

KN 23.06.03, S.2, "Wer bremst Scharon?" Kommentar von Klaus Kramer
Darin über Abbas: "Wie soll er militante Organisationen von der Notwendigkeit der Gewaltfreiheit überzeugen, wenn Israel mit Kampfhubschraubern und Raketen Jagd auf die Hamas macht?" Und über Scharon: "Er nimmt die Eskalation der Gewalt zumindest in Kauf - möglicherweise kalkuliert er sie sogar bewusst ein, um den Friedensfahrplan zu torpedieren. Wer kann ihn daran hindern?" Anis: Herr Kramer resümiert, dass nur Bush das könne. Ich glaube, dass die internationale freie Presse in dieser Problematik mehr erreichen kann als Bush.

rense.com, 6-23-3, " STILL No Arabs On Flight 77 " By Thomas R. Olmsted, MD
http://rense.com/general38/77.htm Quote: "I undertook by FOIA request, to obtain that autopsy list of the people on Flight 77, which hit the Pentagon. You are invited to view it below. Guess what? Still no Arabs on the list. In my opinion, the monsters who planned this crime made a mistake by not including Arabic names on the original list to make the ruse seem more believable." Anis: With further links and the Autopsy List Flight 77. It is important to ask these questions.

SZ 23.06.2003, "Verarmt, hungrig und auf Hilfe angewiesen. Mehr als die Hälfte der 3,2 Millionen Palästinenser in den besetzten Gebieten muss mit drei Dollar am Tag auskommen" von Thorsten Schmitz
Darin: "Die Palästinenser verarmen und hungern und sind auf Hilfslieferungen angewiesen, die wiederum ihr Ziel wegen der Straßensperren der Armee oft nur verspätet erreichen. Die 36 Jahre andauernde Besatzung hat auch den Handel mit Anrainerstaaten zum Erliegen gebracht. Palästinensische Gurken und Erdbeeren verfaulen, weil sie nicht exportiert werden können. Auch fehlt es an Wasser, weil Israel die Quellen unter dem Westjordanland kontrolliert und 80 Prozent des Wassers in jüdische Siedlungen und nach Israel leitet." Anis: Was mich so wundert, ist, dass die Presse auf einmal ihr Herz für die Palästinenser entdeckt. Ich meine, diese Konstellationen gibt es schon die ganze Zeit, aber was Herr Schmitz früher so geschrieben hat, war irgendwie anders. - Guter Artikel

SZ 23.06.03, "Scharons Wortbruch" (Schmitz?)
Darin: "Erst am Freitag war Außenminister Colin Powell zu einem Blitzbesuch nach Jerusalem geeilt, um den Friedensfahrplan des Nahost- Quartetts zu retten. Regierungschef Ariel Scharon hatte ihm versprochen, Liquidierungen nur noch dann anzuordnen, wenn es sich um 'tickende Zeitbomben' handele. Die Tötung des Hamas-Funktionärs Abdullah Kawasme am Samstag ist nun als Wortbruch zu deuten." Und am Schluss: "Die palästinensischen Terrororganisationen sind wie ein Krebs, der sich zwar partiell entfernen lässt, dem aber um so schneller Metastasen nachwachsen in Gestalt neuer, rachedurstiger Attentäter. Israel muss der palästinensischen Gesellschaft die Chance geben, sich ihrer Terrorgruppen selbst zu entledigen. Die Liquidierungen schwächen Abbas - und stärken Jassir Arafat, der die Terrorgruppen herangezüchtet hat." Anis: 1. Krebsmetaphorik ist wenig hilfreich, Hydra hätte da wohl gereicht 2. Liquidierung ist nach wie vor ein Unwort 3. Dass Arafat die Terrorgruppen herangezüchtet hat, ist ein wenig zu leicht gemacht.

SZ 23.06.03, "Wo kaum Wünsche offen bleiben. Vom Tennisplatz bis zum Swimmingpool, die jüdischen Siedler leben komfortabel" von Thorsten Schmitz
Darin: "Seit der Eroberung des Gaza- Streifens und des Westjordanlandes im Sechs-Tage-Krieg von 1967 hat Israel die Besiedlung dieser Gebiete vorangetrieben. Dies verstößt gegen das Völkerrecht, das einer Okkupationsmacht die Besiedlung der von ihr besetzten Gebiete untersagt." Anis: Na endlich. Guter Artikel.

taz 23.06.03, S.11 "Täglich bis zu zwölf tätliche Angriffe auf Juden. Unter Schirmherrschaft der OSZE diskutieren in Wien 400 Delegierte erstmals zwei Tage über Antisemitismus" von RALF LEONHARD
http://www.taz.de/pt/2003/06/23/a0091.nf/text Darin über Rudolph Giuliani: "New Yorks Exbürgermeister leitete die US-Delegation bei der Konferenz über Antisemitismus, die am 19. und 20. Juni im Rahmen der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa in Wien stattfand. Die OSZE bot das Forum für die erste internationale Konferenz, die sich nur dem Antisemitismus und dessen neuen Erscheinungsformen widmete." Anis: Ausgerechnet der Giuliani, das ist interessant. Eine solche Veranstaltung ist mir sehr suspekt. Zum Beispiel deswegen: "So erzählte die Grüne Claudia Roth, Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung und Chefin der deutschen Delegation, nach Jürgen W. Möllemanns antisemitischer Kampagne hätten viele Menschen Angst gehabt, in die Synagoge zu gehen. Anis: Die berufen eine OSZE-Konferenz ein, damit die Roth über Möllemann ablästern kann. Und hier: "Der ehemalige polnische Außenminister Wladyslaw Bartoszweski plädierte für konsequente Erziehung gegen den Antisemitismus." Anis: Gegen Rassismus soll man die Kinder erziehen, das reicht schon. Was die da machen, ist kontraproduktiv

www.Freace.de, 23.06.03, "Die irakische PR-Katastrophe" von Firas Al-Atraqchi
Darin: "Zum Zeitpunkt des Schreibens dieses Artikels sind bisher 193 US-Militärangehörige getötet worden. Die Zahl der britischen Opfer betrug 37." Anis: Al-Atraqchi zeigt auf, dass es den Irakern heute schlechter geht als vor dem Krieg

www.nachrichten-analysen.de, gesehen 23.06.03, "Der Fall Jürgen W. Möllemann" von Alexander Boulerian
http://www.nachrichten-analysen.de/german/Index.htm Anis: Sehr guter langer Hintergrundbericht, der die ganze Geschichte chronologisch aufarbeitet. Gehört auf jeden Fall in den Diskurs, auch wenn zwei Zeitungen ihn abgelehnt haben, wie CK mir erzählte.


zu DDP-Meldung wegen Friedman, Offener Brief von Günter Schenk: An das Büro von Claudia Roth, Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung (22.06.03)

www.Freace.de, 22.06.03, "Erneut 'Kollateralschäden' im Irak"
http://www.freace.de/artikel/jun2003/irak220603.html Darin: "Maqarr al-Dheeb, ein Dorf im Westen des Iraks, nahe der syrischen Grenze, war von den amerikanischen Streitkräften bombardiert worden, weil sie Informationen erhalten hatten, daß sich bewaffnete Männer in der Gegend aufhielten. Diese 'Information' reichte anscheinend aus, die Bombardierung zu begründen. Dabei wurden 6 Häuser zerstört und eine Frau, ihr Kind und ein Mann getötet."

Forumtheater, gesehen 22.06.03, Bericht vom zweiten Aktivismus-Festival (Israel) thanx uri s.
http://www.geocities.com/shimfiramle/Festival-Bericht.htm

DER SPIEGEL 26/2003 - 22. Juni 2003, 05.06.03, "'Vom selben Gift trinken'. Hamas-Führer Mahmud al-Sahar über die Gewaltstrategie seiner Organisation, über die Bedingungen für einen Waffenstillstand und die Zusammenarbeit mit der Autonomiebehörde" Interview STEFAN SIMONS
http://service.spiegel.de/digas/servlet/find/DID=27442227 Anis: wichtiges Interview. Sahar, 56, gehört mit Abd al-Asis al-Rantissi und dem geistlichen Oberhaupt Scheich Ahmed Jassin zur Führungsriege der Hamas.

