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Datenbank zum Diskurs Palästina/Israel/Deutschland/Arabische Welt/Islam. Seit 2001 - Database on the discourse Palestine/Israel/Germany/Arab World/Islam. Since 2001
04/2003 (1)
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al-Ahram Weekly, gesehen 26.04.03: " Not a game. Washington went straight from attacking Iraq to threatening Syria." Azmi Bishara says the world does not work that way.
http://weekly.ahram.org.eg/2003/635/op101.htm Ends with: "The Americans want to convince the Palestinians that their case has been weakened by the war and that the only way forward is to accept Israel's dictates. In other words, the Palestinians should learn from what happened in Iraq. What is truly alarming is that some people seem to concur with that view. The truth, however, is totally different. The Palestinian cause, its justice and legitimacy, has been strengthened by the course of recent events. Those who wanted to rally support behind Iraq used the Palestinian issue to make their cause. The Americans are well aware of the justice of the Palestinian cause, but they want to capitalise on fear by making additional threats. One wonders what they plan to threaten the Palestinians with -- occupation?" Anis:Azmi Bishara is a leading Palestinian political activist. It is sometimes good to compare the German media with international outlets.

Bundeszentrale für politische Bildung, gesehen 26.04.03: Seminar-Ankündigung: "Realitäten und Perspektiven eines ‚europäisch' geprägten Islam (10.06.2003-13.06.2003)
Text: "Konferenz der Bundeszentrale für politische Bildung für Islamwissenschaftler, zivilgesellschaftliche Initiativen und Journalisten. Betrachtet werden die Chancen und Perspektiven für eine Öffnung des Islam hin zu einem Bestandteil einer multireligiösen demokratischen Gesellschaft, vor allem in Europa., Bundeszentrale für politische Bildung KonferenzCentrum Brühl, Willi-Brandt-Straße 1, 50321 Brühl, Für weitere Informationen: kcb@fhbund.de." Anis: Das mit dem Euro-Islam ist wohl eine Erfindung von Bassam Tibi, die von Herrn Thierse aufgenommen wurde. Ich frage mich, was die Anführungsstriche im Titel sollen: "'europäisch'", hm. Das muss nichts Schlimmes sein, allerdings habe ich gelesen, was Herr Thierse sich so darunter vorstellt, und das gefällt mir nicht. (Siehe Statement: Euro-Islam:
www.anis-online.de/1/essays/statements/03.htm#euroislam) Ein Tummelplatz für Kontrollfreaks.

Daily Star / ZNet, 26.4.03, "Die Männer, die Palästina verkaufen würden." von Ali Abunimah
Darin am Schluss: "Die vagen Versprechungen der Oslo-Verträge sind ersetzt worden durch die vagen Versprechungen der 'Straßenkarten.' Abbas wird nicht unterstützt, weil er die Zukunft für die Palästinenser darstellt, sondern genau deshalb, weil er eine Vergangenheit repräsentiert, in der die grundlegenden Rechte und Interessen des palästinensischen Volkes insgeheim gegen privaten Profit und Privilegien eingetauscht wurden." Orginalartikel: "The Men Who Would Sell Palestine"

FR 26.04.03, "Israel verzichtet auf Vergeltung. Bush will Abbas zu Gesprächen nach Washington einladen" von dpa/ap
Darin am Ende: "Im Westjordanland wurde am Freitag bei einem Schusswechsel mit Palästinensern ein israelischer Soldat leicht verletzt. Palästinenser schossen in der Stadt Dschenin auf eine Gruppe von Soldaten, als diese aus gepanzerten Fahrzeugen ausstiegen, teilten die israelischen Streitkräfte mit. Israelische Kampfhubschrauber erwiderten laut Angaben aus palästinensischen Sicherheitskreisen das Feuer. Die israelischen Soldaten waren im Morgengrauen in Dschenin eingerückt, um dort nach mutmaßlichen Extremisten zu suchen." Anis: Tolle Überschrift! Diese "Vergeltung" besteht üblicherweise in Menschenrechtsverletzungen, ist also sowieso von vornherein indiskutabel. So schlimm und verurteilenswert der Anschlag in Kfar Saba mit zwei Toten und 14 Opfern war. Betrachtet man dagegen das Schlusszitat, so sieht man, das Soldaten in Jenin eingerückt waren. Warum? Auf dieser Basis kann die FR jedenfalls damit leben, denn: Israel verzichtet auf Vergeltung. Alles klar.

jW 26.04.03, Wochenendbeilage: "Amoralische Friedenspropaganda. Der schwarze Kanal: Journalisten-Kontroverse um kritischen Journalismus" von Werner Pirker
www.jungewelt.de/2003/04-26/024.php Darin: "Die Ächtung von Friedenspropaganda, ausgesprochen von einem deutschen Fernsehintendanten, entspricht exakt dem Geist, der die Verhüllung des Guernica-Wandbildes im Hauptsitzungssaal der UNO gebot, weil sich US-Außenminister Powell in seiner Kriegsrede von Picassos Anklage gegen den Krieg nicht brüskieren lassen wollte." Und: "Neben dem Antiamerikanismus, dem eine Seelenverwandtschaft mit dem Antisemitismus unterstellt wird, sieht sich nun auch die Friedenspropaganda dem Vorwurf politischer Unkorrektheit ausgesetzt. Denn in ihrem Getöse, klagt Peter Voss, sei weitgehend untergegangen, ‚was dieser Krieg auch war: eine Geiselbefreiung'." Anis: Peter Voss vom ZDF. Man sieht hier deutlich, wie ein Kriegskurs legitimiert wird.

