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Datenbank zum Diskurs Palästina/Israel/Deutschland/Arabische Welt/Islam. Seit 2001 - Database on the discourse Palestine/Israel/Germany/Arab World/Islam. Since 2001
05/2003 (3)
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Kieler Nachrichten 31.05.03, S. 3,"Bush mag Schröder keine Brücke bauen" von Markus Günther
Darin:"Schröder wäre nichts lieber als ein ‚Schwamm drüber!'" (...) Doch diesmal ist Schröder an den Falschen geraten." Anis: In diesem Artikel wird nahegelegt, dass der Bundeskanzler ein Opportunist ist, während Bush vorgeworfen wird, er sei "politisch unreif in seiner Vorstellung von persönlichen Bindungen, Freundschaften und Feindschaften." Ähnlich wie im Kommentar von Eckhard Plambeck heute (s.u.) bezieht die Zeitung selbst nicht wirklich Stellung. Oder? Der Artikel endet mit: "Die Ablehnung des Irak-Krieges auch durch die Mehrheit der deutschen Bevölkerung, und die antiamerikanischen Töne, die die Debatte begleitet haben, haben in den USA die Frage aufgeworfen, ob Deutschland noch ein verlässlicher Partner ist. Berlin hat es schon während der Debatte versäumt, die Meinungsverschiedenheit in der Irak-Frage klar abzugrenzen vom latenten Antiamerikanismus am linken und rechten Rand der deutschen Politik. Und seither hat sie zu leichtfertig darauf vertraut, dass die Verwerfungen der Irak-Debatte bald Schnee von gestern sein würden." Anis: Während mir der letzte Satz semantisch verschlossen blieb, scheint hier doch eine Redaktionsmeinung durchzuschimmern: 1. Deutschland soll verlässlicher Partner bleiben, 2. Die Irak-Debatte nicht vermischen mit Antiamerikanismus. Wie das gehen soll, bleibt aber ein Geheimnis. Dieser Punkt 2 ist ein beliebter Joker, der auch im Nahostkonflikt ständig in der Presse und der Politik verwendet wird: Die Nahost-Debatte nicht vermischen mit Antisemitismus. Das bedeutet, dass Amerikaner bzw. Israelis das Gespräch beliebig abbrechen können, sobald es um Schuldzuweisungen und politische Konsequenzen geht. Ein ziemlich billiger Trick, den die KN da anwenden. Die Schuld für alles schieben sie am Schluss auf den "antiamerikanischen" linken und rechten Rand. Die deutsche Presse, Ladies and Gentlemen, your verlässlich gescheitelter partner!

Kieler Nachrichten 31.05.03, S. 2, "Die Motive zum Irak-Krieg: Überraschend ehrlich" von Eckhard Plambeck
Darin:"Die US-Bürger billigten den völkerrechtswidrigen Krieg. Dass ihr Einverständnis mit Lügen erschlichen wurde, ist jetzt amtlich. Wolfowitz hat es zugegeben (...). Es ging nicht um Massenvernichtungsmittel oder den Kampf gegen den Terror." Und am Schluss: "Welche Konsequenzen das hat, steht schon fest: keine. Man wird zur Tagesordnung übergehen." Anis: Wer genau wird zur Tagesordnung übergehen? Langsam verstehe ich besser, was Konservatismus u.a. bedeutet, nämlich der Glaube, dass Konsequenzen im Sinne von Verurteilungen nur von Oben kommen können. "Man" wird zur Tagesordnung übergehen, wer ist das? Offenbar sieht sich die konservative Presse als Nachfolger der Herrscher-Geschichtsschreibung. Vielen Dank, liebe KN-Redaktion, das ist alles sehr lehrreich: Das Amerika-Bild der Kieler Nachrichten seit dem Irakkrieg...

SPIEGEL ONLINE, 31.05.2003, "Islamismus. Schily fordert Kampf gegen ‚Kultur des Todes'. Der islamistische Terror, glaubt Innenminister Otto Schily, könne auf lange Sicht nur durch eine ‚geistig-kulturelle Auseinandersetzung' besiegt werden. Der Westen müsse seine Grundwerte der islamistischen ‚Kultur des Todes' entgegensetzen."
http://service.spiegel.de/digas/servlet/find/ON=spiegel-251107 Anis: Entlarvend. Haben Sie es gemerkt? DER WESTEN muss entgegensetzen. Nicht etwa der Westen und der Osten gemeinsam, nein, der Westen macht das. Der hat ja auch keine Kultur des Todes. Außer Bush und diese Leute. Gut, Herr Schily, so vertieft man Gräben...


Freitag 23, 30.05.2003, "Euronationalismus statt Pax Americana? OHNE GEWÄHR. Woher können wir wissen, dass Europa eine Friedensmacht sein wird?" von Wieland Elfferding
http://www.freitag.de/2003/23/03230301.php Darin:"Welchen Beweises für die prinzipiell friedfertige und eben jeglichem aggressiven Nationalismus von vornherein abholde Ausrichtung Europas bedürfte es noch, wenn sich einige europäische Völker doch gerade eben gegen den Ausbruch an Egoismus der Supermacht USA erhoben und vor aller Welt widersprochen haben? Schon wahr. Doch warum sollte die Kritik am Krieg des Größeren den Kleineren von seinem Krieg bei anderer Gelegenheit abhalten? Nachdem die erste Hitze des politischen Gefechts verflogen ist, tritt in der Betrachtung der atlantischen Beziehungen Europas Ernüchterung ein. Es ist nicht nur kein Wunder, sondern zudem historisch berechtigt, wenn sich jüngst bei den Demonstranten mit Schildern wie, ‚BUSH - MÖRDER' oder ‚NO BLOOD FOR OIL' ein europäisches Gefühl einstellte. Es gibt keine Identität, die sich nicht gegen eine andere bilden würde. Daran ändert keine Beschwörung des atlantischen Bündnisses etwas. Daran ändert auch die Verharmlosung des Nationalismus durch die gängige Auffassung nichts, er bestehe in der Übertreibung einer an sich gesunden nationalen Identität." Anis: Während ich die Sorgen Elfferdings durchaus teile, interessiert mich hier besonders der Satz: Es gibt keine Identität, die sich nicht gegen eine andere bilden würde. Er ist schlicht falsch. Dieses Denken ist destruktiv. Richtig ist, dass andere (spirituelle, nicht materialistische) Identitäten nicht zugelassen bzw. ignoriert werden. Siehe dazu die Artikel Über Politikverdrossenheit und Über politische Emanzipation. Elfferding gibt hier aber einen guten Einblick in die Kollektivängste und bestätigt einige meiner Thesen darüber.

