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Datenbank zum Diskurs Palästina/Israel/Deutschland/Arabische Welt/Islam. Seit 2001 - Database on the discourse Palestine/Israel/Germany/Arab World/Islam. Since 2001
05/2003 (2)
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FAZ 15.05.03, S.31, "Hitler war wenigstens ehrlich. Ihr widert uns an: Die Amerikaner sind mit den Deutschen fertig." von Ralph Peters
Darin:"Als die Empörung sich legte, erkannten wir, daß es bei all diesen Nazivergleichen gar nicht um uns ging, sondern um euch, um eure Schuld und eure Flucht vor der Verantwortung." Anis: Oder der Autor spricht hier gerade von seiner eigenen Flucht vor der Verantwortung. Dann: "Doch was ist mit dem Vorwurf, die Amerikaner seien die neuen Nazis? Ich glaube, ich weiß, unter welcher Krankheit ihr leidet." Anis: Das scheint ihn zu provozieren, warum eigentlich? Dann: "Diese jungen Deutschen griffen das Massaker in My Lai mit einem Eifer auf, der mich in Erstaunen versetzte. Für sie hoben die zweihundert Toten von My Lai Auschwitz und Treblinka auf, sechs Millionen ermordete Juden, Zigeuner, Homosexuelle und Regimegegner. Die Botschaft lautete: ‚Siehst du, ihr Amerikaner seid ebenso schlimm, wie wir Deutschen waren - und vielleicht noch schlimmer.'" Anis: Ein Paradebeispiel für die Benutzung vereinzelter Nazivorwürfe zur Relativierung von eigener Schuld. Dann wird es unappetitlich: "Jetzt, wo Deutschlands Juden seit langem abgeschlachtet oder vertrieben sind (zum größten Nutzen Amerikas, vielen Dank), greift ihr bei jeder Gelegenheit Israel an, unterstützt jede palästinensische Forderung, so absurd sie auch sein mag, und erfindet israelische Greueltaten. Für die Amerikaner kämpfen die Israelis um ihre Existenz, gegen Leute, die sie ausrotten wollen. Ihr empfindet die Israelis als Vorwurf an eure eigene Vergangenheit und schlagt auf sie ein. Clausewitz ist kein Führer mehr für euer nationales Verhalten. Heute müssen wir Sigmund Freud konsultieren. Einen Juden, natürlich." Anis: Hochgradig neurotisch. Anders kann man das nicht nennen. Selber Schuld. Weiter: "Auch die Israelis sind tatsächlich von euren gewählten Politikern Nazis genannt worden. ‚Nazi' scheint euer Lieblingsschimpfwort zu sein. Manchmal klingt das für uns so, als wäre jeder, der kein Deutscher ist, heute ein Nazi. Abgesehen natürlich von Arabern, die Juden ermorden." Anis: Was zumindest deutlich wird, ist, dass ‚Nazi' sein eigenes Lieblingswort zu sein scheint. Dann: "Ist es ein Wunder, daß wir eure Rhetorik abstoßend finden? Hitler war wenigstens aufrichtig in seiner Bigotterie." Anis: Das ist die Auflösung: Nicht wir Amerikaner sind Nazis, sondern ihr Deutsche seid Nazis, bloß ihr gebt es nicht zu. Hitler habe es "wenigstens" (!) zugegeben. Die Deutschen sind demnach noch schlimmer als Hitler. Nazi in their heads, Nazi in their beds, and Nazi is the name of their pets. Ralph Peters ist Offizier a. D. des amerikanischen Heeres und veröffentlichte sechzehn Bücher, darunter Romane, Aufsatzsammlungen und Werke über Strategie. Das "Wall Street Journal" nannte ihn den "Tom Clancy des denkenden Menschen". Sein jüngstes Buch hat den Titel "Beyond Terror: Strategy in a Changing World".

FR 15.05.03, S. 28 "Studenten unter Verdacht. Razzien setzen Ausländern zu." von Philipp Schläger
Untertitel: "'Verdächtigt. Verhört. Durchsucht.' Bei einer Gesprächsrunde der Katholischen Hochschulgemeinde (KHG) schilderten Studenten aus dem Ausland, wie sie vom Kampf gegen den Terrorismus betroffen sind." Claudia Karas: Dazu aus einer Mail von Hochschulpfarrer M. Lowenstein: Die Katholische Studentengemeinde/Martin Loewenstein SJ, Hochschulpfarrer Loewenstein at KHG-Frankfurt.de haben wir eine Internetplattform eingerichtet. Auf der Web-Site sollen Berichte gesammelt werden von Studierenden und anderen Personen, die aufgrund der Rasterfahndung beim so genannten "Kampf gegen den Terrorismus" verdächtigt oder verhört wurden, deren Wohnung durchsucht wurde, die ihren Job oder ihre Wohnung verloren haben: www.keinerasterfahndung.de (nicht aktiv 2006)

