HITLER / JESUS
Zwei wesentliche Gefahren stecken meiner Ansicht nach in der Nichtbewältigung des Zweiten Weltkriegs: Die Gefahr der Wiederholung bzw. der Kontinuität und die Gefahr des destruktiven Nihilismus. Diese beiden scheinen mir auch miteinander verknüpft zu sein.
Angeregt zu diesem Statement hat mich der Artikel "Die Scharfmacher hinter den jungen Skins" aus der Schweizer Zeitung "Blick" von gestern, den ich im Austausch von den Freunden der "Aktion Kinder des Holocaust" erhalten habe (Der ganze Artikel ist hier)
Es scheint auch mir sehr wichtig zu sein, darauf hinzuweisen, dass es rechtsextreme Führergestalten gibt, und zu erklären, was sie tun. In dem vorliegenden Artikel werden sieben solcher Revisionisten beim Namen genannt. Es handelt sich um Ideologen, die zum Beispiel den Holocaust und die Gaskammern leugnen. Dies ist bei uns zu Recht eine Straftat, und hier sehe ich auch einen der gerechtfertigten Inhalte des "Sonderverhältnisses" zwischen Deutschen und Juden. Ein Sonderrecht ist es insofern, als das Leugnen z.B. des Genozids der Armenier vor hundert Jahren etwa in der Türkei keinen Sraftatbestand erfüllt, oder überhaupt das Leugnen von irgendetwas sonst. Ebenfalls zu Recht verboten sind nationalsozialistische Symbole, und es fällt in die gleiche Rubrik: Wir wollen keine Nazis mehr, und wir wollen nicht, dass ihre Taten geleugnet werden dürfen. Also ist es richtig, gegen solche Personen vorzugehen, die sich öffentlich rassistisch äußern, die vor Neonazis gegen Juden sprechen oder auch, die den Elften September als Sieg feiern. Leute wie die, die in dem Artikel vorgestellt sind, und die revisionistische Schriften verbreiten.
Diese Seite der Medaille möchte ich die "Wir wollen nicht"-Seite nennen. Der wesentliche Teil meiner Gesellschaftskritik ist die Frage nach der anderen Seite: Was wollt ihr denn? Wie stellt ihr euch ein gutes gesellschaftliches System vor? Es ist nicht das derzeitige, sonst würde es nicht so viel Frustration und Reformstaus geben. Solange es bei "Wir wollen nicht" bleibt, fehlt die Gegenwelt, das Gegenargument. Es mögen die allermeisten Leute zustimmen beim "Wir wollen nicht", doch die Revisionisten verlieren dadurch nicht ihre Wichtigkeit, sie sind damit noch nicht widerlegt, nur überstimmt und abgedrängt. Das Problem bleibt. Die Gefahr des Negativen bleibt solange, wie nicht klar ist, was das Positive ist. Bei relativen Werten ist eben auch das Schlechte nie ganz schlecht und besteht also weiter. Wenn sich der Blick auf die Suche der Wiederholungsgefahr / Kontinuitätsgefahr beschränkt, dann kann es solche Gegenwelten nicht geben, wir können dann nicht heraus aus dem Zweiten Weltkrieg. Dies nenne ich den destruktiven Nihilismus. Konkret wird die Gefahr des Nihilismus, wenn die "Wir wollen nicht"-Seite kein Komplement hat, keine "Wir wollen"-Seite. Der vorliegende Artikel bietet einige Beispiele, an denen das illustriert werden kann:
"Wir brauchen Leute, die etwas wagen. Leute, denen Volk und Heimat notfalls mehr bedeuten als das eigene Wohlergehen." ist das Zitat eines Revisionisten. Wenn dies als Rechtfertigung für Rassismus verwendet wird, ist es gefährlich, weil es initiativ gegen Andere geht. Das gleiche Zitat kann aber auch auf etwas Gutes verweisen, man bedenke, dass es auf Gandhis Leben passt und durchaus auch auf Elvis' Leben. In meiner Weltanschauung passt es auch auf Bernhard Nolz, den Lehrer aus Siegen, der wegen pazifistischer Äußerungen nach dem Elften September seinen Job verloren hatte, der aber die Verantwortung sah, den jungen Leuten den Frieden nahezubringen. Dies alles sind Leute, die für mich auf der "Wir wollen"-Seite stehen und die mit wegrasiert werden, wenn der Sinn des Zitates insgesamt abgelehnt wird. Dabei wird zwar sichergestellt, dass revisionistische Assoziationen nicht aktiviert werden, doch die Gegenwelt wird mitunterdrückt.