taz 26.04.03, S.16: "Korrespondent-Maschine. Der ZDF-Mann Ulrich Tilgner ist aus Bagdad zurück. Der Sender ist stolz auf seinen analytischen Star. Und sauer auf Statistiker, die der ZDF-Berichterstattung aus dem Irak Antiamerikanismus vorrechnen" von HEIKO DILK
www.taz.de/pt/2003/04/26/a0132.nf/textdruck Darin: "Ausgerechnet im Auftrag der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, die eine recht klare proamerikanische Linie verfolgte, analysierte Medien Tenor, dass die USA im ZDF zu 16 Prozent negativ bewertet worden seien, nur zu 8 Prozent positiv." Anis:Die so genannte journalistische Objektivität entlarvt sich hier deutlich als Unterstützer des Rechts des Stärkeren. Gesamtkommentar: Es ist ein hämischer und destruktiver Artikel, was man daran merkt, dass Tilgner nicht wirklich etwas vorgeworfen wird, es sich aber so anhört. Das passt aber auch zur taz. Die taz mag keine Helden, das ist bekannt. Jeder, der den Artikel über Hermes Phettberg vor ein paar Wochen oder Monaten gelesen hat, weiß das. Entfremdung. Ulrich Tilgner jedenfalls ist super.

DIE WELT 26.04.03: "Israel existiert nicht. Die neuen palästinensischen Schulbücher erziehen nicht zum Frieden" von Mirjam Glaeser
www.welt.de/data/2003/04/26/79015.html Darin: "Trotz der deutlichen Verbesserungen gegenüber den zuvor verwendeten jordanischen und ägyptischen Schulbüchern stießen allerdings auch die neuen Bücher bereits kurz nach der Veröffentlichung der ersten Hefte für die ersten und sechsten Klassen im Herbst 2000 auf scharfe Kritik. Israel als Staat, als Gegner, als Konkurrent und Partner in einem von beiden Seiten begonnenen Friedensprozess taucht in keinem der Schulbücher auf. Städte wie Nazareth, Haifa und selbst Tel Aviv werden in den Karten der Bücher kommentarlos als palästinensische Städte ausgegeben." Inge Soder: ( Frage: hat sich Israel selbst schon Grenzen gesetzt?? Gelten UN-Teilungsplan-Grenze, die 1967er Grenze oder die "Groß-Israel-Grenze ??? etc. IS). Anis: In der Tat sind Schulbücher ein wichtiges Thema. Die Frage ist, warum ausgerechnet jetzt eine Kritik vom Herbst 2000 aufgewärmt wird. Und warum nichts über israelische Schulbücher gesagt wird. Am Schluss des Artikels wird auf weiterführende Literatur vom Middle East Media Research Institute (www.memri.de) verwiesen. Dieses Institut hat Brian Whitaker vom Guardian im August 2002 untersucht, mit dem Ergebnis, dass MEMRI nicht nur arabische Zeitungen übersetzt, sondern dass es da Verbindungen zu israelischen Nachrichtendiensten gibt und dass die Zeitungen nicht repräsentativ, sondern propagandistisch ausgewertet werden. http://www.guardian.co.uk/elsewhere/journalist/story/0,7792,773258,00.html


Kieler Nachrichten 25.04.03, S.3, "Anschlag hält Machtkampf zwischen Arafat und Abbas offen"
Anis: Man kann es statistisch nachprüfen: Wenn es um Gewalt von Palästinensern geht, wird öfter mal ein langer Artikel gedruckt, wenn es um Gewalt der israelischen Armee geht, wird es in der Zeitung entweder ignoriert oder eher knapp behandelt. Es ist kein Wunder, dass der Nahostkonflikt nicht beigelegt werden kann, wenn der Öffentlichkeit ein Bild suggeriert wird, das so gezeichnet ist, dass es Israel nicht belastet. Ich denke, dass der gute Kommentar von Cornelia Müller auf S.2 zum Thema Jugendliche und Gewalt auch hier her passt: "Bleibt es dabei, dass wir unbequeme Erkenntnisse kollektiv verdrängen, sieht es düster aus. Die nächste schlimme Bilanz kommt bestimmt."

metimes.org/com, 25.04.03: "Israeli MP lays first stone in settlement expansion"SHILOH, WEST BANK by AFP