taz 15.05.2003, S. 2, "Offensive im Gaza-Streifen. Israelische Soldaten erschießen palästinensische Polizisten. Häuser in Flüchtlingslager zerstört" (Agentur),
http://www.taz.de/pt/2003/05/15/a0041.nf/text Darin:"Israelische Militäraktionen mit drei Toten und Dutzenden Verletzten haben die Vorbereitungen für das Spitzentreffen von Regierungschef Ariel Scharon mit dem palästinensischen Ministerpräsidenten Machmud Abbas überschattet. Israelische Truppen erschossen gestern im Gaza-Streifen drei palästinensische Polizisten und verletzten zwei weitere. Bei einer Offensive in Chan Junis wurden offenbar 30 Palästinenser verletzt." Und: "Nach Darstellung von Palästinensern eröffneten die Soldaten das Feuer ohne erkennbaren Grund." Und: "Am späten Dienstagabend rückten israelische Truppen mit Panzern und aus der Luft auf das Flüchtlingslager Chan Junis im südlichen Gaza-Streifen vor. Ein Krankenhaussprecher erklärte, 30 Menschen seien bei einem Raketenbeschuss aus einem Hubschrauber verletzt worden." Anis: Die Israelis haben diese Politik kürzlich gewählt, das sind keine Unglücksfälle oder so. Die wussten alle Bescheid.


Link zu Offenem Brief 13.05.03: [iwps-berichte] Hier brennt der Hut - nicht nur die Sonne"


jW 12.05.03, "Ausland: Terrorvorwurf Friedensarbeit. Gezielte Ausweisungen von Menschenrechtsbeobachtern aus palästinensischen Autonomiegebieten." von Harald Neuber
www.jungewelt.de/2003/05-12/007.php Darin:"Im Visier der israelischen Sicherheitskräfte steht dabei die ‚Internationale Solidaritätsbewegung' (ISM), deren Büroräume in der palästinensischen Ortschaft Beit Sahour am Freitag von der israelischen Polizei durchsucht und geschlossen wurden." Und: "Seit gut einer Woche werden alle internationalen, also auch Mitarbeiter anerkannter Menschenrechts- und Hilfsorganisationen am Erez-Kontrollpunkt zu Erklärungen aufgefordert, mit denen sie sich verpflichten, bestimmte Gebiete zu meiden. In der Erklärung, ohne die eine Einreise in den Gaza-Streifen nicht mehr möglich ist, müssen sich die Aktivisten zudem verpflichten, ‚die israelischen Sicherheitskräfte nicht zu behindern'. (...) Mitarbeitern von Amnesty International wurde die Einreise nach Gaza verwehrt, weil sie sich weigerten, das Papier zu unterzeichnen. Nach Angaben der ISM ist eine effektive Arbeit damit nicht mehr möglich. ‚Die alltägliche brutale Realität in den besetzten Gebieten soll von den Augen der Weltöffentlichkeit abgeschirmt werden', heißt es in einer Erklärung der Organisation." Und: "Festgenommen wurden ein palästinensischer Mitarbeiter, eine US-Amerikanerin und eine australische Mitarbeiterin der Organisation ‚Human Rights Watch'. Die beiden Frauen sollen ausgewiesen werden. Nach Angaben der israelischen Tageszeitung Haaretz stehen sie unter dem Vorwurf ‚in Terrorismus verstrickt zu sein'." Anis: Die Israelis haben diese Regierung gewählt und sind voll verantwortlich für die Gewalt und den Terror ihrer Regierung, ebenso wie die Presse, die das Spiel mitspielt, außer der jW und dem Freitag, und manchmal dem Spiegel.