Hier ist ein zweites Zitat: "Er bindet Jugendliche mit einfachen Worten und Weltbildern wie in einer Sekte an sich und erklärt sie zu etwas Besserem. Das macht ihn so gefährlich", heißt es von Seiten der "Aktion Kinder des Holocaust" im Artikel über einen anderen Revisionisten. Hier wird Hitler unterdrückt, und Jesus wird mitunterdrückt. Die Gefahr, die Angst, sie ist wichtiger als das Glück, der Wunsch. Denn natürlich ist es gefährlich, wenn ein Rassist oder Militarist Jugendliche an sich bindet und ihnen sagt, sie seien zum Beispiel besser als irgendwelche Nicht-Arier oder als die Nicht-Deutschen oder wer auch immer. Die Übertreibung liegt in der Abwertung von "einfachen Worten" und "einfachen Weltbildern", denn die hatte Jesus auch. Und auch Jesus hat die Menschen zu etwas Besserem erklärt, aber nicht besser als die anderen, sondern besser als sie selbst über sich dachten. Er sagte ihnen, dass sie nicht in Schuld leben müssen. Jesus hat sich der Bibel nach ja auch für die anderen geopfert, ihm war also das Volk und die Heimat wichtiger als das eigene Wohlergehen. "Wie in einer Sekte", heißt es in der Beurteilung, und der Begriff "Sekte" ist voller Projektionen, ähnlich wie der Begriff "Populismus". Er ist suggestiv und taugt nicht als Argument. "Hörigkeit" wäre ein Argument. "Anstiftung zu einer Straftat" ist ein Argument. "Sekte" ist keins. Die frühen Christen waren eine Sekte im ursprünglichen Sinne von "kleinere, abgespaltene religiöse Gemeinschaft". Die (oft als Kampfbegriff verwendete) zweite Bedeutung von "philosophisch oder politisch einseitig ausgerichtete Gruppe" (Duden) braucht bereits eine Interpretation, denn was ist einseitig? Ist Jesus' Liebe einseitig?
Es muss erneut um die Frage gehen: Was macht die Revisionisten so gefährlich? Denn diese Frage wird zu vage beantwortet. Als jemand, der selbst einfache Worte verwendet und ein einfaches Weltbild hat (Love & Peace) und der ebenfalls die Menschen zusammenbringen möchte, verwahre ich mich dagegen, mit Revisionisten in einen Topf geworfen werden zu können und dagegen, in der weit streuenden Opposition gegen den Revisionismus mitunterdrückt zu werden, ebenso wie die meisten meiner Vorbilder. In aller Sportlichkeit bitte ich daher die Freunde von der "Aktion Kinder des Holocausts" um eine - möglichst öffentliche - Stellungnahme zu diesem ausgesprochen relevanten Problem. (22.06.02) (English version)
23.06.02: Es hat eine kurze private Antwort gegeben, die von einem Missverständnis spricht. Tja, hmm.
"Wenn man die Dinge nicht beim Namen nennt, dann wabern sie."
(Bundespräsident Rau in "Bericht aus Berlin" 21.06.02, 23 h)
BOB DYLAN
Es war Bob Dylan immer wichtig, den Erwartungen nicht zu entsprechen, die an ihn gestellt wurden. Dies ist allgemein bekannt und gehört sogar zu den Dingen, die ihn für viele Leute auszeichnen: Ja, Bob hat dies und jenes gemacht, weil er einfach den Erwartungen nicht entsprechen will. Das ist cool. - Letztlich aber sind zwei Personen dabei herausgekommen: Ein Bob Dylan, der "Abandoned Love" und "The Times They are a-Changin'" geschrieben hat - aus tiefstem Herzen -, und einer, der griesgrämig und einigermaßen nihilistisch durch die Welt läuft und den Erwartungen nicht entspricht. Ein Mensch, der nichts Definitives sagt, kein Vorbild sein will und überhaupt weit über allen Dingen schwebt.