Zeit-Fragen (Schweiz) 25.04.03, "Das Undenkbare denken -oder: Wer wird unser nächster Dämon?" von Thomas H. Naylor
http://www.zeit-fragen.ch/ARCHIV/ZF_104a/T09.HTM Darin: "Mindestens fünf äusserst profilierte Gruppen besitzen die notwendigen Ressourcen und Anreize, um eine ‚Meisterleistung' wie die vom 11. September durchzuführen. Dazu gehören das Weisse Haus, das Pentagon, die CIA, die hohen Priester des Korporierten Amerika und der Mossad - das israelische Äquivalent der CIA." Und: "Das Ziel der Israeli ist nichts Geringeres als die Dämonisierung der gesamten arabischen Welt." Anis: Sehe ich auch so. Weiter: "Aber wenn Saddam weg ist, wer wird dann unser nächster Dämon? Unsere Wette ist, dass es der nordkoreanische Führer Kim Jong II sein wird. Und er ist nicht einmal ein Araber. Hat Usama bin Ladin oder hat Saddam Hussein die Zwillingstürme zusammenbrechen lassen? Wetten Sie lieber Ihr Leben nicht darauf!" Gesamtkommentar: empfehlenswert. Professor Naylor ist Co-Autor von "The Chosen State: The Compelling Case for Vermont Independence", das bald von The Public Press publiziert wird.


taz, 23.04.03, S. 6, "Beginn einer Welle von Kriegen", Interview mit dem syrischen Schriftsteller Elias Khoury, von KATRIN SCHNEIDER
http://www.taz.de/pt/2003/04/23/a0156.nf/textdruck Darin Khoury: "Wir brauchen nicht die Hilfe von Regierungen, sondern die Unterstützung und Solidarität der Zivilgesellschaft in den europäischen Staaten für unseren schwierigen Kampf für Demokratie und Menschenrechte. Wir wollen gehört und verstanden werden. Vor einem Monat wurde zum Beispiel der syrische Oppositionelle Riad Turk freigelassen, der 17 Jahre im Gefängnis verbracht hat. Er ist unser Nelson Mandela, aber kaum jemand schreibt über ihn. Es gibt eine riesige kulturelle Bewegung in der arabischen Welt, die im Westen nicht wahrgenommen wird." Anis: Sehr gutes Interview


metimes.com, 19.04.03, "EU leads UN condemnation of Israel" by Richard Waddington, GENEVA

Junge Welt, 17.04.2003, Thema: "'Sagt nicht, ihr hättet nichts gewußt ...'. Internationale Friedensaktivisten und israelische Journalisten konfrontieren die Gesellschaft Israels mit den täglichen Verbrechen der Besatzungsmacht" von Ulrike Vestring
www.jungewelt.de/2003/04-17/005.php

Kieler Nachrichten, 17.04.03, S.1, "Abu Abbas in Bagdad gefasst. USA sehen Terrorvorwürfe gegen Irak bestätigt." von dpa/afp.
Anis: Natürlich sehen sich die USA bestätigt, die Pharce beginnt da, wo die Presse das übernimmt. Die komplette Seite 3 wird dieser Aktion gewidmet, wobei der Fall Achille Lauro lang und breit wieder aufgerollt wird (mit Farbfotos), was die Nachricht bei weitem nicht hergibt, denn dieser Abbas-Typ war längst "im Ruhestand", wie die KN selbst auf der 3 titeln (Artikel von dem umstrittenen Journalisten Ulrich Sahm/afp). Wenn nicht einmal die Israelis hinter Abu Abbas her sind, dann kann er ja so heiß nicht sein. Von der Militäraktion in Gaza mit Toten und Verletzten, die die heute-Sendung gestern erwähnte, steht in den Kieler Nachrichten jedenfalls nichts. Stattdessen eine kleine Nachricht auf der 4 mit dem vielversprechenden Titel "Palästinenser für Gewalt in Israel". Darin heißt es (dpa): "Die Mehrheit der Palästinenser sieht im bewaffneten Kampf gegen Israel weiterhin ein legitimes Mittel zur Befreiung von der israelischen Besatzung." Dabei hat selbst Sharon vor Kurzem zugegeben, dass sich etwas ändern muss, siehe SPIEGEL ONLINE - 13. April 2003, 10:04 URL: http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,244640,00.html ("Die Besatzung der Palästinenserstädte könne nicht von Dauer sein.") Dass vor allem die Israelis für Gewalt in Palästina sind, zeigten ja die letzten Wahlen. Das hat die Presse aber nicht so ausgedrückt, obwohl das auch eine "repräsentative Umfrage" gewesen ist, sogar eine, bei der man die Quelle nennen kann. Das ist auch keine zionistische Lobby oder so etwas, das ist schlicht und ergreifend Rassismus. Stimmungsmache gegen ein bestimmtes, unterdrücktes Volk, um damit das Gefühl zu haben, an einer vermeintlichen Überlegenheit teilzuhaben. Ich halte diese Tendenz insbesondere angesichts der aktuellen Gefahren für die Palästinenser (siehe Menschenrechtsbericht) für menschenverachtend und niedrig. Im Grunde ist Rassismus Gotteslästerung, denn vor Gott sind alle Menschen gleich.