Link zu: Der inszenierte Terrorismus. Die Anschläge am 11. September 2001. Tagung 30. Juni 2003 in Berlin


Daily Star, Beirut, June 21, 2003, "Walling off the covenant : Jewish identity in the 21st century" By Marc Ellis
Quote: "We know that Jewish identity has become more and more militarized. Does discussing this militarization, as Jews of conscience often do, help us as a people face our history and this change? Or does it simply widen a gulf between Jewish leadership and Jews of conscience until the gulf is too wide and a division within Judaism becomes the norm? " Anis: Nice article. Marc H. Ellis is a professor of American and Jewish Studies and Director of the Center for American and Jewish Studies at Baylor University in Waco, Texas. His book Israel and Palestine: Out of the Ashes, the Search for Jewish Identity in the 21st Century, is published by Pluto Press.

SPIEGEL ONLINE, 21.06.2003, 13:13, "Affäre Friedman. Roth nennt Debatte ‚heuchlerisch'"
http://service.spiegel.de/digas/servlet/find/ON=spiegel-254071 Darin: "Claudia Roth, Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, hat sich vor Michel Friedman gestellt. Es dürfe nicht sein, dass die Rotlicht- und Kokain-Vorwürfe zur Abrechnung mit dem Judentum genützt würden." Offener Brief von Claudia Karas: Verehrte frau roth, nachdem Sie als menschenrechtsbeauftragte der bundesregierung verwendung gefunden haben, tauchen Sie mit der spiegel-schlagzeile "Roth nennt Debatte "heuchlerisch" aus der versenkung auf! // wiederum wird der antisemitismusvorwurf bemüht, um diesmal michel friedmann außerhalb des rechts zu stellen und ihm nur aufgrund seines jüdischseins eine sonderrolle zuzugestehen, denn Sie sind anscheinend der ansicht, dass die justiz einen straffälligen schonen soll, nur weil er jude ist! man darf gespannt sein, wann diese keule auch den ermittelnden Staatsanwalt trifft! // Erst Sie und die verteidiger des drogenkonsumenten friedman setzen durch wiederholte antisemitismusvorwürfe "mit Friedman die Juden auf die Anklagebank" und bedienen dadurch bestehende vorurteile! // Friedman, der sich in den medien stets als moralapostel aufgespielte, der sich immer wieder der ihn hofierenden (...) medien bedient hat, muss es sich jetzt auch gefallen lassen, dass öffentlich über seinen drogenkonsum und voller häme über sein feiges abtauchen geredet wird. er war nun einmal ARD/HR-moderator, ist mitglied im zdf-fernsehrat, und er ist vizepräsident des zentralrats der juden in deutschland. allein dies ist anscheinend ein freibrief für freien kokaingenuss, denn es ist erstaunlich, wie "die freunde friedmans" den drogenkonsum verharmlosen - wie auch die "Zuführung" eingeschleuster bedauernswerter frauen + mädchen aus der ukraine, die hier als huren verschachert werden, doch deren menschenrechte stehen nicht zur debatte ... // Anstatt einen drogenkonsumenten zu verteidigen, sollten Sie sich den tatsächlichen menschenrechtsverletzungen widmen! // Wo ist beispielsweise Ihr einsatz als menschenrechtsbeauftragte, wenn es gilt, gegen die permanenten menschenrechtsverletzungen im besetzten palästina zu protestieren? Wo ist Ihre empörung über die rechtsradikalen und rassistischen mitglieder in der israelischen regierung, die die vertreibung der palästinensichen bevölkerung fordern? Sie hüllen sich auch in schweigen, wenn menschen unter dem vorwand der terrorbekämpfung ermordet werden! "wir sind verantwortlich für das, was wir tun, aber auch für das, was wir nicht tun" (voltaire)

SZ 21.06.03 "Islamisches Zentrum Jerusalem. Es gibt schon heute Zentren des jüdisch-muslimischen Dialogs" von Michael Brenner und Avinoam Shalem
Anis: lesenswert. Michael Brenner ist Professor für Jüdische Geschichte und Kultur an der LMU München, Avinoam Shalem ist Professor für Islamische Kunstgeschichte an der LMU München.

taz 21.6.2003, S. 1, "friedman. Justiz betreibt Rufmord" Kommentar von BETTINA Gaus
http://www.taz.de/pt/2003/06/21/a0010.nf/ Darin: "Die einen mögen seine aggressive Überheblichkeit nicht, andere lehnen seine konservative Grundhaltung ab, und ganz viele können ihn nicht leiden, weil er Jude ist und trotzdem nicht demütig." Anis: Ganz viele, weil er Jude ist und trotzdem nicht demütig? Ich verstehe nicht. Warum sollen Juden demütig sein, wie es von Frau Gaus hier aufgebracht wurde?

taz 21.06.03, S. 4, "Eine Affäre in Stichworten. Von Staatsanwaltschaft bis Presse: Wie sich die Akteure im Fall des verdächtigten TV-Moderators Michel Friedman winden" von RALPH BOLLMANN
http://www.taz.de/pt/2003/06/21/a0091.nf/text Darin über die Jüdische Gemeinde: "So sagte der Frankfurter Gemeindevorsitzende Salomon Korn der Berliner Zeitung, vor allem die ganz Jungen und die ganz Alten stünden hinter Friedman. Die Jungen, weil sie ihn einfach cool fänden; die Alten, weil sie in ihm einen kämpferischen Juden sähen, der dem Bild des geduckten Juden widerspricht'. Wenn Friedman kritisch gesehen werde, dann vor allem von Vertretern der mittleren Generation." Anis: Aha, Friedman SOLL also auch ein bestimmtes Bild vom Juden verkörpern.

www.uri-avnery.de, 21.06.03, "Die beste Show" von Uri Avnery
http://www.uri-avnery.de/magazin/artikel.php?artikel=101&type=2&menuid=4&topmenu=4


Middle East Times, 20 June 2003, "Don't trust the war on terrorism" by NORMON SOLOMON
Ends with: "The world is now shadowed by a special relationship between two governments - the superpower and its leading enabler. In the name of moral leadership, they utilize deception. In the name of peace, they inflict war. In the name of fighting terrorism, they engage in terrorism. Such policies demand blind trust, but rather deserve unyielding opposition." Anis: good article. Norman Solomon is a journalist and coauthor of the book Target Iraq: What the News Media Didn't Tell You. This article is an excerpt from a presentation he made on June 5 to the 'Communicating the War on Terror' conference in London at Royal Institution of Great Britain.

Middle East Times 20 June 2003, "Hollywood movie promotes Zionism" by KAREN JAYES
Quote: "Not only is the idea of a 'Zion' as a refuge to be protected at all costs bound to ignite protest in Arab audiences, but it renders the warriors the audience is inadvertently rooting for - a predicament exacerbated by the movie's computer game theme - the Zionists. The relationship between Trinity and Neo - he being the savior of Zion and her name representing the pillars of Christianity - could be seen as mirroring the long-standing Judeo-Christian alliance between the US and Israel." And another quote: "I fear The Matrix series - which had the potential to be a great sci-fi epic - seems to have fallen prey to political interests in an America which has adopted an increasingly siege-like mentality that is resulting in more subtle and far-reaching efforts to manipulate what its citizens believe." Anis: What a pity! But it is true, the movie obviously is propaganda. It is not like the famous horse-racing scene in Ben Hur, where you would find the colors white and blue with the hero, here even the name Zion is exploited. (Karen Jayes is senior editor of Middle East Times)


junge Welt 19.06.03, Ausland, "Diesmal Atomwaffen als Kriegsgrund? Auch Rußland schwenkt auf Propaganda ein: Nach Irak soll nun das iranische Volk ‚befreit' werden" von Rainer Rupp
www.jungewelt.de/2003/06-19/007.php Darin: "Auch Silvan Shalom, Außenminister Israels, das als einziger Staat im Nahen und Mittleren Osten über große Mengen von nuklearen Massenvernichtungswaffen verfügt, warb vergangene Woche bei einem Besuch in Moskau bei seinem Amtskollegen Igor Iwanow für eine schärfere Gangart gegen Iran. Das iranische Atomprogramm sei nicht nur ‚eine Bedrohung für Israel, sondern für die ganze Welt', warnte er." Anis: lesenswerter Artikel


KN 18.06.03, S.4, "'USA verunsichern Gegner und Verbündete' SIPRI-Jahresbericht: Rüstungsausgaben steigen weltweit weiter an." von afp
Darin: "Das Pochen Washingtons auf eine Vormachtstellung führte laut SIPRI zum Krieg in Afghanistan (...)" Und: "Der Anteil der USA an den weltweiten Rüstungsausgaben liege bei 41 Prozent."