jW 12.05.03, "Inland: Kein Platz für Ankläger in Berlin. Polizei ging brutal gegen Kölner Antikriegsaktivisten und Friedenspreisträger vor." von Ruth Müller
www.jungewelt.de/2003/05-12/013.php Darin:"Gemeint war der vom ökumenischen Kirchentag eingeladene 64jährige Walter Herrmann aus Köln, der vom 8. bis 26. Mai eine ‚Klagemauer gegen die Militärinterventionen im Irak und anderswo' an der Gedächtniskirche ausstellen wollte. Lange waren die Tafeln mit Bildern von irakischen Kindern, von verbrannten Körpern und von über Särge gebeugten und vor Schmerz schreienden Angehörigen von Bombenopfern jedoch nicht zu sehen. ‚Ziemlich grobschlächtig' fand der ehemalige Lehrer und Künstler die Berliner Ordnungshüter, die das Holzgerüst beim Wegräumen zerbrachen und den Aachener Friedenspreisträger in Würgegriff nahmen, als dieser die Auflösung der ‚verbotenen politischen Versammlung' zu verhindern suchte." Und: "Der heutige Rentner hatte nicht zuletzt 1996 durch die Verleihung des Aachener Friedenspreises internationale Bekanntheit erlangt. ‚Wir wollen ein Forum auf öffentlichen Plätzen schaffen, wo jeder Kritik am Bestehenden äußern kann', erläuterte Herrmann sein Anliegen gegenüber junge Welt. Die ‚nichtmanipulierte Diskussion von unten' sei die Voraussetzung für gesellschaftliche Veränderungen." Anis: Dieser Mann hat völlig Recht: Die nichtmanipulierte Diskussion von unten ist die Voraussetzung für gesellschaftliche Veränderungen. Das Problem ist, dass wirkliche gesellschaftliche Veränderungen nicht erwünscht sind, weil sie die herrschende Kaste belastet. Sie werden aber trotzdem kommen.

DER SPIEGEL 20/2003 - 12.05.03, "Glaube: Kabbalah und Euros. Jene pseudojüdische Lehre, die Madonna glücklich gemacht hat, wird auch in Hannover verbreitet. Es geht um Liebe und Geld. Gläubige Juden sind entsetzt.
http://service.spiegel.de/digas/servlet/find/DID=27078531 Darin:"Gläubige Juden in Hannover, die jede Zusammenarbeit mit dem Center abgelehnt haben, beklagen sich bereits über die ‚Scharlatanerie', die in ihrer Stadt unter dem Deckmantel ihrer Religion betrieben wird. Sie haben Angst, dass die Aktivitäten der Familie Naor das hässliche Klischee vom geldgierigen Juden nähren." Anis: Die sollen sich lieber darum sorgen, ob die gewalttätige israelische Regierung ein Bild "vom Juden" nährt, da hätten sie schon genug zu tun. "Das hässliche Klischee vom geldgierigen Juden", so ein blöder Quatsch! Wir wollen solchen Mist nicht mehr lesen.

taz 12.05.03, S.11, "Powell hat Verständnis für Scharon. US-Außenminister unterstützt israelische Forderungen an neuen Premierminister der Palästinenser. Israels Ministerpräsident ist seinerseits zu ‚schmerzlichen Kompromissen' im Friedensprozess bereit - aber nur, wenn sie nicht weh tun." von SUSANNE KNAUL
http://www.taz.de/pt/2003/05/12/a0121.nf/text Darin:"Powell schlug sich mit seiner Forderung nach dem Entwaffnen von palästinensischen Oppositionsgruppen deutlich auf die Seite der Israelis, denen ein Waffenstillstand nicht ausreicht. Es seien ‚klare Maßnahmen gegen den Terror und die Infrastruktur' der Widerstandsorganisationen notwendig, meinte Powell gestern in Jerusalem." Und: "Bereits am Vortag hatte Israels Stabschef Schaul Mofas gegenüber Powell klargestellt, dass Israel die ‚vorbeugenden Antiterrormaßnahmen', also die Hinrichtungen mutmaßlicher Terroristen, fortsetzen werde." Und: "Scharon wich der Frage einer Journalistin aus, ob er den Plan anerkenne." Anis: Es fehlt der Hinweis darauf, dass diese Hinrichtungen grobe Menschenrechtsverletzungen darstellen. Frau Knaul reicht im wesentlichen die Ironie in der Überschrift. Noch vor ein paar Wochen mochte ich die Artikel von S. Knaul, aber heutzutage erkenne ich darin nur Rituale. Das liegt daran, dass Israelkritik antisemitisch aufgefasst werden kann, und davor hat die taz mehr Angst als vor vorbeugend ermordeten Palästinensern. Man merkt das leicht, wenn man vergleicht, was die Junge Welt heute über Palästina schreibt und die taz nicht.