taz 16.04.03, S.12, "DIE GEGNER DES IRAKKRIEGES SIND ANTIAMERIKANISCH UND SELBSTGERECHT. Diese Friedensbewegung braucht keiner" Kommentar von KLAUS-PETER KLINGELSCHMITT
http://www.taz.de/pt/2003/04/16/a0145.nf/textdruck Darin: "Antiamerikanismus ist also doch die Triebkraft der Friedensbewegung. Auf einer Demo in Berlin brannte eine US-Flagge. Linke Friedensfreunde laufen Sturm gegen die US-Amerikaner; parallel zu den Rechtsradikalen von der NPD - nicht gemeinsam mit ihnen. Der schmutzige Krieg der Russen gegen das Volk der Tschetschenen? Geschenkt. Kein Feindbild vorhanden, keine US-Amerikaner dabei." Anis:Paradebeispiel eines gewaltrelativierenden Beitrags. Man beachte den Zusammengang von "Anti-" und "Rechtsradikalen", der auch aus einem anderen Kontext als Topos bekannt ist. Herr Klingelschmitt lenkt hier ab, genau wie Bassam Tibi in der WELT vor einiger Zeit, als er schrieb: "Und wer regt sich über Libyen auf?" Man erkennt solche Ablenker typischerweise am Vorwurf des Anti-Seins, der inhaltlich nur gefüllt ist durch Dinge wie "Jemand verbrannte eine US-Flagge" etc.. Natürlich ist Tschetschenien ein Thema und viele Länder. Man muss nicht jedesmal auf alle Länder zeigen, wenn man die derzeitige, inzwischen offen imperialistisch genannte, Außenpolitik der USA anklagt. Das ist eigentlich zu billig für die taz, aber es überrascht mich trotzdem nicht.

16.04.03. - heute gesehen: Einige Nahost-Artikel von Michael Borgstede (danke A.J.):
http://www.freitag.de/2003/15/03150202.php (über Machmud Abbas 04.04.03)
http://www.jungle-world.com/seiten/2003/12/535.php (über Arafat 19.03.03)
http://www.freitag.de/2003/11/03110301.php (über Bush & Nahost 07.03.03)
http://www.jungle-world.com/seiten/2003/14/635.php (Chronik eines Selbstmordanschlags 02.04.03)
http://www.jungle-world.com/seiten/2003/06/225.php (über Scharon und die Wahl 05.02.03)
http://www.jungle-world.com/seiten/2003/08/342.php (über Israel / Angst / Irakkrieg 19.02.03)


Kieler Nachrichten 15.04.03, S. 3, "Bewährungsprobe für Baschar el Assad" von afp
Darin: "...hat das Erbe seines Vaters Hafis el Assad angetreten - als hartnäckiger Vertreter der arabischen Interessen, feindseliger Nachbar Israels und offener Gegner der USA." Anis: feindseliger Nachbar Israels? Jetzt nennen wir Syrien feindselig oder wie? Liebe KN-Redaktion, vielleicht möchten Sie uns bald verraten, wieso Sie an Israel (zwanghaft) gerade das beschützen, was Sie an den USA entschieden ablehnen? Wir sind ja immernoch mit der R-Frage beschäftigt, und viele Menschen möchten wirklich wissen, was da bei Ihnen in der Redaktion los ist.

Weltwoche 15/03 (15.04.03), Interview mit Faisal al-Kasim von al-Dschasira; von Roger Köppel
www.weltwoche.ch Anis: Sensationelles Interview! Faisal al-Kasim ist eine der schärfsten Zungen des Orients. Ein Name, den man sich merken sollte. Dieses Interview zeigt eine neue Zeit mit ganz neuen Fragen und Methoden. Es zeigt die Verschmelzung der Kulturen.


junge Welt 14.04.03, Ausland: "Friedensaktivisten im Visier. Erneut Internationalist von israelischer Armee angeschossen. Repression gegen Palästinenser", von Heide Niggemann, ISM-Aktivistin
www.jungewelt.de/2003/04-14/005.php Darin: "Am vergangenen Freitag haben Soldaten in Rafah im Gazastreifen einen britischen Aktivisten angeschossen; er liegt in Koma. (...) Bei dem Opfer handelte es sich um einen Mitarbeiter der Organisation International Solidarity Movement (ISM). Bereits am 16. März 2003 war die 23jährige US-amerikanische ISM-Aktivistin Rachel Corrie, ebenfalls im Flüchtlingslager von Rafah, von einem israelischen Militärbulldozer überfahren und getötet worden." Anis: Plus viele weitere wichtige Infos.