Neue Zürcher Zeitung 18.06.03, "IKRK verlängert Soforthilfe für die Palästinenser. Gutscheine statt Warenkörbe" von gsz


FR 17.06.03, "In der Arena. Missverstandene Pietät wäre das falsche Signal: Denn Jürgen W. Möllemanns Antisemitismus war kein bürgerliches Kavaliersdelikt." von Micha Brumlik
Darin: "Was vor Monaten noch von äußerster Brisanz zu sein schien, nämlich Möllemanns Antisemitismus, erwies sich am Sonntagabend nur noch als Randthema." Anis: Möllemann war kein Antisemit, das ist Denunziation. Dann: "Die bundesrepublikanische Debatte über Antisemitismus krankt an ihrem Schwanken zwischen haltlosem Alarmismus und unbegründeter Verharmlosung. Gewiss: Jemanden als ‚Antisemiten' zu bezeichnen, ist nach Auschwitz einer der moralisch schwerwiegendsten Vorwürfe, obwohl doch manche Antisemiten - wie Möllemann und Walser - gar nicht auf Gaskammern und Vertreibung zielen, sondern nur Stimmung machen und Ressentiment bedienen wollen." Anis: Das ist blödes Geschwafel. Dann: "Wenn denn schon die Empfindungen der jüdischen Minderheit in Deutschland kaum noch zählen, dann vielleicht doch die Sorge um die politische Kultur dieses Landes. Im Antisemitismus bündeln sich wie in einem Prisma Ethnozentrismus, Demokratieverdrossenheit, Autoritarismus und blinder Egoismus. Wer den Antisemitismus verharmlost, verstärkt die Ausprägung auch dieser Einstellungen." Anis: hysterisch und rassistisch. Philo-Semitismus ist Rassismus. Über Rexrodt heißt es dann: "Hätte er sich in gleicher Weise zu Möllemanns Antisemitismus geäußert, müsste man ihn zum Musterbild eines aufrechten, demokratischen Politikers erklären. Er hatte dazu jedoch ebenso wenig die Kraft wie die ansonsten kluge Antje Vollmer." Anis: Und immer schön mit den Händchen auf der Bettdecke schlafen... Irgendwie klar, dass die FR so einen Mist druckt. Ich lese sie ohnehin kaum noch.

KN 17.06.03, S.1, "EU droht Nicht-Abrüstungsländern erstmals mit Gewalt" von dpa
Darin: "'Wir zeigen, dass die EU handeln kann'", sagte ein Diplomat." Anis: Hier zeigt sich deutlich, wie "handeln" mit Gewalt gleichgesetzt wird. Das ist völlig inakzeptabel, siehe den Artikel
"Über politische Emanzipation".

KN 17.06.03, S.2, "US-Interesse am Irak: Nach hinten gerutscht" Kommentar von Markus Günther
Anis: ganz guter Kommentar

Lebenshaus Schwäbische Alb, 17.06.03, Rubrik Int. Politik, Militär und Krieg, "Instantmischung für Imperiale Demokratie (Zwei zum Preis von einer)" von Arundhati Roy
http://www.lebenshaus-alb.de/mt/archives/001796.html Vorgetragen in New York City in der Riverside Church am 13. Mai 2003. Die englischsprachige Version kann unter www.cesr.org gelesen werden.

NZZ 17.06.03, "Sharon tritt wieder für den Friedensplan ein. Geburtswehen eines schwierigen Prozesses" von gsz in Jerusalem
Darin: "Ministerpräsident Sharon hat die Welle blutiger Angriffe, die Israel nach dem Gipfeltreffen in Akaba ergriff, als Geburtswehen eines komplizierten Friedensprozesses bezeichnet." sy: Das hört sich an, als wäre die Gewalt in Israel eine Naturkatastrophe, Gewalt wird von Menschen gemacht und hat Ursachen und Verantwortliche. Außerdem ist nur von Gewalt in Israel die Rede.

SPIEGEL ONLINE 17.06.03, "NAHOSTKONFLIKT. US-Eingreiftruppe ist kein Tabu mehr. " von Markus Becker
http://service.spiegel.de/digas/servlet/find/ON=spiegel-253170 Darin: "Das American-Israel Public Affairs Committee (AIPAC) etwa warf Bush ‚gedankenlose Unparteilichkeit' vor. Da der palästinensische Premier Mahmud Abbas nicht mit Gewalt gegen die Hamas vorgehe, so die Argumentation des AIPAC, seien gezielte Angriff Israels gutes Recht. ‚Es sollte Politik der Vereinigten Staaten sein, das israelische Volk in seinem Kampf gegen den Terrorismus zu unterstützen, bis die Palästinensische Autonomiebehörde in der Lage und willens ist, diese Aufgabe zu übernehmen.'" Und: "Eine internationale Friedenstruppe könne die Konfliktparteien zumindest auseinander halten. ‚Aber noch wichtiger ist', meint Lugar, ‚dass sie den Terrorismus, die Wurzel des Problems' herausreißen könnte." Sabine Yacoub: Soviel zur Unparteilichkeit der US-Regierung im Nahost-Konflikt.

taz 17.06.03, S. 12, "NUR UN-TRUPPEN KÖNNEN IM NAHEN OSTEN FRIEDEN SCHAFFEN. Reden reicht nicht mehr." Kommentar von SUSANNE KNAUL
http://www.taz.de/pt/2003/06/17/a0157.nf/text Beginnt mit: " Allein kann Israel den Kampf gegen den Terrorismus nicht bewältigen: Dass Palästinenser und Israelis auch nur miteinander reden, geht einzig auf die internationale Intervention zurück. Solange US-Präsident George W. Bush anderweitig beschäftigt war, hat es keine Verhandlungen gegeben." Anis: Dieser Einleitungssatz ist eine Frechheit sondergleichen. Sie weiß es besser. Dann: "Zwar genießen die Israelis, wie jedes andere Volk, das Recht auf Selbstverteidigung. Solange es Palästinenser gibt, die nicht nur zur Vernichtung der Juden in Israel aufrufen, sondern sie auch betreiben, ist die Strategie der ‚Exekution tickender Zeitbomben' - so der offizielle Terminus - vermutlich jeder anderen militärischen Alternative vorzuziehen. Vorausgesetzt, dass keine Unschuldigen zu Schaden kommen, und vorausgesetzt, dass gegen eine Verhaftung entschieden wurde, um Dritte zu schonen." Anis: Hier deckt Knaul auf unerträgliche Weise israelische Menschenrechtsverletzungen. Der Artikel endet mit: "Wenn internationale Truppen dem Nahen Osten Frieden bringen sollen, dann werden sie zu den Waffen greifen müssen." Anis: Gemeint ist hier: gegen die Palästinenser. Ein rassistischer Kommentar.