Gush Shalom (Israeli Peace Bloc), Press release 11 May 2003
Regarding ISM DEPORTATIONS: court at 2 in Rishon. A deportation hearing will be held today (Sunday, May 11, 2003) in the cases of Charlotte and Radika, 2 of the ISM people arrested yesterday. Please come: 14:00 Magistrates Court in Rishon L'Zion 5 Ysrael Galil 3rd floor. + Emergency Demonstration: Sunday, 11 May 2003, 18.30. Opposite the Kirya on Kaplan St., Tel Aviv. Why: To protest the silencing and expulsion of ISM human rights activists from the territories. The demo is called for by: Gush Shalom, Ta'ayush, Women for Peace. For those who haven't heard: In addition to the 3 arrested Friday, 3 more were arrested Saturday, and 2 have been held in Gaza since Thursday. We must stop this attempt to silence and deport human rights activists in the territories. - Commenting letter from Claudia Karas to Minister of Interior, Avraham Poraz: "Dear Mr Poraz, I protest the arrest and threatened deportation of ISM and other human rights activists from the region by Israel. The ISM is an organization which is helping Palestinians in a creative, courageous and purely non-violent way. By doing so, they help prevent violence. Their removal can only make things worse! therefore I hope that you will not cooperate with the campaign against the international peace and human rights activists, and specifically that you will not issue deportation orders against the two ISM activists who were arrested while inside the Rapprochement Office in Beit Sahour. Yours sincerely Claudia Karas


Islamic Association for Palestine (IAP) Occupied Jerusalem: 10 May, 2003 (IAP News)
Report on Intifada shows overwhelming civilian killings by Israeli occupation troops 469 Children killed, 22,700 civilians injured, 228,000 trees uprooted [Horrendous casualties in a small population: All U.S funded.] A report published in the Occupied Palestinian territories Saturday showed that the overwhelming proportion of Palestinian victims of Israeli killings were innocent civilians. According to the report, published by the Palestinian Initiative for the Promotion of Global Dialogue and Democracy (MIFTAH), Israeli occupation troops and paramilitary Jewish terrorists have killed as many as 2350 Palestinians since the outbreak of the intifada nearly 32 months ago. Of this figure, 1911 were innocent civilians, including 469 children. The figures apparently don't include children and toddlers killed in Gaza during recent Israeli incursions. The report also showed that as many as 22700 Palestinians, virtually all of them civilians, were injured by Israeli gunfire since September 2000. Moreover, the report showed that more than 800,000 dunums of Palestinian land were confiscated by the Israeli army and another 18521 dunums were razed. Furthermore, 227995 grown trees were uprooted and 475 greenhouses were destroyed. Finally, the report that 265 Palestinian students were killed by Israeli troops and settlers, 3981 students injured and 458 others imprisoned.

Middle East Report / ZNet Deutschland 10.05.2003, "Kriegserklärung an die Beduinen im Negev?" von Jonathan Cook
Darin: "Die israelischen Regierungen versuchten von Anbeginn den Widerstand der arabischen Bevölkerung möglichst gering zu halten, indem sie die einzelnen Gemeinden voneinander isolierten. Vor allem die Negev Beduinen leben von der übrigen arabischen Bevölkerung geographisch und sozial völlig getrennt. Da die Beduinen angehalten wurden in der israelischen Armee zu dienen, meist als Spurensucher, einer gefährlichen Position mit niederem Rang, entwickelte sich die Kluft zwischen ihnen und der christlichen und moslemischen Gemeinschaft zu einer völligen Isolation." Anis: Wichtiger, langer Hintergrundtext über die Beduinen im Negev und Israel, mit weiteren Links, üb. Claudia Müller, Originalartikel URL:
http://www.merip.org/mero/mero051003.html

SPIEGEL ONLINE, 10.05.03, "US-Nuklearstrategie. Politik der kleinen Atom-Schläge. US-Präsident Bush bricht mit den Nuklear-Tabus des kalten Krieges. Jetzt hat ein Komitee des US-Senats einen Gesetzes-Entwurf passieren lassen, der die bisher verbotene Entwicklung von Mini-Atombomben erlauben soll. Die neuen Waffen, mit denen der Präsident Schurkenstaaten droht, sollen den begrenzten Atomkrieg ermöglichen.
http://service.spiegel.de/digas/servlet/find/ON=spiegel-248199