jW 30.05.2003, Feuilleton, "Araberschnüffeln. Unter dem Sicherheitsvorwand nimmt die Segregation bedrohliche Ausmaße an" von Wolfgang Freund, Jerusalem
www.jungewelt.de/2003/05-30/019.php Darin:"Wir leben in einer Welt nationaler, um nicht zu sagen rassistischer Segregation. Die berechtigte Sorge um Sicherheit, die schrecklichen Terrorattacken in den Städten, die moralischen Narben als Folge jahrzehntelanger Besatzungspolitik und unsere verquere Erziehung haben einen Alltag produziert, welcher jeden, der noch an Menschenrechte glaubt, nur schockieren kann." Und: "Dr. Mohammed Darawshe, israelischer Staatsbürger und am Givat Haviva Institute for Advanced Studies lehrend, einem Ausbildungszentrum der Kibbutz-Artzi-Bewegung, wollte vor einigen Wochen von Eilat nach Tel Aviv fliegen. Er hatte Dutzende impertinenter und bohrender Fragen zu beantworten hinsichtlich des Zwecks seiner Reise - dies nur ob der ethnischen Herkunft. Getrennte Schlangen für Juden und Araber werden hier seit Jahr und Tag als völlig normal empfunden. Man braucht dazu nicht erst in die besetzten Gebiete zu gehen - wo Apartheidstraßen für Juden exklusiv und Ausgangssperren für Araber exklusiv zum Alltag gehören -, um Zeuge von derartiger Segregation zu werden." Anis: Ausgezeichneter Artikel.

Spiegel Online 30.05.03
Zitat: "...Scharon ließ mitteilen, er habe Abbas aufgefordert, den Terrorismus strikt zu unterbinden. Dazu gehöre die Auflösung terroristischer Organisationen ebenso wie die Verhaftung von Terroristen und die Beschlagnahmung illegaler Waffen..." Erhard Arendt: Nun wird jeder Leser denken: "Sollen die Palästinenser es auch mal zeigen". Seit einige Zeit befindet sich auf meiner
Palästina-Seite frei nach Uri Avnery ein Zitat: "Achtet bei Sharon nicht darauf was er sagt, sondern auf das, was er tut...." Sharons Forderung ist zynisch, wenn man bedenkt, dass weder Palästinenser und noch weniger die polizeilichen Kräfte der Palästinenser sich frei in ihrem Land bewegen können. Sie sind eingesperrt in viele kleine Ghettos. Mit Sicherheit werden sie auch nicht von der Besatzungsarmee unterstützt. Ich kann nicht jemandem die Beine fesseln und dann fordern: "Nun geh auch". die größte terroristische Gruppe in Palästina sind die Israelis, die unter Duldung der USA gegen alle Menschenrechte verstoßen. Sollen nun, wenn sie es den könnten, die Palästinenser die israelische Armee festnehmen? Der Spiegel weiß dies alles, warum muss er den Zynismus Sharons übernehmen?

taz 30.05.2003, S.2, "Kriegsgrund erlogen. Noch kein Fund von Massenvernichtungswaffen im Irak. Rumsfelds Äußerungen bringen Kriegspartner Tony Blair in Erklärungsnotstand"
http://www.taz.de/pt/2003/05/30/a0100.nf/text

taz 30.05.2003, S.2, "Abbas hofft auf Waffenruhe Vor Treffen von Abbas mit Scharon deutet Hamas Bereitschaft zu Ende der Gewalt an"
http://www.taz.de/pt/2003/05/30/a0094.nf/text Darin:"Ungeachtet der Friedenssignale drangen israelische Truppen gestern Morgen in mehrere palästinensische Städte ein. In Dschenin und Chan Junis wurden zwei Mitglieder der Hamas und des Dschihad von Soldaten erschossen und dutzende Palästinenser festgenommen." Anis: Menschenrechtsverletzungen


www.Freace.de, 29.05.2003, "USA stürmen Botschaft in Baghdad"
Darin:"Wie AP berichtet, haben US-Soldaten die palästinensische Botschaft in Baghdad gestürmt und 11 Personen, darunter auch Diplomaten, verhaftet." Der Abgesandten Mohamed Abdul Wahab dazu: "Sie haben sogar alle unsere Wasserflaschen und unsere Lebensmitteldosen mitgenommen" sagte Wahab. "Sie haben sich wie gewöhnliche Diebe benommen. (...) "Der Angriff auf eine ausländische Botschaft ist ein krimineller Akt und ein Bruch der diplomatischen Immunität." Und: "Der anscheinend nicht begründbare, völkerrechtswidrige Überfall auf die palästinensische Botschaft und die damit verbundene Beschlagnahmung großer Mengen von Dokumenten wirft angesichts der jüngsten Entwicklungen im Israel-Palästina-Konflikt zumindest einige Fragen auf." Claudia Karas: ich kann mir kaum vorstellen, dass unsere politiker bei der amerikanischen wildwestbehörde gegen diesen völkerrechtswidrigen überfall protestieren! nicht nur die aneignung der ölquellen als kriegsbeute und die beschlagnahme von dokumenten zeigt, dass die amerikanische soldateska und ihre anführer im weissen haus gewöhnliche diebe sind.