Im letzten Jahr sang Bob auf der "Love and Theft" wieder Dinge, in denen er aus den Songs heraustrat, als wäre er doch nur eine Person: "If you got something to say speak now or hold your peace". Er sang auch: "Why don't you break my heart one more time, just for good luck". Er sang, dass man natürlich die Vergangenheit wiederholen kann (gemeint ist der Rock'n'Roll), und dass er einen Ort kenne, wo noch immer etwas los sei. Dies alles im Song "Summer Days". Ich habe selbst 100 Songs geschrieben, und ich weiß, dass Bob hier seine wirklichen Wünsche und Anliegen besungen hat. Bloß passiert ist gar nichts. Glaub nicht, dass Bob den Erwartungen entspricht, und seien es seine eigenen.
Aber das ist doch nur ein Song, werden einige wohlmeinende Leser jetzt sagen, und genau darum geht es mir auch. Ein starker Song, hinter dem eine wackelige Persönlichkeit steht, ist so wie der intensive Kuss eines Eunuchen oder wie eine starke Regierungserklärung, hinter der eine wackelige Regierung steht: Das Wort verliert seine Bedeutung, weil es nicht durch Handlung bestätigt wird. Ein Vorwurf, den man John Lennon nicht machen konnte. Immerhin wird Dylan von vielen Menschen als großer Einfluss im eigenen Leben gesehen und verehrt, zum Beispiel von Außenminister Fischer und der ganzen 68er-Generation. Aber auch jüngere Leute berufen sich auf ihn als den ultimativen Rock'n'Roller.
Auch mich hat Dylan beeinflusst, denn er ist ein genialer Pionier, der fantastische Songs geschrieben hat. Nur hat er leider daran mitgearbeitet, dass das Publikum inzwischen erwartet, dass Songs Illusionen ohne politische Konsequenz sind, schöne Worte und Rhythmen, mit denen man für ein paar Minuten aus der Realität fliehen kann, die aber nicht in der Lage sind, eine Realität zu erzeugen. Bob Dylan gibt ein schlechtes Beispiel ab für andere Songwriter und für das Publikum. Durch seine Unnahbarkeit hat er selbst dafür gesorgt, dass die Kluft zwischen Popkünstler und Publikum viel zu groß ist und dafür, dass Songs und Songwriter nicht mehr ernst genommen werden, weil sie nicht kohärent sind. (22.06.02) (English version)
TERROR-TAT
Der jüngste schwere Anschlag in Jerusalem ist eine fürchterliche Tat gewesen. Ich kann Anschläge auf militärische Ziele nicht verurteilen, weil Krieg ist, aber gegen zivile Unbeteiligte, das ist schrecklich. Und dann noch Kinder... Die HAMAS ist völlig durchgeknallt und schuldig. Sie ist nicht legitimiert, für die Palästinenser zu sprechen. Die Antwort wird die eines legitimierten Israels sein. Wird es sich verhalten wie die Terroristen, oder wird es sich anders verhalten? (18.06.02) (English version)
LIEBE
Die Analyse der deutschen Presse ist im Jahre 2002 sehr lehrreich, weil sie zeigt, was das eigentlich bedeutet, noch immer im Zweiten Weltkrieg (1939-45) zu leben. Die Deutschen wissen, dass sie etwas falsch gemacht haben, wissen aber nicht genau, was es war. Also werden die Werte von früher einfach umgedreht: Wurden die Juden damals verfolgt, so werden sie heute verhätschelt: "Es darf keinen leichtfertigen Umgang mit den Empfindungen der Juden geben" (Angela Merkel, MOPO heute S.2), ein sehr vager Satz, der nur die Richtung vorgeben kann und das auch weiß und will.