taz, 10.05.03, S.9, "Powell will Vertrauen schaffen. An diesem Wochenende will US-Außenminister Colin Powell erstmals seit langer Zeit wieder persönlich zwischen Israel und den Palästinensern vermitteln. Der neue palästinensische Premier Abu Masen hat bislang wenig Unterstützung erfahren." von SUSANNE KNAUL
http://www.taz.de/pt/2003/05/10/a0119.nf/text Darin:"Die israelische Regierung hatte schon im Vorfeld der Vereidigung Abu Masens ‚Gesten' zur Erleichterung der Lebensbedingungen angekündigt, um dem neuen Chef der Autonomiebehörde den Weg zu ebnen. Das Gegenteil ist der Fall. Seit drei Wochen sind die Übergänge für Arbeitnehmer aus Gaza geschlossen. Am Donnerstagvormittag bombardierten Militärhubschrauber das Fahrzeug eines Hamas-Aktivisten in einem nördlich der Stadt Gaza gelegenen Flüchtlingslager. Umgekehrt beschossen Palästinenser gestern eine israelische Stadt mit Mörsergranaten und verletzten zwei Menschen leicht. Die Exekution des 30-jährigen Hamas-Kämpfers Ijad Beik, den Israel für mehrere Übergriffe auf Soldaten und Siedler verantwortlich macht, erzürnte vor allem die örtlichen Sicherheitskräfte, die sich außerstande sehen, ihre Mission zu erfüllen, solange Israel Raketen abschießt. Die letzte Exekution liegt erst eine Woche zurück. Zudem verhafteten israelische Militärs im Gaza-Streifen den stellvertretenden Nachrichtenchef Suleiman Abu-Mutallak, der sich gerade auf dem Weg zum neuen Minister für innere Sicherheit befand." Anis: "Exekutionen" sind schwere Menschenrechtsverletzungen, das wird nicht erwähnt.


Freitag 20, 09.05.03, "Alle 25 Jahre eine Wahrheitskommission. IPPNW-KONGRESS. Auf der Suche nach einer Kultur des Friedens" von Regina General
Darin:"Journalisten - das war auf dem IPPNW-Kongress unüberhörbar - sind keine verlässliche Spezies, um weltweit Gegenkräfte zu alarmieren. Wenn eine Kultur des Friedens eine Chance haben soll, dann müssen deren Träger so vernetzt sein, dass eine verlässliche Gegeninformation gewährleistet wird." Anis: Guter Artikel. IPPNW = Internationale Ärzte zur Verhütung des Atomkriegs / Ärzte in Sozialer Verantwortung

Freitag 20, 09.05.03, "Der antiterroristische Schutzwall. DIE ‚MAUER' ZWISCHEN ISRAEL UND DEM WESTJORDANLAND. Offiziell soll sie Attentäter abwehren, nebenbei raubt sie den Palästinensern zehn Prozent ihres künftigen Staatsgebietes" von Michael Borgstede
Darin:"Tatsächlich scheint der Verlauf der Mauer nicht nur von Sicherheitserwägungen diktiert. Israelische Siedlungen wurden auf Kosten der Palästinenser großzügig der Westseite zugeordnet. Viele palästinensische Orte sehen sich so zwischen Siedlungen, Transitautobahnen und Mauer eingekesselt. Das sich bei derart sorgfältiger Planung auch das kostbarste Gut der Region, das Wasser, vornehmlich auf der israelischen Seite findet, überrascht niemanden mehr." Anis: Palestinian is the nigger of the world.

Gush Shalom (Israeli Peace Bloc), international release, May 09, 2003 6:14 PM: ISM Office Invaded, more info + what you can do"
You may have seen the short, immediate message. We now can tell you that the ISM (International Solidarity Movement) and Raprochement offices in Beit Sahour were raided today. Three women were taken into custody. Two internationals were arrested, both apparently American (one is Flo, the communications coordinator). A Palestinian was questioned, and then released; The 2:00 and 3:00 PM radio news reported that the internationals were illegally here, but the ISM office confutes that. In addition to the arrests, 5 computers and 3 lap tops were confiscated. This is a step further in the government's and military's war on human rights groups, particularly those who aim to help the nonviolent struggle of Palestinians against the occupation. It follows the killing of Rachel Corrie, and the shooting and seriously wounding of Tom Hurndall - still in coma - and Brian Avery, shot in the face, and invalidated for life. International human shielders are apparently losing their special status and treated no better than Palestinians. At present, legal aid is being sought to try to release the women and to recoup the computers.