The Christian Science Monitor 29.05.03, "Easing into Islamic democracy. Convinced by their experience in the US, American Muslims are helping form democratic coalitions in the Muslim world and are building their case on Islamic principles." By Jane Lampman
http://www.csmonitor.com/2003/0529/p12s02-lire.html Anis: Very positive article


www.klick-nach-rechts.de / hagalil.com 28.05.03, "'Geistiger Terror': Wie attac-Stuttgart den deutschen Stammtisch bedient" von Max Brym
http://www.klick-nach-rechts.de/gegen-rechts/2003/05/attac.htm Darin: "Am 24.05.03 erklärte der Herausgeber des Magazins konkret, Hermann Gremliza, auf einer Veranstaltung in der Münchner Universität: 'Attac hat kein Problem, attac ist ein Problem'. Hart attackierte Gremliza die bekannteste Organisation der 'Globalisierungskritiker'. Das vernichtende Urteil von Hermann Gremliza könnte durchaus zutreffen, denn attac hat neben einer oberflächlichen Kapitalismuskritik, die oftmals nur den 'spekulativen Finanzsektor' benennt, den Fokus der Kritik, auf den Staat Israel gerichtet. Kein Wunder, das attac diverse 'Querdenker' und nazistische Querfrontstrategen anzieht. Gruselig wird es, wenn diverse Aktivitäten von einigen attac-Gruppen vor Ort betrachtet werden." Anis: Wegen Israelkritik! Nicht etwa wegen Antisemitismus. Hier wird das Tabu genannt. Das entspricht nicht den feiheitlich-demokratischen Grundwerten unserer Nachkriegsgesellschaft. Max Brym zitiert das Palästinakomitee Stuttgart so: "'Die Erfahrungen mit der 1. Intifada und dem Osloer Abkommen, dass gewaltfreier Widerstand in dieser Welt nicht erfolgreich sein kann, gibt dem palästinensischem Volk recht. Es kämpft deshalb nun mit allen Mitteln gegen die unerträgliche Besatzung und Unterdrückung'. Es gehört nur wenig Phantasie dazu, um zwischen diesen Zeilen die kaum verhüllte Unterstützung der Hamas und des antisemitischen Selbstmordterrors in Israel herauszulesen." Diese Aussage halte auch ich für falsch, aber es gibt keinen antisemitischen Selbstmordterror in Israel. Das mit dem Antisemitismus waren die Nazis. Die Palästinenser haben etwas gegen Besatzer und Unterdrücker, das ist ein Unterschied. Dann über Shraga Elam: "Der in der Schweiz lebende 'Historiker' Elam ist ein Duzfreund des berüchtigten Antisemiten Jemal Karsli, der wiederum zusammen mit J.W. Möllemann seit einiger Zeit die deutschen Stammtische begeistert. (...) Sein Auftritt war widerwärtig und seine Argumente faschistoid. Woher seine Neigung kommt u.a. für die Legalisierung der Schriften von Holocaustleugnern in Deutschland einzutreten, ist unbekannt. Vielleicht könnte DR. Freud diese Frage beantworten. (...) Nur zwei Personen protestierten auf der Veranstaltung gegen die antisemitischen Ausfälle von Elam und Konsorten." Karsli ist kein Antisemit. Shraga ist kein Faschist. Freunde sind die beiden auch nicht. Ein weiteres Beispiel dafür, wie man mit israelkritischen Bemerkungen diffamiert wird. Die Stuttgarter Friedensinitiative, Gegen Militarismus, Rassismus, Antisemitismus und Antizionismus äußert sich unter http://www.friedensnetz.de/Stuttgart/index2.htm dazu so: "Problematisch ist für uns, dass viele attacies die Bedrohlichkeit des deutschen Antisemitismus, der sich zunehmend aus den Hinterzimmern heraustraut, immer noch nicht erkennen'. Scharf kritisiert die Initiative den deutschen Hang, sich besonders stark mit Israel zu beschäftigen. Die Initiative stimmt es skeptisch, wenn in weiten Teilen der 'Linken' kein Wort gegen das ehem. Saddam Regime zu hören war, dafür aber um so mehr gegen den Staat Israel. Eine Kritik am Staat Israel ist nach der Initiative nur statthaft, wenn gegen alle Versuche den Staat Israel zu beseitigen gekämpft wird. Ansonsten landet man bei Herrn Elem und bei wirklichen Rechten. Jene fühlen sich gegenwärtig von attac fast magnetisch angezogen." Eine Art Freifahrtschein. Israelkritik nur, wenn "gegen alle Versuche den Staat Israel zu beseitigen gekämpft wird". Es gibt jedoch immer welche, die den Staat existienziell bedroht sehen. Das bedeutet: Ewige Besatzung und ewige Unterdrückung der Palästinenser, damit Gremliza usw. zufrieden sind. - Die Seite "klick-nach-rechts" wird gefördert im Rahmen des Aktionsprogramms "Jugend für Toleranz und Demokratie - gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus" vom Bundesministerium für für Familie, Frauen etc. Ein Bärendienst.