NZZ 16.06.03, "Die EU erhöht den Druck auf Iran. Wachsende Furcht vor Massenvernichtungswaffen ." von Micha Brumlik
(sy: Schon interessant, zu welchem Zeitpunkt die Leute anfangen sich zu fürchten ...) Darin: "Mit ihrer Warnung an die Adresse Irans nähert sich die EU der Position Washingtons an, das die iranischen Behörden schon seit geraumer Zeit verdächtigt, heimlich an einem eigenen Atomwaffenprogramm zu arbeiten. Um auch den insbesondere im Vorfeld des Irak-Kriegs in den USA erhobenen generellen Vorwurf zu entkräften, die Europäer unterschätzten die Gefahr der Massenvernichtungswaffen, einigten sich die Minister in Luxemburg zudem auf eine gemeinsame Strategie und einen Aktionsplan gegen die illegale Weiterverbreitung von ABC-Waffen." sy: Also doch eher die Furcht von der USA nicht mehr gemocht zu werden? - Gesamtkommentar sy: Es ist ja sehr sinnvoll, alles zu versuchen, um die Verbreitung von Waffen einzudämmen und zu beschränken. Nur so lange die "guten Staaten" ungehindert Waffen - auch Massenvernichtungswaffen! - besitzen dürfen und den "bösen Staaten" mit Krieg gedroht wird, ist das alles doch eher unglaubwürdig.

PRESS RELEASE - for immediate release, Monday, 16 June 2003 Gretta Duisenberg takes medical delegation to Palestine
On June 23, a medical delegation consisting of five physicians from the Netherlands and Belgium, will travel to the West Bank and Gaza accompanied by Gretta Duisenberg, chairperson of the Dutch action committee 'Stop the Occupation'. Mrs. Duisenberg, wife of the President of the European Central Bank, is known internationally for her efforts in solidarity with Palestinian human rights, and received the 2002 award of the Belgian Human Rights League. The delegation, under the name "Medical Fact Finding Mission Palestine", is organized by Stop the Occupation, in collaboration with Medical Aid for the Third World, Doctors for Peace, the Union of Palestinian Medical Relief Committees, the Flemish Action Platform Palestine and the Action Platform Palestine. The five physicians travelling with the mission are Tariq Shadid (general surgeon) and Henri van de Vall (internist), both from the Netherlands, and Guido van Ham (internist/virologist), Colette Moulaert (pediatrician), and Sofie Blancke (general practitioner) from Belgium. Dr. Mustapha Barghouthi, president of UPMRC, will help coordinate the mission from within the territories. The goal of this medical delegation is to collect information about the current condition of health care in the Palestinian territories, which reportedly is suffering from great difficulties under Israeli occupation. The numerous road blocks separating inhabited areas from each other have often hampered medical aid to individuals, leading to sometimes fatal delays in treatment. Also, the local economy has been damaged so extensively, that malnutrition has affected the health situation of people in many areas, especially children and elderly people. Also, there have been numerous reports of shootings of medical personnel, ambulances and hospitals, sometimes resulting in fatal injuries. The delegation will visit hospitals, health centres and refugee camps, to try to obtain a comprehensive image of the extent of the damage, and attempt to point out the causes of these problems. The report, which will be made up after the visit, will be presented to David Byrne, the Commissioner of Health and Consumer Protection of the European Union, as well as to the European Parliament and the governments of the Netherlands and Belgium. Visit the Musical Intifadah at http://www.docjazz.com

DIE ZEIT 26/2003, (16.06.03), Medien, "Im freien Fall. Antisemitische Anhaftungen. Über die juristischen und medialen Ermittlungen gegen Michel Friedman, den Stellvertretenden Vorsitzenden des Zentralrats der Juden." von Robin Detje
http://zeus.zeit.de/text/2003/26/Friedmann Sabine Yacoub: Der Autor übersieht, dass Friedmann nicht der Erste ist, der wegen Kokainkonsums vorgeführt wird, da waren doch zumindest noch Christoph Daum und Konstantin Wecker. Ich habe das jeweils nicht so verfolgt, weil ich das alles auch im Falle Friedmanns eher verlogen finde. Da gibt es legale Drogen und illegale Drogen, wobei über ihre Legalität nicht ihre Gefährlichkeit und gesellschaftliche Wirkung entscheidet, sondern eine diffuse, konservative Vorstellung von Tradition. Da spielt es für mich dann auch keine Rolle, ob der Beschuldigte Jude ist oder nicht. // Auch das, was Friedmann von Seiten der Presse widerfährt, ist nicht in Ordnung und verletzt seine Persönlichkeitsrechte. Aber wenn die Bildzeitung auf Fotojagd geht, macht sie es nicht, weil Friedmann Jude ist, sondern weil er ein Prominenter ist, noch dazu ein mehr oder weniger "schillernder". // Worauf ich überhaupt keine Lust habe ist, mich als Antisemitin beschimpfen zu lassen, weil mir Friedmann unsympatisch ist. Friedman hat ein bestimmtes Auftreten, das ich nicht mag. Das mag ich auch bei einem Christen nicht; und es gibt bestimmt wesentlich mehr Christen als Juden, die ich nicht mag, bin ich deshalb anti-christlich? // Es ist wichtig wachsam zu sein, um Antisemitismus nicht aufkommen zu lassen, um keine Form des Rassismus aufkommen zu lassen. Aber mir scheint, dass mittlerweile neben den Weltverschwörungstheorien, in denen die Juden die Bösen sind, eine weitere Verschwörungstheorie entworfen wurde und wird, nämlich die, die immer dann, wenn ein Jude wegen irgendwas kritisiert wird, als eigentliche Motivation Antisemitismus unterstellt. Auch das ist eine Form des "Rassismus": Menschen werden aufgrund ihrer Gruppenzugehörigkeit zu "den Juden" anders gesehen und behandelt als der Rest.

DIE ZEIT 26/2003, (16.06.03), Medien, "Im freien Fall. Antisemitische Anhaftungen." von Robin Detje
Dazu Leserbrief von Andrea Zempel


Europäische Juden für einen gerechten Frieden, Presseerklärung, 15. Juni 2003
Text: Wir möchten hiermit unsere Entrüstung gegenüber den Aktionen Israels dokumentieren, die jegliche Möglichkeit einer Wiederaufnahme des Dialogs zunichte machen - wie am Beispiel der Road Map - durch die Politik gezielter Mordanschläge und begleitender Ermordungen palästinensischer Zivilisten, was eine Eskalation zerstörerischer Aktion und Reaktion zur Folge hat. Wir sind insbesondere entsetzt von der Erklärung Israels Verteidigungsministers Mofas, in der er die Ausrottung oppositioneller Gruppen fordert, angefangen von Unterstützern von Basisgruppen bis zu führenden Persönlichkeiten. Diese Aktionen und unmäßigen Aufrufe spielen Extremisten beider Seiten in die Hände. Sie führen zu einem totalen Krieg und werden Verzweiflung und Zerstörung für beide Völker bringen. // Wir wenden uns an die Internationale Gemeinschaft und insbesondere an das Quartett (USA, Russland, UNO und EU) sofort zu intervenieren, indem sie UN-Generalsekretär Kofi Annans Aufruf nach einer internationalen Friedenstruppe unterstützen. // Europäische Juden für einen gerechten Frieden. Exekutivkomitee. Rom, 15. Juni 2003 (EJJP ist ein Netzwerk von 18 jüdischen Gruppen in 9 verschiedenen Ländern Europas)

The Palestine Monitor, June 15, 2003, "UPDATE. Latest victim of Israeli soldiers preventing access to medical treatment"
Text: Muhammad Hassan Abu Qibeta, aged 65, died at the Yatta/Hebron checkpoint yesterday (June 14) after Israeli soldiers prevented him from travelling to Hebron. Muhammad, from Yatta, a diabetic, suffered a heart attack; unable to provide him with the necessary treatment, the local doctor sent him to the nearest local hospital, which is in Hebron. However, when the ambulance arrived at the Israeli military checkpoint, the soldiers prevented Muhammad and the ambulance from crossing. After an hour spent with the ambulance driver and doctor trying to negotiate entry, Muhammad died. In a related incident a small girl was prevented, by Israeli soldiers at the same checkpoint, from reaching Hebron hospital. Doctors in Yatta were eventually able to save the child, who was suffering an acute asthma attack. According to data from The Palestine Monitor, Muhammad is the 80th Palestinian to die from prevention of access to medical treatment. These victims include newborn babies whose mothers gave birth at the checkpoint, kidney patients unable to reach hospital for life saving dialysis treatment, and other victims of heart attacks, strokes and various ailments. Dr. Osman Fateh said, "The death of this patient could have been avoided, had he been allowed to reach hospital. But he, and many of others like him, died because of this suffocating closure imposed on Palestinian towns and cities, enforced with hundreds of checkpoints, soldiers and barriers on the roads. The tragedy is that he did not have to die." For more information contact: The Palestine Monitor +972 (0)2 298 5372 or (0)59 254 218 and see http://www.palestinemonitor.org