FR, 12.04.03, Feuilleton S.9, "Ansteckend. Friedenschancen in Nahost." von Natan Sznaider
Darin: "Nun haben die Amerikaner mit ihrem Sieg die nahöstliche Welt ein Stück sicherer gemacht. Israelis können jetzt endlich ihre Gasmasken entsorgen..." Anis:Was ist eigentlich Sicherheit? Weiter heißt es: "Der Völkerrechtsfundamentalismus deutscher und französischer Politiker und Intellektueller, die fast schon darauf hofften, dass die Amerikaner den Krieg verlieren würden, und das Verbrennen israelischer Fahnen auf Friedensdemonstrationen haben vielen Israelis wieder mal klar gemacht, dass es mit deutscher Solidarität mit Israel nicht sehr weit her sein kann." Anis: Was haben die Amerikaner denn gewonnen? Dann: "Die USA und Großbritannien haben wieder gezeigt, dass sie bereit sind, die Last für eine kosmopolitische Menschenrechtspolitik zu tragen, notfalls auch mit Gewalt. Und Freiheit kann ansteckend wirken. Auch Nachbarn Israels werden jetzt gelernt haben, dass der Konflikt mit Israel und den USA auf Dauer auch gegen ihre eigenen Interessen ist." Anis: Steht so in der FR. "Auch Israelis wollen von den Amerikanern befreit werden, wollen in den Straßen tanzen, ohne die Sorge, von Terroristen in die Luft gesprengt zu werden. US-Marines und die Rückkehr britischer Soldaten in den Nahen Osten könnten das neue Sicherheitsgefühl verstärken." Anis: Die bei der FR merken das gar nicht. Hier: "Nicht nur von der Nachkriegsordnung in Irak, auch von der Verwirklichung des Nahostfahrplans wird abhängen, ob der nicht ‚legale' Krieg Legitimität gewinnen wird. Freiheit in Nahost wird auch Freiheit für die Palästinenser heißen müssen. Wenn im Gefolge des Sieges über den Irak ein unabhängiges Palästina entsteht, das in politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zu Irak und Israel steht, wird das ein Triumph des liberalen Imperialismus sein, dem sich nicht einmal mehr die deutschen Schwarzseher entziehen können." Triumph des Imperialismus, in der FR. (Natan Sznaider ist Dozent für Soziologie am Academic College in Tel Aviv)

taz, 12.04.03, "Ein deutsches Schweigen. Die Vorfahren der islamischen Hamas arbeiteten gern mit den Nazis zusammen. Ein Umstand, den die deutsche Linke in ihrer Nahostsolidarität gerne ausblendet" von MATTHIAS KÜNTZEL
http://www.taz.de/pt/2003/04/12/a0225.nf/text Die taz hat hier ein neues Niveau gefunden. Um von den täglichen Gräueln der Israelis abzulenken, drucken sie jetzt Propaganda von einem Herrn, der gerade das Buch "Djihad und Judenhass. Über den neuen antijüdischen Krieg" geschrieben hat. Und der aus der Ecke "Der Elfte September war antisemitsch" kommt. Alles klar! Taz hat Bodenhaftung verloren.


Kieler Nachrichten 10.04.03, Schlagzeile S.1, "Bagdad ist gefallen"
Link zu Medien-Satire:
DIE JUNGS (24): BAGDAD IST GEFALLEN / BAGHDAD HAS FALLEN

Kieler Nachrichten 10.04.03, S.6, "Nahost: Fischer mahnt Reformen an" von anonym
Darin: "Fischer hat von (...) Arafat entschiedene Reformen eingefordert" mit dpa-Foto, auf dem Arafat wie ein Schulbub neben einem mahnenden Fischer steht. Weiter: "Arafat behindert nach Medienberichten die Bildung der Palästinenser-Regierung." Anis: Nach Medienberichten! Die Verantwortung dafür liegt also bei der Presse, sie sagt es selbst. Die Hamburger Morgenpost hingegen titelt auf S. 6 unten: "Ein Ritt auf dem Pulverfass. Joschka Fischers Nahost-Mission von neuer Gewalt überschattet." Und darin heißt es unter anderem: "Neue blutige Gewalt: Dienstagabend israelischer Luftangriff auf Gaza - Wohnhaus getroffen - sieben Tote; gestern Zusammenstoß im nördlichen Gazastreifen - drei Palästinenser getötet, darunter ein 13-jähriger Junge; Bombenanschlag radikaler Juden auf eine palästinensische Dorfschule - 29 Verletzte." Von all dem steht in den Kieler Nachrichten kein Wort. Der Ressortchef Politik heißt Klaus Kramer und der Chefredakteur ist Jürgen Heinemann. Geschäftsführer sind Christian Heinrich und Dr. Hubertus Grote.

Kieler Nachrichten 10.04.03, S.32, Kieler Szenen, "Rückendeckung für Martin Walser", Heinz-Rudolf-Kunze-Interview von Jörg Meyer
Darin der bekannte Popmusiker Kunze: "Ich fand allerdings die Anregungen, die Walser gegeben hat, sehr sinnvoll, und ein großer Teil der Kritik, die er einstecken musste, war unberechtigt. Wenn man wie ich fast alles kennt, was der Mann geschrieben hat, kann man ihm nicht unterstellen, dass er mit Antisemitismus oder rechtem Nationalismus kokettiert. Aber er hat es mutig auf sich genommen, auf Dinge aufmerksam zu machen, die in Deutschland jahrzehntelang tabu waren." Anis: Hinsichtlich Walsers gibt es einen Punkt, der mir nicht ganz klar ist: Hat er gesagt, dass die Debatte um Holocaust/Shoa beendet werden soll? Falls ja, dann stimme ich nicht zu. Das Motto: "Es muss Schluss sein mit der Vergangenheit" ist meiner Ansicht nach nicht richtig, vielmehr geht es darum, den Diskurs zu öffnen, um nicht zu ersticken.