FR 26.05.03, "In Europa setzt sich längst der Nahost-Konflikt fort" Paul Spiegel, Präsident des Zentralrats der Juden, über den "Aufstand der Unanständigen" und ihre Gewalttaten. Interview mit Pitt von Bebenburg
Dazu Leserbrief von Claudia Karas: wieder einmal wird, wider besseres wissen, der "nahostkonflikt" mit "antisemitismus" in verbindung gebracht, vom vorsitzenden des zentralrats der juden in der FR vom 26.05.2003. // Weil er aber der meinung ist, dass der "nahost-konflikt in deutschland seine fortsetzung findet", sollte er auch sein hartnäckiges schweigen zum brutalen vorgehen der israelischen besatzer gegen die palästinensische zivilbevölkerung nicht auslassen! // Es ist heuchlerisch und unglaubwürdig, einen "aufstand der anständigen" einzufordern, gehört er doch selbst nicht zu denen, die mutig stellung beziehen gegen die tagtäglichen gewaltakte der israelischen okkupationsarmee, die unbewaffnete Friedensaktivisten mit bulldozern tötet oder gezielt ins koma schießt, und Journalisten als unliebsame zeugen per kopfschuss abknallt! // kritikerInnen, die zu dem schreienden unrecht und der vertreibungspolitik unter den augen der "zivilisierten Weltgemeinschaft" nicht "wegschauen und schweigen", werden pauschal des antisemitismus bezichtigt und kommen mitsamt der israelischen friedensbewegung, von den "anständigen" diffamiert als "stichwortgeber für antisemiten", in die schublade der "unanständigen", obwohl sie immer wieder ihre stimme auch gegen antisemitismus und rassismus erheben! // Leider gehört der zentralrat nicht zu der gruppe jüdischer friedensorganisationen "European Jews for a Just Peace", die auf einer konferenz mit dem motto "DON'T SAY YOU DIDN'T KNOW" zu einem gerechten frieden aufgerufen haben! // dass herr spiegel zu den befürwortern des völkerrechtswidrigen ANGRIFFSKRIEGS gegen irak gehört, ist nicht verwunderlich, gehörte doch israel zu den lautesten kriegstreibern! CK

Kieler Nachrichten 26.05.03, S. 4, "Israel stimmt Nahost-Plan zu." von dpa
Dazu ein 14 x 10 cm intensives Farbfoto von Scharon fürs Poesiealbum. Meine lieben Herren von der KN, nur damit keine Missverständnisse entstehen, Sie sind sich natürlich als Profi-Journalisten vollständig im Klaren darüber, wer dieser Mann ist und wie es wirkt, wenn Sie ihn so schmeichelhaft darstellen. Falls Sie dachten, das merkt keiner, war das ein Irrtum. - Guter Kommentar übrigens auf der 2 heute über den Grand Prix, Gruß an Rainer Langholz.

ZNet / The Electronic Intifada 26.05.2003, "Gewalt und 'Roadmap' - Doppelstandard amerikanischer Medien" von Ben Granby
Darin am Schluss: "Wie sich gezeigt hat, spielen die USA eine zentrale Rolle in der Frage, wie es mit dem tückischen palästinensisch-israelischen Konflikt weitergeht. Die amerikanische Öffentlichkeit verdient es, durch ihre Presse ausgewogen und über alle Vorgänge in der Region informiert zu werden. Aber wenn nur Selbstmordanschläge Schlagzeile machen, ist kaum verwunderlich, dass Durchschnittsamerikaner glauben, die meisten Palästinenser - wenn nicht gar alle - seien gegen den Frieden, wollten weiterhin Zivilisten angreifen. Auch im Hinblick auf ihre Schlussfolgerungen haben Medien die Pflicht, Leser u. Zuschauer über sämtliche Aspekte zu informieren. Die amerikanischen Medien waren schnell bei der Hand mit der Erklärung, die jüngsten Selbstmordanschläge schadeten dem Friedensprozess. Über die unzähligen Stolpersteine, die die Regierung Scharon diesem in den Weg legt, schweigen die Medien - oder denken wir nur an die fortgesetzten unprovozierten Angriffe der Israelischen Armee auf palästinensische Städte. Sollte die Presse sich nicht entscheiden, über das Thema ausführlicher und ausgewogener zu informieren, wird Bushs 'Roadmap' vermutlich scheitern, ohne dass die Bürger der USA je erfahren, was wirklich dahintersteckt." Claudia Karas: auch in den deutschen medien wird der legitime widerstand gegen die besatzung kriminalisiert und das völkerrecht missachtet! // Der Autor, Ben Granby, ist freier Schriftsteller. Er arbeitete früher als Freiwilliger für das 'Al Mezan Center for Human Rights' in Gaza-Stadt/ Gazastreifen.


Freitag 22, 23.05.03, "Auf der Suche nach Mohammad. IM TOTEN WINKEL DER ERINNERUNG. Die Begegnungen mit dem Nationalsozialismus belasten das jüdische und arabische Kollektivgedächtnis." von Mike Scheller
http://www.freitag.de/2003/22/03221801.php Darin:"Aber auch der Staat Israel und seine Bürger interessierten sich lange Zeit nicht für die Details des jüdischen Überlebens während der Shoa. 'Man hat sich geschämt für den Holocaust, für die Schwäche', sagt Tom Segev, einer der sogenannten 'neuen Historiker' in Israel, die sich mit den toten Erinnerungswinkeln nicht mehr abfinden wollen. Palästinensische Intellektuelle wie Edward Said, Salah Abd el-Jawad, Azim Bishara und andere verfolgen die neue jüdische Forschungen als auch die Geschichte der Palästinenser aus kritischer Distanz. Erst nachdem sich Mitte der achtziger Jahre in Europa und Israel die Archive öffneten und anerkannte Historiker die jeweils dominanten Kollektiverzählungen mit der Aktenlage konfrontierten, entwickelte sich einerseits die 'Nestbeschmutzerdebatte', in den israelischen Schulbüchern finden sich andererseits auch erstmals palästinensische Dichter." Anis: Sehr empfehlenswert, überhaupt ist die Wochenzeitung Freitag sehr empfehlenswert.