Und dann die Vaterlandsliebe. Die hat Angela Merkel angemahnt. Damit ist sie jetzt bei Teilen der Presse ins Möllemann-Messer gelaufen. Denn Vaterlandsliebe war unter Hitler ein Wert, und deshalb wurde er später nach und nach abgelehnt. Hören Sie mal, wie das heute klingt, aus dem Munde des MOPO-Chefmoralisten Wolf Heckmann: "Die Sache mit der Vaterlandsliebe führte sie gleichwohl nicht allzusehr aus, wohl wissend, dass diese überreife Frucht schon anhand ihres Alters stinkt. Sie wird gleichwohl in unteren Etagen als Wurfgeschoss fliegen. Und die Vorsitzende wird daran so unschuldig sein wie der Kollege der FDP."
Das bedeutet: Wer als Deutscher Deutschland liebt, der ist etwa so schlimm wie die "Antisemiten". Wenn allerdings sogar die Liebe verboten oder veralbert wird, dann darf sich niemand wundern, wenn die Leute sich wünschen, dass diese ganzen nihilistischen Heckmänner endlich in Rente geschickt werden, bevor sie sich noch darüber aufregen, dass die Deutschen Schuhe tragen, weil die Nazis auch Schuhe getragen haben. Ich jedenfalls lasse mir meine Liebe nicht von irgendwelchen fossilisierten Griesgramen verleiden, die sich weiterhin im Zweiten Weltkrieg aufhalten wollen und Schuld predigen, um die Menschen damit runterzuziehen. (18.06.02)
(English version)
ZITATE AUS DER PRESSE
Ich habe jetzt eine Seite mit Zitaten und Artikeln aus der deutschen Presse eingerichtet, die sich mit dem Diskurs Deutschland - Israel - Palästina beschäftigt. Diese Zitatensammlung ist für Journalisten und Politologen gedacht und nicht systematisch im Sinne von umfassend. Wenn Sie selbst etwas in der deutschen Presse finden, was dazu passt, schicken Sie es mir bitte zu. (15.06.02)
DEUTSCHE / JUDEN
Im Oktober 1985 verhinderten Ignaz Bubis und andere Mitglieder der Frankfurter Jüdischen Gemeinde die Uraufführung des Fassbinder-Stücks "Der Müll, die Stadt und der Tod", in dem die schablonenhafte Figur des "reichen Juden" vorkam. Aus diesem Zusammenhang stammt das Zitat eines deutschen Juden, das heute wieder sehr aktuell ist:
"Versöhnung ist ein absolut sinnloser Begriff... Die Erben des judenmordenden Staates bieten den Opfern und Nachkommen der Opfer Versöhnung an und sind erbittert, wenn dieses Wort zurückgewiesen wird. Es kommt ihnen in Wirklichkeit gar nichts anderes zu, als die schwere historische Verantwortung auf sich zu nehmen, generationenlang, für immer." (Michel Friedman, Quelle: Gerhard Frey (Hrsg.): Prominente ohne Maske, Band 2, München 1986, S. 106, thanx Sabine)
Ich habe lange über dieses Zitat nachgedacht, und ich stimme zu, dass die Deutschen ihre historische Verantwortung für immer tragen müssen. Nur bin ich wahrscheinlich anderer Ansicht darüber, was das bedeutet. Soeben sah ich im Bericht aus Berlin deutsch-jüdische Reaktionen auf die Möllemann-Geschichte. "Dass ich so etwas noch einmal erleben muss, hätte ich nie gedacht", sagte ein Mann, dessen Familie im Krieg deportiert wurde. "Ich fühle mich noch einigermaßen sicher", sagte eine junge Frau, aber man müsse sich ständig für Israels Politik rechtfertigen.
Für mich bedeutet die historische Verantwortung, dass ich Gewalt gegen Minderheiten (und auch gegen Mehrheiten) ablehne und bekämpfe. Den Juden in Deutschland ist weder durch Herrn Möllemann noch durch Herrn Karsli eine solche Gewalt entgegengebracht worden, deshalb verstehe ich auch die Reaktionen nicht. Ich respektiere die Erinnerung und auch die Ängste der Juden und der Israelis, aber nicht das Schwelgen darin. Es ist auch sehr leicht für einen Juden zu sagen: "Es ist sehr leicht für dich, so etwas zu sagen, denn du hast unser Leid nicht erlebt."