taz 10.04.04, S.12, "ISRAELIS UND PALÄSTINENSER SIND INTERNATIONAL GEFÄHRLICH ISOLIERT. Europa muss Vertrauen bilden", Kommentar von Susanne Knaul
http://www.taz.de/pt/2003/04/10/a0105.nf/textdruck Darin: "Die jüngsten Äußerungen aus London und Paris, die den israelisch-palästinensischen Konflikt und vor allem Israels umstrittene Antiterrormaßnahmen als Hauptursache für den in der arabischen Welt wachsenden Unmut sehen, haben nicht gerade vertrauensbildend gewirkt. Immer stärker macht sich seit der Militäroperation in Dschenin und dem Vorwurf, es habe dort ein Massaker gegeben, in Jerusalem das Gefühl breit, von der Welt nicht verstanden zu werden und auf sich allein gestellt zu sein." Anis: Es ist ein Skandal, wie die taz legitime Israelkritik unterbindet! ‚Macht sich das Gefühl breit, von der Welt nicht verstanden zu werden', so ein Quatsch! Sogar die Hamburger Morgenpost ist nicht so blind wie die taz. Wütend wird man da!

Link zu Fischer-Kritik: Brief von G . H . U . P . e.V. : Kriegsverbrechen Israels mit Billigung des Aussenministers? (09.04.03)

KN 09.04.03, S.6, "'Eine Debatte hinter verschlossenen Türen'. Fischer ruft Israel zur Unterstützung von Nahost-Fahrplan auf", von afp
Anis: Während Fischer Gespräche mit der israelischen Regierung führt, werden im Gazastreifen sieben Menschen von Hubschraubern aus getötet, darunter "vier, die der Hamas angehört haben sollen". Das wurde jedenfalls gestern im heute-journal berichtet. Die Botschaft ist klar: Seht her, wir erschießen Palästinenser und Fischer sagt nichts. - Stärker noch als andere Zeitungen verzichten die KN darauf, auf die ständigen israelischen Übergriffe einzugehen. Man sollte mal eine Liste der Übergriffe machen und zeigen, was bei den KN ausgespart wird. Möglicherweise stelle ich eine (zweisprachige) Fallstudie zu diesem Thema her, in der auch das R-Wort vorkommen könnte, Titel: "Die Rolle der Kieler Nachrichten im Nahostkonflikt seit dem Elften September". Es wäre schön, wenn die Kieler Nachrichten sich künftig an der Richtlinie der Wahrhaftigkeit orientieren, damit so etwas überflüssig wird. Diese Debatte wird dann eher nicht hinter verschlossenen Türen stattfinden.


Zum Irakkrieg, Leserbrief an die KN von Ahmad und Anne Hamadeh 08.04.03
Auch wir sind gegen den Krieg: Egal, wie Mr. Bush und seine Falken den Krieg zu rechtfertigen versuchen, wird es ihnen weltweit nicht gelingen. Nach der UNO stand die ganze Welt gegen den illegalen, unnötigen, unsauberen, menschenverachtenden und völkerrechtlich nicht vertretbaren Krieg. Dieser Krieg ist schmutzig und dient nur den Öl- und Waffenmultis. Es ist unglaublich, angebliche Nicht-Befolgung von UNO-Beschlüssen mit tatsächlicher Nicht-Befolgung der UNO-Beschlüsse zu beantworten. Es sind nach 20 Tagen Krieg bereits neben hunderten von Soldaten, tausende Zivilisten (Frauen, Kinder, ältere Menschen) zu Tode bombardiert worden. Menschen, die Mr. Bush angeblich befreien wollte. Hollywoodstar George Clooney hat am 10. Febr. auf der 53. Berlinale der amerikanischen Regierung eine Manipulation der Bevölkerung in der Irak-Frage vorgeworfen: 'Zunächst habe die Regierung den irakischen Staatschef Saddam Hussein mit den Anschlägen vom 11. Sept. in Verbindung gebracht. Danach hieß es, Ihr seid entweder für die Regierung oder für den Feind, was der Redefreiheit widerspricht und der Freiheit, eine andere Meinung zu vertreten. Es sei nicht nur das Recht, sondern die patriotische Pflicht eines jeden Bürgers, die Entscheidung der Regierung zu hinterfragen.' Dem kann man kaum noch etwas hinzufügen, außer, daß Journalisten wie Arnett sofort gefeuert werden, wenn sie den Krieg offen kritisieren. Arnett kann dennoch von Glück reden, andere Journalisten wurden einfach bombardiert. Wenn die Freiheiten, die man verteidigt, im 21. Jahrhundert mit Füßen getreten werden und das Recht dem Stärkeren gilt, dann werden Türen und Tore für Terror jeglicher Art geöffnet. Wir sind gegen jeden Krieg, egal aus welchen Gründen und stimmen hier mit der Meinung unseres Sohnes Anis völlig überein. Am Ende noch ein Satz von Winston Churchill. Zitat 'Die Amerikaner tun das Richtige, wenn alle Alternativen ausgeschöpft sind.'"