jW 21.05.03, Inland, "Sanktionen gegen Israel gefordert. Außenminister erhielt 3573 Unterschriften gegen Besatzungspolitik der Regierung Scharon" jW-Bericht
www.jungewelt.de/2003/05-21/ Darin: "Der Arbeitskreis (AK) Palästina Tübingen hat Bundesaußenminister Joseph Fischer (B90/Grüne) auf dem Postweg eine 234 Seiten starke Liste mit 3573 Unterschriften zukommen lassen, mit denen die Unterzeichner ihrer Forderung nach einem sofortigen Stopp deutscher Waffenlieferungen an Israel und nach Sanktionen gegen die Besatzungspolitik der israelischen Regierung Nachdruck verleihen." Der Artikel endet mit: "Die von der Bundesregierung selbst formulierten Rüstungsexportrichtlinien müßten die Richtschnur für Rüstungsexporte auch nach Israel sein. Weiterhin fordert der Arbeitskreis die Einstellung von Warenimporten aus den illegalen Siedlungen aus besetztem Gebiet in die EU. Das fordert auch die mit dem Alternativen Friedensnobelpreis ausgezeichnete israelische Friedensgruppe Gush Shalom um Uri Avnery. Die Schirmherrschaft über den Aufruf des AK Tübingen hatten mit der Israelin Felicia Langer, der Palästinenserin Viola Raheb und der Deutschen Helga Baumgarten drei Frauen übernommen, die sich seit Jahren für einen gerechten Frieden in Israel und Palästina einsetzen." Anis: Ja, das ist eine gute Sache für Herrn Fischer, er hat einige Probleme mit dem Menschenrecht, das stimmt wohl.

jW 21.05.03, "Scharons perfide Strategie Zur jüngsten Serie von Selbstmordattentaten in Israel" Kommentar von Werner Pirker
www.jungewelt.de/2003/05-21/003.php Darin:"Wesentlich schwerer aber wiegt Scharons strategischer Vorsatz, die Palästinenser in einen Bürgerkrieg zu treiben. Die Installierung einer fremdbestimmten Regierung in Ramallah mußte zwangsläufig zu einer Verschärfung der inneren Widersprüche in der palästinensischen Gesellschaft führen. Was die USA und Israel scheinheilig als "Demokratisierung" einfordern, bedeutet in der Konsequenz die Reduzierung der Autonomiebehörde auf ihre ausschließlich repressive Funktion." Anis: Guter Kommentar

PAX CHRISTI 21.05.03, Link zu Presseerklärung: Zum israelischen Mauerbau (Thanx Pater Rainer)


taz 20.5.2003, S.12, "Im Namen Gottes. Im ‚Dialog mit dem Islam' hat sich ein bedenklicher Kulturrelativismus entwickelt. Das System der Einschüchterung von Kritikern durch Islamisten wird hingenommen." Kommentar von EBERHARD SEIDEL, taz-Debatte
http://www.taz.de/pt/2003/05/20/a0117.nf/text Darin:"Nicht die Verteidigung der Aufklärung und Pressefreiheit steht heute ganz oben auf der Agenda, sondern folgende Haltung gewinnt an Bedeutung: Wer die religiösen Gefühle der Muslime verletzt und diese herausfordert, ist selbst schuld, wenn er sich deren Zorn zuzieht." Anis: Herr Seidel hat im Ansatz recht. Man muss nach allen Seiten hin kritisieren dürfen. Mein Verständnis von Demokratie sagt, dass man auch Stimmen schützen muss, die einem nicht passen, solange sie Gewalt nicht verherrlichen, verschweigen oder androhen. Welche Manifestationen des Konflikts nennt Seidel? Zunächst den Fall Rushdie als Präzedenz aus einer Zeit, in der es seiner Ansicht nach mehr Solidarität gab. Dann hatte der SPIEGEL 1999 ein Gemälde aus dem 19. Jahrhundert abgedruckt, das den Propheten Mohammed zeigte und damit in den Augen von muslimischen Kritikern gegen das Bilderverbot verstieß (welches im Fernsehzeitalter ohnehin neu diskutiert werden muss). Dann die taz im Februar 2001 wegen ihrer Satire "Mullahs immer klüger" auf der Wahrheitseite. Sie endete mit dem Reim "Allah ist groß, Allah ist mächtig, er hat einen Arsch von drei Meter sechzig", was Ärger gab. Dann der Fall Eichborn Verlag und Udo Ulfkottes Buch "Der Krieg in unseren Städten. Wie radikale Islamisten Deutschland unterwandern" (Rezension siehe taz, 28.04.). Gegen die Pressefreiheit steht hier das Argument: "Mit der einstweiligen Verfügung des Berliner Landgerichts verschwindet ein Machwerk vom Markt, das irrationale Ängste gegen Muslime schürt, das schwer nachvollziehbare Bild einer globalen islamistisch-terroristischen Verschwörung zeichnet und Rassismus Vorschub leistet." Obwohl ich selbst oft heftige Kritik an der Nahost- und Islam-Darstellungin der deutschen Presse und Gesellschaft übe, ist es ein Skandal für mich, wenn ich solche Dinge von Herrn Eberhard Seidel lesen muss, von 1997 bis 2002 Mitarbeiter der taz, unter anderem als Meinungsredakteur und Leiter des Inlandsressorts. Wenn er sagt, dass er den Psychoterror islamistischer Organisationen am eigenen Leib erfahren hat, dann sollte das nicht einfach so hingenommen werden. Wenn wir Israel kritisieren, müssen wir auch uns selbst kritisieren. Wenn also Herr Seidel es zulässt, dass man beispielsweise auch das Christentum und das Judentum kritisch betrachtet, den Zionismus und Israel, dann sollte auch er von den Muslimen und Arabern akzeptiert werden. Und Ulfkotte auch. Und der SPIEGEL. Gerne bin ich bereit, diese Diskussion mitzugestalten, wenn es darum geht, dass es ein Maß für alle gibt. Psychoterror irgendwelcher islamistischer oder zionistischer Organisationen ist nicht schön. (Teile dieses Kommentars wurden am 22.05.03 als Leserbrief in der taz gedruckt)