Redress Information & Analysis, June 15, 2003, article "Reflections on Friday the 13th" by Henry Lowi
http://www.redress.btinternet.co.uk/hlowi2.htm

Redress Information & Analysis, June 15, 2003, article "Children of death" by Uri Avnery
http://www.redress.btinternet.co.uk/uavnery43.htm

SPIEGEL ONLINE - 15. Juni 2003, 13:24, "Akte Friedman. Deckname ‚Paolo Pinkel'. Offenbar kamen die Fahnder dem Showmaster Michael Friedman eher durch Zufall auf die Spur. Unter dem Decknamen Paolo Pinkel soll Friedman bei einem Berliner Zuhälterring Prostituierte angefordert haben. http://service.spiegel.de/digas/servlet/find/ON=spiegel-253019


jW 14.06.2003, Wochenendbeilage, "Freier Sündenfall. Der schwarze Kanal: Möllemann, die Medien und der Antisemitismus" von Werner Pirker
www.jungewelt.de/2003/06-14/025.php Darin: "Möllemann hätte durchaus vorgehalten werden können, eine Beziehung zwischen Israel-Kritik und Antisemitismus hergestellt und damit das Judentum generell in die Verantwortung für die israelische Politik genommen zu haben. Doch trifft dieser Vorwurf auf die Kritiker seiner "antisemitischen Ausfälle" noch viel mehr zu. Die Gleichsetzung von Antizionismus und Antisemitismus ist liberaler Konsens in Deutschland. Eben weil der Prozionismus die Identität von Israel und Judentum postuliert, werden israelische Verbrechen von vielen unreflektiert als jüdische wahrgenommen." Anis: Sehr lesenswert

jW 14.06.03, Ausland, "'Waffensuche' bald in Iran? USA versuchen, Einfluß auf Proteste zu nehmen, und bauen weiter an der Drohkulisse" von Rainer Rupp
www.jungewelt.de/2003/06-14/005.php Darin: "In Washington haben derweil führende Mitglieder der Bush-Regierung erneut bekräftigt, daß sie trotz ‚unerledigter Angelegenheiten' im eroberten Irak weiterhin mit Hochdruck an einem ‚Regimewechsel' auch in Teheran arbeiten - und zwar zunächst mit Hilfe ‚innerer Unruhen'. Bereits im Juni vergangenen Jahres hatte US-Vizepräsident Dick Cheney erklärt, daß er den gegen Irak geplanten Krieg als ‚Plattform für umfassende Reformen in der ganzen Region' dazu nutzen wollte, um auch in den anderen Ländern des Gebietes ‚Freiheit, Marktwirtschaft und Demokratie' durchzusetzen." Am Schluss heißt es: "Und also deutet manches darauf hin, daß die USA, die den angeblichen Kriegsgrund gegen Irak in Gestalt von Massenvernichtungswaffen immer noch nicht gefunden haben, nun im Iran weitersuchen wollen." Anis: Guter Artikel

KN 14.06.03, "Annan: Kreislauf der Gewalt in Nahost durchbrechen" von Ulrich W. Sahm
Darin u.a.: "Israel hegt tiefes Misstrauen gegen die UNO wegen der pro-palästinensischen Haltung einer Mehrheit ihrer Mitglieder." Anis: Ja, insofern pro-Menschenrecht eine pro-palästinensische Haltung bedeutet, hat Herr Sahm bzw. haben die Israelis natürlich Recht. Es wäre ehrlicher gewesen zu schreiben, dass Israel tiefes Misstrauen gegen die Menschenrechte hegt und damit gegen die demokratische Basis der Staatengemeinschaft.

ND 14.06.03, "UN-Resolution 1325. Machen Frauen bessere Politik ? Gespräch mit der Friedensforscherin Renee Ernst" (Nils Floreck)
Kommentar von Elisabeth Schneider aus Frankfurt/M.: Die Fragen von Nils Floreck berühren m.E. das tatsächliche Problem nicht, mit dem sich auch die Friedensforscherin nicht zu beschäftigen scheint. Ich gehe davon aus, dass beide den Krieg der US-Regierung gegen den Irak als völkerrechtswidrig verurteilten, so dass folglich auch die Okkupation des Landes nicht anerkannt werden kann, auch wenn Politiker, die vorgaben, den Krieg zu verurteilen, inzwischen die ''"Übergangsverwaltung" durch die UN-Resolution anerkennen. Frau Ernst ist sicher bekannt, dass die "Übergangsverwaltung" Aufträge an US-Firmen in Milliarden-Höhe für den "Wiederaufbau" des Irak vergibt, ohne, dass IrakerInnen darauf Einfluss nehmen können. Ob an dieser "Übergangsverwaltung" dann noch Frauen beteiligt sind - wie z.B. Condoleezza Rice -, ist nun wirklich unwichtig, abgesehen davon, dass Frau Rice an den Entscheidungen sicher beteiligt ist. Auch an der erwähnten Kommission für die neue Verfassung des Iraks, sind, soweit mir bekannt ist, nicht nur keine Frauen, sondern auch keine Iraker beteiligt. Da es nicht gelang, im Irak eine Marionette wie Karsei in Afghanistan zu finden, werden die Entscheidungen zur "Demokratisierung" , d.h. Ausverkauf des Irak eben direkt von den USA getroffen. IrakerInnen, die über ihr Land, ihr Öl, ihre Wirtschaft selbst bestimmen möchten und dafür öffentlich mit Demonstrationen auftreten und/oder gegen die Besatzung kämpfen, werden dann als "Terroristen" verfolgt. Es ist leider derzeit nicht zu erwarten, dass die UN, die Weltöffentlichkeit unsere demokratischen Politiker oder die Friedensbewegung dies verhindern. Bleibt zu hoffen, dass der Widerstand des irakischen Volkes dies verhindert und dass dadurch die Besatzung und "Demokratisierung" weiterer Länder, wie Iran, Syrien.. verhindert wird. Dass absolute militärische Übermacht nicht in der Lage ist, den Widerstand zu brechen, zeigt sich beim Kampf der Palästinenser gegen die israelische Besatzungsmacht. Antwort von Nils Floreck am 20.09.03: "Frau Schneider schreibt: 'Auch an der erwähnten Kommission für die neue Verfassung des Iraks, sind, soweit mir bekannt ist, nicht nur keine Frauen, sondern auch keine Iraker beteiligt.' Das ist falsch. In der Verfassungskommission sitzen sogar mehrheitlich Iraker (auch wenn sie von einem US-Amerikaner geleitet wird). Aber wie in der Übergangsverwaltung sitzen auch in der Verfassungskommission kaum Irakerinnen. Frauen werden im Irak systematisch aus den Gremien ausgegrenzt. Die politische Bewertung der US-Aggression ist davon unabhängig. Die Anliegen der Frauen als nicht so wichtig hinzustellen, ist ein in patriarchalen Gesellschaften übliches Verfahren, das ich nicht akzeptieren kann. // 'Eine patriarchale Gesellschaft zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass alles, was Frauen tun, und alles, was mit Frauen geschieht, irgendwie nicht so wichtig ist.' schrieb die Politologin Ingrid Kurz-Scherf vor Jahren im Freitag. Ich finde es traurig, daß nun ausgerechnet eine Frau wieder einmal bestätigt, wie wahr dieser Spruch auch heute noch ist. Nils Floreck, Berlin" - Links zum Interview mit Renée Ernst an zwei Stellen im Netz: www.konfliktbearbeitung.net/data3a/ Interview%20FSR%20mit%20Neues%20Deutschld.pdf (nicht mehr online 2006) und https://www.glow-boell.de/home/content/d/network/take_action/ frauenrat/interviews/Welcome/render_doc (seite nicht sicher)