Netzzeitung 07.04.03: "Der Mufti und die Nazis. In seinem Buch ‚Djihad und Judenhaß' macht Matthias Küntzel die Bedeutung des Antisemitismus für die Ideologie der Islamisten deutlich. In den Dreißigerjahren unterhielten die ‚Muslimbrüder' mehr als freundliche Beziehungen zu den Nazis." von Daniel Kilpert
http://www.netzeitung.de/servlets/page?section=585&item=233914 Anis: Hier wird der Eindruck erweckt, dass Islam und Araber latent antisemitisch bzw. nazimäßig sind, wie auch der Elfte September. Typischer zeitgenössischer Propagandatext, der nicht zum Frieden beiträgt, sondern Feind-Klischees und Gräben vertieft.


Zu Fischers Nahostreise, offener Brief von Claudia Karas am 05.04.03
Die wesentlichen Teile dieses Briefes erschienen am 07.04. in der Jungen Welt (Auch in der ägyptischen Tageszeitung al-Ahram wurde ein ähnliches Statement von Claudia Karas veröffentlicht 16.03. auf Seite 9): www.jungewelt.de/2003/04-07/007.php Sehr geehrter herr außenminister fischer, laut zeitungsmeldung werden Sie in der kommenden woche Israel und die besetzten gebiete besuchen. Bei Ihrem abstecher in die besetzten gebiete sollten Sie auf gar keinen fall versäumen, sich die zerstörungen beispielsweise in rafah anzusehen, bei denen 30 (!) panzer unter raketenbeschuss durch apache-hubschrauber den lebensraum von vielen palästinensischen familien zerstörten. Planen Sie auch einen besuch der familien von Mahmud Shaath (24), Wissam Al Shaar (24), Ibrahim Abu Shalouf (18) und Walid Al Lidawi (19), ein, die bei dem angriff ermordet wurden. Oder machen Sie einen abstecher nach Kalkilia, wo die israelische Soldateska den 14jährigen Jihad Raouf Nazzal vor dem haus seiner eltern erschossen. Allein im März wurden 26 Kinder von der israelischen besatzungsarmee ermordet! 26 terroristen??? Oder besuchen Sie tulkarem wo die "einzige demokratie im nahen osten" ihre besatzer-armee mit panzern und kampfhubschrauber alle männer zwischen 14 und 40 jahren im hof einer schule zusammentrieb und abtransportieren ließ. dabei versäumen Sie bitte nicht, nach dem verbleib der familien Mahmud Mramesh und Tahal zu fragen, die obdachlos gemacht wurden, weil die besatzer-armee ihre häuser in die luft gesprengt hat. Oder machen Sie sich ein bild von den ruinen der 16 häuser, die israelische planierraupen in jerusalem und umgebung zerstörten, dies gehört fast zum alltag in der "einzigen demokratie im nahen osten". zum schluss möchte ich Sie bitten, bei der israelischen regierung die sofortige freilassung des palästinensischen abgeordneten und menschenrechtsaktivisten Hussam Khader www.PetitionOnline.com/Khader/petition.html zu fordern, der am 17.3. in einer nacht-und-nebel-aktion von der israelischen besatzungsarmee verhaftet wurde. Nach marwan barghouti www.freebarghouti.de ist Hussam Khader der zweite parlamentarier in israelischer haft, obwohl parlamentarier eigentlich Immunität geniessen - jedoch nicht in der "einzigen demokratie im nahen osten", die ihre politischen gefangenen auch physisch und psychisch foltern lässt! Angenehme Reise! Hochachtungsvoll Claudia Karas


03.04.03: Heute gesehen, sehr zu empfehlen:
Freitag, 14.02.2003, "'Die Begründungslüge'. DER ZWECK UND DIE MITTEL. Eine mögliche Irak-Invasion wäre kein »Präventivkrieg«" von Ulrich Arnswald
www.freitag.de/2003/08/03080702.php