taz 20.5.2003, S.10, "'Kollaborateur' hingerichtet" von ap
http://www.taz.de/pt/2003/05/20/a0067.nf/text Darin:"Unter dem Vorwurf der Kollaboration mit Israel haben palästinensische Extremisten einen 22-Jährigen in Nablus in aller Öffentlichkeit getötet." Anis: Auch wenn dieser Mann Mitschuld am Tod von anderen trägt, ist dies ein klares Unrecht der al-Aksa-Brigaden. Nichts rechtfertigt die Hinrichtung von Menschen.


jW 19.05.03, "GARANTIERTER FEHLSCHLAG - NAHOST: AUCH DIE NEUE "ROAD MAP" SETZT EINSEITIG AUF DIE INTERESSEN ISRAELS" von Tanya Reinhart
www.jungewelt.de/2003/05-19/ Darin:" Die meisten Israelis verstehen, daß es keinen Weg zur Beendigung der Besatzung und des Konflikts gibt, ohne daß die israelische Armee aus den Territorien abzieht und die Siedlungen aufgelöst werden. Aber diese Grundvoraussetzungen werden in dem Dokument nicht einmal angedeutet; es erwähnt nur das Einfrieren der Siedlungen und die Auflösung neuer Außenposten, und zwar schon in der ersten Phase." Und am Schluss: "Die USA werden heute von Falken beherrscht, deren Vision ein endloser Krieg ist. Israel, dessen Führer immer darauf aus sind, in einen weiteren Krieg zu ziehen, ist ein Aktivposten in dieser Vision. Es gibt daher keine Grundlage für die Annahme, daß die USA irgend jemandem erlauben werden, Israel zu irgend welchen Konzessionen zu zwingen." Anis: Tanya Reinhart ist Professorin für Linguistik und Kulturwissenschaften an der Universität Tel Aviv

KN 19.05.03, S.2, "Zu den Terroranschlägen: Nur Kampf gegen Armut hilft" von Klaus Kramer
Darin:"Es zeigt sich immer deutlicher, dass der Wahn der Selbstmörder mit militärischen und polizeilichen Mitteln allein nicht zu bändigen ist. Solange das Wohlstandsgefälle zwischen dem Westen und der islamischen Welt wächst, solange Amerika und Europa aus geostrategischen Gründen korrupte Regime und brutale Diktaturen stützen, kann El Kaida Nachwuchs rekrutieren." Anis: Nach den Affronts der letzten Wochen ist es erholsam zu sehen, dass man die Kieler Nachrichten wieder halbwegs ernst nehmen kann. Wenn Frieden wäre, würde ich nicht so ein Wirbel darum machen, aber es ist alles andere als Frieden, und das geht uns alle an.

Menschenfreunde International 19.05.03, Link zu Offenem Brief: Israels Übergriffe auf körperlich und geistig behinderte Palästinenser halten an. Dokumentation von 107 Übergriffen auf behinderte Palästinenser. (CK)

taz 19.05.03, S. 12, "Anschläge überschatten Gespräche Selbstmordattentäter torpedieren die Bemühungen um eine Umsetzung des Nahost-Friedensfahrplans. Israels Ministerpräsident Scharon verschiebt seine USA-Reise. Das Treffen mit seinem Amtskollegen Abu Masen verläuft ergebnislos", SUSANNE KNAUL
http://www.taz.de/pt/2003/05/19/a0062.nf/text

taz 19.05.03, S. 13, "ARIEL SCHARON ARGUMENTIERT NACH DEMSELBEN MUSTER WIE DIE HAMAS Lektion nicht gelernt", Kommentar von SUSANNE KNAUL
http://www.taz.de/pt/2003/05/19/a0115.nf/text Beginnt mit: "Dass der Frieden einen Preis hat, ist eine der schwersten Erfahrungen des israelischen Volkes." Anis: Es ist mir nicht möglich zu verstehen, was Frau Knaul damit meint. Vielmehr hat der Krieg einen Preis. Und übrigens nicht nur für die (armen) Israelis. Weiter: "Rabin war bereit, den Blutzoll zu zahlen, den der Frieden den Israelis abverlangte." Anis: Blutzoll, was für ein Wort! Das "abverlangte" relativiert alles rhetorisch wieder. Dann über Scharon: "Umgekehrt fordert er seinem Konfliktpartner die sofortige Lieferung der kompletten Ware - den Gewaltverzicht - ab." Anis: Zwar fordert Frau Knaul die israelische Regierung zum radikalen Umdenken auf, aber sie hat sehr seltsame Metaphern mit Ware und schwersten Erfahrungen des israelischen Volkes. Gefällt mir nicht.