jW 09.05.03, "C-Waffen gefunden: Was nun, Herr Blix? Nach Krieg gegen Irak: US-Armee sichert sich Patent für Gaswaffe." von Harald Neuber
www.jungewelt.de/2003/05-09/001.php Darin:"Die US-Armee plant den Einsatz von chemischen und biologischen Waffen. Nach Informationen der deutsch-amerikanischen Wissenschaftlerorganisation "Sunshine Project" registrierte das US-Patentamt bereits am 25.Februar dieses Jahres die Pläne für eine Granate, die mit chemischen und biologischen Kampfstoffen bestückt werden kann. Der Patentantrag war am 10.September 2001 eingereicht worden." Und: "Besonders brisant sind die neuen Informationen in Anbetracht des Krieges gegen Irak. Der Sturz der dortigen Regierung und die US-Besetzung des Ölstaates wurde mit dem Vorwurf begründet, Saddam Husseins Armee verfüge über biologische und chemische Waffen. Weder der UN-Waffeninspekteur Hans Blix noch die US-Amerikaner oder ihre Verbündeten konnten diesen Kriegsgrund bislang bestätigen." Und: "Besonders aber die politische Konsequenz ist verheerend. Mit der Aufnahme "nichttödlicher" Kampfstoffe in das Waffenarsenal der USAwird die Biowaffenkonvention weiter ausgehöhlt. Die Grenze zwischen erlaubter und verbotener Waffenforschung verschwimmt zunehmend." Anis: Die spinnen, die Amerikaner.

KHG-Frankfurt/Main (Katholische Hochschulgemeinde), 09.05.2003, "NEWSLETTER DER KHG-FRANKFURT/MAIN"
Hochschulpfarrer Martin Löwenstein schreibt: "Hallo! aus aktuellem Anlass hier ein Newsletter außer der Reihe: Als Ergebnis der Veranstaltung am Dienstag "Verdächtigt. Verhört. Durchsucht. Erlebnisse ausländischer Studierender auf dem Hintergrund des ‚Kampfes gegen den Terrorismus' in Deutschland." haben wir eine Internetplattform eingerichtet. Auf der Web-Site sollen Berichte gesammelt werden von Studierenden und anderen Personen, die aufgrund der Rasterfahndung beim so genannten ‚Kampf gegen den Terrorismus' verdächtigt oder verhört wurden, deren Wohnung durchsucht wurde, die ihren Job oder ihre Wohnung verloren haben: www.keinerasterfahndung.de. Die Initiative der KHG und von P. Löwenstein ‚Anders wieder Anfangen' - für junge, gut qualifizierte Menschen, die ihren Job verloren haben, hat in den letzten Monaten viel Resonanz gefunden. Die Homepage der Initiative informiert über die Veranstaltungen und versucht ein Gespräch unter Betroffenen zu initiieren. Am Sonntag, dem 11. Mai um 9.00 Uhr wird im ZDF ein Bericht über die Initiative ausgestrahlt (Info auf der ZDF-Homepage). Ihr/Euer Team der KHG Frankfurt.

SPIEGEL ONLINE, 09.05.03, "Friedensprozess. Bush plant Freihandelszone für Nahost."
http://service.spiegel.de/digas/servlet/find/ON=spiegel-247857 Darin:" Auch Scharon erklärte in einem Interview des israelischen Fernsehens, dass er auf eine gute Zusammenarbeit mit Abbas setze. Dieser könnte sich als echter Partner erweisen, da er Gewalt ablehne. Mit Bezug auf Syrien sagte der israelische Ministerpräsident, neue Verhandlungen müssten ohne jegliche Vorbedingungen stattfinden." Anis: Da Scharon Gewalt nicht ablehnt, ist er auch kein echter Partner, er sagt es ja selbst. Sein Kommentar über Syrien zeigt, dass er an einem Frieden nicht im geringsten interessiert ist. Jeder Journalist und Politiker sieht und weiß das, und die meisten machen sich durch Verschweigen mit diesem Wissen schuldig und lächerlich.


http://www.uwtv.org, May 8, "Edward Said talk at the University of Washington"
Ziyad writes: Salamaat to you all, If you would like to watch Edward Said talk at the University of Washington in Seattle on May 8, you can access it through streaming video. It was very refreshing. He was great as always.
http://www.uwtv.org/programs/displayevent.asp?rid=1848 (CK)


FR 07.05.03, "Scharon will ‚Weg zum Frieden öffnen'. Premier bereitet Israelis beim Unabhängigkeitstag auf ‚schmerzhaftes' Abkommen vor." von Inge Günther
Untertitel: "Palästinensische Militante haben in der Nacht zum Dienstag aus dem Hinterhalt einen jüdischen Siedler im Westjordanland erschossen sowie dessen sechsjährige Tochter und einen Mitfahrer schwer verletzt. Trotz des Attentats klangen in den Reden zum 55. israelischen Unabhängigkeitstag wegen des internationalen Friedensfahrplans hoffnungsvolle Töne an." Anis: SPIEGEL ONLINE schrieb gestern etwas ganz anderes, und SPIEGEL ONLINE ist auf diesem Gebiet um einiges glaubwürdiger. Ungeachtet des imponierenden Titels heißt es dann: "obwohl bislang nicht klar ist, ob es sich bei dem neuen Kurs Scharons um mehr als reine Rhetorik handelt." Alles klar. Die von der FR möchten, dass alle Menschen pro-Israel sind. Alle sollen Israel gut finden. Hier: "Dennoch gibt es Zeichen von Optimismus. Nicht nur die Tel Aviver Börse reagierte positiv auf die diplomatische Initiative aus den USA. Auch Ägyptens Staatspräsident Hosni Mubarak richtete erstmals wieder eine Glückwunschnote zum Unabhängigkeitstag an seinen israelischen Kollegen Mosche Katzav." Anis: Wenn Araber Glückwunschnoten schicken, ist das ein Zeichen für Optimismus. Nicht wenn Sharon Glückwunschnoten schickt, der macht, was er will, pow pow.