Ossietzky 10/2003 (http://www.sopos.org/ossietzky/ausgabe.php3?id=35) (gesehen 14.06.03), "Wen darf man mit wem vergleichen?" von Hannsheinz Bauer
http://www.sopos.org/aufsaetze/3ee9f8c72d31a/1.phtml Darin: "Wenn wir Deutsche, vor allem wir Alten, mit dem Finger auf die USA zeigen, setzen wir uns sofort dem Verdacht aus, von unserer eigenen geschichtlichen Verantwortung ablenken zu wollen. Doch gerade nach den deutschen Verbrechen der Nazizeit sind die allgemein gültigen Kriterien der Menschenrechte und des Völkerrechts formuliert worden, die in der UN-Charta stehen. An diesen Kriterien ist das Handeln heutiger Regierungen zu messen. Deswegen wehre ich mich dagegen, daß manche Zeitgenossen, auch Amtspersonen, jeden Vergleich als Majestätsbeleidigung und Staatsvergehen zurückweisen - wie im Fall der Justizministerin Herta Däubler-Gmelin, die kurzerhand aus dem Amt gejagt wurde. Mich kann keiner daran hindern, den gegenwärtigen US- und den einstigen NS-Führer zu vergleichen. Wer sich an die UN-Charta, an die Leitlinien des Völkerrechts, der Allgemeinen Menschenrechte und der Rechtsstaatlichkeit auch im demokratischen Innenleben der Staaten gebunden fühlt, kann auf die Handlungen des Präsidenten Bush nicht anders reagieren, als sie als Verstöße gegen elementare Normen anzuprangern und vor allem junge Menschen darauf hinzuweisen, wie solches autoritäres Ge baren den Weg in die Diktatur ebnen kann. Es gibt nicht nur Affinitäten, sondern Analogien zur Praxis Hitlers." Anis: Sehr empfehlenswerter Artikel. Hannsheinz Bauer (SPD) ist das einzige noch lebende Mitglied des Parlamentarischen Rates, der 1948/49 das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland auf den Weg gebracht hat.

Redress Information & Analysis, June 14, 2003, article "The complex art of simulation" by Tanya Rheinhart
http://www.redress.btinternet.co.uk/trheinhart2.htm

Redress Information & Analysis, June 14, 2003, article "To Aqaba and back" by Uri Avnery
http://www.redress.btinternet.co.uk/uavnery42.htm

taz 14.06.2003, S.14, "MÖLLEMANN IST DER SÜNDENBOCK FÜR WESTERWELLES POPULISMUS. Der alte Affe Antisemitismus " Kommentar von DANIEL BAX
http://www.taz.de/pt/2003/06/14/a0122.nf/text Darin: "Im Fall Möllemann (...) scheint dessen Versuch, an antisemitischen Ressentiments zu rühren, so schwer zu wiegen, dass er noch nach dem Tod ausgeschlossen wird. Spätestens damit wird Antisemitismus als Tabu erkennbar, zu einer Art bundesrepublikanischem Grundkonsens, dessen Bruch schwerer wiegt als manch anderes Vergehen. Schwer vorstellbar, dass Möllemann allein wegen seiner finanziellen Fehltritte so geächtet worden wäre. Oder für Ausfälle gegen türkische Migranten. Das ist Ausdruck einer Verdrängung: Statt die Ambivalenzen auszuhalten, die Möllemanns Tod ausgelöst hat, hoffen alle nur, dass bald Gras über ‚diese Sache' wächst." Anis: Diesem ganz guten Kommentar fehlt etwas die Folgerung. Sie schwingt mit, es geht darum, Ambivalenzen auszuhalten, anders gesagt: Dass man nicht jeden ächten soll, dem allein der Vorwurf des Antisem. gemacht wird.

taz 14.06.03, S.14, "INTERNATIONALES STRAFGERICHT: BUNDESREGIERUNG KNICKT EIN. Erpressung lohnt sich." von ANDREAS ZUMACH
http://www.taz.de/pt/2003/06/14/a0121.nf/text Darin: "Erpressung funktioniert nur, wenn sich auch jemand erpressen lässt. Vor einem Jahr konnte George W. Bush die anderen 14 Ratsmitglieder noch mit einer Vetodrohung gegen die damals gerade anstehende Verlängerung der UNO-Friedensmission in Bosnien gefügig machen. Ein entsprechend konkretes Druckmittel hatte er diesmal gar nicht zur Verfügung. Umso unverständlicher ist, dass die Bundesregierung, die den letztjährigen Beschluss noch deutlich kritisiert hatte, vorgestern Nacht nicht mit Nein gestimmt hat. Von ihrer konsequenten Unterstützung für einen unabhängigen Internationalen Strafgerichtshofes ist die rot-grüne Koalition damit weiter abgerückt. Sie ist nun mitverantwortlich dafür, dass eine internationale Zweiklassenjustiz etabliert und damit die wichtigste internationale Institution seit Gründung der UNO geschwächt wird. Dabei wird das Berliner Kalkül nicht aufgehen, mit derart opportunistischem Verhalten das beschädigte Verhältnis zu den USA wieder zu reparieren. Im Gegenteil: Die Gefügigkeit, die Deutschland und auch Frankreich bei diesem Sicherheitsratsbeschluss gezeigt haben, wird die US-Regierung nur in ihrer Politik bestärken." Anis: Zumach hat völlig Recht.


KN 13.06.03, Kieler Szenen S.34, "Weil sein kann, was nicht sein darf. theater augenblicke führt ‚Das Fest' auf und bittet mit einem Tabuthema zu Tisch" von Almut Behl
Ein Theaterstück über Gewalt in der Familie. Darin: "Der Vater reagiert zunächst mit Gelächter, dann mit Gedächtnislücken und schließlich kommt es in der Gruppe erneut zu Gewalt gegen das Opfer, das als ‚krank' und ‚verkorkst' diffamiert wird." Und: "Flankiert von Videoprojektionen, die das Live-Geschehen in mimischen Details spiegeln und teils einfrieren, zeigen sich weitere Widersprüche in den ‚Verdrängungsmechanismen der Gruppe', die Arnold für interessanter hält als die reine Missbrauchs-Thematik." Anis: Beim kürzlichen Treffen der Verteidigungsminister Rumsfeld und Struck zeigte sich, dass diese Thematik politisch brandaktuell ist. Hinsichtlich des durch den Irakkrieg beschädigten deutsch-amerikanischen Verhältnisses hieß es zwischen den Ministern, dass es auch in der Familie zu Missstimmungen kommen kann. Es ist ein fraktales Phänomen, das auf verschiedenen gesellschaftlichen Ebenen existiert. Wenn uns die Fragen und Antworten bereits auf der Familien-Ebene fehlen, dann können wir sie auch zwischen Verteidigungsministern nicht finden. Der Umgang mit Schuld fällt auf beiden Ebenen schwer: Es ist "nun mal" passiert, wir müssen jetzt ja irgendwie weitermachen, diese Nummer. Das... kann einen manchmal schon ganz schön verrückt machen, glaube ich... Guter Artikel!

Palestine Medical Relief and Palestine Monitor , 13.06.03, "Stop Attacks on the Village of Deir Ghassaneh / urgent call for help"
Claudia Karas writes: I strongly protest against the israeli occupation army attacks on the Village of Deir Ghassaneh and the Palestine Medical Relief clinic ! Stop the ongoing violation of international Law! Friday 13th June, 2003, Palestine Medical Relief and Palestine Monitor have just received an urgent call for help from the villagers of Deir Ghassaneh, near Ramallah in the West Bank. At 3am this morning, the Israeli occupying army surrounded and blocked the village, declaring a curfew. At 12pm some of the villagers heard cries for help. They discovered that the army was burying alive three of the villagers who were seeking safety in a cave. The soldiers shut off the entrance to the cave. The villagers attempted to rescue them but were shot at by the army. It is not known whether they have survived the attacks. At around 5pm, the Israeli occupying army blew open the door of the Palestine Medical Relief clinic and invaded it. They also attacked several houses. In other parts of the village, the Israeli occupying army is shooting and arresting villagers. As of yet, it is not known how many have been killed and injured.

taz 13.06.2003, S.11, "Der Dschihad als die einzige Lösung. Für die Hamas ist ein Frieden mit Israel ausgeschlossen. Daran ändert auch ihre Bereitschaft zu einem temporären Waffenstillstand nichts. In Gaza und im Westjordanland wächst die Popularität der islamischen Fundamentalisten stetig" von SUSANNE KNAUL
http://www.taz.de/pt/2003/06/13/a0180.nf/text Anis: Guter Artikel.