ARD Presseclub 18.05.03.
Anis: Herr Leyendecker von der SZ echauffierte sich über die Terroristen: "verrückt, verrückt". Natürlich kann man sagen: "die Terroristen" sind "verrückt", aber was soll das bringen? In der deutschen Presse ist verrückt das, was sie nicht verstehen können, und also das, was die Politiker nicht kontrollieren können. Katajun Amir-Pur wurde im Presseclub nach Israel gefragt und sie ist aus mir unerklärlichen Gründen nicht darauf eingegangen. Stattdessen sagte sie, man wird bin Laden vielleicht so bekommen, wie die Israelis Eichmann gekriegt haben. Ich kenne sie etwas und wundere mich, dass ihr zu diesem Thema nicht mehr eingefallen ist.

www.palestine.ch, 18.05.03
Osama Amour schreibt: Liebe Freunde, ich möchte euch herzlich zu unserer Forumsdiskussion einladen. Sie finden Sie auf
www.palestine.ch/forum. Vielen Dank und mit freundlichen Grüssen, Osama Amour. info@palestine.ch.

Link zu Offenem Brief von Günter Schenk: An das Büro der Europa-Abgeordneten Ilka Schröder (18.05.03)


Bayerisches Fernsehen 17.05.03, 23.45 Uhr "Geboren in Jerusalem - Als Palästinenser in einer geteilten Stadt", Dokumentarfilm, Italien / Belgien / Frankreich / Deutschland 2001. Der Filmemacher und renommierte Fotograf Akram Safadi, 1962 in der heiligen Stadt Al Kuds, wie die Araber Jerusalem nennen, geboren und bis heute dort zu Hause, lässt drei Palästinenser, die im Ostteil der geteilten Stadt leben, ihre Geschichte und Geschichten erzählen - Lebensgeschichten, die das Porträt des östlichen Jerusalems zeichnen. Dazu Leserbrief von Günter Schenk: Sehr geehrte Damen und Herren, Ihre Ausstrahlung in der vergangenen Nacht des Dokumentationsfilms von Akram Safad war verdienstvoll. Herzlichen Dank ! Warum aber, so frage ich Sie, haben Sie diesen bewegenden Film zu einer Sendezeit programmiert, in der die Zuschauerzahl auf einen kläglichen Rest zusammenschmilzt ? Der Film von Akram Safad widerlegt überzeugend das so oft bei uns vermittelte Bild der fanatischen, kulturell unterentwickelten Palästinenser. Wer in Deutschland weiß schon, dass dieses Volk in den viel zu langen Jahren der Bedrängnis und Massenvertreibung in vielen arabischen Ländern die intellektuelle Oberschicht stellte? Lehrer, Mediziner, Verwaltungsfachleute aus Palästina sind, auch dies eine tragische Folge der Unterdrückung im eigenen Land, über die ganze Welt verteilt.. Ihr Film heute Nacht zeigt aber auch auf überzeugende Weise, wie unermesslich heroisch die Leidensfähigkeit dieses Volkes, hier stellvertretend, einer großen Sängerin und eines der wenigen schwarzen Palästinenser ist. Dieses Volk verdient mehr als die wiederholte Verleumdung durch staatliche israelische Stellen, auch durch die Botschaften des Staates Israel (ohne Verfassung, ohne definierte Grenzen, aber im Besitz von Atom-, chemischen und biologischen Waffen !). Sie haben sich durch Ausstrahlung dieses Filmes um Gerechtigkeit im Nahen Osten verdient gemacht. Dafür danke ich Ihnen. Bitte wiederholen Sie, vielleicht im Rahmen der ARD diesen Film zu einer besseren Sendezeit (wie lehrreich wäre es, z.B. für Schulkinder in Deutschland, diese Kinderaugen, neugierig, und aufmerksam einer Vorführung und "kleiner Lektion in Philosophie und Überlebenskunst einer bekannten Sängerin zuhörend, zu sehen. Auch dies eine Lektion um die PISA-Studie..)

WELT 17.05.03, "Die Zeichen in Nahost stehen auf Sturm. Israel löst neuen Streit um Tempelberg aus - PLO-Chefunterhändler Saeb Erekat tritt ab - Signal an Arafat?" von Norbert Jessen
Darin:"Diesen Freitag drohen Unruhen, weil Israels Minister für Innere Sicherheit, Zachi Hanegbi, am Mittwoch offiziell vor der Knesseth ankündigte: ‚Sehr bald werden Zugang und Gebet für Christen und Juden wieder ermöglicht. Mit oder ohne Einvernehmen.' Er beantwortete damit eine Anfrage des islamischen Abgeordneten Abdel Malik Dahamscha. ‚Sehr bald' könnte schon am 29. Mai sein, wenn Israel seinen ‚Jerusalem-Tag' feiert." Und: "Was die Verhafteten zugeben: Sie sandten Gelder an Sozialeinrichtungen der islamistischen Brüder in der Autonomie. Selbst Befürwortern der Aktion kommen Zweifel, ob ein Gericht dieses als ‚Terror-Unterstützung' versteht. Die Anklage schuf deshalb einen neuen Tatbestand, der nun als ‚Unterstützung ziviler Infrastrukturen des Terrors' bezeichnet wird." Anis: Es ist nicht schwer, Konflikte zu schüren, das brauchen die Israelis nun wirklich nicht mehr zu beweisen.


Aufruf zur Bildung einer deutschen Sektion des ICPPP / Gesehen 16.05.03
Klaus von Raussendorf schreibt: "Schließlich möchte ich darauf hinweisen, dass der Aufruf zur Bildung einer deutschen Sektion des ICPPP für weitere Unterzeichner offen. Der Vorstand vom Bund für Soziale Verteidigung e.V. (Schwarzer Weg 8, 32423 Minden; Tel. 0571/29456, Fax 0571/23019; E-Mail: Soziale_verteidigung@t-online.de) hat Ende April beschlossen, sich unserem Bündnis für den Schutz des palästinensischen Volkes anzuschließen. Der jeweils neueste Stand der Liste der Unterstützer des Aufrufs ist z. B unter
www.freunde-palaestinas.de zu finden.