Counterpunch / ZNet 06.05.2003, "Buchbesprechung: 'Searching Jenin'. Neuerschienenes Buch 'Searching Jenin: Eyewitness Accounts of the Israeli Invasion', Hrsg.: Ramzy Baroud, mit einer Einleitung von Noam Chomsky." von Ilan Pappe
Darin:"In dieser Hinsicht ist die Bedeutung des vorliegenden Buches enorm, seine Wichtigkeit kaum zu überschätzen. 'Searching Jenin' ('Die Suche nach Dschenin') ist die erste systematische Schilderung - mittels Augenzeugenberichten - jener Ereignisse vom April 2002. In Arabisch sind bereits zwei Bücher erschienen, dies hier ist das erste in englischer Sprache. Es stellt die Ereignisse in ihrem Kontext dar u. verdeutlicht die Natur jenes Verbrechens. Es vermeidet die Falle, in die die Israelis damals die UN-Untersuchungskommission tappen ließen (indem sie die UN-Kommission in eine vorgeblich akademische Diskussion über den 'Massaker'-Begriff verstrickten). Das Buch macht lebhaft deutlich: Was in Dschenin geschah, war mehr als ein Massaker - es war ein inhumaner Akt, eine Barbarei unvorstellbaren Ausmaßes. Noam Chomsky schrieb die Einleitung dazu. Er verweist auf den Kontext anderer Verbrechen, die von den USA gesponsert wurden. Chomsky hat diese Verbrechen schon in der Vergangenheit minutiös festgehalten. Ramzy Baroud weist in seinem Vorwort zurecht darauf hin, das Buch müsse die Frage, wieviele Menschen tatsächlich gestorben sind, unbeantwortet lassen u. könne auch nicht jedem Aspekt des Verbrechens nachgehen. Was das Buch allerdings rüberbringt, ist - wie es einer der Zeugen ausdrückt -, die Botschaft: "Was ich gesehen habe, waren Verbrechen - manchmal schlimmer als ein Erdbeben". Kein subjektiver Eindruck, wie im Buch klar herauskommt. Die Dscheniner Aktionen der Israelis sind in jeder Hinsicht sehr leicht als Kriegsverbrechen identifizierbar - Kriegsverbrechen, gemäß der Hager Konvention." Anis: Ilan Pappe ist Leiter der 'International Relations Division' an der Universität von Haifa und ein prominenter israelischer Intellektueller.

Pater Rainer Fielenbach vom Karmelitenkloster Springiersbach schreibt am 06.05.03:
Während in unseren Medien - wenn überhaupt - nur noch euphorisch über den "neuen Fahrplan des Nahostquartets geredet wird, vollzieht sich im Schatten von Streiks in Israel und Nichtbeachtung bei uns und in Israel an der sogenannten "Grünen Linie" ein unvorstellbarer Vorgang: Die Mauer wird unter Höchsteinsatz gebaut. An vielen Stellen werden Ortschaften vom palästinenischen Hinterland durch die Mauer abgetrennt. Ziel: "Stiller Transfer" der palästinensischen Bevölkerung entlang der Grünen Linie! Der Zugang zu den Feldern, zur medizinischen Versorgung, zur Grundversorgung, zur Schule liegt in der Willkür der israelischen Armee. Hunderte Friedensaktivísten aus Israel, Amerika, Europa halten in Camps an der Grenze Tag und Nacht aus, halten Wache, oft lebensgefährlich, um im ein oder anderen Fall den Mauerbau zu stoppen. Aktuelle Fotos und Berichte unter: Gush-Shalom
www.gush-shalom.org/thewall/index.html und www.gush-shalom.org/thewall/gallery.html. Die täglichen Berichte erzählen für uns unglaubliche Gesichten.