13.06.2003, "Möllemann: Opfer eines deutschen Tabus" von Sabine Schiffer
Darin: "In der Folge der Anschuldigungen und Gegenanschuldigungen, woraus nur Teile in den Medien zitiert wurden und oft in falscher Reihenfolge, hat sich Möllemann dann tatsächlich verannt. Deutlich wurde aber auch die Massivität dieses Vorwurfs, der ungeprüft geäußert werden kann und innerhalb von kürzester Zeit fleißigen Berichtens bereits zur Wahrheit mutiert. Anstatt sich der Frage zu stellen, ob die Äußerung antisemitisch war, entsteht eine Kampagne, die mehr davon zeugt, wie wund und unverstanden dieser Punkt unserer Geschichte immer noch ist als davon, dass jemand sich politisch inkorrekt verhielt. Das Gleiche wiederholte sich dann beim unglücklichen Flugblatt, das genauso wenig antisemitisch - ja nicht einmal antiisraelisch war - sondern lediglich den berechtigten Anstoß zur Prüfung von Finanzierungsundurchsichtigkeiten gab. In dem Blatt ist keine Rede davon, Israel seine Souveränität abzusprechen und ist damit nicht antiisraelisch. Antisemitisch ist es darum nicht, weil nicht die Juden kritisiert werden, sondern der Politiker Scharon und dessen undifferenzierter Verteidiger Michel Friedmann." Anis: Sehr guter Artikel.

Link zu Behrouz Khosrozadeh, Artikel: "Scharon hält die Welt zum Narren" (13.06.03)


The Guardian, June 12, 2003, " Israel can halt this now. Oona King in Gaza."
http://www.guardian.co.uk/comment/story/0,3604,975423,00.html A Jewish UK Labour Member Of Parliament's view of Gaza: "I have sadly come to the conclusion that, given the scale of the atrocities and collective punishment waged by the Israelis against the Palestinians, I have no choice but to boycott Israeli products. On reflection, whether Jewish or not, you might decide to do the same." - Oona King is Labour MP for Bethnal Green and Bow

taz 12.06.03, S.10, "Schläge für Bushs Nahostplan. Schon vor dem gestrigen Attentat in Jerusalem war klar: Bush muss seine Nahost-Friedensbemühungen überdenken, denn die Palästinenser werden den Anschlag auf Hamas-Führer rächen. Ob Bush jedoch Scharon unter Druck setzen wird, ist offen." aus Washington MICHAEL STRECK
http://www.taz.de/pt/2003/06/12/a0068.nf/text Darin: "Ein Beispiel, wie Scharon zum Einlenken gezwungen werden kann, lieferte Bushs Vater. Dieser drohte damals kurzerhand, die Militärhilfe für Israel zu kürzen. Doch zu solchen drastischen Schritten dürfte Bush Junior nicht willens und fähig sein. Für eine härtere Gangart gegen Scharon versagen ihm seine christlich-konservative Parteibasis und die Hardliner im Kabinett die Untersützung."

taz 12.06.03, S.10, "Israel und Belgien streiten um Klage" von Agentur
http://www.taz.de/pt/2003/06/12/a0078.nf/text Darin: "Es gebe keinen Grund, die Klage gegen General Amos Yaron wegen dessen Rolle bei den Massakern 1982 in den Flüchtlingslagern in Libanon abzuweisen, urteilten die belgischen Richter am Dienstag. Israel forderte die belgische Regierung auf, das von Überlebenden des Massakers angestrengte Verfahren einzustellen. Für ein Einschreiten der belgischen Regierung gebe es ‚eine gewisse Dringlichkeit, um einen ernsthaften Einfluss auf die Beziehungen zwischen beiden Ländern' zu vermeiden, sagte Botschaftsrat Daniel Saada von der israelischen Botschaft in Brüssel." Anis: Ich glaube schon, dass man die israelischen und auch die amerikanischen Kriegsverbrecher im Laufe der Zeit zur Rechenschaft ziehen wird.

Telepolis 12.06.2003, "Stürzt nach Möllemann jetzt auch Friedman? Dem Medienklassiker ‚Antisemitismusstreit' gehen langsam die Hauptdarsteller aus" von Ernst Corinth
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/14/14990/1.html Darin: "Begleitet wird dieser Vorgang, bei dem es um den angeblichen Besitz von Kokain geht, schon jetzt vom Applaus vieler Deutscher, für die der Moderator, CDU-Politiker und Rechtsanwalt das verkörpert, was ihre Vorfahren mal mit massenmörderischer Konsequenz einen hässlichen Juden genannt haben." Anis: Eine sehr blöde Bemerkung, dass Friedman für unsere Vorfahren ein hässlicher Jude gewesen wäre. Da wird ein Mensch, weil er das Gesetz gebrochen hat, zur Verkörperung eines antisemitischen Klischees in Retrospektive. Weiter heißt es: "Weil der Medienklassiker ‚Antisemitismusstreit' ohne Stars wie Möllemann und Friedman kaum noch zu inszenieren ist, wird er wohl erst einmal in den Archiven verschwinden. Wer aber glaubt, dass damit auch der Antisemitismus im Land des Holocaust gleich mit verschwinden wird, der sollte jetzt und in den kommenden Tagen mal ganz genau hinhören, wie die Leute, die Nachbarn und Freunde den drohenden Fall Friedmans kommentieren." Anis: Ja, siehe oben. Schlechter Artikel.

www.Freace.de, 12.06.2003, "Pressezensur: den Irakern nur zu bekannt" von Robert Fisk
Darin: "Zwei Monate nach der ‚Befreiung' des Iraks haben die anglo-amerikanischen Behörden und ihr Chef Paul Bremer - dessen Angewohnheit, Kampfstiefel zu einem schwarzen Anzug zu tragen, seine Kollegen immer noch erstaunt - beschlossen, die neue und freie irakische Presse zu kontrollieren. Zeitungen die ‚wilde Geschichten' oder als provokativ oder in der Lage, ethnische Gewalt auszulösen, erachtetes Material veröffentlichen, werden bedroht werden oder geschlossen. Man muß das verstehen, es ist nur zum Besten des irakischen Volkes. Eine kontrollierte Presse ist eine verantwortungsbewußte Presse - was exakt dem entspricht, was Saddam Hussein über die wertlosen Zeitungen sagte, die sein Regime produzierte. Es muß den Leuten in Baghdad nur zu bekannt vorkommen." Anis: Guter Artikel


DKR (www.deutscher-koordinierungsrat.de): , gesehen 11.06.03 (Thanx Inge)
Schirmherr der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit ist Bundespräsident Johannes Rau, und im Kuratorium sind u.a. Wolfgang Benz, Hans Koschnick, Maria Jepsen, Hans Küng, Karl Lehmann, Rita Süssmuth, Jobst Plog. Hier ein Zitat: Die Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit wenden sich "entschieden" gegen "alle Formen der Judenfeindschaft, religiösen Antijudaismus, rassistischen und politischen Antisemitismus sowie Antizionismus, Rechtsextremismus und seine Menschenverachtung, Diskriminierung von einzelnen und Gruppen aus religiösen, weltanschaulichen, politischen, sozialen und ethnischen Gründen, Intoleranz und Fanatismus." Anis: Sie setzen sich also entschieden gegen alle Formen von Antizionismus ein, interessant. Und "politischen Antisemitismus", was immer das sei. Mit diesen Äußerungen werden jedenfalls sekundär genau solche Diskriminierungen von einzelnen und Gruppen aus religiösen, weltanschaulichen, politischen, sozialen und ethnischen Gründen ermöglicht, deren Israelkritik sehr schnell in diese Kategorien gebracht wird: PalästinenserInnen nämlich und deren Freunde. Dies zeigt, wie unsere Gesellschaft auf dem Rücken von Dritten eine falsch verstandene Vergangenheitsbewältigung betreibt. Anmerkung Inge Soder: Interessant ist auch die Kuratoriums-Mitglieder-Liste. Ich wundere mich nun nicht mehr, wenn das Heft 278 ; I.Quartal 2003 " ISRAEL" der bpb aussieht wie ein Tourismus-Prospekt ( ein paar kritischere Beiträge; aber die Bildunterschriften mehr in Richtung Verharmlosung z.B. der Besatzung+Armee), nachdem ich weiß, daß Herr Krüger (Thomas Krüger, Bonn Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung,DKR) Kuratoriums-Mitglied ist. Vom Stolte und anderen erst gar nicht zu sprechen. Ein Ziel und Aufgabe des DKR heißt: Solidarität mit dem Staat Israel als jüdische Heimstätte.