Deutschlandfunk 16.05.03, Sendung "Corso"
Sabine Yacoub: Heute nachmittag kam im DLF in der Sendung Corso - Kultur nach 3 (15:05 bis 16:00) ein Beitrag mit dem Titel "Schalom: Jubiläumsfeier in Berlin: 55 Jahre Staat Israel". Es wurde die Zahl der an Terroranschlägen in Israel gestorbenen Menschen genannt, festgestellt, dass mit Arafat kein Frieden möglich sei, der israelische Außenminister kam zu Wort, irgendein bekannter CDU-Politiker stellte fest, dass Antiamerikanismus und Antisemitismus nahe beieinanderlägen ... Kein Wort über die Besatzung, Ausgangssperren, Scharon, palästinensische Tote.

FREITAG 21, " DIE KATASTROPHE DER ‚NAKBA'. Jeder israelische Jude hat seit 55 Jahren einen Schatten - den palästinensisch-arabischen Flüchtling von 1948" von Sabine Matthes
http://www.freitag.de/2003/21/03210701.php

jW 16.05.2003, "Mauerbau in besetzten Palästinensergebieten: Keine Hoffnung auf US-Friedensplan? jW sprach mit Andreas Bock von ATTAC München. Er befindet sich zur Zeit im Friedenscamp von Mas?ha, einem palästinensischen Dorf in der Westbank" Interview: Daniel Behruzi
www.jungewelt.de/2003/05-16/019.php Darin:"F: Wie ist die derzeitige Situation in der besetzten palästinensischen Gebieten? A: Sehr schwierig, weil die israelische Armee immer wieder palästinensische Dörfer und Städte angreift." Und: "F: Welche Zielsetzung hat das Camp, an dem Sie teilnehmen? A: Es geht uns darum, auf die Situation aufmerksam zu machen. Im Friedenscamp gibt eine Ausstellung, zu der täglich Besucher kommen. Aber vielleicht noch wichtiger ist, daß dies ein Ort ist, an dem Israelis und Palästinenser zusammenkommen, sich kennenlernen und diskutieren können." Anis: Wichtiger Artikel.

NZZ 16.05.03, "Deutsche Medien und der radikale Islamismus" von Heribert Seifert
Darin:"Es gibt eine eigentümliche Stimmung, die sich schleichend verbreitet. Es gibt ein plötzliches Innehalten, ein Zögern bei thematischen Überlegungen, das heisst, wir denken über etwas nach, was wir früher völlig unbefangen gemacht haben", sagt Esther Shapira in einem Interview mit dem Fachdienst "EPD Medien" zu den Hintergründen solcher Entscheide. Die Filmemacherin und Redaktorin des Hessischen Rundfunks hat einschlägige Erfahrungen." Anis: Hier ging es darum, dass islamkritische Sendungen aus dem Programm genommen wurden. Die hier betrauerte Unbefangenheit gilt aber nicht nur für den Islam, insofern greift die Argumentation zu kurz. Genauso verhält es sich mit dem mehrfach genannten und angeprangerten "Kulturrelativismus". Gegen Ende heißt es: "Es gehört zu den Merkwürdigkeiten der verzerrten Medienaufmerksamkeit auf diesem Gebiet, dass die Aktivitäten radikal-islamistischer Organisationen erst dann Beachtung finden, wenn ihre rechtsextremistischen und antisemitischen Einstellungen unübersehbar werden. Erst dieser Verstoss gegen die dominierende Norm politischer Korrektheit löst kritische Recherchen aus, während zum Beispiel die weitverbreitete Praxis der Mehrfachheiraten islamischer Männer achselzuckend zur Kenntnis genommen wird." Anis: Hier sieht man es besser: Israel und Juden fehlen. Sie müssen auch fehlen, denn sie werden als Indikator für Zu-weit-Gehen gebraucht. Vielen Dank, Herr Seifert, für dieses Beispiel.

taz 16.05.2003, S. 2, "Militäroffensive in Gaza. 70 israelische Panzer besetzen nördlichen Gaza-Streifen. Größte Aktion seit Monaten. Fünf Palästinenser sterben " (Agentur)
http://www.taz.de/pt/2003/05/16/a0117.nf/text

taz 16.05.2003, S. 2, "Angriff vor Solana-Besuch. Kurz vor Treffen des EU-Beauftragten mit Arafat erneut Tote im Gaza-Streifen. Scharon will Solana nicht sehen " (Agentur)
http://www.taz.de/pt/2003/05/16/a0119.nf/text

The Association for One Democratic State in Palestine/Israel, May 16, 2003
Sami Aldeeb (http://go.to/samipage) writes: "We are a group of Jews, Christians, Muslims and Agnostics, inside and outside Palestine/Israel. We created an Association whose aim is to promote by peaceful means the establishment of one democratic State in Palestine/Israel which will respect human rights and the principle of non-discrimination based on religion, gender, nationality, ethnicity or language. We invite you to join our group by filling the following questions and returning them to my address: aldeeb@bluewin.ch. Please send this message to all interested persons. c/o Sami Aldeeb, docteur en droit Chairman / Président. >I accept the bylaws and to be a member / J'accepte les statuts et d'être un membre. >Name / Nom: >Address / Adresse: >Religion: >Nationality / Nationalité: >E-mail: >Indications personnelles en deux lignes (curriculum et fonction actuelle): >Personal indications in two lines (curriculum and present function): > >Thank you in advance / Merci d'avance, Bylaws of the Association in different languages : www.lpj.org/Nonviolence/Sami/OneState/Association.html

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