Den Palästinensern wird eine solche Gewalt seit Jahrzehnten angetan, daher sagt mir die historische Verantwortung, mich für sie einzusetzen. Der von mir geschätzte verstorbene Professor Leibovitz, der im Film "Izkor - Sklaven der Erinnerung" von 1991 Deutschland und Israel hinsichtlich ihrer Geschichte verglich und große Ähnlichkeiten sah, die zu sehen deutschen Politikern nicht erlaubt ist, wurde gefragt, welche Lehre man aus der Shoah ziehen könnte, und er antwortete, dass man keine Lehre ziehen könne, weil sie völlig sinnlos gewesen ist.
Ich verstehe, was er meint, bin aber anderer Ansicht. Natürlich gibt es Lehren aus der Geschichte, die wir für die Zukunft brauchen. In diesem israelischen Film, den das ZDF vor Kurzem ausgestrahlt hat, wird die Erziehung in Israel gezeigt, und sie ist sehr nationalistisch. Die Jugendlichen, die dort interviewt wurden, waren völlig orientierungslos und sagten, dass sie alles tun, was von ihnen verlangt wird, auch Töten. Das Herausstechendste war allerdings, dass jedes Gespräch und jeder Satz von Israel handelte, seiner Verteidigung, seiner heldenhaften Vergangenheit, seiner Stärke, seiner Schwäche, seiner dies und jenes, immer Israel Israel. Es wurde mir deutlich, dass hier die Palästinenser gar nicht wahrgenommen wurden. Der Konflikt schon, der Feind auch, aber nicht die Palästinenser. Seltsam, dabei leben die doch direkt nebenan.
Das obige Zitat darf nicht ausgenutzt werden, um die Deutschen ruhigzustellen, so viel muss mal klar sein. Aus dem Zitat geht ja nicht hervor, wie diese historische Verantwortung aussehen soll. Das kann für einige Menschen einschüchternd wirken, und sie denken, die Lehre aus dem Krieg sei, nichts mehr gegen (oder über) Juden zu sagen, oder sie hieße: "Nie wieder Antisemitismus in Deutschland!" Dies aber wäre eine grobe und fahrlässig verfälschende Spezifizierung, denn die Lehre heißt natürlich: "Nie wieder autoritäre Staaten und Verfolgung von Minderheiten in aller Welt!" Und diese Lehre gilt ausnahmslos für alle. Wo ist eigentlich das Problem? Ist es vielleicht das Dogma, dass eine Opfergruppe nicht zu einer Tätergruppe werden kann? Also wenn es das ist: Das kann man soziologisch, psychologisch, mit dem gesunden Menschenverstand sowie faktisch leicht widerlegen. (14.06.02) (English version)
AL-QAIDA
Die Presse berichtet über neue Drohungen der Qaida-Terroristen. Es ist ein seltsames Gefühl für mich: Einerseits teile ich vieles der Kritik am Westen, andererseits lehne ich solche Gewaltdrohungen und -Aktionen vollständig ab. Ich kann auch nicht die Bedrohung leugnen, die von den Terroristen ausgeht, und ich unterstütze ihre Festnahme. Gleichzeitig fühle ich mich durch die Amerikaner bedroht, weil ihre Politik auf einer fraglichen moralischen Basis steht und zu Gewalt neigt. Der Weltkonflikt tritt von Monat zu Monat deutlicher zu Tage, auf verschiedenen Ebenen. Wie wird die Menschheit diesen Konflikt lösen, und wie lange wird sie dafür brauchen? Eine interessante Frage. (11.06.02) (English version)
STUDIERENDE
Ein Ruck geht durch das Land: Die Studenten erheben sich. Seht wie sie demonstrieren! Diese Menschen haben endgültig genug: Sie wollen mehr! Sie verlangen bessere Studienbedingungen. Gerechtigkeit, jawohl, denn sie sind die Zukunft. Die geistige Elite des Landes. Und Opfer, auch sie. Sie müssen nebenbei jobben, sie haben Verpflichtungen, sie haben Stress mit ihren Eltern, mit dem Auto, mit dem Drucker, Lebensüberdruss, überfüllte Hörsäle, keinerlei Orientierung, schlechtes Mensa-Essen, Beziehungsprobleme, Angst vor der Zukunft, Bürokratie. Ey Mann Leute, die tun das alles für Euch! Also tut auch mal was für Eure Studenten! (11.06.02) (English version)