Kieler Nachrichten, 06.05.03, S.2, "Wieviel Veränderung braucht das Land? Die Konzepte von Union und SPD im Vergleich" von dpa
Anis: Bemerkenswerte Überschrift und wichtiges Indiz für eine Mentalität der Veränderungsunwilligkeit. Genau fünf Punkte werden hier besprochen: Arbeit und Soziales, Arbeitslosengeld, Kündigungsschutz, Bündnisse für Arbeit und Rente. Dies, so wird suggeriert, seien die Rahmenpunkte für gesellschaftliche Veränderung. Sie sind es aber nicht. Die wirklichen Reformen braucht es woanders. Es geht um die Überwindung des sozialen Egoismus' und die Annäherung der Klassen. Es geht darum, den politischen Diskurs zu öffnen, damit die Tabus der Entfremdung und der autoritären Strukturen entzaubert werden. Damit die gesellschaftlichen Energien freigesetzt werden können, die unser Land aus dem Krampf und dem geistigen Jammertal herausholen. Davor aber fürchten sich sowohl die Parteien als auch die Presse. Deshalb führen sie Scheindebatten, die ihnen das Gefühl geben, wirklich etwas zu tun. Dahinter steckt im wesentlichen ein Kontrolldrama, ein dogmatischer Imperativ des Leidens durch Verschleppung. Wie heißt es doch selbstironisch am Schluss des Kommentars heute auf Seite 11: "Es lebe der Rückschritt!" Es hat einen infantilen, durchaus auch sympathischen Zug, verantwortliches Handeln aber ist für mich etwas anderes. Denn auf diese Art werden Reformen verhindert.

Telepolis 06.05.03: "Ist es Zufall? Die Nationale Kommission zur Untersuchung der Ereignisse vom 11.9. hat die ersten Anhörungen durchgeführt, die Bush-Regierung blockiert weiter die Aufklärung." von Ronda Hauben
www.heise.de/tp/r4/artikel/14/14737/1.html Darin:"Ein aktueller Artikel in Newsweek mit dem Titel Die Geheimnisse des 11. Septembers [http://www.msnbc.com/news/907379.asp?0cv=KB10] fragt, warum der 800seitige Bericht des gemeinsamen Ausschusses des Senats und des Repräsentantenhauses noch nicht veröffentlicht wurde. Der Bericht liegt seit dem 27. November 2002 vor. Er wurde einer Arbeitsgruppe der Bush-Regierung zur Überprüfung übergeben." Und: "Während 40 Millionen US-Dollar für die Aufklärung der Columbia-Katastrophe bewilligt wurden, wurden für die Nationale Kommission zur Untersuchung der Terrorangriffe nur 3 Millionen zur Verfügung gestellt." Und am Schluss: "Die fehlende offizielle Unterstützung der Regierung, ihre eigenen Fehler untersuchen zu lassen, spricht der Verwendung des 11.9. zur Legitimierung ihres angeblichen ‚Kriegs gegen den Terrorismus' durch die Bush-Administration Hohn. Mit ihrem andauernden Widerstand gegen die erforderliche Untersuchung stärkt die Bush-Administration bei mehr und mehr Menschen in den USA und in der Welt die Vermutung, dass die US-Regierung mit den Ereignissen vom 11. September 2001 verwoben ist." Anis: Das ist ein unerhörter unglaublicher unmöglicher Skandal!

SPIEGEL ONLINE, 06.05.03, "Scharon stellt Vorbedingungen. Eine Woche nach Vorlage des internationalen Friedensplanes für den Nahen Osten scheint Israels Ministerpräsident Ariel Scharon das Papier unterminieren zu wollen. Er forderte den baldigen Verzicht auf ein Rückkehrrecht für palästinensische Flüchtlinge als Friedensbedingung.
http://service.spiegel.de/digas/servlet/find/ON=spiegel-247597 Darin:"Vor den Feiern zum israelischen Unabhängigkeitstag riegelte Israel am Dienstag die Autonomiegebiete ab. Im Gazastreifen sprengten israelische Truppen Armeeangaben zufolge ein Fischerboot in die Luft. Die drei palästinensischen Insassen hätten ihr Boot auf Zuruf nicht gestoppt. Im Westjordanland sei eine mutmaßliche Bombenwerkstatt gesprengt worden, hieß es." Anis: Soviel zum israelischen Friedenswillen.

DIE WELT, 06.05.03, "Israel bringt Einwände gegen Friedensplan vor. Vor Treffen Bush-Scharon offenbar keine Schritte zur Umsetzung geplant. Palästinenser sprechen von Verzögerungstaktik" von WELT.DE/AP
http://www.welt.de/data/2003/05/06/88228.html Anis: Israel will bestimmt Frieden.

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