Arte, 01.04.03, Absetzung des Films "Jenin Jenin"
Shraga Elam schreibt: Mit der kurzfristigen Absetzung des umstrittenen palästinensischen Dokumentar-Films "Jenin ,Jenin" aus dem heutigen Programm, leistet sich der Kultursender Arte einen schlechten 1. April-Scherz und keinen Dienst an der Pressefreiheit und der Friedensarbeit. Der brutale und vernichtende israelische Angriff gegen das Jeniner Flüchtlingslager ist auch heute - ein Jahr später - immer noch Gegenstand einer heftigen Kontroverse und nach wie vor sehr aktuell. Die Angelegenheit ist sehr weit davon entfernt, geklärt zu sein, nicht zuletzt, weil die israelische Regierung eine unabhängige Untersuchung an Ort und Stelle verhinderte. Der Film "Jenin, Jenin" wiedergibt wichtige palästinensische Reaktionen zu diesen traumatischen Ereignissen, und kein seriöser Medienschaffender darf diese Information ausklammern. Selbstverständlich müssen aber auch die Film-GegnerInnen bzw. die Jenin-Massaker-NegiererInnen in der Diskussion berücksichtigt werden! Arte musste wissen, dass der Film in Israel von der Zensur im normalen Kinovertrieb verboten wurde und dass die dortigen Friedensbewegungen ihn in zahlreichen Protestaktionen immer wieder vorführte, und zwar mit der Absicht, die Wahrheitsfindung und die israelisch-palästinensischen Verständigungsbemühungen zu fördern. Der deutsch-französische Kultursender hätte die Ausstrahlung des Films professionell vorbereiten und unter Umständen mit einer Diskussion begleiten müssen, die auch den FilmgegnerInnen Platz eingeräumt hätte. Jetzt jedoch gab Arte bequemerweise dem Druck einiger jüdischer Organisationen nach, die gegen den Frieden im Nahen Osten sind, und setzte den Film ab. Die zahlreichen AnruferInnen, die gegen diese Absetzung protestieren, werden mehrheitlich mit einer unwahren und unglaubwürdigen Begründung abserviert: "Der Film wurde aus einem aktuellem Anlass wegen der momentanen Krisensituation gestrichen und er soll zu einem späteren Zeitpunkt ausgestrahlt werden." Dabei steht im Programm als Ersatz eine andere Dokumentation über die Ereignisse in Jenin, die bereits einmal in Arte ausgestrahlt wurde. Noch peinlicher wirkt für Arte die Tatsache, dass in der heutigen Ausgabe der israelischen Tageszeitung Ha'aretz steht, der "Jenin Jenin"-Macher, Muhammad Bakri sei vom Sender benachrichtigt worden, dass sich Arte einem Druck gebeugt habe. Gemäss dieser Meldung wurde auch der israelische "Ha'aretz"-Journalist, Gideon Levy, von Arte angefragt, als Ersatz einzuspringen, was dann offensichtlich doch nicht klappte. Der ganze Vorgang ist absolut beschämend für Arte und verletzt aufs Gröbste ihren journalistischen Auftrag. Es bleibt zu hoffen, dass Arte sowie andere Medienanstalten und Institutionen diese wichtige Diskussion ganz bald aufnehmen werden. Denn es geht hier leider nicht nur um ein vergangenes und isoliertes Ereignis, sondern um ganz gefährliche gegenwärtige Prozesse in Nahost.

KN 01.04.03, S.29, "Sehnsucht nach Versöhnung. Über den Krisenherd Naher Osten." von PPS/Abu
Darin: "Der Friedensprozess ist nach der zweiten Intifada in eine Sackgasse geraten. Jeder Terrorakt zieht einen militärischen Gegenschlag nach sich." Anis: Das ist die Sicht der israelischen Regierung, bei der Terroranschläge immer den Ausgangspunkt bilden, aus dem sich die israelische Gewaltpolitik ableitet. Dass im Gegenteil Militärschläge Gegengewalt nach sich ziehen, wird ja derzeit im Irak täglich bewiesen (siehe dazu auch den ausgezeichneten Kommentar von Jürgen Heinemann auf S.2). Auch dass die Besatzung zu Gewalt führt, wird hier nicht erwähnt. Nun ist es bei den Israelis nicht sehr verwunderlich, dass viele einseitig denken, und auch unter den Palästinensern gibt es viele, die einseitig denken und die sich selbst nie als Täter sehen könnten. Dass aber die Kieler Nachrichten auch so denken, wundert mich, denn sie haben viel mehr Bildung als ein durchschnittlicher Israeli oder Palästinenser! Und sie haben auch tatsächlich eine Sehnsucht nach Versöhnung, das glaube ich schon. - Dann aber werden in dieser Besprechung des Arte-Themenabends israelische Soldaten genannt, "die sich auf Befehl gezwungen sahen, Palästinenser auf unangemessene Weise zu behandeln." Und das ist deutlich israelkritisch gemeint. "Unangemessen" ist eindeutig ein kritisches Wort, denn dahinter verbirgt sich Unangemessenes. Das ist das erste Mal, dass ich eine solch harsche Israelkritik in den KN lese, da bin ich schon überrascht. Es geschehen noch Zeichen und Wunder. Hoffentlich beschwert sich die Gruppe "Verteidigt Israel Kiel (Waffen für Israel)" nicht über solche harten Worte, denn die ist recht beliebt hier in der Stadt. Komisch übrigens, dass an dieser Stelle übersehen wird, dass der Film "Jenin Jenin" aus Rücksichtnahme auf das israelische Militär heute doch nicht auf Arte gesendet wird, wie ursprünglich geplant war. Da scheinen die KN etwas fahrig recherchiert zu haben. Aber vielleicht kann dieser Film wenigstens wie (zum zweiten Mal) geplant am 07.04. um 19h im Kommunalen Kino in Kiel gezeigt werden. Falls die israelische Armee das erlaubt, natürlich. Wie bitte? Ach, wir sollen froh sein, dass der Nahost-Konflikt überhaupt thematisiert wird? Ach sooo.

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