Link zu Artikel: Hans Lebrecht, "ATTENTAT AUF ROADMAP" (11.06.03)

jW 11.06.2003, S.1, "Sabotage am Frieden. Hamas-Chef überlebt Mordanschlag der israelischen Armee. Tote und Verletzte in Gaza" von Rüdiger Göbel
www.jungewelt.de/2003/06-11/001.php Darin: "Die Friedensgruppe Gush Shalom nannte das Spektakel um die Räumungen in der Zeitung Haaretz folgerichtig einen "Witz". Viele der "unautorisierten Außenposten" seien einzig zu dem Zweck errichtet worden, um unter Anteilnahme der Medien und zum Wohlgefallen der Amerikaner wieder evakuiert zu werden. Die übrigen der mehr als 100 "Außenposten" könnten von der israelischen Regierung jederzeit legalisiert werden."

KN 11.06.03, S.2, "Zu Scharons Mordbefehl: Kein Friedensmittel" von Ulrich W. Sahm
Darin: "Jetzt hat Israels Premier durch den Liquidierungsbefehl gegen Hamas-Führer Rantisi die Erfolgschancen von Abbas jedoch zunichte gemacht. Politischer Mord dient im Nahen Osten immer auch zur Legitimierung blutigen Terrors." Anis: "Mangelnde politische Weisheit" bescheinigt Herr Sahm seinem Spezi Scharon noch. Die Mehrzahl der Israelis hat diesen Mörder Scharon gewählt, der noch zwei Tage vor der Wahl in Gaza ein Blutbad anrichtete. Er wurde auch unterstützt durch die öffentliche Meinung, zum Beispiel durch Herrn Sahm.

SPIEGEL ONLINE - 11.06.2003, "FDP-Abgeordneter: ‚Möllemann war Täter, nicht Opfer'"
http://service.spiegel.de/digas/servlet/find/ON=spiegel-252474 Claudia Karas: sehr geehrter herr otto, Sie wissen ja ziemlich gut bescheid, wenn Sie in der öffentlichkeit herumposaunen, "Möllemann war Täter, nicht Opfer im Leben wie im Tod". jürgen möllemann wurde in einem zunehmenden klima der einschüchterung in einer beispiellosen hetzkampagne für sein engagement angefeindet und als antisemit diffamiert! dafür können Sie naturgemäß "kein mitleid" haben, gehörte doch die fdp zuletzt zu den ärgsten gegnern! einem toten auch noch hinterherzutreten, finde ich absolut widerlich!"

taz 11.06.2003, S.1, "mordanschlag. Israels Militär unter Sabotageverdacht" Leitartikel von SUSANNE KNAUL
http://www.taz.de/pt/2003/06/11/a0018.nf/text Darin: "In der Regel geben strategische Überlegungen bei der Planung von Exekutionen den Ausschlag. Zugeschlagen wird immer dann, wenn es möglich ist und - so zumindest die offizielle Version - wenn die Bedrohung Dritter ausgeschlossen ist. Der Überfall am helllichten Tag und auf einer der belebtesten Straßen im Zentrum Gazas deutet darauf hin, dass die Israelis es eilig genug hatten, um den Tod von Unbeteiligten in Kauf zu nehmen. Rantisi lebt nicht etwa im Untergrund, sondern ist in seiner Funktion als Sprecher der Hamas beispielsweise für Journalisten problemlos auszumachen. Die Wahl des Zeitpunkts lässt zumindest die Frage zu, ob diesmal nicht doch politische Überlegungen die strategischen in den Schatten stellten: keine verpatzte Gelegenheit, sondern gezielte Sabotage." Anis: Welche Überraschung!

taz 11.06.2003, S.12 "STAATSAKT FÜR MÖLLEMANN? PRO" Kommentar von STEFAN KUZMANY
http://www.taz.de/pt/2003/06/11/a0117.nf/text Darin: "Nennen wir doch einige politische Verdienste beim Namen. Im August 1979, da galt Jassir Arafat gemeinhin noch als Terrorist, suchte der Bundestagsabgeordnete Möllemann bereits das Gespräch mit dem PLO-Chef. 1988, inzwischen Minister unter Helmut Kohl, forderte er die Gründung eines Palästinenserstaates. Er war seiner Zeit 15 Jahre voraus. // Im Inland hat er solide Arbeit geleistet: 1988 setzte er eine spürbare Erhöhung des Bildungsetats und ein Milliarden-Sonderprogramm zugunsten der überlasteten Hochschulen durch. Möllemann forderte kürzere Ausbildungszeiten und die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Gleichzeitig mischte er sich in die Politik der anderen Ressorts ein, machte ‚Einsparungspotenziale' im Verteidigungshaushalt aus und warnte vor einer Ministererlaubnis zur Rüstungsfusion von Daimler-Benz und MBB. 1992, inzwischen Wirtschaftsminister und Vizekanzler, regte er an, das Vermittlungsmonopol der Bundesanstalt für Arbeit aufzuheben und private Arbeitsvermittlung zuzulassen: zehn Jahre zu früh."

taz 11.06.2003, S.12 "STAATSAKT FÜR MÖLLEMANN? CONTRA" Kommentar von BETTINA GAUS
http://www.taz.de/pt/2003/06/11/a0121.nf/text Darin: "Noch schwerer als das mögliche Ausmaß von Gesetzesverstößen aber wiegt die Tatsache, dass sich viele Angehörige einer religiösen Minderheit durch seine politischen Äußerungen verletzt fühlten: jüdische Deutsche. Deren Gefühle müssen auch von jenen respektiert werden, die der Ansicht sind, man habe Möllemann mit dem Vorwurf der antisemitischen Zündelei Unrecht getan." Anis: Während mir das Argument der Gesetzesverstöße plausibel erscheint, kann ich das Hauptargument nicht akzeptieren. Wenn Leute sich durch Israelkritik verletzt fühlen oder durch Kritik am Zentralrat Einiger Juden in Deutschland, und sie die Kritik damit auf Kosten Dritter verhindern bzw. verächtlich machen, dann hat das mit Demokratie offensichtlich nichts mehr zu tun. Frau Gaus schreibt auch, dass Möllemann "Diskriminierung von Minderheiten" zur Last gelegt werden kann und dass er deshalb keinen Staatsakt bekommen soll. Da ist es wieder: Es wird nicht unterstellt, dass er Minderheiten diskriminiert hat, sondern dass "man" es ihm zur Last legen kann. Das würde ich wiederum eine Diffamierung Möllemanns nennen.

The American Association for Palestinian Equal Rights (AAPER) is America's Pro-Palestine, Pro-Peace lobby. AAPER's mission is to educate the American public about Palestinian human and national rights, and about the role of the US in the Arab-Israeli relationship, and to shape a US foreign policy that recognizes and seeks to advance the human and national rights of the Palestinian people. Visit our site at http://americansforpalestine.org

Al-Awda, The Palestine Right to Return Coalition, is the largest network of grassroots activists dedicated to Palestinian human rights. To find out how to join an Al-Awda action committee in your area, please visit our website at http://al-awda.org To subscribe to Al-Awda-News, send a blank message to: Al-Awda-News-subscribe@yahoogroups.com

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